Für eine gesunde Entwicklung von jungen Menschen im Zeitalter von Social Media & KI
Eine Interessengemeinschaft aus Eltern, Fachpersonen und weiteren Unterstützenden aus Basel-Stadt hat einen offenen Brief an den Regierungsrat Basel-Stadt verfasst. Darin wird gefordert, den Umgang mit Social Media, digitalen Geräten und KI an Schulen stärker zu regulieren und Kinder sowie Jugendliche altersgerecht zu schützen.
Im Zentrum des Anliegens stehen Fragen zur psychischen Gesundheit, sozialer Entwicklung, Medienkompetenz und zur Rolle digitaler Technologien im Schulalltag. Die Verfasserinnen und Verfasser sprechen sich unter anderem für smartphone-freie Räume, die Förderung klassischer Kulturtechniken, mehr Aufklärung über die Wirkmechanismen sozialer Medien sowie einen bewussten Umgang mit KI und Digitalisierung aus.
Der Brief richtet sich insbesondere an das Erziehungsdepartement Basel-Stadt und fordert klare Rahmenbedingungen sowie politische Verantwortung im Umgang mit digitalen Medien an Schulen.
Auszüge aus dem offenen Brief
Sehr geehrter Herr Atici
Liebe Regierungsräte
Wir wenden uns an Sie mit der Bitte und Forderung, klare Regeln im Gebrauch von social media und digitalen Tools an den Schulen in Basel-Stadt einzuführen und sich grundsätzlich für einen altersabhängigen Schutz der Kinder und Jugendlichen im Umgang mit social media einzusetzen.
Tagtäglich können wir beobachten und in unseren Familien – meist schmerzlich – erleben, welche Auswirkungen die Nutzung von digitalen Tools und der Konsum von social media bewirkt. Zusätzlich zu den Herausforderungen der normalen Entwicklungsaufgaben in der Pubertät kommt die Aufgabe einen möglichst gesunden, d.h. explizit nicht krank machenden, Umgang mit den vielfältigen (verlockenden) Möglichkeiten der Digitalität und den sozialen Medien zu finden.
Hierbei sehen wir unsere Jugendlichen den perfiden und suchtfördernden Wirkmechanismen der Apps der Technologie-Konzerne schutzlos ausgeliefert. Der soziale Druck unter den Jugendlichen ist gleichzeitig so hoch, dass es ihnen nahezu unmöglich ist, sich der Nutzung zu entziehen. Die Jugendlichen dienen somit ungefragt, unwissentlich und zum grössten Teil ahnungslos als «Versuchskaninchen» und wir Eltern schauen hilflos dabei zu, wie unsere Kinder in den Sog von verblödenden, suchtfördernden Medien geraten, während die Technologie-Konzerne unsägliche Gewinne auf Kosten der psychischen Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen generieren. Für die entstehenden individuellen und kollektiven, gesellschaftlichen Schäden werden diese Konzerne bislang allerdings nicht ausreichend in die Verantwortung genommen.
Hierbei geht es keineswegs darum, technische Entwicklungen und Möglichkeiten zu kritisieren. Es geht aber darum, die Auswirkungen dieser Apps und digitalen Instrumente kritisch im Blick zu behalten und zum Wohle der Gesellschaft, vor allem zum Wohle der Kinder und Jugendlichen, begrenzend zu steuern. Mit diesem Schreiben setzen wir uns ausdrücklich für eine gesunde Kindheit und Entwicklung von Jugendlichen ein und nicht gegen Technologien und gesellschaftlichen Fortschritt. Mit der verstärkten Verbreitung und Nutzung von social Media ist in sehr vielen Familien ganz offensichtlich ein Verlust an Kommunikation und sozialer Interaktion, an Empathie und sozialem Miteinander wahrnehmbar. Und dies bleibt nicht ohne Auswirkung auf die ganze Gesellschaft. Neben der psychischen Gesundheit und Entwicklung der Heranwachsenden sehen wir auch die zukünftige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, das soziale Miteinander und das kritische Denken als Grundpfeiler der Demokratiefähigkeit gefährdet.
Aus diesem Grund bitten wir Sie, zum Schutz der Kinder und Jugendlichen einen klaren Rahmen mit Regeln, Geboten und Verboten an den Schulen zu definieren.
Zugleich fordern wir Sie als politisch Verantwortliche auf, die Einflussnahme der Technologie-Konzerne im Sinne des Gemeinwohls und einer demokratiefähigen, gerechten Gesellschaft zu beschränken. […]
Unterschreiben Sie den Offenen Brief
Wenn Sie das Anliegen unterstützen möchten, können Sie den offenen Brief mit Ihrer Unterschrift unterstützen. Die unterzeichneten Rückmeldungen sollen bis zum 26.06.2026 an Christina Bronowski oder Alexander Reder zurückgesendet werden. Unterstützungen sind auch aus Nachbarkantonen möglich. Folgend finden Sie den Link zum vollständigen Text des offenen Briefes sowie zum Unterschriftenblatt. Klicken Sie dafür hier.
Lavinia Beck
Vorstand Starke Schule beider Basel
