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Wenn Fakten ignoriert werden: Der Bericht zu Frühfranzösisch im Kreuzfeuer

Wenn Fakten ignoriert werden: Der Bericht zu Frühfranzösisch im Kreuzfeuer

Ein grosser Teil der Schulabgängerinnen und Schulabgänger erreicht die angestrebten Kompetenzen nicht. Der Bericht zum Frühfranzösisch lässt eine kritische Analyse der Realität vermissen, er hält am bestehenden System fest und vermeidet grundlegende Konsequenzen.

Der vorliegende Bericht zum Frühfranzösisch im Kanton Basel-Landschaft verfehlt die Realität in eklatanter Weise. Er blendet zentrale Fakten aus und entzieht sich damit einer ehrlichen und notwendigen Auseinandersetzung. Die Überprüfung der Grundkompetenzen zeigt es deutlich auf: Der Grossteil der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ist am Ende der obligatorischen Schulzeit nicht in der Lage, einen einfachen französischen Satz zu verstehen oder selbst zu formulieren. Der frühe Beginn des Französischunterrichts hat die Erwartungen klar nicht erfüllt. Dieser Befund wird im Bericht jedoch weitgehend ignoriert.

Frühfranzösisch ist kein Erfolgsmodell

Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, weshalb am bestehenden System festgehalten werden soll. Frühfranzösisch erweist sich nicht als Erfolgsmodell – dennoch suggeriert der Bericht, dass genau dieses Konzept weiterhin die Grundlage bilden soll. Ein kritisches Hinterfragen oder gar ein grundlegendes Umdenken scheint ausdrücklich nicht gewollt.

Stattdessen entsteht der Eindruck, der Bericht sei Ausdruck einer gewissen Realitätsverweigerung. Er setzt sich mit dem Konzept Frühfranzösisch nicht mit der notwendigen fachlichen Tiefe und Ehrlichkeit auseinander. Fundierte Kritik bleibt aus, offensichtliche Schwächen werden relativiert oder übergangen.

Besonders problematisch ist zudem, dass das Fach Frühfranzösisch isoliert betrachtet wird. Eine Einbettung in den Gesamtkontext des Bildungssystems fehlt weitgehend. Dies ist umso gravierender, als auch in anderen zentralen Bereichen – insbesondere in der deutschen Sprache – vergleichbar schwache Leistungen festzustellen sind. Eine ganzheitliche Analyse wäre dringend erforderlich, bleibt jedoch aus.

Standortbericht hält an einem kostspieligen System fest

Insgesamt vermittelt der Bericht den Eindruck, dass weder Qualität noch Wirksamkeit des Unterrichts im Zentrum stehen. Statt evidenzbasiert zu evaluieren und Konsequenzen zu ziehen, wird an einem kostspieligen System festgehalten, dessen Nutzen offensichtlich begrenzt ist. Ein solches Vorgehen wird den Herausforderungen des Bildungssystems nicht gerecht.

Anita Biedert, Landrätin SVP

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