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Repräsentative watson-Umfrage zu Social Media bestätigt die SSbB-Umfrageergebnisse

Repräsentative watson-Umfrage zu Social Media bestätigt die SSbB-Umfrageergebnisse

Das Thema «Mindestalter für Social Media» wird sowohl in der Schweiz als auch international heiss diskutiert. Immer mehr Stimmen machen sich für ein Verbot stark. Australien als Spitzenreiterin hat bereits seit Dezember letzten Jahres ein Gesetz, welches die Nutzung von Social Media für unter 16-Jährige verbietet. Auch der Bundesrat prüft aktuell ein solches Verbot. Doch was ist die Position der Schweizer Bevölkerung in dieser Debatte? Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage soll Klarheit schaffen.

Ergebnisse bestätigen die Resultate der Umfrage der Starken Schule beider Basel

In der Mitte August durchgeführten Umfrage vom Newsportal watson und dem Forschungsinstitut Demoscope zeigt sich deutlich: Eine sehr grosse Mehrheit der 8317 befragten Personen befürwortet ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. 87% der Befragten sind «dafür» oder «eher dafür». Nur 13% sind gegen ein Verbot. Bei den Antwortmöglichkeiten «Weiss nicht» und «Keine Antwort» wurde auf die Darstellung verzichtet. Ihr Anteil lag unter 1% lag. (siehe folgende Graphik)

Diese Ergebnisse bestätigen die Aussagen der Starken Schule beider Basel (SSbB), die im Februar 2026 ebenfalls eine breit angelegte Umfrage zum Thema Social Media durchführte. Bei den 851 Teilnehmenden handelte es sich bei 80.5% um Lehrpersonen. Auch bei dieser Umfrage unterstützte eine grosse Mehrheit (95%) eine Altersgrenze für die Nutzung von Tiktok, Instagram und Co. Nur etwa 4% ist gegen eine Altersgrenze.

Psychische Gesundheit und Sucht als Hauptargumente für eine Altersgrenze

Aus welchen Gründen die Befragten ein solches Verbot befürworten, zeigt sich in der nächsten Graphik: So stimmten 86% der Befragten für die Aussage, dass soziale Medien die psychische Gesundheit der Menschen schädigen können. Dicht gefolgt davon sahen 83% ein mögliches Suchtpotenzial. Des Weiteren seien problematische Inhalte und Cybermobbing ein Grund für das Verbot. Fast zwei Drittel sieht zudem die Konzentrationsfähigkeit in Gefahr sowie die Möglichkeit ins Visier von Online-Tätern zu geraten als Grund. 53%, also nur etwas mehr als die Hälfte, hat das Gefühl, dass der Konsum von Sozialen Medien eine schlechtere Schlafqualität zur Folge hat (siehe folgende Graphik).

Diese Resultate sind ebenfalls ähnlich zu denen der Umfrage der SSbB: Bei dieser zeigte sich im offenen Antwortfeld zu den Argumenten für ein Verbot sehr häufig auch das Suchtpotential als Argument. Auch wurde mehrheitlich durch Lehrpersonen die immer kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne und mangelnder Fähigkeit, sich Dinge zu merken, berichtet. Auch würden echte Gespräche abnehmen und Schüler*innen ohne Handy teilweise ausgeschlossen oder sogar gemobbt. Insgesamt gaben 86% der befragten Lehrpersonen an, negative Auswirkungen wie Schlafmangel und Konflikte in ihrer Klasse mindestens gelegentlich beobachtet zu haben, fast die Hälfte sogar häufig.

Persönliche Freiheit und Wirksamkeit einer Altersschranke stellen Verbot in Frage

Auch die knapp 800 Personen, welche das Social-Media-Verbot bei der Umfrage vom Newsportal watson und dem Forschungsinstitut Demoscope ablehnen, wurden nach ihren Gründen gefragt.

Für 70% dieser Befragten ist klar: Die Jugendlichen werden Wege finden, die Altersschranken zu umgehen. Ausserdem plädiert mit 55% etwas mehr als die Hälfte auf das Recht der Jugendlichen auf ihre individuelle Freiheit. Zudem bieten die Sozialen Netzwerke auch einen Zugang zu Bildungsinhalten und aktuellen Informationen, so die Meinung von 42% der Befragten. Der Austausch von Informationen und Meinungen oder das Knüpfen von sozialen Kontakten ist für 40% ein Grund Social Media nicht zu verbieten. 23% hatten andere Gründe (siehe folgende Graphik).

Auch in diesem Punkt ähneln sich die Ergebnisse mit der Umfrage der SSbB: Für die Teilnehmenden, welche ein Mindestalter ablehnten oder diesem kritisch gegenüberstanden, war folgendes Argument zentral: «Die Gesellschaft befände sich nun in einer Übergangsphase, in der es wichtig sei, lösungsorientiert zusammenzuarbeiten, statt Verantwortung abzuschieben. Eine vollständige Isolation von der digitalen Realität könne ebenfalls Nachteile bringen. Zudem würden Verbote auch den Anreiz schaffen, diese zu umgehen. Altersgrenzen allein würden das Problem nicht lösen.»[1]

ImVergleich mit der Umfrage von watson und Demoscope fällt auf: Auch hier gibt es klare Parallelen. Bedürfnisse nach Freiheit und weniger Regeln stehen im Fokus. Auch das Jugendliche Verbote als Anreiz und nicht als Hindernis sehen, ist von Bedeutung.

Wer Bier trinken darf, soll auch Social Media nutzen dürfen – und umgekehrt

In der Umfrage von watson wurden die Teilnehmenden ebenfalls zur Altersgrenze befragt. Hierbei wurde zwischen «mit Einverständnis der Eltern» und «ohne» unterschieden. Dabei gab es einen starken Unterschied in den Antworten: Ohne Zustimmung der Eltern lag das Mindestalter für unter 13 Jahre und 13 Jahre bei 4%. Bei 14 und 15 Jahren bei 5% respektive 6%. Für kein Mindestalter waren 2%. Extrem ist hierbei die 42%, welche für die Altersgrenze 16 Jahre sind. Gefolgt von «ab 17 Jahren» mit 21% und keine Erlaubnis für Minderjährige mit 19%. (siehe folgende Graphik)

«Mit Einverständnis der Eltern» lag die Befürwortung für kein Mindestalter bei 4%, bei unter 13 Jahren bei 2% und bei 13 Jahren bei 7%. Stark unterschiedlich ist es «ab 14 Jahren»: Dies befürworten 17%, ab 15 Jahren 13% und ab 16 Jahren 39%. Ab 17 Jahren oder einem kompletten Verbot für Jugendliche sind es 8%. (siehe folgende Graphik)

Interessant ist auch hier: Im der Umfrage der SSbB ist ebenfalls das Mindestalter ab 16 Jahren mit fast 50% die beliebteste Altersgrenze. Gefolgt von 22% für ab 14 Jahren. Auch hier sind sich die Teilnehmenden der SSbB-Umfrage mit den Befragten der Umfrage von watson und Demoscope ziemlich einig: Wer Drogen konsumieren und Alkohol trinken dürfe, soll auch die Dopamin-Droge der Sozialen Medien konsumieren dürfen.

Lena Heitz
Vorstand Starke Schule beider Basel

Quelle: https://www.watson.ch/schweiz/digital/140313690-social-media-verbot-fuer-jugendliche-in-der-schweiz-so-viele-sind-dafuer [Letzter Aufruf am 21.09.2026] bzw. Studie von watson und demoscope

[1] https://starke-schule-beider-basel.ch/2026/02/schlafmangel-ablenkung-und-konflikte-lehrpersonen-befuerworten-altersgrenze-fuer-social-media/

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