4127 Birsfelden
IBAN CH98 0900 0000 6012 8081 8
Starke.Schule.beider.Basel@gmx.ch

Wenn die SSbB-Umfragen falsch sein sollen, wo sind die Beweise?

Wenn die SSbB-Umfragen falsch sein sollen, wo sind die Beweise?

Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter BL (VSL) kritisiert die SSbB-Umfrage zu den Schulleitungen als nicht repräsentativ und inhaltlich falsch. Wenn die Ergebnisse tatsächlich falsch sein sollen, stellt sich die Frage, wo die Beweise dafür sind. Fakt ist: Immer wieder werden Umfrageergebnisse der SSbB durch kantonsinterne Befragungen, Erhebungen des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland (LVB) oder externe Studien weitgehend bestätigt. Eine Untersuchung, die eine SSbB-Umfrage hingegen klar widerlegt, wurde uns aber noch nie vorgelegt.

Nicht wissenschaftlich heisst nicht wertlos

Die SSbB macht zahlreiche Umfragen. Dabei wird aber nie behauptet, dass diese wissenschaftlich repräsentativ seien. Sie sind aber meist aussagekräftig oder geben zumindest ein deutliches Stimmungsbild unter den befragten Lehrpersonen und zeigen frühzeitig auf, wo Probleme und Handlungsbedarf bestehen. Dies auch deshalb, weil regelmässig mehrere Hundert Personen teilnehmen, die gar nicht Mitglied der SSbB sind und die Forderungen der SSbB oft auch gar nicht unterstützen. Gerade diese Zusammensetzung der Teilnehmenden ist ein wichtiger Punkt: An den SSbB-Umfragen nehmen regelmässig deutlich mehr Nichtmitglieder als Mitglieder der SSbB teil, darunter auch bekennende Kritiker der SSbB.

Ob die SSbB-Umfragen wertvoll sind, zeigt sich zum Beispiel daran, ob ihre Ergebnisse durch andere Erhebungen gestützt werden. Und genau dies trifft immer wieder zu. Kantonsinterne Befragungen (z. B. zu Passepartout), Umfragen des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland (z. B. zur Belastungssituation der Lehrpersonen) und externe Studien kommen bei verschiedenen Themen immer wieder zu ähnlichen Ergebnissen. Ein aktuelles Beispiel ist die repräsentative Umfrage von Watson und dem Forschungsinstitut Demoscope zu Social Media. Sie bestätigt die Erkenntnisse einer früheren SSbB-Umfrage weitgehend.

Wer die SSbB-Umfragen trotzdem als wertlos bezeichnet, muss dazu die widersprechende Untersuchung vorlegen. Eine solche Widerlegung wurde bisher jedenfalls noch nie offengelegt, weder vom VSL noch von der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD).

Warum werden die Ergebnisse der kantonalen Mitarbeitendenbefragung nicht publiziert?

Bei der SSbB-Umfrage zu den Schulleitungen kritisierte der VSL die fehlende Repräsentativität besonders scharf und verweist dabei auf die kantonale Mitarbeitendenbefragung aus dem Jahr 2025, deren Auswertung durch EMPRICON erfolgte. Gemäss VSL und BKSD seien die Ergebnisse im Gegensatz zur entsprechenden SSbB-Umfrage «sehr erfreulich» für die Schulleitungen ausgefallen.

Wenn diese Befragung tatsächlich zu einem diametral anderen Ergebnis kommt als die Umfrage der SSbB, wäre sie in der Tat interessant und von öffentlichem Interesse. Die Frage wäre jedoch, weshalb die scheinbar so erfreulichen Ergebnisse dann nicht veröffentlicht werden. Die BKSD verweigerte der SSbB auf Anfrage die Herausgabe der Daten mit der Begründung, sie seien nur für den internen Gebrauch bestimmt.

Die SSbB legt ihre Ergebnisse umfassend offen. Der Kanton verweigert das bei den Ergebnissen der Mitarbeitendenbefragung und beschränkt sich auf einzelne zusammenfassende, nicht belegte Aussagen. Solange die kantonalen Daten nicht auf dem Tisch liegen, bleibt offen, ob sie die SSbB-Umfrage tatsächlich widerlegen oder deren Ergebnisse im Kern möglicherweise sogar bestätigen.

Charlotte Höhmann
Vorstand Starke Schule beider Basel

3 Antworten

  1. Linus Enderlin sagt:

    Es ist unglaublich wohlfeil, wenn ein Schulleiterverband einfach alle kritischen Hinweise pauschal von sich weist mit der Schutzbehauptung, die Erhebung sei angeblich nicht repräsentativ. Wem die inhaltliche Diskussion unangenehm ist ‒ z.B. deshalb, weil an den Kritikpunkten durchaus was dran ist ‒, der verlagert sich auf behauptete formale Unzulänglichkeiten, um damit bequem von den eigentlichen Problemen abzulenken.
    Das Problem einer solchen billigen «Verteidigungsstrategie» ist, dass das Manöver von den meisten Menschen sofort durchschaut wird…

  2. Rentsch Marielouise sagt:

    Bei der Umfrage der SSbB kamen die Antworten von 1200 Lehrpersonen zusammen. Das Auswertungresultat ist mehr als nur ein Stimmungsbarometer. Es zeigt, wo die Probleme liegen. Bei interner Befragung werden Antworten meisten vorsichtiger gemacht, aus Angst vor negativen Konsequenzen. Viele Lehrer arbeiten heute Teilzeit, weil die Belastung des Lehrerberufes zu hoch geworden ist. Es gibt auch viele kranhheitsbedingte Ausfälle unter der Lehrerschaft, die in die gleiche Richtung weisen. Solche Resultate muss man ernst nehmen.

    • Paul Hofer sagt:

      Die Umfragen geben einen Trend an, werden in der Öffentlichkeit breit diskutiert – nie wurde von einer wissenschaftlichen Umfrage geredet. Die wiedergegebenen Trends mögen den Verantwortlich meist nicht gefallen – dann ist das beste (sehr unwissenschaftliche) Argument: nicht wissenschaftlich!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert