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Bildungspolitische Vorstösse im Landrat eingereicht

Bildungspolitische Vorstösse im Landrat eingereicht

An der letzten Landratssitzung wurden zahlreiche Vorstösse zu bildungspolitischen Themen eingereicht. Die Bandbreite der Themen ist gross und reicht vom Fremdsprachenunterricht über Klassengrösse bis zu Sonderschulungen und ÖV-Tickets. Die Vorstösse zeigen, dass das Bildungssystem im Kanton Basel-Landschaft vor vielfältigen Herausforderungen steht. Gleichzeitig wird sichtbar, dass in zentralen Bereichen Änderungsbedarf besteht, um den heutigen Anforderungen an ein gutes Bildungssystem an unseren Volksschulen gerecht zu werden.

Bericht Standortbestimmung Sprachenkonzept

Der Bericht «Standortbestimmung Sprachenkonzept» sorgt im Baselbiet für anhaltende Diskussionen. Nicht nur der seitens Bildungsdirektion unter Verschluss gehaltene vollständige Bericht, sondern auch die Wahl des beauftragten Forschungsbüros «Interface» werden in breiten Kreisen kritisiert. Statt einem universitären Fachinstitut wurde einem privaten Evaluationsunternehmen der Untersuchungsauftrag vergeben.

Dies wirft grundsätzliche Fragen zur Unabhängigkeit der Untersuchung und zur Aussagekraft der Ergebnisse auf. Nun zeigt die Kritik der SSbB auch politische Wirkung: Landrat Pascal Ryf (Die Mitte) (Link setzen) und Landrätin Anita Biedert (SVP) (Link setzen) reichten eine Interpellation dazu ein. Unschwer zu erkennen ist auch hier das Unverständnis gegenüber der Regierung, weshalb der vollständige Bericht zurückgehalten wird. Ebenso werden kritische Fragen zur Auswahl von Interface sowie zum Untersuchungsauftrag an diese Firma gestellt. Wie nun sichergestellt wird, dass bei der Weiterentwicklung des Sprachenkonzepts nicht die Verteidigung früherer Entscheidungen, sondern die bestmögliche Förderung der Schüler/-innen im Zentrum steht, ist nun von der Regierung zu rechtfertigen.

Klassengrössen und Doppelzählungen

Die Höchstzahl an Schüler/-innen in einer Klasse (Primarschule und Sekundarschule Niveau E & P) ist im Kanton Basel-Landschaft 24, die Richtzahl beträgt 22 Schüler/-innen. Im Niveau A ist die Höchstzahl 20 und in Kleinklassen und Einführungsklassen 13. Ab dem 6. fremdsprachigen Kind wird dieses und jedes weitere fremdsprachige Kind doppelt gezählt.

Diese Zahlen wurden seit 2013 nicht mehr angepasst. Landrätin Miriam Locher (SP) reichte diesbezüglich ein Postulat ein, in dem sie fordert, dass diese Höchst- und Richtzahlen überprüft werden. Dies sei vor dem Hintergrund massiv grösser gewordener Faktoren wie integrativem Unterricht, sprachlicher und sozialer Vielfalt, steigendem Förderbedarf und wachsender administrativer Belastung unbedingt nötig. In einem weiteren Postulat fordert Locher zudem, dass für Schüler/-innen, die besonders verhaltensauffällig sind oder andere besondere Förderbedürfnisse haben, ebenso eine Regelung zur Doppelzählung, wie schon fürs DAZ vorhanden, geprüft und gegebenenfalls eingeführt wird.

Lehrpersonenmangel – Schnee von gestern

In einigen Schulstufen und Fachbereichen scheinen mittlerweile wieder genügend Lehrpersonen vorhanden zu sein. Dies ist auf der einen Seite erfreulich, da wieder qualifizierte Lehrpersonen angestellt werden können. Andererseits wird auch die Macht der Schulleitungen grösser, indem sie mehr Auswahl haben und Lehrpersonen hemmungsloser freistellen können, wenn ihnen diese nicht genehm sind. So kann durchaus eine Zurückhaltung der Lehrpersonen entstehen, was Kritikäusserungen oder Meinungsverschiedenheiten gegenüber der Schulleitung betrifft.

Landrätin Anita Biedert (SVP) fragt in ihrer Interpellation «Arbeitsmarkt für Lehrpersonen im Kanton Basel-Landschaft», wie die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt aussieht, welche Fächer und Schulstufen einen Überschuss oder immer noch einen Lehrpersonenmangel verzeichnen und wie Lehrpersonen nach abgeschlossener Ausbildung bei der Jobsuche unterstützt werden.

Kostengünstiger ÖV für Schulen

Ab dem Schuljahr 2026/27 ist es an allen Schulen des Kantons Basel-Landschaft nicht mehr erlaubt, Elternbeiträge für Ausflüge einzuholen oder eine Klassenkasse mit regelmässigen Eltern-Einzahlungen zu füllen. Das Problem ist nun, dass viele Schulen sich keine Ausflüge mehr leisten können und somit auch nicht alle Anforderungen des Lehrplans erfüllt werden können. Die Besuche ausserschulischer Lernorte dürfen nicht wegfallen, da sie für den Bildungsauftrag wichtig sind. Landrätin Miriam Locher (SP) fordert in ihrem Postulat, dass der ÖV im TNW-Gebiet im Klassenverband vergünstigt wird.

Notwendige Änderungen

Die Starke Schule beider Basel erachtet es für wichtig, dass diese Themen in der Bildungspolitik zeitnah behandelt werden. Ein gutes Bildungssystem funktioniert nicht einfach über Jahrzehnte unverändert, sondern passt sich neuen Bedingungen an und entwickelt sich weiter. Dies ist entscheidend für das Wohl unserer Schüler/-innen, Lehrpersonen und aller anderen Beteiligten.

Lena Bubendorf
Vorstand Starke Schule beider Basel

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