Kritik gehört zur politischen Auseinandersetzung
Die Basler Zeitung berichtet über den wachsenden Einfluss der Starken Schule beider Basel (SSbB) und übt dabei auch Kritik an unseren Umfragen. Wir nehmen die kritischen Punkte zur Kenntnis und möchten einige Aspekte kurz beleuchten.
Die Basler Zeitung hat in den vergangenen Jahren immer wieder Aktivitäten und Anliegen der SSbB aufgegriffen. Damit hat sie dazu beigetragen, bildungspolitische Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass dabei auch kritische Fragen gestellt werden, gehört für uns selbstverständlich zur politischen Auseinandersetzung.
Unsere Umfragen richtig einordnen
Im bazonline-Artikel vom 5. September steht insbesondere die Aussagekraft unserer Umfragen im Zentrum. Dazu eine wichtige Klarstellung: Die SSbB behauptet nie, dass unsere Erhebungen repräsentative wissenschaftliche Studien seien. Wir verstehen sie als Stimmungsbilder oder Tendenzen. Sie zeigen, welche Erfahrungen, Einschätzungen und Anliegen an uns herangetragen werden. Natürlich kann ein solches Stimmungsbild keine repräsentative Erhebung der gesamten Lehrerschaft ersetzen. Nicht repräsentativ bedeutet aber nicht wertlos. Entscheidend ist, welchen Anspruch eine Umfrage erhebt. Diesen Anspruch haben wir transparent kommuniziert.
Wir nehmen die Kritik zum Anlass, künftig noch deutlicher darauf hinzuweisen, welchen Charakter unsere Umfragen haben. Wer sich politisch engagiert, muss auch mit Reaktionen umgehen können. Wir tun das gerne.
Warum die SSbB zunehmend Wirkung zeigt
Die Diskussion über den bazonline-Artikel geht jedoch über die Umfrage hinaus: In den Leserkommentaren wird auch thematisiert, ob die Reaktionen auf die SSbB mit Problemen sowie mangelnder Kommunikation im Bildungswesen zusammenhängen.
Unsere Themen knüpfen an konkrete Erfahrungen aus dem Schulalltag an und greifen Anliegen auf, die viele Menschen beschäftigen. Das bestätigt uns darin, weiterhin genau hinzuschauen, zuzuhören und dort nachzufragen, wo aus unserer Sicht Handlungsbedarf besteht. Dass unsere Arbeit eine breite Diskussion auslöst, zeigt, dass diese Themen relevant sind.
Wir bleiben sachlich und konsequent
Kritik gehört zur politischen Auseinandersetzung dazu. Wir nehmen sie ernst, ohne uns davon beirren zu lassen. Unsere Aufgabe sehen wir weiterhin darin, Probleme anzusprechen, Erfahrungen aus Schulen und von Eltern aufzunehmen und bildungspolitische Diskussionen anzustossen.
Wir freuen uns über kritische Fragen ebenso wie über eine faire Berichterstattung. Beides gehört zu einer lebendigen Demokratie. Die SSbB wird deshalb auch künftig hinschauen, nachfragen und sich einmischen: sachlich, engagiert und mit der nötigen Hartnäckigkeit.
Den vollständigen bazonline-Artikel «Trotz grosser Kritik wächst der Einfluss der Starken Schule massiv» finden Sie hier: https://www.bazonline.ch/starke-schule-beider-basel-kritik-an-umfragemethoden-623217394313
Charlotte Höhmann
Vorstand Starke Schule beider Basel

4 Antworten
Wird erfragt, was ich nicht leiden kann, schiesse ich auf die Frau oder den Mann. Politisch natürlich. Mit allen Mitteln der Diskreditierung.
Die SSbB wird so immer wieder zum Ziel und zum Zankapfel. Weil sie es eben richtig macht – im Gegensatz zu den staatlich Aufgeblasenen.
Studien im Bildungsbereich mit einem gesunden Misstrauen zu begegnen, ist durchaus angebracht. Zu vieles, was in jüngster Zeit als wissenschaftliche Erhebung deklariert wurde, erwies sich bei genauerem Hinsehen als tendenziös oder gar als bestelltes Gutachten. Die Starke Schule beider Basel hat jedoch nie für sich in Anspruch genommen, wissenschaftlich exakte Studien durchgeführt zu haben. Der SSbB ging es vielmehr darum, mit jeder ihrer Umfragen einen Seismographen für die Stimmung in der pädagogischen Praxis zu erhalten. Die stets auf den Kern von aktuellen Problemen zielenden Fragen halfen mit, eine Transparenz im Bildungsbereich zu schaffen, die erstaunlich viel in Bewegung versetzt hat.
Was oft nur hinter vorgehaltener Hand in Lehrerkreisen angesprochen wurde, war dank der veröffentlichten Umfrageergebnisse mit einem Mal ein viel diskutiertes Thema. Wie manche Schulreform im Baselbiet hat etwas damit zu tun, dass die SSbB den Anstoss gab! Der Vorwurf, zu wenig seriöse Umfragen durchgeführt zu haben, ist allzu oft eine durchsichtige Verteidigungshaltung, um unerfreuliche Ergebnisse relativieren zu können. Manche Bildungspolitiker und Turboreformer sind zweifellos wenig erfreut, wenn ihnen wie beim Lehrplan oder den Frühfremdsprachen die erschreckende Praxisferne viel gepriesener Konzepte vor Augen geführt wird. Diese erfolgreiche Aufklärungsarbeit ist ein ganz grosses Verdienst der SSbB. Wir hoffen, dass die Organisation ihrer Linie treu bleibt und mit weiteren Erkundigungen den Puls der Schulpraxis fühlt.
Die SSbB leistet eine wichtige Arbeit und damit wird verhindert, dass die Bildungsverwaltung alles machen kann, was sie will.
Die Schule ist ein Politicum. Das war sie schon immer. Die SSbB trägt seit 2011 wesentlich dazu bei, dass In der gesamten Bevölkerung mehr über Schule und Schulbildung diskutiert wird. Das ist ein guter Effekt.