Weniger Leerlauf, mehr Praxis: Wo die PH wirklich sparen sollte
Die Pädagogische Hochschule PH der FHNW plant einen grossen Umbau und will jährlich rund fünf Millionen Franken einsparen. Bis zu 40 Stellen sind betroffen. Offiziell ist von Innovation, Qualität und Zukunftsfähigkeit die Rede. Gleichzeitig erhält die SSbB seit Jahren kritische Rückmeldungen von Studierenden. Sie berichten von praxisfernen und wenig motivierenden Lehrveranstaltungen, deren Nutzen für den späteren Unterricht begrenzt ist. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die geplanten Sparmassnahmen dort ansetzen, wo sie sinnvoll sind.
Die PH der FHNW steht unter finanziellem Druck. Ein strukturelles Defizit zwingt sie zur Reorganisation von Strukturen und Studienangeboten. Sparen ist grundsätzlich möglich und teilweise notwendig. Entscheidend ist jedoch, welche Bereiche gekürzt werden und welche Auswirkungen dies auf die Qualität der Ausbildung hat.
Teure Lehrveranstaltungen ohne Mehrwert
Seit Jahren schildern Studierende Lehrveranstaltungen, die als wenig sinnvoll erlebt werden. Inhalte bleiben abstrakt, wiederholen Bekanntes oder stehen kaum in Bezug zur schulischen Praxis. Solche Angebote tragen wenig dazu bei, angehende Lehrpersonen auf den Berufsalltag vorzubereiten.
Genau hier liegt ein zentrales Sparpotenzial. Werden Lehrveranstaltungen gestrichen oder überarbeitet, die keinen erkennbaren Mehrwert bieten, lassen sich Mittel einsparen, ohne die Ausbildung zu schwächen. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Module oder Parallelangebote, sondern deren inhaltlicher Nutzen für den künftigen Unterricht vor einer Schulklasse.
Studium mit weniger Leerlauf
Viele Studierende wünschen sich eine klar strukturierte Ausbildung mit stärkerem Praxisbezug. Statt Pflichtveranstaltungen ohne erkennbaren Mehrwert braucht es mehr Zeit für Unterrichtsplanung, Praxisreflexion und den Umgang mit Schüler/-innen. Eine gute Ausbildung zeigt sich nicht in möglichst vielen Modulen, sondern in deren Qualität und Relevanz für den späteren Beruf.
Die angekündigte Reorganisation bietet die Chance, den Studienalltag spürbar zu verbessern, vorausgesetzt sie orientiert sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Studierenden.
Qualität statt pauschaler Kürzungen
Dass im Rahmen der Sparmassnahmen 30 bis 40 Stellen betroffen sind, ist nicht automatisch problematisch. Sinnvoll kann ein Stellenabbau dann sein, wenn er mit einer kritischen Überprüfung der Inhalte verbunden ist. Problematisch wird es jedoch, wenn Kürzungen pauschal erfolgen, ohne zwischen qualitativ wertvollen und wenig hilfreichen Angeboten zu unterscheiden.
Studierende erwarten eine Ausbildung, die sie befähigt, guten Unterricht zu leisten. Die aktuelle Umstrukturierung bietet die Gelegenheit, bekannte Schwächen gezielt anzugehen und Sparen mit einer echten Qualitätsverbesserung zu verbinden.
Kathrin Zimmermann
Vorstand Starke Schule beider Basel

Eine Antwort
Die beste Sparmassnahme wäre die komplette Abschaffung der PHs. An ihre Stelle könnten kleinere und ggf. eher privat geführte Institute treten mit einem übersichtlichen und praxisnahem Ausbildungsangebot.