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Hitzemonitoring an Baselbieter Schulen

Hitzemonitoring an Baselbieter Schulen

Im August 2023 führte der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) eine gross angelegte Temperaturmessung an Baselbieter Schulen durch. Aufgrund der alarmierenden Ergebnisse (teilweise Temperaturen über 40°C) reichte Landrat Jan Kirchmayr (SP) im letzten Sommer ein Postulat zum Hitzemonitoring an kantonalen Schulen ein. Darin fordert er eine systematische Erhebung der Raumtemperaturen in repräsentativ ausgewählten Schulzimmern im ganzen Kanton. Belastete Standorte sollen so erkannt und der Handlungsbedarf anschliessend priorisiert werden.

Der Regierungsrat empfiehlt nun, das Postulat abzulehnen. Einerseits gingen durch weitere Messungen wichtige Ressourcen verloren, die man genauso gut in Massnahmen investieren könnte. Andererseits würden bereits bauliche und technische Massnahmen ergriffen, vor allem bei Neubauten. Die bestehenden Bauten seien jedoch derart baulich heterogen, dass es keine einheitliche Lösung gebe.

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) hat Philipp Loretz, Präsident des LVB, diesbezüglich folgende Fragen gestellt:

Markus Eigenmann hat wiederholt betont, dass er die zunehmende Hitzebelastung in Schulzimmern ernst nimmt und aktiv angehen will. Wir erwarten nun, dass diesen Ankündigungen konkrete Entscheide folgen – rasch, verbindlich und auf Basis der bestehenden arbeitsmedizinischen Normen zum Raumklima in Schulen.
Als Ingenieur hat er die Chance, eine Vorreiterrolle zu übernehmen: Im Sommer fällt viel Solarstrom an, der heute oft günstig ins Ausland exportiert wird. Stattdessen könnte man damit u.a. Klimaanlagen speisen. Wir können nicht warten, bis alle Schulen saniert sind.

Ein umfassendes Monitoring bestätigt nicht einfach, dass es «manchmal zu heiss» ist. Es zeigt präzise, wo, wie lange und wie stark die Belastung von Klassen, Lehrpersonen und insbesondere Schwangeren die zulässigen Werte überschreitet – und ermöglicht es, Massnahmen datenbasiert zu planen und zu priorisieren. Es geht also darum, die Hot Spots zu eruieren.

Im Juni und August braucht es vorerst endlich flexible Anpassungen der Unterrichtsorganisation, abgestimmt auf die jeweilige Alters- resp. Schulstufe, an Hitzetagen.
Was wir im Juni und August nicht mehr akzeptieren, sind hilflose Verlegenheitsempfehlungen wie «in den Wald gehen», «Unterricht in den Keller verlegen» oder «einfach genügend trinken». Diese mögen im Einzelfall helfen, ersetzen aber keine verbindlichen Standards für das Raumklima, keine Investitionen in Hitzeschutz und keine Verantwortung des Arbeitgebers – erst recht nicht, wenn gesetzliche Grenzwerte etwa für Schwangere überschritten werden. 
Im Übrigen diskutieren wir im Winter auch nicht darüber, ob man Schulzimmer heizen soll oder nicht.

Weiter betont Loretz, dass wirkungsvolle Massnahmen, die den ganzen Jahreslauf und alle Faktoren berücksichtigen und unterstützten zu fordern sind. Die arbeitsmedizinischen Qualitätsnormen des SECO zum Raumklima sollen auch für Schulbauten verbindlich übernommen und eingehalten werden. Genauso wichtig sei, dass die gesetzlichen Grundlagen zum Schutz von schwangeren Lehrerinnen konsequent eingehalten werden (gemäss Art. 35 ArGV1 und Art. 8 Mutterschutzverordnung WBF).

Angenehme Temperaturen im Klassenzimmer ermöglichen einen wesentlich konzentrierteren Unterricht. Bei Temperaturen um 30°C ist konzentriertes Lernen erschwert, und bei noch höheren Temperaturen bestehen zudem erhebliche gesundheitliche Risiken. Deswegen erachtet die SSbB gezielte und wirksame Massnahmen für ein angenehmes Unterrichtsklima als unabdingbar. Der Landrat wird heute darüber befinden, ob das Postulat gegen den Willen des Regierungsrats überwiesen wird.

Lena Bubendorf
Vorstand Starke Schule beider Basel

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