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Chancenungleichheit und mentale Gesundheit: Wo die Schweiz steht.

Chancenungleichheit und mentale Gesundheit: Wo die Schweiz steht.

Im Mai 2026 veröffentlichte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF die «Innocenti Report Card 20».[1] Darin wurden 37 Länder verglichen, die entweder zu den Hocheinkommensländern zählen oder Teil der OECD sind. Untersucht wurde, welchen Einfluss Einkommensungleichheit auf die körperliche und mentale Gesundheit von Kindern sowie auf ihre akademischen und sozialen Fähigkeiten hat. Die Schweiz schneidet insgesamt sehr gut ab, zeigt jedoch im Bereich der mentalen Gesundheit Schwächen. Besonders die Suizidrate bei Jugendlichen gibt Anlass zur Sorge.

Die Schweiz im internationalen Vergleich

Die Ergebnisse wurden in vier Rankings aufgeteilt: ein Gesamtranking der Länder sowie einzelne Ranglisten zu körperlicher Gesundheit, mentaler Gesundheit und akademischen sowie sozialen Fähigkeiten.

Im Gesamtranking schloss die Schweiz sehr gut ab. Nach den Niederlanden, Dänemark, Frankreich und Portugal folgt die Schweiz auf dem fünften Platz. Auch bei der körperlichen Gesundheit sowie bei den akademischen und sozialen Fähigkeiten fallen die Ergebnisse positiv aus: In diesen Bereichen erreicht die Schweiz Platz 8 und Platz 6.

Besorgniserregend ist jedoch, dass die Schweiz bei der mentalen Gesundheit nur auf Platz 15 liegt.

Mentale Gesundheit: Suizidrate und Lebenszufriedenheit

Für die Bewertung der mentalen Gesundheit wurden zwei Faktoren untersucht. Der erste Faktor ist die Suizidrate bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Die niedrigsten Raten finden sich vor allem in der mediterranen Region, beispielsweise in Zypern, Griechenland und Malta. Die Schweiz befindet sich in dieser Tabelle in der unteren Hälfte. Pro 100’000 Jugendliche liegt die Suizidrate bei 6,7. Dass die Schweiz hier so weit unten liegt, ist besorgniserregend (siehe Grafik). Dieser Trend war in den letzten 15 Jahren immer sehr ähnlich und hat sich kaum verändert.

Der zweite Faktor ist die Lebenszufriedenheit. Dafür wurden 15-Jährige aus den 37 untersuchten Ländern gefragt, wie zufrieden sie zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Leben sind. Insgesamt zeigte sich, dass Jungen in diesem Alter mehrheitlich zufriedener sind als Mädchen.

Im Vergleich zur Suizidrate schneidet die Schweiz bei der Lebenszufriedenheit jedoch deutlich positiver ab. 78 Prozent der 15- bis 19- jährigen in der Schweiz geben an, ziemlich zufrieden mit ihrem Leben zu sein. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Jugendliche mit benachteiligtem Hintergrund eher dazu tendieren, unzufriedener mit ihrem Leben zu sein als Jugendliche aus privilegierteren Familien.

Was das SSbB wichtig findet

Leider ist es nicht immer möglich, dass Jugendliche zu Hause offen über ihre Probleme und Sorgen sprechen können. Umso wichtiger ist es, dass sie in der Schule eine Ansprechperson haben, mit der sie offen und ohne Angst über ihre Sorgen reden können.

Ausserdem soll schon früh Ausgrenzung und Gruppenbildung entgegengewirkt werden. Eine Möglichkeit wäre, Kindern aus Migrationsfamilien mit nur wenig Deutschkenntnissen bereits vor dem Eintritt in die Primarschule die Chance zu geben, unter Anleitung Deutsch zu lernen. So könnte verhindert werden, dass es nach dem Schuleintritt innerhalb der Klasse zu Ausgrenzung kommt. Auch müsste gemeinsam mit der Lehrperson offen über Mobbing gesprochen werden. Dabei ist es wichtig, zu zeigen, welche Folgen Mobbing für betroffene Personen haben kann.

Diese Massnahmen könnte vor allem dabei helfen, die Selbstmordrate bei Jugendlichen zu senken.

Aleyna Kara
Sekretariat Starke Schule beider Basel

[1] Quelle: https://www.unicef.org/innocenti/media/8521/file/UNICEF-Innocenti-Report-Card-20-2026.pdf

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