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Autor: Gast

Götterdämmerung bei den Schulreformen

Schon seit Längerem zeigt sich eine auffallende Diskrepanz zwischen den Bildungsversprechungen der Schulreformer und den realen Möglichkeiten im schulischen Alltag. Die Alarmsignale aus vielen Schulen haben nun offensichtlich dazu geführt, dass dieser Missstand von gewichtigen bildungspolitischen Kreisen als unhaltbar taxiert wird.

Was Kinder wirklich brauchen

Der Bildschirm gilt längst als Symbol einer modernen Bildung. Die Folgen sind weithin sichtbar: Das technische Wettrüsten an unseren Schulen geht munter weiter. Kinder und Jugendliche werden heutzutage flächendeckend mit Notebooks, Smartphones und Tablets ausgestattet. Denn die digitalen Möglichkeiten scheinen eine erfolgreiche schulische Zukunft zu verheissen.

Maturareform: Können wir uns weniger Deutsch leisten?

Studien im Vorfeld der Maturitätsreform haben es erneut an den Tag gebracht: Ein grosser Teil der Maturanden erreicht kein für ein Hochschulstudium genügendes Niveau in der Erstsprache Deutsch. Prüfungsexperten bestätigen, dass es Maturanden gibt, die kaum einen einzigen deutschen Satz grammatikalisch und stilistisch korrekt schreiben können. Fehler in der Rechtschreibung seien zudem bei fast allen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Dazu komme, dass literarisches Wissen bei der Mehrzahl der Maturanden nur rudimentär vorhanden sei.

Geschichte: bessere Rahmenbedingungen schaffen!

Französische Revolution, Entstehung des modernen Bundesstaates, Erster und Zweiter Weltkrieg: Immer mehr Schülerinnen und Schüler wissen darüber – nichts. Das gilt selbst für die Zeit des Kalten Krieges, dessen Krisen mehr und mehr im Nebel des Vergessens in eine diffuse Vergangenheit verschwinden. Es droht weitverbreitete Geschichtsvergessenheit.

Zeugnis oder Lernbericht – wie beurteilen?

Eine Debatte folgt der Nächsten im Schulkosmos. Es kehrt keine Ruhe ein – Ruhe, die dringend nötig wäre. Aktuell geht es um Zeugnis versus Lernbericht. Für alle Schulstufen finden sich Appelle – namentlich auch seitens des Schulleiter-Verbandes – die Noten abzuschaffen. Doch macht es ein Lernbericht besser? Im Folgenden geht es um Schuleinsteiger. Noten sind auf dieser Stufe zu Recht noch tabu. Doch wie gestalten sich dann Lernberichte bzw. Zeugnisse?

Die Erfolgsstory der Schweiz gehört in den Geschichtsunterricht

Bei der Frage, was ihnen die Jahreszahl 1848 bedeute, dürften die meisten heutigen Schulabgänger wohl mit den Schultern zucken. Dabei gehört das Revolutionsjahr 1848 zu den markanten Meilensteinen der neueren Schweizer Geschichte. Während in unseren Nachbarländern die Erhebungen fortschrittlicher Bürger und aktiver Studenten gegen die verkrusteten Monarchien blutig niedergeschlagen wurden, gelang in unserem Land ein durchschlagender Erfolg einer freiheitlich denkenden jungen Generation. Es waren wirtschaftlich führende Kreise und liberale Politiker, welche eine moderne Schweiz ohne hemmende Binnenzölle und weitgehende Freiheitsrechte schaffen wollten.

Zeugnisse in der Primarschule

Alle paar Jahre tauchen die Fragen um Zeugnisse erneut auf: Ziffernnoten, Prädikate, Lernberichte? Jetzt in BL der Vorschlag mit «ressourcenorientierten» Beschreibungen.

Worum geht es eigentlich? Die Schule hat einen gesetzlichen Bildungsauftrag, der sich an stufengerechten Lernzielen orientiert. Das ist an sich schon eine staatliche Anmassung, denn jedes Kind muss sich, unabhängig von persönlichen Vorlieben und Begabungen, an vorgegebenen Wissens- und Könnensnormen ausrichten. Umgekehrt sind mit dem staatlich eingeforderten Bildungsstand auch Berechtigungen und Lebenschancen verbunden.

Wie ernst werden Schulkinder genommen? – Eine kritische Betrachtung

In einem Schreiben an die Lehrerinnen und Lehrer sowie an die Eltern verordnet die Bildungsdirektion, dass ein Lernbericht mit Textbausteinen das Zeugnis am Ende der 1. Klasse ersetzen soll. Präsentiert wird das Ganze als sanftere pädagogische Rückmeldung. In Wahrheit handelt es sich um ein bis ins Detail reglementiertes Formularwesen, das Lehrpersonen kaum mehr erlaubt, die Realität klar zu benennen – geschweige denn ehrlich zu beurteilen.

Die Fortsetzung des Sprachen-Flickwerks ist eine Zumutung

Die Spatzen pfeifen es lautstark von den Dächern, dass das Mehrsprachenkonzept der Primarschule ein Fiasko ist. Doch die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz scheint alle Fenster ihres Elfenbeinturms verriegelt zu haben, um den ungeliebten Gesang nicht hören zu müssen. Was sich die verantwortlichen Erziehungsdirektoren in ihrer jüngsten Stellungnahme zum Sprachenkonzept geleistet haben, gleicht einem traurigen Abgesang auf eine schulnahe Bildungspolitik.

Was die Kinder zuerst lernen sollten

Es ist nicht Französisch. Am Besuchstag der Rekrutenschule schaute ich der neuen Generation zu. Die Sonne schien, die Stimmung war gut. In der Kompanie standen sie Schulter an Schulter: Deutschschweizer, Romands, Ticinesi. Ein Berner rief: «Hopp jetzt, Giele! Okay, let’s move!» Ein Baselbieter lachte: «Lueg emol do!» Und hinten tönt’s auf Englisch: «Come on, guys!»

Digital childhood brings new mentality

What is the future of our society based on this mentality? Many people worry about Climate Change, rightly so, but I am worrying more about Human Change. How addictive technology is changing our children and creates new culture. For the first time in our civilisation, we face a generation where more and more young people have reduced psychological and emotional abilities to create any longterm relationships including family with children.

Es braucht einen tragfähigen Kompromiss

Schulfragen sind Sache der Kantone. Mit seiner Stellungnahme im Sprachenstreit hat sich der Bundesrat direkt in den Kompetenzbereich der EDK eingeschaltet. Dabei überzeugt die bundesrätliche Argumentation, Frühfranzösisch sei für den nationalen Zusammenhang wichtig, überhaupt nicht. Da wäre die arg vernachlässigte Landesgeschichte schon eher ein Grund für einen aufrüttelnden Aufruf.

Die Fremdsprachendidaktik auf Abwegen

In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts prägten die Fremdsprachendidaktiker den Reformbegriff «Mehrsprachigkeitsdidaktik». Praktizierende Lehrpersonen wurden in Weiterbildungskursen darauf getrimmt, sich neue Methoden anzueignen, welche sich im Gebrauch der Lehrmittel Millefeuilles, Clin d’oeil und New World aufdrängten. Selbstredend war die Ausbildung an den PHs ebenfalls darauf ausgerichtet. Das Ziel bestand darin, die Fremdsprachen im Unterricht effizienter und praxistauglicher zu vermitteln. Damit einher ging auch die Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts in die 3. bzw. 5. Klasse der Primarschule. Die politischen Behörden unter Führung der EDK verbreiteten Aufbruchstimmung und setzten die Empfehlungen der Didaktiker im Schulbereich willfährig um.

Französisch auf die Sekundarstufe 1 verlegen?

Derzeit wird debattiert, ob zwei Fremdsprachen in der Primarschule sinnvoll sind. Besonders das sogenannte Frühfranzösisch steht unter Beschuss. Als Sekundarlehrer mit Klassenlehrerfunktion habe ich, obwohl ich keine Sprachen unterrichtete, viel mitbekommen von dieser Entwicklung, alles immer früher anzusetzen. Im Folgenden geht es darum, zu erörtern, weshalb ich den Beginn des Französischunterrichts auf der Sekundarstufe 1 besser finde.

Kommentar zu den beiden Initiativen der SSbB

Dass die Starke Schule beider Basel (SSbB), der Verein um den ehemaligen Landrat Jürg Wiedemann, am Dienstag zwei Volksinitiativen eingereicht hat, das ist eine überaus erfreuliche Nachricht. Im Bildungswesen gibt es gegenwärtig kaum drängendere Themen als die, die nun angepackt werden.

Ohne elterliche Sorge viele schulische Sorgen

Es scheint ein Naturgesetz zu sein: Immer wenn ein gesellschaftliches Problem auftaucht, folgt der Ruf nach einem neuen Schulfach – und treibt damit unser «Job-Enrichment» ungebremst in die Höhe. Lehrpersonen sind heute nicht nur Unterrichtende, sondern zugleich Kulturvermittler, Präventionsbeauftragte, Eventmanagerinnen, Social-Media-Experten, KI-Cracks, Stilberaterinnen, Hobbypsychologen, Mentorinnen, (Familien-)Therapeuten, Coaches, Berufsberaterinnen, Polizisten und Finanzberaterinnen. Die Liste liesse sich beliebig erweitern.

Initiativ, praxisnah und unverzichtbar

Die neue Webseite der Starken Schule beider Basel passt bestens zu diesem engagierten Verein. Man ist sofort im Bild, findet den richtigen Zugang zu den aktuellen Themen und erhält wesentliche Informationen. Der Verein beweist mit seinem gelungenen Auftritt im Netz, dass ihm der Einsatz für die brennenden Themen in der Schulpraxis weiterhin das zentrale Anliegen ist.

Das Eigenleben der Lehrerverbände

Die Lehrerverbände wissen angeblich, was für die Schule gut ist. Sie meckern über Referenten. Sie verteidigen die integrative Schule und lassen sich dann im Namen aller Lehrer vernehmen. Aber Basisbefragungen führen sie kaum durch und unerwünschte Resultate halten sie unter Verschluss. Was ist los?