4127 Birsfelden
IBAN CH98 0900 0000 6012 8081 8
Starke.Schule.beider.Basel@gmx.ch

Entstehung und Geschichte der Starken Schule beider Basel

Entstehung und Geschichte der Starken Schule beider Basel

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) begleitet seit dem Jahr 2011 die Bildungsreformen rund um Harmos und den Lehrplan 21 kritisch. Dort, wo sinnvoll, strebt der Mitte-links-Verein mittels Volksinitiativen und politischen Vorstössen in den beiden Basler Parlamenten Korrekturen in der Bildungspolitik an.

Unter Who is Who who können Sie unseren Verein und und unsere Strukturen kennenlernen. Wenn auch Sie Mitglied werden und Einsicht in die Statuten bekommen möchten, dann klicken Sie hier.

Am 4. April 2021 wurde die SSbB zehn Jahre alt. Wir blicken auf eine spannende und intensive Dekade zurück. Nachfolgend werden die Entwicklung und die Geschichte des Vereins chronologisch aufgezeigt.

2011 – die SSbB wird geboren und startet im ersten Jahr mit vier kantonalen Initiativen

Januar: Die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) unter Führung von alt Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) will aus Spargründen mit Zwangsverschiebungen Klassen auffüllen. Eine Gruppe betroffener Allschwiler Eltern, deren Kinder nach der Primarschule nicht in die Sekundarschule Allschwil, sondern in die weiter entfernte Nachbargemeinde Binningen eingeschult werden, möchte die Zwangsverschiebungen mittels einer Volksinitiative verhindern. Unterstützt werden sie von einigen Lehrpersonen (LP) der Sekundarschule Allschwil.

April: Die Gründungsversammlung des Komitees «Keine Zwangsverschiebungen» findet am 4. April im Schulzentrum Allschwil statt. 72 Personen, Eltern und Lehrkräfte, nehmen teil. Das Komitee bildet sich als lose Gruppierung und beschliesst an jenem Abend einstimmig die Lancierung einer kantonalen Initiative. Nur zehn Tage später, am 14. April, wird Initiative Nr. 1 «Keine Zwangsverschiebungen an Baselbieter Sekundarschulen» lanciert und mit der Unterschriftensammlung begonnen. Dem Komitee schliessen sich Eltern aus dem ganzen Kanton und mehrere LP der Primarstufe und Sekundarstufe 1 an.

Mai: Das Komitee reicht die Initiative Nr. 1 «Keine Zwangsverschiebung an Baselbieter Sekundarschulen» mit sagenhaften 6’963 gültigen Unterschriften bei der Landeskanzlei ein. Notwendig gewesen wären 1’500.

Juni: Die BKSD will als weitere Sparmassnahme die Abschaffung des Brückenangebots der in Reinach und Liestal ansässigen Kaufmännischen Vorbereitungsschule (KVS). Rund 100 bis 150 Schüler/-innen (SuS) besuchen die als Erfolgsmodell geltende KVS jährlich. Rund 98% der Abgänger/-innen finden eine Anschlusslösung.

Juni: Das Komitee «Keine Zwangsverschiebungen» wird am 20. Juni zum Verein «Gute Schule Baselland» (GSBL). Der Zweck gemäss §2 der Statuten: «punktuell und korrigierend in die Baselbieter Bildungspolitik» eingreifen. Damit soll dem wachsenden Spardruck auf die Schulen begegnet werden. Der Vorstand besteht aus Politikern der Grünen Baselland, Eltern und LP der Sek. Allschwil.

Juni: Noch im gleichen Monat lanciert die GSBL die Initiative Nr. 2 «Bildungsqualität auch für schulisch Schwächere». Ziel der Initiative: Rettung der KVS.

August: Die Initiative Nr. 2 «Bildungsqualität auch für schulisch Schwächere» wird mit 6’898 Unterschriften bei der Landeskanzlei eingereicht. Je ein Drittel der Unterschriften sammelten die LP der KVS, die Grünen Baselland und die GSBL. Dutzende LP und Mitglieder der Grünen Baselland treten in der Folge der GSBL bei.

September: Nur drei Monate später werden die beiden Initiativen Nr. 3 «Ja zur guten Schule Baselland: Betreuung der Schüler/-innen optimieren» und Nr. 4 «Ja zur guten Schule Baselland: überfüllte Klassen reduzieren» lanciert. Mit beiden Initiativen verfolgt die GSBL das Ziel einer höheren Bildungsqualität. Mit der Initiative Nr. 3 soll die Betreuung der SuS mit Lernschwierigkeiten verbessert, mit Initiative Nr. 4 die maximalen Klassengrössen gesenkt werden.

November: Die GSBL reicht nach nur zwei Monaten Sammelzeit die Initiative Nr. 3 «Ja zur guten Schule Baselland: Betreuung der SuS optimieren» mit 4’440 gültigen Unterschriften und die Initiative Nr. 4 «Ja zur guten Schule Baselland: überfüllte Klassen reduzieren» mit 5’209 gültigen Unterschriften bei der Landeskanzlei ein.

Dezember: Die Initiative Nr. 4 «Ja zur guten Schule Baselland: überfüllte Klassen reduzieren», welche eine Senkung der maximalen Klassengrösse in den beiden Leistungsprofilen P und E auf 22 SuS fordert, erzeugt einen erheblichen Druck auf die Politik, welche den Regierungsrat dazu bewegt, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten mit einer Senkung der maximalen Klassengrösse von 26 SuS auf 24 in den beiden Leistungsprofilen E und P der Sekundarstufe 1.

2012 – Saskia Olsson, erste Geschäftsleiterin der SSbB, wird angestellt und leitet das Sekretariat

Februar: Die BKSD beabsichtigt die zweijährige Berufsvorbereitende Schule (BVS 2) aus Spargründen abzuschaffen. Die GSBL, die in der Zwischenzeit mehrere Hundert Mitglieder, Sympathisantinnen und Sympathisanten zählt, wird erneut aktiv und lanciert am 9. Februar die Initiative Nr. 5 «Ja zur Weiterführung der zweijährigen Berufsvorbereitenden Schule BVS 2».

März: Die Initiative Nr. 5 zur Weiterführung der BVS 2 wird mit 8’697 gültigen Unterschriften bereits am 21. März bei der Landeskanzlei eingereicht. 

Juni: Saskia Olsson wird angestellt und arbeitet fortan auf dem Sekretariat der GSBL. Sie erledigt administrative Aufgaben und führt die Buchhaltung.

Juni: Der Regierungsrat bringt das sogenannte «Entlastungspaket 12/15» mit verschiedenen Sparmassnahmen zur Abstimmung. Im Bildungsbereich soll die BVS 2 abgeschafft und die Unterstützungsbeiträge für Eltern, deren Kinder während der obligatorischen Schulzeit eine Privatschule besuchen, gestrichen werden. Sämtliche Parteien (ausser den Grünen Baselland), die Wirtschaftskammer und die Handelskammer befürworten die Sparübung, die GSBL lehnt sie ab. Dank einer überzeugenden Kampagne unter dem Motto «Nein zum verlogenen Entlastungsrahmengesetz» kann das «Entlastungspaket 12/15» mit 58.6% NEIN-Stimmen verhindert werden. Damit erzielt die GSBL ihren ersten grossen Erfolg. Sie wird fortan als ernst zu nehmender Bildungsakteur wahrgenommen. Ihr Einfluss auf die Baselbieter Bildungspolitik wird zunehmend grösser.

Juli: Mit dem Nein zum Entlastungsrahmenpaket vom 17. Juni 2012 kann die Initiative Nr. 5 «Ja zur Weiterführung der zweijährigen Berufsvorbereitenden Schule BVS 2» zurückgezogen werden. Die BVS 2 ist für die kommenden Jahre gerettet.

November: Die Initiative Nr. 1 «Keine Zwangsverschiebungen an den Sekundarschulen» wird mit 59.3% abgelehnt. Um des Sparens und aufgefüllter Klassen willen müssen SuS künftig allenfalls längere Schulwege in Kauf nehmen. Aufgrund des erheblichen Widerstands, den die GSBL mit ihrer Initiative erzeugte, verzichtet die BKSD in den folgenden Jahren dennoch auf Zwangsverschiebungen im grossen Stil, was als Teilerfolg gewertet werden darf: Jährlich werden in der Regel wenige Dutzend Schüler/-innen zwangsverschoben. Fortan bezeichnet die Regierung Zwangsverschiebungen beschönigend als «Zuweisungen».

November: Die Initiative Nr. 3 «Ja zur guten Schule Baselland: Betreuung der SuS optimieren» wird mit 64.8% abgelehnt, möglicherweise aufgrund des schwer zu vermittelnden Sachverhalts. Es gelang nicht, der breiten Bevölkerung den pädagogischen Wert verständlich zu machen. Die Initiative hat keine nachhaltige Wirkung und muss somit als Misserfolg gewertet werden.

November: Die Initiative Nr. 4 «Ja zur guten Schule Baselland: überfüllte Klassen reduzieren» wird mit 62.1% abgelehnt. Der von der GSBL als Kompromiss befürwortete Gegenvorschlag wird vom Volk mit 54.4% angenommen. Somit kann die maximale Klassengrösse von 26 auf 24 SuS gesenkt werden. Die Strategie der GSBL mit pointierten Forderungen und überzeugenden Argumenten Politik und BKSD zu Eingeständnissen und Kompromissen zu bewegen, ist aufgegangen. Die Reduzierung der maximalen Klassengrössen ist ein Erfolg, zumal diese noch im Januar aufgrund der angespannten Finanzlage des Kantons mit einem strukturellen Defizit undenkbar schien.

November: In einer «Geheimaktion» lässt der damalige SP-Bildungsdirektor, Urs Wüthrich, möglicherweise als Reaktion auf die vermehrten Erfolge der GSBL, deren Namen markenrechtlich schützen und pocht auf eine Umbenennung. Kurzerhand wird aus der GSBL neu die «Starke Schule Baselland» (SSBL). Bei den Medien löst der Coup des Bildungsdirektors mehrheitlich Kopfschütteln aus.

2013 – Einreichung der 6. Volksinitiative «Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern»

August: Mit der Umsetzung von HarmoS sollen an den Sekundarschulen die drei bewährten Leistungsniveaus Allgemeines (A), Erweitertes (E) und Progymnasiales Niveau (P) abgeschafft werden. Dies hätte eine signifikant grössere Heterogenität der Sekundarschulklassen zur Folge. Die LP würden den leistungsschwächeren und den leistungsstärkeren SuS kaum mehr gleichermassen gerecht. Um die Abschaffung der drei bewährten Leistungsniveaus zu verhindern, wird Initiative Nr. 6 «Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern» lanciert.

November: Die Volksinitiative Nr. 6 «Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern» wird mit 2’539 gültigen Unterschriften bei der Landeskanzlei eingereicht. Die Initiative erzeugt von Beginn an einen zunehmenden Druck, sodass die BKSD ihren Plan rasch auf Eis legt. Es zeichnet sich ein weiterer Erfolg der SSBL ab, unabhängig vom Abstimmungsergebnis.

2014 die SSBL erhöht den politischen Druck auf die PH

Februar: Wie sich an den Sekundarschulen immer deutlicher zeigt, ist die Fachausbildung des integrativen Ausbildungswegs der Pädagogischen Hochschulen (PH) ungenügend. Die angehenden LP erhalten dort während vier Jahren die fachliche sowie methodisch-didaktische Ausbildung. Im Vergleich zum konsekutiven Ausbildungsweg der Universitäten bieten die PH nur einen Bruchteil an Fachausbildung. Diese reicht nicht zur Unterrichtung des Leistungsniveaus P der Sekundarschulen. Beim konsekutiven Ausbildungsweg absolvieren die angehenden LP zuerst eine dreijährige Fachausbildung an einer Universität oder ETH, gefolgt von einer zweijährigen methodisch-didaktischen Ausbildung an einer PH. Da der konsekutive Ausbildungsweg jedoch ein Jahr länger dauert, anspruchsvoller ist und die so ausgebildeten LP zusätzlich in eine tiefere Lohnklasse eingeteilt werden, wird er nur selten gewählt. Deshalb wird die Initiative Nr. 7 «Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten LP» lanciert, um die Fachausbildung des integrativen Ausbildungswegs zu stärken.

Februar: Gemäss übereinstimmender Kommunikation der Eidgenössischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und der Baselbieter BKSD müssen die HarmoS-Kantone den Lehrplan 21 unverändert umsetzen. Änderungen wie beispielsweise die Beibehaltung der beliebten Einzelfächer Geschichte, Geografie und Biologie oder das Aufbrechen der Zyklen durch klare Jahresziele wären so nicht umsetzbar. Um Abweichungen vom umstrittenen Lehrplan 21 zu ermöglichen, wird die Initiative Nr. 8 «Ja zum Austritt aus dem überteuerten und gescheiterten HarmoS-Konkordat» lanciert.

Mai: Landrat Jürg Wiedemann reicht die von der SSBL ausgearbeiteten Parlamentarische Initiative «Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer ein». Der Vorstoss wird von 15 Parlamentarier/-innen mitunterzeichnet, darunter ist auch die künftige Regierungsrätin Monica Gschwind. Ziel der Parlamentarischen Initiative ist die Verankerung im Bildungsgesetz, dass die Fächer Geschichte, Geographie, Physik, Biologie, Chemie, Hauswirtschaft und Wirtschaft an den Sekundarschulen als Einzelfächer unterrichtet und benotet werden.

Juni: Anlässlich eines Gesprächs auf Einladung von Chefbeamten der BKSD in Liestal werden Vertreter der SSBL vom dortigen HarmoS-Projektleiter massiv unter Druck gesetzt und beleidigt. Beim Aufzeigen der Schwächen rund um die Broschüre «Pädagogische Kooperation» werden sie als «Brandstifter» und «Verwirrer» tituliert. Politisch und medial hat das einmalig aggressive Verhalten Konsequenzen: Die SSBL informiert unverzüglich die Bildungskommission des Landrates, die sich der Sache annimmt, auch Medien berichteten darüber. Regierungsrat Urs Wüthrich deckt allerdings das skandalöse Verhalten seines HarmoS-Projektleiters. Ungeachtet dieser versuchten Einschüchterungstaktik arbeitet der Vorstand der SSBL unbeirrt weiter.

Oktober: Die SSBL reicht die Initiative Nr. 7 «Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten LP» mit 2’340 gültigen Unterschriften bei der Landeskanzlei ein. Sie löst politisch und innerhalb der PH Diskussionen aus. In den folgenden Monaten kündigt die PH aufgrund des zunehmenden Drucks aus der Politik qualitative Verbesserungen der Fachausbildung an. So beschliesst sie, die fachliche Ausbildung der Studierenden quantitativ auszuweiten, teilweise von 23 Credit Points (CP) auf 38 CP. Initiative Nr. 7 zeigt somit erste Erfolge, bereits vor der Abstimmung.

Dezember: Die Baselbieter Bildungslandschaft wird stark von Bildungsdirektor Urs Wüthrich und der SP-Bildungspolitik geprägt, wodurch die SSBL immer wieder mit Initiativen korrigierend eingreifen muss. Im Sinne eines grundsätzlichen Kurswechsels unterstützt sie Monica Gschwind (FDP) bei den Regierungsratswahlen. Gschwind war Mitglied in mehreren Initiativkomitees von Initiativen der SSBL. Die Position beider Akteurinnen stimmt in den meisten wichtigen Bildungsfragen weitgehend überein. Die damalige Hölsteiner Gemeindepräsidentin sichert eine Überprüfung und Überarbeitung der von Urs Wüthrich eingeleiteten Bildungsreformen zu.

2015 – die neue Bildungsdirektorin Monica Gschwind korrigiert Bildungsreformen von Urs Wüthrich

März: Durch die Wahl von Monica Gschwind in den Regierungsrat fällt die SP aus der Regierung. In der Folge beschliessen die Grünen Baselland den Ausschluss von Jürg Wiedemann (Landrat Grüne Baselland und Vorstandsmitglied der SSBL). Der Vorstand der SSBL lässt sich dadurch nicht beirren und führt seine konsequente Politik für die Baselbieter Schulen weiter.

März: Gleichzeitig mit dem Ausschluss von Jürg Wiedemann gibt Regina Werthmüller, Vorstandsmitglied der SSBL und damalige Landrätin der Grünen Baselland, ihren Austritt aus der Fraktion der Grünen per Ende Juni 2015 bekannt. Dadurch können die beiden Vorstandsmitglieder der SSBL gemeinsam mit drei Landräten der glp eine eigenständige Fraktion Grünliberale/Grüne-Unabhängige im Landrat bilden und dort die Interessen der SSBL fortan stärker einbringen.

Mai: Landrat Jürg Wiedemann reicht das Postulat «AVS vermiest Schulklassen Badespass» dringlich ein. Hintergrund ist eine Weisung des AVS an die Volksschulen, dass in Frei- und Hallenbäder sowie Seen die Klasse von einer Lehrperson betreut werden muss, welche mindestens über ein gültiges Brevet Basis Pool verfügt. Weil die meisten Klassenlehrpersonen über kein solches Brevet verfügen, dürfen viele Schulklassen im Rahmen von Ausflügen und Lagern nicht mehr in eine Badeanstalt gehen. Das Postulat wird vom Landrat mit 40 : 35 Stimmen bei vier Enthaltungen überwiesen. Das Postulat sowie die mediale Kampagne der SSBL zeigt Wirkung: Die Broschüre «Wassersicherheit für die Volksschule» wird überarbeitet. Fortan handelt es sich nur noch um eine Empfehlung, dass die betreuende Lehrperson ein Brevet Basis Pool haben soll (siehe regierungsrätliche Vorlage 2017/177).

Juni: Im Rahmen einer gesamtschweizerischen Bildungsreform und im Einklang mit dem Lehrplan 21 sollen die Einzelfächer Geschichte, Geografie, Biologie, Chemie, Physik, Wirtschaftskunde und Hauswirtschaft abgeschafft und durch die drei Sammelfächer «Räume, Zeiten, Gesellschaften», «Natur und Technik» sowie «Arbeit, Haushalt, Wirtschaft» ersetzt werden. Dieses Geschäft erbt die neue Bildungsdirektorin von ihrem Vorgänger. Mit der Einführung der Sammelfächer sollen nicht mehr fundiert ausgebildete LP mit Universitätsabschluss an den Sekundarschulen unterrichten, sondern Generalisten und Allrounder, die aus vielen Fachgebieten etwas wissen, in keinem Fach jedoch über fundiertes Wissen verfügen. Zur Verhinderung der Abschaffung der beliebten Einzelfächer wird Initiative Nr. 9 «Ja zu den Fächern Geschichte, Geografie, Biologie, Physik und Chemie» lanciert. Erstmals stellt eine Initiative der SSBL damit eine Forderung, welche im Widerspruch zum Lehrplan 21 steht.

Juli: Kurz nach Amtsantritt leitet die neue Bildungsdirektorin Monica Gschwind einen Bildungsreformstopp ein. Zahlreiche Reformen werden in den folgenden Monaten überprüft und korrigiert. Unter anderem wird der Bau von weiteren Lernlandschaften gestoppt, obwohl die Planung in zahlreichen Sekundarschulen bereits weit fortgeschritten ist. Die beiden Sekundarschulen Frenkendorf/Füllinsdorf und Pratteln bleiben die einzigen Schulen der Sekundarstufe 1, an welchen Lernlandschaften (Grossraum-Klassenzimmer für rund 75 SuS) existieren. Auch die zur Diskussion stehenden Hörsäle an den Baselbieter Gymnasien werden nicht weiterverfolgt. Damit ist eine weitere Forderung der SSBL erfüllt.

September: Der Landrat befürwortet die von der SSBL ausgearbeitete und von Landrat Jürg Wiedemann (Vorstandsmitglied SSBL) im Mai 2014 eingereichte Parlamentarische Initiative «Verzicht aus kostentreibenden Sammelfächer» nach intensiver Debatte mit 52 : 29 Stimmen bei zwei Enthaltungen. Damit unterstützt das Baselbieter Parlament mit grosser Mehrheit das Anliegen der SSBL. Weil die 4/5-Mehrheit von 67 Stimmen nicht erreicht wurde, kommt es zur obligatorischen Volksabstimmung.

Oktober: Da laut Studien der frühe Fremdsprachenunterricht keinen nachhaltigen bzw. besseren Fremdsprachenerwerb erzielt, wird Initiative Nr. 10 «Stopp der Überforderung von Schüler/-innen: Eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt» lanciert. Damit sollen die Kernfächer Deutsch und Mathematik gestärkt werden. Da die Initiative im Widerspruch zum HarmoS-Konkordat steht, hätte eine Annahme den Austritt aus dem Konkordat zur Folge.

Oktober: Das neu eingeführte «Passepartout»-Konzept ist weder erprobt noch kommt es international zur Anwendung. Die SuS lernen in den Fremdsprachen keinen praxistauglichen Grundwortschatz und fast keine Grammatik. Damit die Fremdsprachen-LP in ihrem Unterricht weiterhin einen systematischen Sprachaufbau gewährleisten können, wird Initiative Nr. 11 lanciert, «Stopp dem Verheizen von Schüler/-innen: Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt».

2016 – die SSBL knackt den Lehrplan 21, der in Folge zur reinen «Mustervorlage» degradiert wird

März: Initiative Nr. 10 «Eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt» wird mit 2’141 Unterschriften und Nr. 11 «Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt» mit 2’209 Unterschriften bei der Landeskanzlei eingereicht.

Juni: Die von der SSBL eingereichte Initiative Nr. 2 «Bildungsqualität auch für schulisch Schwächere» wird mit 84.6% angenommen. Damit wird die Abschaffung der KVS verhindert. Das ausgezeichnete Ergebnis kommt auch deshalb zustande, weil sich zwischenzeitlich alle etablierten Parteien für die Weiterführung der KVS aussprechen. Damit erzielt die SSBL ein überragendes Ergebnis.

Juni: Das Stimmvolk befürwortet mit 61% die parlamentarische Initiative «Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer» von Landrat und Vorstandsmitglied der SSBL, Jürg Wiedemann. Damit kann auf die Einreichung der 3’475 gesammelten Unterschriften der Initiative Nr. 9 «Ja zu den Fächern Geschichte, Geografie, Biologie, Physik und Chemie» verzichtet werden. Die bereits mehrfach verwendete Strategie, ein Ziel mittels kantonalen Initiativen und politischen Vorstössen im Landrat anzuvisieren, bringt der SSBL einen beachtlichen Erfolg. Die besagten Einzelfächer plus Hauswirtschaft bleiben folglich erhalten. Erstmals wird damit auf Gesetzesstufe ein Teil des Lehrplans 21 auf kantonaler Ebene ignoriert.

Juli: Um den Lehrplan 21 praxistauglich zu machen, wird Initiative Nr. 12 «Ja zu klar definierten Stoffinhalten und Themen» lanciert. Die Regierung erarbeitet daraufhin einen Gegenvorschlag, der punktuell weiter geht als die Initiative: Die Lehrpläne der Volksschule sollen aus den beiden Lehrplanteilen A «Stoffinhalte und Themen» sowie B «Kompetenzbeschreibungen» bestehen. Die Lehrplanteile A der Sekundarstufe 1 enthalten klare Jahresziele. Die Zyklen des Lehrplans 21 werden damit aufgebrochen. Die Stoffinhalte, Themen und Kompetenzbeschreibungen würden gemäss Gegenvorschlag für die drei Leistungsniveaus A, E und P differenziert ausgewiesen. Damit wird eine zentrale Forderung der SSBL erfüllt. Die 3’500 Kompetenzbeschreibungen des Lehrplans 21 bleiben erhalten, werden aber obsolet. Die SSBL zieht ihre Initiative in der Folge zugunsten des Gegenvorschlags zurück.

September: Der Lehrplan 21 wird zu einer «Mustervorlage» degradiert und verliert damit seine Verbindlichkeit, jeder Kanton darf ihn beliebig abändern. Mitverantwortlich für diesen Meinungsumschwung der EDK ist Regierungsrätin Monica Gschwind, die dort offensichtlich überzeugend argumentierte. Ohne diese Rückstufung des Lehrplans 21 hätte dem Kanton Basel-Landschaft der Austritt aus dem HarmoS-Konkordat aufgrund der hängigen Initiative Nr. 8 gedroht.

Oktober: Die SSBL kündigt an einer Pressekonferenz den Rückzug von Initiative Nr. 8 «Ja zum Austritt aus dem überteuerten und gescheiterten Harmos-Konkordat» an. Mit der Degradierung des Lehrplans 21 zur «Mustervorlage» im September ist das Ziel beliebiger Veränderungen daran in BL erreicht. Der Weg ist hiermit frei, den Lehrplan 21 mit seinen 3’536 Kompetenzbeschreibungen zu korrigieren.

Dezember: Aus dem Verein «Starke Schule Baselland» wird der Verein «Starke Schule beider Basel» (SSbB). Dieser Namenswechsel erfolgt, weil immer mehr Mitglieder auch im Nachbarkanton Basel-Stadt politisch aktiv werden wollten.

2017 – Bildungsrat erfüllt bei der Überarbeitung der Stundentafel alle Forderungen der SSbB

Juni: Um die Marginalisierung der Fächer Geografie, Geschichte, Biologie, Physik und Chemie zu verhindern, wird die Initiative Nr. 13 «Ja zu einer pädagogisch sinnvollen Stundentafel» lanciert. Die Fächer sollen weiterhin mit mindestens 2 Lektionen pro Woche unterrichtet werden. Der Bildungsrat hatte aufgrund des Volksentscheides zur Weiterführung der Einzelfächer beschlossen, einzelne derselben nur noch mit einer Wochenlektionen in den Stundenplänen zu dotieren.

Oktober: Nach intensiven Verhandlungen zwischen Bildungsrat, Vertretern des Landrats und der SSbB überarbeitet ersterer die Stundentafel und erfüllt dabei sämtliche Forderungen der Initiative Nr. 13 «Ja zu einer pädagogisch sinnvollen Stundentafel». Somit kann diese im Dezember 2017 zurückgezogen werden.

2018 – die SSbB attackiert die Passepartout-Ideologie (Mille feuilles, New World)

Juni: Initiative Nr. 10 «Stopp der Überforderung von SuS: Eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt» wird vom Stimmvolk mit 67.7% abgelehnt. Die Initiative erzielt keine nachhaltige Wirkung, sie muss als Misserfolg gewertet werden.

Juni: Der Gegenvorschlag der Regierung zu Initiative Nr. 12 «Ja zu Lehrplänen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen» wird vom Stimmvolk mit 84.2% deutlich angenommen. Dies ist ein bedeutender Erfolg der SSbB. Folglich wird in Baselland anstelle des Lehrplans 21 der sogenannte «Lehrplan Volksschule Baselland» eingeführt. Er besteht aus den beiden Lehrplanteilen A «Stoffinhalte und Themen» und B «Kompetenzbeschreibungen».

August: Die SSbB kann drei LP in die Arbeitsgruppen «Fremdsprachen» des Kantons delegieren. Deren Aufgabe: Evaluation neuer Englisch- und Französischlehrmittel für Primar und Sek. 1. Schon früh zeigt sich, dass das Amt für Volksschulen (AVS) die Arbeitsgruppen als Marionetten sieht, welche die vom AVS vorgefertigten Lehrpläne abnicken sollen. Besonders die Englischfachgruppe Sek. 1 setzt sich gegenüber dem AVS durch und erarbeitet einen komplett neuen, rein auf Stoffinhalten basierenden Lehrplan im Umfang von rund zwei Seiten pro Schuljahr.

September: Der Lehrplan Volksschule Baselland enthält im Teil B noch immer eine nicht zu bewältigende Anzahl von über 3’500 Kompetenzbeschreibungen. Um diese auf ein sinnvolles Mass zu reduzieren, wird Initiative Nr. 14 «Die gigantische und unerfüllbare Anzahl von 3’500 Kompetenzbeschreibungen in den Lehrplänen auf ein vernünftiges Mass reduzieren» lanciert. Die Initiative wird eingereicht, da das AVS etliche Kompetenzbeschreibungen des Lehrplanteils B «Kompetenzbeschreibungen» in den Lehrplanteil A «Stoffinhalte und Themen» hineinkopierte.

September: Immer deutlicher zeigt sich, dass der Fremdsprachenunterricht mittels der Passepartout-Ideologie gescheitert ist. Die meisten SuS verfehlen die Lernziele, sind frustriert und demotiviert. Um der nicht formulierten Initiative Nr. 11 «Stopp dem Verheizen von SuS: Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt» zum Durchbruch zu verhelfen und die untauglichen Passepartout-Lehrmittel «Mille feuilles», «Clin d’oeil» und «New World» zu ersetzen, wird Initiative Nr. 15 «Passepartout-Lehrmittel Mille feuilles, Clin d’oeil und New World durch gute Schulbücher ersetzen» als formuliertes Begehren lanciert. Hauptziel der formulierten Initiative: Erhöhung des Drucks auf die Taskforce «Fremdsprachen», in der die SSbB auf grossen Widerstand stösst. Sie ist verantwortlich für die Ausarbeitung einer Gesetzesvorlage für Initiative Nr. 11. Die formulierte Nr. 15 zeigt deutliche Wirkung. Die Vertreter/-innen der SSbB können sich zusammen mit dem LVB durchsetzen, wie sich später zeigt. Massgebend für den Erfolg ist auch das Verhandlungsgeschick der Bildungsdirektorin Monica Gschwind in den folgenden Monaten.

In den vergangenen Monaten hat die SSbB zahlreiche Artikel bettrefend Passepartout-Lehrmittel Mille feuilles, Clin d’oeil und New World erhalten. Hier finden Sie einen Überblick.

2019 – Lehrmittelfreiheit in Baselland stösst auf Interesse in weiteren Kantonen

April: Die SSbB zieht Initiative Nr. 6 «Niveaugetrennter Unterricht an den Sekundarschulen» zugunsten des Gegenvorschlags der BKSD zurück. Auch wenn dieser weniger weit geht, erachtet sie ihn als guten Kompromiss.

Juni: Initiative Nr. 14 «Die gigantische und unerfüllbare Anzahl von 3’500 Kompetenzbeschreibungen auf ein vernünftiges Mass reduzieren» wird mit 2’074 Unterschriften bei der Landeskanzlei eingereicht.

November: Der Gegenvorschlag betreffend «Niveaugetrennter Unterricht an den Sekundarschulen» wird vom Stimmvolk mit 83.5% deutlich angenommen. Damit ist auch diese Initiative ein Erfolg.

November: Die Umsetzungsvorlage der Initiative Nr. 11 «Stopp dem Verheizen von SuS: Ausstieg aus dem gescheiterten Fremdsprachenprojekt» wird vom Stimmvolk mit 84.8% deutlich angenommen. Damit wird im Kanton Basel-Landschaft eine «geleitete Lehrmittelfreiheit» eingeführt. Die LP wählen künftig aus einer Liste von Lehrmitteln ihr bevorzugtes Schulbuch. Somit können sie die Passepartout-Lehrmittel vermeiden; ein weiterer wichtiger Erfolg für die SSbB. 

November: Der Entscheid des Stimmvolks für Lehrmittelfreiheit hat Auswirkungen auf andere Kantone: So werden auch in Bern und Solothurn politische Vorstösse eingereicht mit dem Ziel einer Lehrmittelfreiheit wie in Baselland.

November: Die Ziele der Initiative Nr. 15 «Passepartout-Lehrmittel Mille feuilles, Clin d’oeil und New World durch gute Schulbücher ersetzen» sind mit der Annahme der Umsetzungsvorlage zur Initiative Nr. 11 erfüllt. Die 2’104 gesammelten Unterschriften liegen seither im Büro der SSbB. Es ist bereits die zweite Initiative, bei der auf die Einreichung der Unterschriften verzichtet wird, da die Forderungen bereits vorgängig erfüllt sind.

Dezember: Dank des Erfolgs der Lehrmittelinitiative in Basel-Land folgen diverse Gespräche mit Vertretern der Basler Parteien SP, glp, FDP und SVP zur Abklärung des Interesses an einer Lehrmittelinitiative im Stadtkanton.

2020 – Corona unterbricht den erfolgreichen Sammelstart der ersten Volksinitiative in BS

Januar: Der Vorstand der SSbB beschliesst gemeinsam mit Basler Politiker/-innen die Lancierung einer Lehrmittelinitiative im Stadtkanton. Wegen Machtkämpfen und Rivalitäten zwischen den Basler Parteien wird die SSbB als unabhängige Organisation von allen Seiten um die Federführung bei der Initiative gebeten. Das politisch sehr breit abgestützte Initiativekomitee wird daraufhin zusammengestellt.

Februar: Initiative Nr. 16 «LP dürfen diejenigen Lehrmittel einsetzen, mit welchen sie die SuS am besten fördern können» ist die erste der SSbB im Stadtkanton. An der Pressekonferenz zur Lancierung am 5. Februar nehmen Vertreter/-innen der Parteien SP, glp, FDP und SVP sowie das Sekretariat der SSbB teil. Die im Januar inoffiziell angekündigte Initiative zeigt bereits am 3. Februar Wirkung: RR Conradin Cramer informiert in einer Medienmitteilung, dass den LP auch in Basel alternative Lehrmittel zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Basler Erziehungsdirektor beabsichtigt damit, der Initiative der SSbB den Wind aus den Segeln zu nehmen.

März: Fünf Wochen nach dem Startschuss sind bereits 450 Unterschriften zusammen. Die Sammlung auf der Strasse muss jedoch aufgrund der Corona-Pandemie ab der zweiten Monatshälfte unterbrochen werden.

Juni: Die Basler Regierung beschliesst einen Fristenstillstand um drei Monate. Die Unterschriftensammlung wird für diese Zeit untersagt, auf der Strasse, per Post und auf elektronischem Weg.

September: Rund 190 Lehrpersonen nehmen an der Umfrage der SSbB betreffend Lehrplan Volksschule Baselland teil. Die Umfrageergebnisse könnten nicht eindeutiger sein: 73.4% der Lehrpersonen befürworten einen Lehrplanteil A mit ausschliesslich Stoffinhalten und Themen im Umfang von 1-3 Seiten pro Fach und Schuljahr, wie dies für das Fach Englisch ab diesem Schuljahr bereits Realität ist. Lediglich 9.8% lehnen diesen Vorschlag ab.

Oktober: Ab Oktober 2020 arbeitet Lena Heitz als zusätzliche Unterstützung im Sekretariat der SSbB.

Dezember: Die SSbB führt eine breit angelegte Umfrage zum Thema «Leistungsniveau der Schüler/-innen heute im Vergleich zu vor 5 Jahren» bei den Lehrpersonen der Schulstufen Primar, Sek 1 und Sek 2 durch. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Eine deutliche Mehrheit der Lehrpersonen (63.3%) stuft die Leistungen der Schüler/-innen heute schlechter oder deutlich schlechter ein als früher. Lediglich 7.9% stufen die Leistung der heutigen Schüler/-innen als besser oder deutlich besser ein. 28.5% sehen keinen relevanten Leistungsunterschied. Auffallend ist, dass einer der genannten Hauptgründe für die vermutete Leistungsreduktion die verminderte Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit sowie die nicht vorhandene Fähigkeit ist, Gedankengänge zu verknüpfen und vernetzt zu denken. Ein vernichtendes Urteil also für den eingeführten kompetenzorientierten Lehrplan, der genau diese Fähigkeiten hätte besonders fördern sollen.

2021 – die Starke Schule beider Basel feiert ihr 10-jähriges Jubiläum

März: Das Baselbieter Stimmvolk will im Bildungsgesetz keine Beschränkung der Anzahl Kompetenzbeschreibungen im Lehrplan Volksschule Baselland auf maximal 1’000 festschreiben und lehnt die bedeutungslos gewordene Initiative mit 65.6% ab.

März: Die SSbB wächst kontinuierlich seit der Gründung anlässlich der ersten Versammlung, an welcher 72 Eltern und LP teilnahmen. Am 25. März 2021, kurz vor ihrem zehnjährigen Jubiläum, zählt die SSbB 6’313 Mitglieder und Unterstützer/-innen. Beachtenswert ist auch die Frequentierung der Website https://www.starke-schule-beider-basel.ch: In den vergangenen 365 Tagen haben 11’407 unterschiedliche User die Website mindestens einmal besucht. Heute besteht der Vorstand der SSbB aus folgenden sechs Personen: Regina Werthmüller, Michael Pedrazzi, Kathrin Zimmermann, Jürg Wiedemann, Saskia Olsson und Alina Isler. Der Vorstand ist nicht hierarchisch, folglich gibt es kein Präsidium. Neben Saskia Olsson und Alina Isler arbeitet seit einigen Monaten zusätzlich Lena Heitz im Sekretariat der SSbB.

April: Am Sonntag, 4. April 2021 wird die «Starke Schule beider Basel» 10 Jahre alt. Wir blicken auf eine spannende und intensive Dekade zurück. Aufgrund der Corona-Pandemie verzichtet die SSbB auf ein Fest. Zum zehnjährigen Jubiläum erhält die SSbB viel Lob, Anregungen und Ideen:
«Statements zum 10-jährigen Jubiläum»

Juni: Die Initiative Nr. 16, welche im Februar 2020 im Kanton Basel-Stadt lanciert wurde, kann ohne deren Einreichung als grosser Erfolg bezeichnet werden. Die einzelnen Lehrpersonen dürfen, unter Einhaltung des Budgets des Schulhauses, auswählen, mit welchem alternativ-obligatorischen Lehrmittel sie arbeiten wollen. Dazu hat das Erziehungsdepartement eine Lehrmittelliste veröffentlicht, welche nach wie vor ergänzt und erweitert wird. Somit gleicht sich das System des Stadt-Kantons langsam an dasjenige des Land-Kantons an.

Juni: Regina Werthmüller (Vorstandsmitglied SSbB) reicht im Landrat eine Motion ein, welche die Überarbeitung des Promotionssystems der Sekundarstufe 1 fordert. Neu soll promoviert werden, wer während der gesamten Sekundarschulzeit in allen drei Bereichen Phil. 1, Phil. 2 und Phil. 3 einen genügenden Notenschnitt erreicht. Ungenügende Noten können damit nur durch Fächer des gleichen Bereichs kompensiert werden.

Juli: Lena Bubendorf beginnt neu als Sekretariatsmitglied auf dem Gemeinschaftsbüro für die SSbB zu arbeiten.

August: Das Promotionssystem an den Sekundarschulen hat eine klare Schwäche: Trotz Beförderung erfüllen viele Schüler/-innen am Ende der obligatorischen Schulzeit die Bedingungen für eine weiterführende Schule nicht. An einer Umfrage der SSbB nahmen 296 Personen teil. Ein Grossteil der befragten Lehrpersonen (71.9%) sieht betreffend Promotionssystem Handlungsbedarf. Des Weiteren wurden vier alternative Promotionsmodelle zur Beurteilung vorgeschlagen. Die grösste Zustimmung hat das Modell 2 erhalten, bei welchem die Fächer der Bereiche Phil. 1 und Phil. 2 in einem Bereich zusammengefasst werden. Innerhalb dieser Fächer müssen in den beiden Leistungsniveaus E und P ungenügende Noten wie bis anhin doppelt kompensiert werden. Eine Kompensation aus dem Bereich Phil. 3 ist jedoch nicht möglich. Sprachliche Schwächen können somit mit Stärken aus den naturwissenschaftlichen Fächern ausgeglichen werden und umgekehrt. Des Weiteren können aber auch ungenügende Noten im Bereich Phil. 3 mit Fächern des neuen Bereichs Phil. 1+2 kompensiert werden. Das Leistungsniveau A wäre von diesem Modell nicht betroffen.

September: Die Gymnasialquote im Kanton Basel-Stadt ist enorm hoch und gleichzeitig hat der Stadtkanton die höchste Quote der Studierenden, die ihr Studium nicht erfolgreich abschliessen können bzw. abbrechen müssen. Bei einer Umfrage der SSbB, an welcher 347 Personen aus Basel-Stadt teilnahmen, ergab sich, dass eine deutliche Mehrheit der Lehrpersonen (64.5%) die Gymnasialquote senken möchte. Am meisten Zustimmung erhielten die Massnahmen «Klare Übertrittskriterien von der Sekundarstufe 1 ans Gymnasium» (72.9%), gefolgt von «strengere Noten an den Sekundarschulen» (45.8%) und «Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium». 15.9% waren für andere Massnahmen. Zu berücksichtigen ist, dass Mehrfachnennungen möglich waren.

November: Nachdem das Amt für Volksschulen veröffentlicht hat, dass Kleidervorschriften an den Schulen in das Grundrecht der persönlichen Freiheit eingreifen, widersetzt sich dem eine Lehrperson der Sekundarschule Reinach mehrfach. Sie schickt eine Schülerin sogar während einer Prüfungssituation nach Hause, was sich selbstredend auf die Note auswirkt. Nach Kontakt mit den betroffenen Eltern hat die SSbB eine aufsichtsrechtliche Anzeige gegen die besagte Lehrperson eingereicht. Danach lenkt die Schulleitung der Sekundarschule Reinach ein und teilt mit, dass das Tragen von Jogginghosen zukünftig nicht mehr sanktioniert werde.

Dezember: Die SSbB führt eine Umfrage zum Thema Corona-Massnahmen an den Schulen durch. 1’039 Lehrpersonen der Basler Halbkantone nehmen teil. Mit den Umfrageergebnissen wird deutlich, dass eine klare Mehrheit der befragten Lehrpersonen hinter den beschlossenen Massnahmen der Baselbieter Regierung steht, diese befürwortet und in gewissen Punkten sogar weitergehen würde. Interessant ist, dass sich die Antworten der Lehrpersonen, welche im Kanton Basel-Stadt unterrichten, kaum von den Antworten der Baselbieter Lehrpersonen unterscheiden. Dies, obwohl die Corona-Massnahmen in den beiden Halbkantonen zurzeit unterschiedlich sind. Die SSbB befürwortet ein Angleichen der Massnahmen und bittet den Regierungsrat von Basel-Stadt, analoge Verschärfungen auch im Stadtkanton umzusetzen.

2022 – der Französischunterricht auf der Primarstufe wieder vermehrt in der Kritik

März: Die im Juni 2021 eingereichte Motion «Promotionssystem der Sekundarschulen muss verbessert werden» von Vorstandsmitglied Regina Werthmüller wurde vom Landrat mit deutlicher Mehrheit angenommen und als Postulat überwiesen. Die Bildungsdirektion hat damit den offiziellen Auftrag erhalten, das Postulat zu prüfen und dem Landrat Bericht zu erstatten.

März: Seit einiger Zeit finden in der Bildungslandschaft vermehrt Diskussionen statt, ob es an den Primar- und Sekundarschulen eher eine Semesterpromotion oder eine Jahrespromotion geben soll. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Um ein breites Meinungsbild zu erhalten, hat die SSbB eine Umfrage zum Thema „Semester- oder Jahrespromotion“ durchgeführt, an welcher 514 Personen teilnahmen. Bei der Primarschule sprechen sich 50.4% für eine Jahrespromotion und nur 27.0% für eine Semesterpromotion aus. Die meistgenannte Begründung dafür ist der grosse Notendruck, welcher jede Zeugnisvergabe mit sich bringt. Für die Sekundarstufe 1 fiel das Ergebnis weniger deutlich aus. Die Semesterpromotion befürworten 46.6% der Befragten, 40.6% hingegen empfinden die Jahrespromotion als sinnvoller. Die Begründungen dafür gehen praktisch alle in die gleiche Richtung. Mit der Einteilung in die drei Leistungsniveaus A, E und P lässt die Semesterpromotion diesbezüglich zeitnahe Änderungen zu. Die Schüler/-innen können so schneller in den passenderen Leistungszug wechseln, verbleiben nicht eine lange Zeit im falschen Niveau und leiden dadurch nicht an einer täglichen Unter- oder Überforderung im Unterricht.

Juni: Die SSbB beschliesst, Monica Gschwind bei den kommenden Regierungsratswahlen im Februar 2023 zu unterstützen. Während ihrer achtjährigen Amtszeit als Regierungsrätin und Vorsteherin der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission (BKSD) vermochte Monica Gschwind im Bildungsbereich viel Positives bewegen. Zahlreiche gescheiterte Reformen konnte sie stoppen und korrigieren. Ausserdem wurden zahlreiche Kernanliegen der SSbB umgesetzt, welche ohne die verantwortungsvolle Arbeit von Monica Gschwind nicht hätten erreicht werden können. Monica Gschwind gelang es, Ruhe ins Baselbieter Schulsystem und die Schulen mit breit abgestützten Lösungen vorwärts zu bringen.

September: Nach 11-jähriger Amtszeit tritt Regina Werthmüller (Landrätin parteiunabhängig und Vorstandsmitglied SSbB) am 1. September 2022 aus dem Landrat zurück. Sie möchte aufgrund ihres beruflich grösseren Arbeitspensums als Lehrperson politisch kürzertreten. Regina Werthmüller war während ihrer gesamten Amtszeit im Landrat politisch ausgesprochen engagiert und vor allem ihre Vorstösse im Zusammenhang mit den Passepartout-Lehrmitteln (Mille feuilles, Clin d’oeil, New World) und zum Baselbieter Lehrplan haben massgebend mitgeholfen, der geleiteten Lehrmittelfreiheit und dem Stofflehrplan Volksschule Baselland mit klar definierten Inhalten und Jahreszielen zum Durchbruch zu verhelfen. Nach dem Rücktritt von Regina Werthmüller als Parlamentarierin wird neu ab September Landrätin Anita Biedert, welche als ausgebildete Lehrperson der Primar- und Sekundarstufe 1 noch über das ordentliche Pensionsalter hinaus auf der Primarstufe unterrichtet und damit über ein versiertes Bildungswissen verfügt, die Interessen der SSbB im Landrat vertreten und entsprechende Vorstösse einreichen.

September: Die SSbB führt mit über 500 Teilnehmenden eine breit angelegte Umfrage bei den Lehrpersonen betreffend Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe durch. Die Resultate sind vernichtend: Über 72% der Befragten geben an, dass der Aufwand von 10 Jahreslektionen Französischunterricht in Anbetracht der erreichten Fähigkeiten am Ende Primarschulzeit nicht gerechtfertigt ist. Über 82% geben ausserdem an, dass das Fremdsprachenkonzept überarbeitet werden soll. Da auf bildungspolitischer Ebene die Forderung im Raum steht, das Fach Französisch auf der Primarstufe abzuschaffen, konnten die Umfrageteilnehmenden auch hierzu Stellung nehmen. Die Idee, Französisch in der Primar zu streichen und die frei werdenden Lektionen für die Stärkung anderer Fächer zu verwenden, stufen über 63% als sinnvoll oder eher sinnvoll ein.

Oktober: Gestützt auf die im September durchgeführte Umfrage der SSbB reicht Landrätin Anita Biedert im Landrat einen Vorstoss ein, der die Abschaffung vom Fach Französisch auf der Primarstufe verlangt. Sie bittet die Regierung eine Vorlage auszuarbeiten, die auf Gesetzesebene festlegt, dass auf der Primarstufe nur Englisch als Fremdsprache unterrichtet wird. Der Französischunterricht soll erst auf der Sekundarstufe 1 beginnen. Des Weiteren sollen allfällige Verträge und Konkordate, welche diese Umsetzung tangieren, gekündigt werden.

Oktober: Aufgrund einer in Basel-Stadt eingereichten Motion, welche den Schulleitungen verbieten will, Lehrpersonen mit einem Beschäftigungsgrad von weniger als 50% anzustellen, hat die SSbB eine Umfrage mit über 800 teilnehmenden Lehrpersonen durchgeführt. Das Resultat ist aussagekräftig und spricht Bände: Ein Verbot von Kleinpensen unter einem Anstellungsverhältnis von 35% lehnen 66.4% der Befragten klar ab, ein Verbot von Kleinpensen unter 50% lehnen sogar 82.6% ab. Als Folge einer solchen Mindestpensenregelung nennen die Teilnehmenden die Verminderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und den damit verbundenen Attraktivitätsverlust des Berufs. Ausserdem hätten Studierende so nicht mehr die Möglichkeit, bereits während der Ausbildung kleine Pensen zu übernehmen, womit Schulen noch grössere Schwierigkeiten hätten, offene Stellen zu besetzen.

Oktober: Die beiden Sekretariatsmitarbeiterinnen Lena Bubendorf und Lena Heitz werden in den Vorstand der SSbB gewählt. Ihre Aufgabenbereiche umfassen weiterhin die anfallende Sekretariatsarbeit, die Adressverwaltung sowie den Unterhalt der Webseite.

2023 – Monica Geschwind für weitere vier Jahre als Bildungsdirektorin bestätigt

Februar: Monica Gschwind, die bisherige Vorsteherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD), wird am 12. Februar für weitere vier Jahre in den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft gewählt. Für die SSbB ist ihre Wiederwahl sehr erfreulich, denn die inhaltliche Position von Monica Gschwind stimmt in vielen Bereichen weitgehend mit derjenigen der SSbB überein. Ausserdem ist die Zusammenarbeit mit ihr seit vielen Jahren sehr konstruktiv. Die SSbB freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.

Februar: Eine Umfrage der SSbB (507 Teilnehmende aus beiden Basler Halbkantonen) betreffend «Frühfranzösisch an den Primarschulen» sowie «Einführung von Förderklassen für dauernd störende Schüler/-innen» zeigt ein klares Bild: Eine überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden kritisiert das heutige Konzept mit Frühfranzösisch ab der dritten Klasse. Die Schüler/-innen seien überfordert und die Sprache wird zum Frustfach. Obwohl inhaltlich das heutige Konzept für Frühfranzösisch sehr deutlich kritisiert wird, ist der Anteil derjenigen, welche auf der Primarstufe nicht auf Französisch verzichten wollen, mit 40.4% relativ gross. Eine Mehrheit von 52.6% sehen Vorteile, wenn Englisch die einzige Fremdsprache ist. 7% wollten oder konnten die Frage nicht beantworten. Bei der zweiten Thematik der Umfrage fordert eine grosse Mehrheit der Befragten die Einführung von Förderklassen auf der Primarstufe (84.4% Zustimmung) und auf der Sekundarstufe 1 (82.0% Zustimmung).

Mai: Eine Umfrage der SSbB bezüglich der Fokussierung von Lehrpersonen auf einzelne Leistungsniveaus zeigt, dass eine solche Fokussierung vorteilhaft wäre. Die SSbB ist in Zusammenarbeit mit Landrätinnen und Landräten an der Vorbereitung von politischen Vorstössen, um unser Bildungssystem stetig zu verbessern. Dazu gehört auch eine verbesserte Ausbildung der Lehrpersonen.

Juli: Neu auf dem Sekretariat der SSbB arbeitet seit dem 16. Juli Charlotte Höhmann in einem Pensum von wöchentlich 4 bis 5 Stunden. Sie ist für die Adressverwaltung und allgemeine Sekretariatsaufgaben zuständig. Ebenso hilft sie bei der Betreuung der Webseite der SSbB mit. Charlotte hat soeben ihre obligatorische Schulzeit beendet und beginnt Mitte August mit dem Gymnasium (Schwerpunktfach Englisch mit IB 1) in Basel-Stadt.

September: Die SSbB führt eine Umfrage betreffend zwei neuen Varianten eines Übertrittsverfahren Primarschule-Sekundarschule durch. 563 Personen, davon 480 Lehrpersonen nehmen an der Umfrage teil. Die SSbB stellt verschiedene Modelle und Varianten vor, welche eine sinnvolle Alternative zum derzeitigen Übertrittsmodell darstellen könnten.

Dezember: Der Landrat hat den Vorstoss «Klare Richtlinien für den Übertritt von der Primar- in die Sekundarschule» von Anita Biedert, der in Zusammenarbeit mit der SSbB entstanden ist, deutlich angenommen. Die Annahme bedeutet, dass die BKSD die Verordnung über die schulische Laufbahn anpassen und klare Kriterien für den Schulstufenübertritt erarbeiten muss.

2024 – Umfragen zeigen deutliche Mehrheiten für Noten, Hausaufgaben und Kleinklassen

März: In Zusammenarbeit mit der SSbB reicht Landrätin Anita Biedert zwei Vorstösse im Zusammenhang mit der Digitalisierung und dem stetig steigenden Medienkonsum der Schulkinder ein. Ziel der Vorstösse ist es, den Einsatz von digitalen Geräten an den Volksschulen zu reduzieren und damit den negativen Auswirkungen auf das Lernen und die Sprachentwicklung entgegenzuwirken.

Juni: Die SSbB führt eine Umfrage zur Abschaffung von Noten auf der Primar- und Sekundarstufe durch. Rund 666 Bildungsinteressierte nehmen daran teil. Deutlich ist das Resultat, dass die Abschaffung von Noten abgelehnt wird. Weiter wird von diversen Umfrageteilnehmenden auf andere Kantone verwiesen, in welchen bereits heute unterschiedliche Beurteilungsformen parallel angewendet werden. Einerseits werden Prüfungen mit Noten beurteilt, andererseits erhalten die Schüler*innen und Erziehungsberechtigten regelmässig Berichte zum Lern- und Arbeitsprozess. Faktisch werden damit beide Beurteilungsformen angewendet. Die Beurteilung hält damit an den Noten fest, mit dem Einbezug der Berichte werden die Lernprozesse jedoch ganzheitlich betrachtet.

August: Das Sekretariat der SSbB bekommt weitere Unterstützung: Ab August 2024 arbeiten Anahi Sidler, welche Politikwissenschaften studiert, und Lavinia Beck, welche das Gymnasium Leonhard mit dem Schwerpunktfach Italienisch besucht, auf dem Büro der SSbB.

August: Die SSbB führt eine Kleinumfrage zur Zufriedenheit der Primarlehrpersonen mit dem Lehrplan 21 durch, an der 169 Lehrpersonen der beiden Basler Halbkantone teilnehmen. Das Ergebnis ist durchzogen, der Wert ist ein bisschen besser als «mittelmässig zufrieden».

September: Die SSbB führt mit 786 Lehrpersonen und Bildungsinteressierten beider Basler Halbkantone eine Umfrage zur integrativen Beschulung und deren Erfolg durch. Die Ergebnisse sind eindeutig: Fast 90% der Umfrageteilnehmenden befürworten eine Korrektur der integrativen Beschulung. Rund 86% wünschen sich flächendeckende Kleinklassen. Die Umfrage wurde in zahlreichen Berichterstattungen erwähnt und hat auf politischer Ebene schweizweit einiges ausgelöst: Nicht nur grosse Parteien beschäftigen sich nun öffentlich mit dem Thema «Integration», auch wurden diverse Vorstösse in den Kantonen Baselland, Basel-Stadt und Zürich eingereicht.

Oktober: Der Vorstand und das Sekretariat der SSbB stimmt über die Beibehaltung bzw. Abschaffung von Hausaufgaben an den Schulen ab. Mit 8:0 Stimmen positioniert sich die SSbB klar für die Beibehaltung von Hausaufgaben. Die Diskussion rund um die Hausaufgaben hat zahlreiche Leser/-innenbriefe zur Folge. Schlussendlich führt die SSbB eine Umfrage mit Lehrpersonen, Eltern und Bildungsinteressierten durch, wobei sich die Notwendigkeit von Hausaufgaben deutlich widerspiegelt.

Oktober: Die SSbB führt eine Umfrage bezüglich Lehrplan auf der Sekundarstufe 1 durch. Lehrpersonen werden befragt, ob sie mit dem Lehrplan 21 oder dem Stofflehrplan arbeiten und wie zufrieden sie mit welchem Lehrplan sind. Rund 80 Lehrpersonen nehmen an der Umfrage teil. Das Ergebnis ist klar: Die Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 sind mit dem Stofflehrplan zufriedener als mit dem kompetenzorientierten Lehrplan 21.

November: Durch eine interne Umfrage der PH FHNW gelangen Missstände ans Licht. Infolgedessen wächst auch der politische Druck auf die PH und es werden zahlreiche politische Vorstösse vom gesamten politischen Spektrum eingereicht. Im Januar des Folgejahres reagiert die PH mit der Abschaffung der Präsenzpflicht, was für die SSbB einen Erfolg darstellt.

Dezember: Die SSbB unterstützt die Vernehmlassung des Kantons Basel-Landschaft bezüglich der schwarzen Liste für Lehrpersonen. Den Artikel dazu finden Sie hier.

2025 – Digitale Medien und ihre negativen Folgen für die Kinder rücken in den Fokus

Januar: Die SSbB führt eine Umfrage zu den Sparmassnahmen an den Sekundarschulen durch. Rund 781 Personen, davon 85.3% Lehrpersonen aus den beiden Basler Halbkantonen, nehmen teil. Die Auswertung der Umfrage finden Sie hier.

Februar: Seit der faktischen Entmachtung der Schulratsbehörden im August 2024 und der daraus resultierenden Machtballung bei den Schulleitungen stellen sowohl der Lehrerinnen- und Lehrerverband Baselland (LVB) wie auch die SSbB insgesamt einen deutlichen Anstieg der Anzahl haarsträubender Verwarnungsandrohungen durch Schulleitungen gegenüber Lehrpersonen fest. Die SSbB erachtet nicht anfechtbare Verwarnungen als einen fatalen Systemfehler im Baselbieter Personalgesetz und fordert dessen Korrektur.

März: Ständerätin Maya Graf von der Grünen Fraktion fordert in einem politischen Vorstoss ein Verbot von Sozialen Medien für unter 16-jährige, worauf der Bundesrat erstaunlich positiv reagiert. Folglich führt die SSbB eine Umfrage dazu durch, an der rund 951 Personen teilnehmen. Eine überwältigende Mehrheit begrüsst ein Verbot von Social Media für Jugendliche unter 16 Jahren. Dieses Verbot befürwortet auch der Vorstand der Starken Schule beider Basel.

April: Die SSbB publiziert auf ihrer Webseite einen Artikel über die gesetzlichen Bestimmungen in verschiedenen Schweizer Kantonen betreffend Verwarnungen von Lehrpersonen durch Schulleitungen. Im Kanton Basel-Landschaft können Lehrpersonen aufgrund einer Bestimmung in der Personalverordnung Verwarnungen nicht anfechten. Da die rechtliche Nichtanfechtbarkeit möglichen Missbrauch dieses Disziplinierungsinstruments begünstigt, wird die Regelung zunehmend kritisch betrachtet und es werden rechtsstaatliche Bedenken geäussert. Die SSbB wird in diesem Thema aktiv, weil sich mehrere Lehrpersonen melden, die sich von ihren Schulleitungen gemobbt fühlen.

April: Aufgrund eines politischen Vorstosses zum Thema Noten auf der Primarstufe, der nach den Ferien im Landrat eingereicht wird, führt die SSbB eine Umfrage durch, die im Vorfeld der Einreichung des Vorstosses ein Stimmungsbild bei Lehrpersonen, Eltern und Bildungsinteressierten einfängt. Die Mehrheit ist für Noten in mehr Schulfächern.

Mai: In einer Interpellation wirft Landrätin Simone Abt Fragen zur Nichtanfechtbarkeit von Verwarnungen auf, wobei sie rechtsstaatliche Bedenken zur entsprechenden Bestimmung in der Personalverordnung BL äussert. Die SSbB unterstützt den Vorstoss in einem weiteren Artikel und fordert vehement, dass der entsprechende Passus aus der Personalverordnung BL gestrichen wird, welcher verwarnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kanton Basel-Landschaft den Rechtszugang verwehrt.

Juni: Die SSbB deckt Mängel an der Primarschule Allschwil auf. Rund 30 teils langjährige und erfahrene Primarlehrpersonen kündigen ihr Arbeitsverhältnis an der Primarschule Allschwil auf Ende dieses Schuljahres oder verzichten darauf, ihren befristeten Vertrag zu verlängern. Die Kritikpunkte der Lehrpersonen an die Schulleitung sind schwerwiegend: willkürliches, schikanöses und gesetzwidriges Verhalten, Mobbing, Vetternwirtschaft mit der Bevorzugung von Familienangehörigen eines Schulleitungsmitgliedes sowie ein autoritärer, teils diktatorischer Führungsstil. Zahlreiche Medien berichten darüber.

Oktober: Eine breit angelegte Umfrage der SSbB zeigt, dass die Mehrheit der Teilnehmenden weniger Fremdsprachen auf der Primarstufe befürwortet. Die SSbB beschliesst die Initiative Nr. 17 «Zwei Fremdsprachen an der Primarschule sind zu viel» zu lancieren. Die Initiative zielt darauf ab, die Überforderung der Kinder zu vermindern und gleichzeitig mehr Wert auf die Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik zu legen. Gleichzeitig wird die Initiative Nr. 18 «Keine Digitalen Geräte in den ersten vier Primarschuljahren» lanciert. Diese fordert, dass Primarschulkinder nicht mit persönlichen digitalen Geräten in der Schule ausgerüstet werden. Ein punktueller Einsatz schuleigener Laptops oder Tablets in nur wenigen Lektionen pro Woche soll erst ab der 5. Primarklasse erlaubt sein. Grund dafür ist die grosse Ablenkung der Kinder durch diese Geräte und die darausfolgend mangelnde Konzentration auf Lerninhalte. Das Medienech ist beachtlich: An der Pressekonferenz zur Lancierung der beiden Initiativen nehmen Journalistinnen und Journalisten der folgenden Presseorgane teil: BaslerZeitung, Basellandschaftliche Zeitung, Volksstimme, TeleBasel, Radio X, Radio Basilisk.

Oktober: Die SSbB ruft eine neue Website ins Leben. Diese soll moderner, einfacher zu bedienen und übersichtlicher sein. Nach langer Arbeit daran ist ein veröffentlichungstüchtiger Entwurf entstanden, der die alte Website ersetzt. Änderungen, die sofort ins Auge springen sind beispielsweise die vermehrten Bilder oder das neue Layout.

November: Seit Juni dieses Jahres setzt sich die SSbB mit der Situation an der Primarschule Allschwil auseinander. Weil auch fünf Monate später weiterhin Lehrpersonen nur über befristete Arbeitsverträge verfügen, obwohl sie gemäss Personalgesetz und Personalverordnung Anspruch auf unbefristete Verträge haben, reicht die SSbB bei der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion eine aufsichtsrechtliche Beschwerde gegen die Schulleitung und den Schulrat ein.

November: Die beiden Basler Halbkantone stellen sechs Varianten vor, wie die Schulferien künftig besser über das ganze Jahr verteilt werden könnten. Die BKSD lädt die SSbB ein, ihre Position dazu mitzuteilen. Dies veranlasst die SSbB zur Durchführung einer breit angelegten Umfrage, die auf ausserordentliches Interesse stösst. Rund 1’370 Personen nehmen an der Umfrage teil.

Dezember: Die SSbB führt eine Umfrage zur Frage durch, ob in der 1. Primarklasse Zeugnisse mit Prädikaten oder ressourcenorientierte Lernberichte eingesetzt werden sollen. An der Umfrage nehmen 730 Personen teil, davon über 80% Lehrpersonen und Schulleitungsmitglieder. Das Resultat fällt deutlich aus: Rund 57% sprechen sich für Zeugnisse mit Prädikaten aus, während lediglich 31% ressourcenorientierte Lernberichte bevorzugen. In den Rückmeldungen wird insbesondere kritisiert, dass letztere Defizite verschweigen, wenig aussagekräftig seien und einen hohen administrativen Mehraufwand verursachten. Gleichzeitig zeigt eine weitere Frage zur Notengebung, dass rund drei Viertel der Umfrageteilnehmenden Ziffernnoten auf der Primarstufe grundsätzlich befürworten.

Dezember: Nach vielen Jahren mit roten Zahlen am Ende des Jahres schliesst die SSbB das Jahr 2025 mit rund 1’700 CHF im Plus ab. Dies ist ein wichtiger Erfolg, um die Weiterführung des bildungspolitischen Engagements möglichst langfristig zu gewährleisten.

2026 – Verheimlichung des Berichts Standortbestimmung Sprachenkonzept schlägt grosse Wellen

Februar: An der breit angelegten Umfrage der Starken Schule beider Basel zum Thema Social Media und Altersgrenzen bei Kindern und Jugendlichen haben insgesamt rund 851 Lehrpersonen, Schulleiter/-innen, Eltern und Bildungsinteressierte teilgenommen (davon 80,5% Lehrpersonen). Die Ergebnisse fallen deutlich aus: Social Media hat im Schulzimmer negative Konsequenzen, eine Altersgrenze für die Nutzung wird von 95% unterstützt.

März: Die Starke Schule beider Basel freut sich über zwei neue Mitarbeiterinnen auf dem Sekretariat. Aleyna Kara und Charlotte Bally verstärken das Seki-Team der SSbB ab sofort.

März: Die SSbB hat in einer breit angelegten Umfrage zum Thema Lernlandschaften die Meinungen und Einschätzungen von rund 660 Personen eingeholt, davon 548 Lehrpersonen. Besonders brisant ist die Beurteilung, dass vor allem leistungsstärkere Schüler/-innen von Lernlandschaften profitieren. Dies steht im Widerspruch zur Argumentation bei der Realisierungsplanung der Lernlandschaften, dass leistungsschwächere von leistungsstärkeren profitieren würden.

April: Das Thema Veröffentlichung wichtiger Dokumente des Standortberichts Sprachenkonzept rückt in den Vordergrund und wird sowohl von der SSbB als auch medial aufgeriffen und umfangreich darüber berichtet. Die ausführliche Version des Berichts «Standortbestimmung Sprachenkonzept» hält die Regierung unter Verschluss. Dies wird im breiten Kreis kritisiert. Die SSbB reicht ein Gesuch um Zugang zu amtlichen Dokumenten bei der Bildungsdirektion ein. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.