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Autor: Gast

Psychologische und gesellschaftliche Entwicklungen im Schulkontext

In der Schule geht es wesentlich um MenschenfĂŒhrung. SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mĂŒssen fĂŒr Lerninhalte gewonnen, ihre Interessen geweckt und ihre Motivation gestĂ€rkt werden. Dies gelingt eher, wenn Fantasien, Emotionen und innere Bilder angesprochen werden. Der Kompetenzerwerb hĂ€ngt stark von inneren Befindlichkeiten ab – nicht allein von der QualitĂ€t der Instruktion. Schulen sind daher keine reinen Lernlaboratorien, sondern ImaginationsrĂ€ume. Diese entstehen durch Bilder, Geschichten und Symbole – an WĂ€nden und in Korridoren ebenso wie in freien GestaltungsrĂ€umen. Geschichten und narrative ZugĂ€nge geben dem Lernen Sinn und Tiefe.

Miteinander sprechen statt scrollen

Smartphones & Co. sind aus dem (Schul)alltag nicht mehr wegzudenken. Doch ihre permanente Nutzung bringt Herausforderungen mit sich: Ablenkung, ReizĂŒberflutung und weniger persönlicher Austausch. Die Junge Mitte Basel-Landschaft will das Ă€ndern. Mit ihrer Initiative «Handyverbot an Schulen» setzt sie sich fĂŒr bessere Lernbedingungen und echte soziale Interaktion ein. Ziel ist eine Schule, die wieder stĂ€rker als Lern-, Erholungs- und Sozialraum funktioniert.

Das Verschwinden der Lehrer – ein StĂŒck in vier Akten

Lehrerinnen verkörpern die Sache. Sie stehen fĂŒr die Inhalte ein. Es ist ihre Aufgabe, Kultur und Tradition weiterzugeben, damit Neues entstehen kann. Dies erfordert neben dem Wissen vor allem pĂ€dagogische sowie methodisch-didaktische FĂ€higkeiten. Lehrer können grosse Vorbilder sein oder das Gegenteil. Sie können ermutigen oder entmutigen, ernst genommen oder lĂ€cherlich gemacht werden. Als GegenĂŒber im pĂ€dagogischen Kontext spielen sie immer eine Rolle, doch diese ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend von der BĂŒhne gedrĂ€ngt worden.

Zwischen Schönreden und Schwarzmalen gibt es einen dritten Weg: hinschauen – benennen – handeln

Die Befunde beunruhigen: Die Lernleistungen sinken – besonders im Lesen. Doch die Bildungspolitik reagiert darauf oft mit neuen Programmen – statt mit wirksamerem Unterricht. Unsere Überzeugung ist klar: Nicht, was gut gemeint ist, zĂ€hlt – sondern das, was wirkt. Das Entscheidende an Reformen ist ihre Wirkung aufs Lernen. Doch viele Reformen verĂ€ndern Strukturen – verbessern das Lernen aber kaum.

Der Anfang vom Ende des FrĂŒhfranzösisch

Ein juristisches Gutachten im Auftrag des Lehrernetzwerks Schweiz kommt zum Schluss: Der Bund hat sich aus der Frage «FrĂŒhfranzösisch an den Primarschulen» herauszuhalten. Ein Eingriff in die Bildungshoheit der Kantone wĂ€re unverhĂ€ltnismĂ€ssig und reine Symbolpolitik ohne RĂŒcksicht auf das Kindeswohl.

FrĂŒhfranzösisch: ein politischer Irrtum

Die Standortbestimmung zum Sprachenkonzept wirkt wie eine Absicherung des Bestehenden. Kein Wunder, sitzen doch in der Verwaltung seit Jahren EntscheidungstrĂ€ger, die das FrĂŒhfranzösisch-Konzept eingefĂŒhrt haben. Trotz schwacher Resultate und sinkender Motivation bleibt im Bericht die zentrale Frage unbeantwortet, ob FrĂŒhfranzösisch unter realen Bedingungen ĂŒberhaupt funktioniert. Die Antwort ist lĂ€ngst offensichtlich. Es ist Zeit, dies auch politisch einzugestehen.

Fokus auf die echten Grundkompetenzen setzen!

WĂ€hrend der Debatte zur Abschaffung des FrĂŒhfranzösisch im vergangenen Herbst spielte die Regierung erfolgreich auf Zeit: Eine knappe Mehrheit des Landrats liess sich vertrösten und folgte der Bitte, die laufende Standortbestimmung zum Sprachenkonzept abzuwarten. Der Bericht sollte spĂ€testens Ende 2025 vorliegen und dem Landrat als solide Entscheidungsgrundlage dienen.

Wenn Fakten ignoriert werden: Der Bericht zu FrĂŒhfranzösisch im Kreuzfeuer

Ein grosser Teil der SchulabgĂ€ngerinnen und SchulabgĂ€nger erreicht die angestrebten Kompetenzen nicht. Der Bericht zum FrĂŒhfranzösisch lĂ€sst eine kritische Analyse der RealitĂ€t vermissen, er hĂ€lt am bestehenden System fest und vermeidet grundlegende Konsequenzen.

Eklatanter Fehlschlag

Basler Romanistik-Professoren schlagen Alarm: Gymnasiasten kommen ohne genĂŒgende Grundlagen an die UniversitĂ€t. Doch die Bildungspolitik beschwichtigt.

Zwischen Anspruch und Machbarkeit

Check sei Dank. Seit der Nachteilsausgleich infolge eines Rekurses auch bei den Checks geltend gemacht werden kann, ist er ins mediale Rampenlicht gerĂŒckt. BefĂŒrworter sehen darin ein probates Mittel fĂŒr mehr Chancengerechtigkeit, Kritiker befĂŒrchten eine Aushöhlung der Leistungsbeurteilung und wittern Missbrauchspotenzial.

Mut zu Zwischentönen

Alternativlos – ein grosses Wort fĂŒr eine kleine Gewissheit. Es verspricht Klarheit, wo in Wirklichkeit Ambivalenz herrscht. Diese Sehnsucht nach Eindeutigkeit prĂ€gt auch das Bildungswesen. Doch Bildung beginnt dort, wo Eindeutigkeit endet.

Lernlandschaften mĂŒssen her!

Am 24. MĂ€rz 2026 berichtete Manuel Rentsch auf Radio SRF: Die Schweiz ist das innovativste Land von Europa, gemessen an den Patenten. Das zeigt die Statistik des EuropĂ€ischen Patentamtes EPA in MĂŒnchen. Schweizer Firmen, Forscherinnen und Entwickler haben im vergangenen Jahr 9914 Patente angemeldet. Pro Kopf sind es so viele wie sonst nirgends.

Grosser Fortschritt oder unverantwortliches Risiko?

Die Kritik besorgter Muttenzer Eltern bezĂŒglich der EinfĂŒhrung von Schulen in grossrĂ€umigen Lernateliers ist nicht aus der Luft gegriffen. Jedes Schulsystem hat seine Kehrseiten, die nicht einfach unterschlagen werden können. Das gilt auch fĂŒr das «Schulkonzept Lernlandschaften».

Versprechen und Wirklichkeit der Bildungssteuerung

Seit dem „PISA-Schock“ erlebt das deutsche Schulsystem und Ă€hnlich das in Österreich und der Schweiz einen bildungspolitischen Aktionismus. Jede neue Maßnahme versprach Aufbruch: mehr Effizienz durch Steuerung, mehr Evidenz durch Daten, besseren Unterricht durch Kompetenzmodelle, digitale Modernisierung, individuellere Förderung und selbstgesteuertes Lernen. Manches davon klang verheißungsvoll, einiges vielleicht sogar plausibel.

Lehrpersonen machen es aus – nicht Reformen

Im Vorfeld kantonaler Wahlen hĂ€ufen sich bildungspolitische Versprechen. Ein genauer Blick lohnt sich. Rasch fĂ€llt ein vertrautes Vokabular auf: Schule mĂŒsse «modern» sein, der Unterricht «innovativ», die Bildung «fit fĂŒr die Zukunft». ModernitĂ€t fungiert dabei als politisches GĂŒtesiegel – nicht als pĂ€dagogische Kategorie.

Schule ohne Selektion und Noten?

Entspanntes Lernen in der Schule, keine Noten mehr, keine Hausaufgaben, kein Leistungsdruck – was alle Bildungsreformen der letzten Jahrzehnte eint, ist der Gedanke, der traditionelle Bildungskanon und das leistungsorientierte Lernen wĂŒrden nicht mehr in die heutige Gesellschaft passen. In einigen Schweizer Kantonen experimentieren ReformpĂ€dagogen und Schulpolitiker denn auch an der Abschaffung der Noten herum. Ihre Argumentation, dass das klassische Notensystem der Persönlichkeit von Kindern nicht gerecht werde, ist dabei nicht völlig falsch.

GötterdÀmmerung bei den Schulreformen

Schon seit LĂ€ngerem zeigt sich eine auffallende Diskrepanz zwischen den Bildungsversprechungen der Schulreformer und den realen Möglichkeiten im schulischen Alltag. Die Alarmsignale aus vielen Schulen haben nun offensichtlich dazu gefĂŒhrt, dass dieser Missstand von gewichtigen bildungspolitischen Kreisen als unhaltbar taxiert wird.

Was Kinder wirklich brauchen

Der Bildschirm gilt lĂ€ngst als Symbol einer modernen Bildung. Die Folgen sind weithin sichtbar: Das technische WettrĂŒsten an unseren Schulen geht munter weiter. Kinder und Jugendliche werden heutzutage flĂ€chendeckend mit Notebooks, Smartphones und Tablets ausgestattet. Denn die digitalen Möglichkeiten scheinen eine erfolgreiche schulische Zukunft zu verheissen.

Maturareform: Können wir uns weniger Deutsch leisten?

Studien im Vorfeld der MaturitĂ€tsreform haben es erneut an den Tag gebracht: Ein grosser Teil der Maturanden erreicht kein fĂŒr ein Hochschulstudium genĂŒgendes Niveau in der Erstsprache Deutsch. PrĂŒfungsexperten bestĂ€tigen, dass es Maturanden gibt, die kaum einen einzigen deutschen Satz grammatikalisch und stilistisch korrekt schreiben können. Fehler in der Rechtschreibung seien zudem bei fast allen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Dazu komme, dass literarisches Wissen bei der Mehrzahl der Maturanden nur rudimentĂ€r vorhanden sei.

Geschichte: bessere Rahmenbedingungen schaffen!

Französische Revolution, Entstehung des modernen Bundesstaates, Erster und Zweiter Weltkrieg: Immer mehr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wissen darĂŒber – nichts. Das gilt selbst fĂŒr die Zeit des Kalten Krieges, dessen Krisen mehr und mehr im Nebel des Vergessens in eine diffuse Vergangenheit verschwinden. Es droht weitverbreitete Geschichtsvergessenheit.