Das Versagen der Integrativen Schule
An der Medienkonferenz von «Wendepunkt Bildung» am 27.04.2026 hält der diplomierte Heilpädagoge Roland Stark ein interessantes Referat zum Thema Integrative Schule und deren Versagen.
Fünf entscheidende Punkte
«1. Die Integrative Schule hat auf der ganzen Linie versagt. Sie überfordert alle Beteiligten (Schüler, Lehrer, Eltern), bremst die leistungsstarken Schüler, benachteiligt die schwachen und hat mit dazu beigetragen, dass der Output unserer Schulen – insbesondere bei den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen – auf tiefem Niveau stagniert. Nur die Bildungsbürokratie blüht auf.
2. Wissenschaftlich fundierte Begründung fehlt. Der Integrativen Schule, die angeblich eine Forderung der UN-Konvention von Salamanca (1994) erfüllt, fehlt eine wissenschaftlich fundierte pädagogische Begründung. Sie ist vor allem ein ideologisches Projekt, das sich in der Folge fast vollständig von der Realität an der schulischen Front abgekoppelt hat.
3. Geförderte Schulentwicklung unabdingbar. Verhaltensauffälligen, lerngestörten, sozial, sprachlich und kulturell noch nicht integrierten Kindern muss eine besonders geförderte Schulentwicklung angeboten werden.
4. Keine Verbesserung, sondern Bürokratie. Die integrative Schule mit der weitgehenden Abschaffung der separaten Klassen hat als Konsequenz nicht zu einer Verbesserung des Förderangebots für schwächere Kinder und Jugendliche geführt, sondern vor allem zu einer Vermehrung des bürokratischen Aufwandes für die unterrichtenden und beurteilenden Personen.
5. Verzettelung führt zu Unruhe. Die Verzettelung des Unterrichts durch eine Vielzahl von Programmen und Angeboten bringt für ohnehin konzentrationsschwache Schüler zusätzliche Unruhe. Den Kindern fehlt dadurch eine stabile und vertraute Lernumgebung, wie sie ihnen in den als integrationsfeindlich denunzierten Kleinklassen gewährt wurde.»
Nagel auf den Kopf getroffen
Roland Stark bringt die Problematiken der Integrativen Schule treffend auf den Punkt. Eine zukunftsfähige Integrationspraxis bedeutet, dass nicht ein politisches oder ideologisches Prinzip im Vordergrund steht, sondern die pädagogische Tragfähigkeit im Schulalltag. Für jedes Kind und jede Klasse soll jene Schul- und Förderform gewählt werden, in der ein ruhiger und lernwirksamer Unterricht möglich ist. Kleinklassen und andere spezialisierte Förder- und Schulformen müssen flächendeckend und gleichwertig zur Verfügung stehen, um dort eingesetzt werden zu können, wo die integrative Schule an ihre Grenzen stosst. Solche Angebote ermöglichen eine bessere Förderung durch eine intensivere Betreuung. Ziel ist ein flexibles Schulsystem mit verlässlichen Lernbedingungen für alle Schüler/-innen.
Lena Bubendorf
Vorstand Starke Schule beider Basel
