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Märchen von effizienter Integration steht im Widerspruch zur Praxis

Der neue Bildungsbericht des Kantons Basel-Landschaft zeichnet ein positives Bild des Integrationsmodells. Doch die Realität sieht anders aus. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt: Das System wird nicht effizienter, sondern aufwendiger. Statt Ressourcen zu sparen, braucht es mehr Personal als früher. Die Folgen sind für Lehrpersonen ebenso spürbar wie für Schüler/-innen.

Lernlandschaften müssen her!

Am 24. März 2026 berichtete Manuel Rentsch auf Radio SRF: Die Schweiz ist das innovativste Land von Europa, gemessen an den Patenten. Das zeigt die Statistik des Europäischen Patentamtes EPA in München. Schweizer Firmen, Forscherinnen und Entwickler haben im vergangenen Jahr 9914 Patente angemeldet. Pro Kopf sind es so viele wie sonst nirgends.

Grosser Fortschritt oder unverantwortliches Risiko?

Die Kritik besorgter Muttenzer Eltern bezüglich der Einführung von Schulen in grossräumigen Lernateliers ist nicht aus der Luft gegriffen. Jedes Schulsystem hat seine Kehrseiten, die nicht einfach unterschlagen werden können. Das gilt auch für das «Schulkonzept Lernlandschaften».

KI-Deepfakes und Fake News

Vor allem in den Sozialen Medien sind sogenannte Deepfakes (manipulierte Videos und Bilder) oder generell Fake News einfach zu verbreiten, generieren Aufmerksamkeit und Klicks und verbreiten falsche Informationen. Die Videos oder Bilder lassen sich nur schwer mit realen Geschehnissen auseinanderhalten. Häufig wird damit auch Angst oder Wut bei den Konsumentinnen und Konsumenten geschürt. Umso wichtiger ist die Fähigkeit, Fake News zu erkennen und das Wissen, nicht alles blind zu glauben, was auf entsprechenden Seiten publiziert wird.

Nachteilsausgleich an Baselbieter Schulen

Im Kanton Basel-Landschaft ist die Anzahl der bewilligten Nachteilsausgleichen auf den Sekundarstufen I und II in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen. Mehrere Lehrpersonen kritisieren gegenüber der SSbB unter vorgehaltener Hand die Bewilligungspraxis: Viele bewilligte Nachteilsausgleiche seien unberechtigt und würden ausgenutzt, um eine Remotion zu verhindern oder die Bedingungen für den Übertritt an die gewünschte weiterführende Schule zu erfüllen.

Politischer Vorstoss zu digitalen Geräten im Grossrat

Tablets und Laptops gehören heute zum Schulalltag vieler Kinder. Gleichzeitig zeigen neue Zahlen aus Basel-Stadt, dass diese Geräte nicht nur für schulische Zwecke genutzt werden. Zwei Grossrätinnen verlangen deshalb eine Überprüfung der Digitalisierung an Schulen. Auch in Baselland wird intensiv über den richtigen Umgang mit digitalen Geräten diskutiert. Entscheidend ist, dass die Schule den Schüler*innen gute Lernbedingungen bietet und gleichzeitig ihre Entwicklung schützt.

Mehr Kleinklassen, weniger Überlastung

Das Thema Integration an Schulen ist schon seit einiger Zeit ein polarisierendes bildungspolitisches Anliegen. Nun hat Lisa Leisi mit Charlotte Höhmann, Vorstandsmitglied Starke Schule beider Basel, dazu ein Interview geführt, welches nachfolgend abgedruckt ist.

Bildungschancen beginnen mit Sprache

Viele Kinder in den beiden Basler Halbkantonen starten mit sprachlichen Nachteilen in den Kindergarten. Eine aktuelle von der Universität Basel durchgeführten Sprachstanderhebung zeigt, rund ein Drittel der Kinder können beim Eintritt in die Volksschule im Kanton Basel-Landschaft zu wenig Deutsch. Früh einsetzende und kostenfreie Sprachförderung kann Rückstände verkleinern, Integration erleichtern und den Unterricht für alle Schüler*innen lernwirksamer machen. Für die Starke Schule beider Basel ist klar: Streben wir gleiche Chancen für alle Schulkinder an, müssen wir entsprechende Angebote vor dem Schuleintritt anbieten.

Eltern kritisieren geplante Lernlandschaften an der Sekundarschule Muttenz

Lernlandschaften werden im Baselbiet zunehmend als moderne Lösung für die Schule der Zukunft verkauft. Gleichzeitig berichten immer mehr Lehrpersonen, die mit solchen Grossraumschulzimmern schlechte Erfahrungen gemacht haben, dass viele Schüler/-innen überfordert sind, wenn sie in offenen Strukturen selbstorganisiert arbeiten sollen: Ablenkung, fehlende Orientierung und unklare Leistungsanforderungen würden zu Chaos statt zu besseren Lernergebnissen führen. Die Lernateliers, wie Lernlandschaften manchmal auch genannt werden, schwächen die schulische Basis und gefährden die Qualität der Sekundarstufe I. Auch bei Eltern erhebt sich Widerstand.

Versprechen und Wirklichkeit der Bildungssteuerung

Seit dem „PISA-Schock“ erlebt das deutsche Schulsystem und ähnlich das in Österreich und der Schweiz einen bildungspolitischen Aktionismus. Jede neue Maßnahme versprach Aufbruch: mehr Effizienz durch Steuerung, mehr Evidenz durch Daten, besseren Unterricht durch Kompetenzmodelle, digitale Modernisierung, individuellere Förderung und selbstgesteuertes Lernen. Manches davon klang verheißungsvoll, einiges vielleicht sogar plausibel.

Schweizer Geschichte und Kultur verstehen

Sich mit unserer Landeskultur auseinanderzusetzen, gilt nicht als fortschrittlich. Entsprechend gering ist die Bedeutung des unter «Räume, Zeiten, Gesellschaften» zusammengefassten Realienunterrichts im Schulalltag. Der Sekundarschullehrer Hanspeter Amstutz fördert mit praxiserprobten bildunterstützten Unterrichtsserien das Wissen über Meilensteine der neueren Schweizer Geschichte seit 1815.

«D Lehrerschaft lauft drvoo»­­ – Primarschule Allschwil schafft es an die Fasnacht

Die diesjährige Allschwiler Fasnacht fand unter dem Motto «D’Lehrerschaft lauft drvoo» statt. Das zeigt, wie sehr die Geschehnisse an der Primarschule Allschwil das ganze Dorf beschäftigen. Auf der Website der Allschwiler Fasnachterklären die Fasnächtler, dass dieses Motto zum Nachdenken anregen soll. «Alle Beteiligten sollen gemeinsam die Situation ruhig, professionell und lösungsorientiert bereinigen, damit die Primarstufe Allschwil in ruhigere Gewässer findet».

Lehrpersonen machen es aus – nicht Reformen

Im Vorfeld kantonaler Wahlen häufen sich bildungspolitische Versprechen. Ein genauer Blick lohnt sich. Rasch fällt ein vertrautes Vokabular auf: Schule müsse «modern» sein, der Unterricht «innovativ», die Bildung «fit für die Zukunft». Modernität fungiert dabei als politisches Gütesiegel – nicht als pädagogische Kategorie.

Algorithmen unter Anklage

In den USA verklagen betroffene Familien grosse Social-Media-Konzerne, weil deren Algorithmen Kinder und Jugendliche krank machen sollen. Es stehen nicht einzelne Inhalte, sondern die Wirkung der Plattformen auf Jugendliche im Zentrum. Die Debatte ist hochpolitisch und betrifft auch unsere Schulen direkt. Denn was online geschieht, wirkt täglich in die Klassenzimmer hinein. Die Frage lautet nicht mehr, ob digitale Plattformen Verantwortung tragen sollen, sondern wie die Politik unsere Kinder wirksam schützen kann.

Lehrpersonen befürworten Altersgrenze für Social Media

An der breit angelegten Umfrage der Starken Schule beider Basel (SSbB) zum Thema Social Media und Altersgrenzen bei Kindern und Jugendlichen haben insgesamt rund 851 Lehrpersonen, Schulleiter/-innen, Eltern und Bildungsinteressierte teilgenommen. Die Ergebnisse fallen deutlich aus: Social Media hat im Schulzimmer negative Konsequenzen, eine Altersgrenze für die Nutzung wird von 95% unterstützt.

Spanien verschärft Kurs gegen Social Media

Spanien will soziale Medien für Kinder unter 16-Jahren verbieten. Damit reiht sich ein weiteres europäisches Land in eine wachsende internationale Bewegung ein. Auch in der Schweiz und besonders im Bildungsraum Baselland wird die Diskussion immer dringlicher. Die Starke Schule beider Basel fordert seit längerem klare Regeln für Plattformen und einen wirksamen Schutz von Schüler/-innen. Jetzt ist der Moment gekommen, die politische Debatte auch bei uns zu beschleunigen.

Schule ohne Selektion und Noten?

Entspanntes Lernen in der Schule, keine Noten mehr, keine Hausaufgaben, kein Leistungsdruck – was alle Bildungsreformen der letzten Jahrzehnte eint, ist der Gedanke, der traditionelle Bildungskanon und das leistungsorientierte Lernen würden nicht mehr in die heutige Gesellschaft passen. In einigen Schweizer Kantonen experimentieren Reformpädagogen und Schulpolitiker denn auch an der Abschaffung der Noten herum. Ihre Argumentation, dass das klassische Notensystem der Persönlichkeit von Kindern nicht gerecht werde, ist dabei nicht völlig falsch.

Landratssitzung vom 12. Februar: Jede Menge Bildungsgeschäfte

An der kommenden Landratssitzung stehen mehrere spannende Bildungsgeschäfte auf der Traktandenliste. Die Geschäfte betreffen zentrale Fragen der Volksschule, der Berufsbildung und der Lehrpersonenausbildung und sind für die Weiterentwicklung des Bildungswesens im Kanton Basel-Landschaft von Bedeutung.

PH FHNW braucht tiefgreifende Reformen

Seit Jahren erreichen die Starke Schule beider Basel (SSbB) zahlreiche Rückmeldungen von Studierenden der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW). Die Kritik ist beunruhigend: Sie betrifft die Praxisnähe des Studiums, wenig sinnvolle Lerninhalte, organisatorische Mängel und fehlende Mitsprache. Die aktuellen Berichte des Regierungsrates sowie der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission zeigen, dass der politische Handlungsbedarf erkannt wird. Aus Sicht der SSbB braucht es jedoch mehr als punktuelle Korrekturen. Notwendig ist eine grundlegende Reform der PH, damit die Ausbildung zukünftiger Lehrpersonen den Anforderungen des Schulalltags gerecht wird.

Götterdämmerung bei den Schulreformen

Schon seit Längerem zeigt sich eine auffallende Diskrepanz zwischen den Bildungsversprechungen der Schulreformer und den realen Möglichkeiten im schulischen Alltag. Die Alarmsignale aus vielen Schulen haben nun offensichtlich dazu geführt, dass dieser Missstand von gewichtigen bildungspolitischen Kreisen als unhaltbar taxiert wird.