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Autor: Starke Schule beider Basel

Integration: Das Klassenzimmer als Versuchslabor

Die integrative Schule war einst angetreten, die alte Welt der Kleinklassen wegzufegen. Zurück bleibt ein Klassenzimmer, in dem alle gemeinsam unterrichtet werden und die Lehrpersonen gleichzeitig individualisieren, differenzieren, intervenieren, deeskalieren und manchmal sogar noch unterrichten.

Nun hat der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) seine Umfrage zur «inklusionsorientierten Schule» ausgewertet. Das Ergebnis dürfte für die Integrationsbefürworter ungefähr so angenehm sein wie ein Regenschirm im Sturm. Die Realität im Klassenzimmer lässt sich eigentlich nicht mehr länger wegreden. Ausser man heisst LCH.

LCH-Umfrage: Die ernüchternde Bilanz der Integration

Jahrelang wurde die Integration als bildungspolitischer Fortschritt verkauft. Nun zeigt eine vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) in Auftrag gegebene Umfrage, wie gross die Kluft zwischen Wunsch und Realität ist. Kinder werden zwar in Regelklassen integriert, doch Förderung, Chancengleichheit und Leistungsniveau bleiben auf der Strecke. Wer diese Ergebnisse ernst nimmt, kann nicht einfach nach noch mehr Ressourcen rufen. Das System Integration ist gescheitert.

Die wundersame Dynamik von Reformen, besonders im Bildungsbereich

Es gibt Institutionen, die Fehler machen. Und es gibt Institutionen, die dieses Risiko erfolgreich ausgeschlossen haben. Dort gilt: Was beschlossen wurde, ist richtig. Nicht, weil sich der Entscheid bewährt hat, sondern weil er beschlossen wurde. Wer trotzdem Zweifel anmeldet, hat die Reform und ihre Ziele offenbar nicht ganz verstanden.

Neue Langzeitstudie stärkt Initiative

Einen Tag vor der Einreichung der Volksinitiative «Keine digitalen Geräte in den ersten vier Primarschuljahren» wurde eine neue Langzeitstudie veröffentlicht, deren Ergebnisse das Grundanliegen der Initiative stützen. Die Untersuchung zeigt, dass ein früher Einstieg in soziale Medien langfristig mit schlechteren Schulleistungen verbunden ist. Die Ergebnisse liefern zusätzliche wissenschaftliche Hinweise dafür, dass Kinder möglichst spät intensiv mit digitalen Medien in Kontakt kommen sollten.

Breites Medienecho auf die Einreichung unserer Initiative

Die Einreichung der kantonalen Volksinitiative «Keine digitalen Geräte in den ersten vier Primarschuljahren» am 4. August 2026 stiess auf ein breites Medienecho. Zeitungen, Onlineportale, Radio und Fernsehen griffen das Anliegen auf. Dadurch wurde die Frage, in welchem Alter und in welchem Umfang digitale Geräte in der Primarschule eingesetzt werden sollen, weit über den Kreis der Starken Schule beider Basel (SSbB) hinaus öffentlich bekannt.

2’529 Unterschriften für «Keine digitalen Geräte in den ersten vier Primarschuljahren» eingereicht

Die kantonale Volksinitiative «Keine digitalen Geräte in den ersten vier Primarschuljahren» ist eingereicht. Heute Dienstag wurden vor dem Regierungsgebäude in Liestal 2’536 Unterschriften an den 2. Landschreiber übergeben. Damit ist ein wichtiger Schritt erreicht: Das Anliegen wird nun offiziell geprüft und das politische Verfahren nimmt seinen Lauf.

NZZ würdigt unsere Initiative – starker Kommentar

Die Diskussion über digitale Geräte in der Primarschule wird immer wichtiger. Immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse und internationale Erfahrungen zeigen, dass ein früher und intensiver Bildschirmgebrauch auch Nachteile für Kinder haben kann. Deshalb hat die Starke Schule beider Basel (SSbB) die Volksinitiative «Keine digitalen Geräte in den ersten vier Primarschuljahren» lanciert. Die Initiative wird am 4. August eingereicht.

Handschrift fördert Lern- und Gedächtnisprozesse

Digitale Geräte gehören heute selbstverständlich zum Schulalltag. Viele Schüler/-innen schreiben Notizen auf Tablets oder Laptops, während handschriftliche Aufgaben immer seltener und als mühsam angesehen werden. Vor diesem Hintergrund untersuchten die Forschenden F. R. Van der Weel und Audrey L. H. Van der Meer, welche Auswirkungen das Schreiben mit der Hand im Vergleich zum Tippen auf die Gehirnaktivität hat.

SSbB lehnt konsequente Anwendung des Trägerschaftsprinzips ab

Der Kanton Basel-Landschaft fordert eine konsequente Anwendung des Trägerschaftsprinzips und argumentiert mit der Gleichbehandlung aller Schüler/-innen. Dies kann man der Vernehmlassungsvorlage, welche am 10. Juni 2026 veröffentlicht wurde entnehmen. Die Starke Schule beider Basel (SSbB) lehnt eine solche Änderung ab und warnt vor erheblichen pädagogischen Risiken.

Geschlechterunterschied auf Sek II und Senkung der Repetitionsquote

Das Amt für Daten und Statistik BL veröffentlichte am 07. Juli eine Statistik der Lernenden des Jahres 2025. Auffallend sind dabei der Rückgang der Repetitionsquote zwischen 2009 und 2015 sowie die ungleiche Geschlechterverteilung in den Ausbildungen nach der obligatorischen Schule.

Lehrberuf attraktiv für alle gestalten

Der Lehrberuf hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Die Anforderungen sind gestiegen, die Aufgaben der Lehrpersonen haben sich erweitert und auch die Zusammensetzung der Lehrerschaft hat sich verändert. Heute unterrichten deutlich mehr Frauen als Männer. Diese Entwicklung ist weder positiv noch negativ zu bewerten. Dennoch wirft sie Fragen auf: Woher kommt diese Entwicklung und weshalb erscheint der Lehrberuf für Menschen beider Geschlechter heute unterschiedlich attraktiv? Und welchen Einfluss hat diese Entwicklung, besonders auf die Schüler*innen?

«Vielleicht ist es gut, wenn die Maschine schlauer wird als der Mensch»

Hirnforscher über KI Neurowissenschaftler Lutz Jäncke erklärt, was künstliche Intelligenz in unseren Köpfen anrichtet und warum es ein komplettes Handyverbot an Schulen braucht. Und er sagt, ob die Gen Z tatsächlich dümmer ist als alle Generationen vor ihr.

Lehrermangel gelöst?

Weiterhin steigen die Anmeldungszahlen der Pädagogischen Hochschulen in der Schweiz, somit wird der Aufwärtstrend der letzten paar Jahre weitergeführt. Während die PHs in Bern und Zürich einen Zuschuss von 6–7 Prozent erwarten, steigen die Anmeldungen in der Nordwestschweiz um eine zweistellige Prozentzahl. Es scheint, als wären die verzweifelten Rufe der Schweizer Schulen erhört worden.

Kranke Lehrpersonen brauchen Entlastung

Wer krank ist, sollte sich erholen können. Dennoch müssen Lehrpersonen im Kanton Basel-Stadt bei kurzfristigen Ausfällen teilweise selbst ihre Stellvertretungen organisieren. Eine Motion im Grossen Rat will diese Praxis ändern. Dahinter steckt jedoch mehr als nur eine organisatorische Frage. Die Diskussion zeigt auch, welche Herausforderungen der Lehrpersonenmangel und die Arbeitsbelastung an den Schulen mit sich bringen.

Struktur statt Schlagwortpädagogik: Warum Sprachförderung Führung braucht

Offene Lernformen, Selbststeuerung und altersdurchmischtes Lernen wurden in den vergangenen Jahren oft so behandelt, als seien sie Qualitätsmerkmale an sich. Wer auf Anleitung, Wiederholung und klare Führung pochte, galt rasch als altmodisch. Das Zürcher Fachkonzept «Integrierte Sprachförderung auf der Kindergarten- und Primarstufe» setzt hier einen deutlichen Kontrapunkt. Es betont sprachbewusst gestalteten Unterricht, deutliche Struktur und eine Lehrperson, die ihre Verantwortung aktiv wahrnimmt. Sprache lernt man nicht im Vorbeigehen. Das Fachkonzept benennt einen Fehlschluss, der viele Unterrichtsformen der letzten Jahre geprägt hat: «Dass Sprache auch eigenaktiv erworben wird, führt immer wieder zum falschen Schluss, dass die Schülerinnen und Schüler Sprache ebenfalls möglichst eigenaktiv und selbstgesteuert erwerben sollen.» Dieser Satz trifft ins Zentrum. Denn genau aus diesem Missverständnis speist sich ein grosser Teil jener Pädagogik, die die Lehrperson zur Lernbegleiterin verkleinert und Führung mit Bevormundung verwechselt.

Frühe Deutschförderung: Mehr Chancengleichheit oder staatlicher Eingriff?

Kinder starten nicht mit denselben Voraussetzungen in den Kindergarten. Unterschiede im familiären Umfeld, im Bildungsniveau der Eltern oder in der gesprochenen Sprache wirken sich bereits im Vorschulalter auf die sprachliche Entwicklung aus. Deshalb setzen verschiedene Kantone auf eine frühe Deutschförderung. Während Basel-Stadt seit 2013 auf ein obligatorisches Modell setzt, hat sich der Kanton Aargau für einen freiwilligeren Ansatz entschieden. In anderen Kantonen wie Zürich, Bern und Luzern wurde das kantonale Obligatorium abgelehnt. Die Frühförderung soll einerseits die bereits bestehenden Unterschiede ausgleichen, andererseits aber auch den späteren Bedarf an Sonderschulen und -förderung senken. Dennoch bestehen Fragen zur Rolle des Staates, zur Finanzierung und zur elterlichen Verantwortung.

Lernbericht statt Zeugnis: Wenn Schwächen nur noch mündlich erwähnt werden dürfen

Stärken werden dokumentiert, Schwächen nur noch besprochen, dürfen aber nicht schriftlich dokumentiert werden: Der Regierungsrat verteidigt die Abschaffung des Zeugnisses mit Prädikaten in der 1. Primarklasse als pädagogisch sinnvolle und kindgerechte Weiterentwicklung. Dabei verweist die Bildungsdirektion auf den Lehrplan und Erfahrungen aus der Praxis. Die zentrale Frage, ob wichtige Informationen über den tatsächlichen Lernstand der Kinder verloren gehen, bleibt weiterhin bestehen.

Zusätzliche Prüfung fürs Gymi

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) schlägt vor, dass der Übertritt ans Gymnasium in Zukunft nicht mehr allein von den Vornoten abhängen soll. Nach dem Vorbild der Kantone Zürich und Schwyz soll zusätzlich eine Gymi-Prüfung eingeführt werden, deren Resultat zusammen mit den bisherigen Leistungen über die Aufnahme entscheidet.

Motion verlangt Anfechtbarkeit von Verwarnungen

Einer der Gründe, warum Lehrpersonen sich oftmals verzweifelt an die SSbB wenden, sind Verwarnungen, die Schulleiter/-innen gegen sie ausgesprochen haben. Verwarnungen sind als letztes disziplinarisches Instrument vor einer möglichen Kündigung vorgesehen. Damit wird einem oder einer Mitarbeitenden ein letzter Warnschuss vor den Bug gegeben. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass viele Verwarnungen gar nicht gerechtfertigt sind, weil keine schwere Pflichtverletzung seitens der Lehrperson vorliegt. In nicht wenigen Fällen werden Verwarnungen aus persönlichen Motiven ausgesprochen, beispielsweise aus Verärgerung über eine Lehrperson, obwohl deren Arbeitsleistung keineswegs ungenügend ist.

Warum braucht es eine Starke Schule beider Basel?

Gestern stellte uns die «bz – Zeitung für die Region Basel» die pointierte Frage, weshalb es die «Schatten-Organisation» Starke Schule beider Basel (SSbB) überhaupt braucht. Schliesslich gibt es in Baselland bereits Schulleitungen, kantonale Behörden, Ombudsstelle, Verbände wie den Lehrerinnen und Lehrerverband Baselland (LVB) und weitere Institutionen, die als offizielle Anlaufstellen für Lehrpersonen und Eltern dienen. Es gibt also viele Stellen, an die sich Eltern und Lehrpersonen wenden können.

Die eigentliche Frage müsste unseres Erachtens jedoch lauten: Weshalb wenden sich Jahr für Jahr so viele Baselbieter Lehrpersonen und Eltern an die SSbB? Die Antwort ist ebenso einfach wie unbequem: Weil die vorgesehenen Anlaufstellen in vielen Fällen nicht funktionieren.