Bildungschancen beginnen mit Sprache
Viele Kinder in den beiden Basler Halbkantonen starten mit sprachlichen Nachteilen in den Kindergarten. Eine aktuelle von der Universität Basel durchgeführten Sprachstanderhebung zeigt, rund ein Drittel der Kinder können beim Eintritt in die Volksschule im Kanton Basel-Landschaft zu wenig Deutsch. Früh einsetzende und kostenfreie Sprachförderung kann Rückstände verkleinern, Integration erleichtern und den Unterricht für alle Schüler*innen lernwirksamer machen. Für die Starke Schule beider Basel ist klar: Streben wir gleiche Chancen für alle Schulkinder an, müssen wir entsprechende Angebote vor dem Schuleintritt anbieten.
Der kürzlich publizierte Bericht zur ersten kantonalen Sprachstanderhebung im Jahr 2025 zeigt, wie gut Kinder im Kanton Basel-Landschaft kurz vor dem Kindergarten Deutsch verstehen und sprechen. Die Auswertung der Universität Basel zeigt einen alarmierenden Befund. «Insgesamt kann jedes dritte Kind vor dem Kindergarten nur ungenügend Deutsch», hält der Kanton Basel-Landschaft in seiner offiziellen Auswertung fest.
Bei 828 Kindern (393 Mädchen und 435 Jungen) von den insgesamt 2´663 Kindern wurde ein Deutschförderbedarf festgestellt.
Übersicht Förderungsbedarf

Früh fördern, damit Unterricht gelingt
Wenn mehr Kinder beim Schuleintritt ausreichend Deutsch verstehen, wird die sprachliche Heterogenität in den Klassen kleiner. Lernziele können dadurch verlässlicher geplant und von einem grösseren Teil der Schüler*innen erreicht werden. Lehrpersonen können sich stärker auf fachliches Lernen und individuelle Förderung konzentrieren, statt grundlegende Sprachbarrieren ständig ausgleichen zu müssen.
Sprache ist nicht nur eine Voraussetzung für schulischen Erfolg, sondern auch für gelingende Integration. Kinder, die sich verständigen können, finden schneller Anschluss und beteiligen sich aktiver am Unterricht und am sozialen Leben der Schule. In der kantonalen Auswertung wird treffend festgehalten, dass «Kinder mit regelmässigem Besuch einer Betreuungseinrichtung deutlich höhere Sprachwerte erreichen», so der Kanton Basel-Landschaft.
Klare Empfehlung an die Politik
Aus Sicht der Starken Schule beider Basel braucht es dringend eine koordinierte, bedarfsgerechte und vor allem kostenfreie Frühförderung für alle Familien, dessen Kinder zu wenig Deutsch können. Die Angebote müssen früh einsetzen, verbindlich organisiert sein und sich am tatsächlichen Bedarf der Gemeinden orientieren. Nur so lassen sich gleiche Startchancen sichern, die Integration wirksam unterstützen und die Volksschule langfristig entlasten. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen vor. Jetzt ist es Aufgabe der Politik, daraus tragfähige Lösungen für unsere Region umzusetzen.
Lavinia Beck
Vorstand Starke Schule beider Basel
