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Autor: Gast

15 Jahre Starke Schule: Eine neue Generation übernimmt

Als Bewegung von Eltern gegründet, hat sich die Starke Schule beider Basel (SSbB) seit 2011 zu einem eigenständigen politischen Akteur entwickelt. Heute steht die Organisation an einem wichtigen Wendepunkt und gehört zu den ungewöhnlichsten bildungspolitischen Organisationen der Nordwestschweiz. Mit Volksinitiativen, politischen Vorstössen, Medienarbeit, Umfragen und direkten Kontakten zu Politikerinnen und Politikern beeinflusst sie die kantonale Bildungspolitik. Die folgende Analyse zeichnet die Entwicklung der SSbB über diese 15 Jahre nach, untersucht ihre wichtigsten politischen Erfolge, beleuchtet die besondere Zeit unter Monica Gschwind und zeigt schliesslich, wie der Generationenwechsel den Verein heute prägt.

Die Frühdigitalisierung ist kein pädagogischer Fortschritt

Die Volksinitiative der Starken Schule beider Basel greift mit der Ablehnung der Frühdigitalisierung der Primarschulen ein Thema auf, das grosse Auswirkungen auf den Schulbetrieb hat. Die Initiative ist auch ein deutliches Zeichen, die schulische Digitalisierung kritischer zu bewerten.

Woraus wächst, was Kinder trägt

In diesen Tagen stehen wieder Tausende Kinder vor einem Schulhaus. Manche greifen noch nach der Hand ihrer Mutter oder ihres Vaters, andere eilen schon mutig voraus. Alle tragen einen Schulsack – und viele Erwartungen. Für sie beginnt ein Weg, dessen Ziel niemand genau kennt. Das ist auch nicht nötig. Entscheidend ist vielmehr: Was muss Schule Kindern ermöglichen, damit sie einmal ihren eigenen Lern- und Lebensweg gehen können?

Der nationale Zusammenhalt hängt nicht vom Frühfranzösisch ab

Es braucht schon sehr viel Voreingenommenheit, ausgerechnet das Frühfranzösisch zum nationalen Symbol des eidgenössischen Zusammenhalts zu erheben, wie dies Bundesrätin Baume-Schneider getan hat. Fast könnte man meinen, Französisch solle aus der Volksschule verbannt und die Bedeutung der Romandie bei uns generell missachtet werden. Doch das trifft überhaupt nicht zu. 

«Vielleicht ist es gut, wenn die Maschine schlauer wird als der Mensch»

Hirnforscher über KI Neurowissenschaftler Lutz Jäncke erklärt, was künstliche Intelligenz in unseren Köpfen anrichtet und warum es ein komplettes Handyverbot an Schulen braucht. Und er sagt, ob die Gen Z tatsächlich dümmer ist als alle Generationen vor ihr.

Der letzte Schrei: Strip Search

Satire-Hinweis: Der folgende Beitrag ist eine satirische Zuspitzung. Das erwähnte Dokument und die beschriebenen Massnahmen sind frei erfunden. Anlass sind die realen Herausforderungen durch KI-gestützten Prüfungsbetrug.

Was früher ein Spickzettel war, kann heute ein kaum sichtbarer Ohrhörer oder eine Brille respektive ein digitaler Stift mit Scan-Funktion sein. Aufgaben lassen sich fotografieren, über das Smartphone an eine KI-Anwendung senden und innerhalb weniger Sekunden beantworten. Die Lösungen können auf kleinen Displays erscheinen, via Kopfhörer eingespielt oder über andere Geräte weitergegeben werden. Besonders auf der Sekundarstufe II und im Hochschulbereich nutzen Lernende bzw. Studierende immer regelmässiger generative KI, und zwar nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Schummeln bei Prüfungen.

Alles, was (nicht) recht ist – Verwarnungen als Druckmittel

In der LVB-Geschäftsstelle klingelte das Telefon. Am anderen Ende eine Lehrperson, die Stimme brüchig, ihre Hände, so erzählte sie mir später, zitterten. Sechs Tage zuvor hatte sie ein Krisengespräch mit ihrer Schulleitung gehabt, welches in einen Folgetermin für ein Zielvereinbarungsgespräch mündete. Nun, eine knappe Woche nach dem Krisengespräch, hielt sie eine Verwarnung in den Händen. Begründet wurde diese unter anderem damit, dass sie im Gespräch emotional ungehalten gewesen sei und sogar geweint habe. Sie fragte mich: «Was passiert jetzt mit mir?» Solche Anrufe häufen sich.

Wie viele Studien braucht es noch?

Wie viele Studien braucht es eigentlich, bis man eine unbequeme Wahrheit akzeptiert? Beim Frühfranzösisch liegen die Fakten längst auf dem Tisch. Bereits eine grosse nationale Vergleichsstudie zeigte, dass Französisch ab der dritten Klasse im Baselbiet nicht den erhofften Erfolg bringt. Dass nach Jahren Französischunterricht fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler schon an einfachstem Französisch scheitert, wäre ernüchternd genug. Wirklich alarmierend ist aber ein anderer Befund der Studie. Jeder sechste Baselbieter Schüler kann nach neun Schuljahren keinen einfachen deutschen Text verstehen. Wer Deutsch nicht ausreichend beherrscht, findet kaum Anschluss, weder in der Lehre noch im Beruf noch im Alltag. Darum muss die Schule zuerst das sichern, was jedes Kind braucht. Lesen, schreiben und rechnen.

Frühfremdsprachen- unterricht und Mehrsprachendidaktik – eine Chronik des Grauens

Nächste Woche wird das bernische Kantonsparlament über eine Verschiebung des Frühfranzösisch in die 5. Klasse abstimmen. Die Condorcet-Autoren Alain Pichard, Urs Kalberer und Felix Schmutz haben eine Zeitleiste des monumentalen bildungspolitischen Irrtums erstellt. Mit den Baustellen Frühfremdsprachenunterricht und Mehrsprachendidaktik wurden Hunderte von Millionen Franken in den Sand gesetzt. Zugeben will es niemand! Wir bringen eine aktualisierte Fassung.

Von hoch motivierend bis wenig vertrauenswürdig

Die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Umfrage zu den Basler Schulleitungen verschiedener Schulstufen ergeben ein aufschlussreiches Bild. Neben dem hervorragenden Abschneiden vieler Schulleitungen sind leider die Resultate in wichtigen Bereichen der Umfrage an manchen Schulen unerfreulich. Das führt zur berechtigten Frage, wie Schulteams oder einzelne Lehrkräfte gegenüber schwachen Schulleitungen erfolgreich Einsprache erheben können.

Unreife Erhebungsmethode zum gescheiterten Frühfranzösisch

Der lange von der Baselbieter Regierung unter Verschluss gehaltene Bericht «Standortbestimmung Sprachenkonzept» deckt die desaströsten Französischkenntnisse unserer Schülerinnen und Schüler schonungslos auf. Es ist ein framender Bericht, der in einer Stoff und Aufgaben überfrachteten Volksschule nur eines fordert: Mehr, mehr, noch mehr.

Die Stimme der anderen

Die Antworten von Frau Bourgeois im Interview mit ihr sind vernünftig, überzeugend und überhaupt nicht extrem (NZZ vom 11.5.2026). Sie legt ihre Positionen betreffend Förderklassen gut verständlich und sachlich dar, sodass sich Nachfragen oder Nachdoppeln erübrigt. Ich erlaube mir hingegen noch drei Anmerkungen.

Die Überprüfung der Grundkompetenzen 2024 zementiert Vorurteile

Am 21. Mai wurden die Resultate der neusten Überprüfung der Grundkompetenzen des Jahres 2024 medial vorgestellt. Getestet wurden die Leistungen in Schulsprache und Mathematik der Primarschüler(innen) der zweiten Klasse. Die Stichprobengrösse umfasste 93’883 Kinder an 1’153 Schulen. Das Resultat: Schweizweit erreichten 87% die Grundkompetenzen im Hören, 79% diejenigen im Lesen und 76% diejenigen in Mathematik. Für den EDK-Präsidenten Darbellay ein Grund zur Freude.[1]

Rahmenbedingungen aus Sicht der Schulleitungen

Jedes Kind hat nur eine Bildungsbiographie. Darum hat jedes Kind das Recht auf einen Unterricht, der wirklich wirkt, hier und jetzt. Doch im Schulalltag sehen wir Entwicklungen, die genau das zunehmend erschweren.

Klarheit über die «Rünenberger Gemeindeinitiative»

Im Beitrag vom 6. Mai 2026 habe ich die Initiative wegen des Verbots, Klassenkassen zu führen, als mögliches «Heilmittel» ins Spiel gebracht. Im Lead des Beitrags stand, dass sie die Kündigung des Universitätsvertrags bis Ende 2027 verlangt. Diese Information ist richtig, aber für ein volles Verständnis des Begehrens genügt sie bei Weitem nicht.

Psychologische und gesellschaftliche Entwicklungen im Schulkontext

In der Schule geht es wesentlich um Menschenführung. Schülerinnen und Schüler müssen für Lerninhalte gewonnen, ihre Interessen geweckt und ihre Motivation gestärkt werden. Dies gelingt eher, wenn Fantasien, Emotionen und innere Bilder angesprochen werden. Der Kompetenzerwerb hängt stark von inneren Befindlichkeiten ab – nicht allein von der Qualität der Instruktion. Schulen sind daher keine reinen Lernlaboratorien, sondern Imaginationsräume. Diese entstehen durch Bilder, Geschichten und Symbole – an Wänden und in Korridoren ebenso wie in freien Gestaltungsräumen. Geschichten und narrative Zugänge geben dem Lernen Sinn und Tiefe.

Miteinander sprechen statt scrollen

Smartphones & Co. sind aus dem (Schul)alltag nicht mehr wegzudenken. Doch ihre permanente Nutzung bringt Herausforderungen mit sich: Ablenkung, Reizüberflutung und weniger persönlicher Austausch. Die Junge Mitte Basel-Landschaft will das ändern. Mit ihrer Initiative «Handyverbot an Schulen» setzt sie sich für bessere Lernbedingungen und echte soziale Interaktion ein. Ziel ist eine Schule, die wieder stärker als Lern-, Erholungs- und Sozialraum funktioniert.

Das Verschwinden der Lehrer – ein Stück in vier Akten

Lehrerinnen verkörpern die Sache. Sie stehen für die Inhalte ein. Es ist ihre Aufgabe, Kultur und Tradition weiterzugeben, damit Neues entstehen kann. Dies erfordert neben dem Wissen vor allem pädagogische sowie methodisch-didaktische Fähigkeiten. Lehrer können grosse Vorbilder sein oder das Gegenteil. Sie können ermutigen oder entmutigen, ernst genommen oder lächerlich gemacht werden. Als Gegenüber im pädagogischen Kontext spielen sie immer eine Rolle, doch diese ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend von der Bühne gedrängt worden.

Zwischen Schönreden und Schwarzmalen gibt es einen dritten Weg: hinschauen – benennen – handeln

Die Befunde beunruhigen: Die Lernleistungen sinken – besonders im Lesen. Doch die Bildungspolitik reagiert darauf oft mit neuen Programmen – statt mit wirksamerem Unterricht. Unsere Überzeugung ist klar: Nicht, was gut gemeint ist, zählt – sondern das, was wirkt. Das Entscheidende an Reformen ist ihre Wirkung aufs Lernen. Doch viele Reformen verändern Strukturen – verbessern das Lernen aber kaum.

Der Anfang vom Ende des Frühfranzösisch

Ein juristisches Gutachten im Auftrag des Lehrernetzwerks Schweiz kommt zum Schluss: Der Bund hat sich aus der Frage «Frühfranzösisch an den Primarschulen» herauszuhalten. Ein Eingriff in die Bildungshoheit der Kantone wäre unverhältnismässig und reine Symbolpolitik ohne Rücksicht auf das Kindeswohl.