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Umgang mit pornografischen Inhalten auf Schulgeräten

Umgang mit pornografischen Inhalten auf Schulgeräten

Ende April stiessen zahlreiche Kinder an einer Basler Primarschule bei der Internetrecherche mit ihren Schul-Tablets auf pornografische Inhalte. Normalerweise können solche Inhalte durch einen Filter nicht auf die Geräte der Schüler/-innen gelangen. Jedoch gab es an der Schule ein technisches Problem, welches zur Folge hatte, dass die Inhaltsfilter rund eineinhalb Tage nicht im Einsatz waren. Dies ist zwar ein Einzelfall, dennoch ist es angesichts der gängigen und frühen Nutzung digitaler Geräte wichtig, bereits im jungen Alter über den Umgang mit pornografischen Inhalten aufzuklären, zumal ein hundertprozentiger Schutz nicht möglich ist.

Im Fall der Basler Primarschule wurde das Thema sofort innerhalb der Klasse aufgearbeitet und sowohl Eltern als auch die Schulsozialarbeit miteinbezogen. Einerseits ist es natürlich die Verantwortung der Schulen, solche Vorfälle zu verhindern und Kinder und Jugendliche vor problematischen Inhalten zu schützen.

Jedes fünfte Kind zwischen 12 und 13 Jahren hat bereits einen Pornofilm angeschaut

Andererseits stellt sich auch ausserhalb der Schule bei den Erziehungsberechtigten die Frage nach dem geeigneten und altersgerechten Umgang mit den expliziten Inhalten ihrer Kinder. Eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften bestätigt, dass 19% der befragten 12- bis 13-Jährigen bereits einen Pornofilm angeschaut haben. Fast jedes fünfte Kind hatte also schon Berührungspunkte mit pornografischen Inhalten. Diese können neugierig machen oder faszinieren, aber auch verstörend sein oder falsche Vorstellungen und Erwartungen auslösen. Konkret bedeutet das beispielsweise Unsicherheiten bezüglich Beziehungen, Körperbildern oder Sexualität.

Folglich ist es unabdingbar, dass Kinder und Jugendliche, sobald sie in Kontakt mit digitalen Geräten und dem Internet kommen, über problematische Inhalte aufgeklärt werden. Ein offener Dialog sollte helfen, die Risiken von pornografischen Inhalten aufzuzeigen und das Thema zu enttabuisieren, um vielleicht auch den Reiz davon zu mindern. Ausserdem können Eltern technische Schutzmassnahmen auf den Geräten einrichten, welche von den Kindern genutzt werden.

Die Frage nach der Verantwortung

Dennoch sollte auch die Rolle der Plattformen hinterfragt werden und diese in die Verantwortung gezogen werden. Analog dazu, wie es bei der Social-Media-Debatte immer wieder thematisiert wird, sollten auch Anbieter von pornografischen Websites eine wesentliche Verantwortung für den Kinder- und Jugendschutz haben und verpflichtet werden, dieser Verantwortung nachhaltig und datenschutzkonform nachzugehen.

Schlussendlich kann nur durch das Zusammenspiel von Schule, Elternhaus und Plattformbetreibenden ein sicherer und verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien gewährleistet werden.

Lena Bubendorf
Vorstand Starke Schule beider Basel

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