Uni und Volksschulen sollen ins selbe Team gehören
Die Universität Basel ist für unsere Region unverzichtbar. Sie braucht eine solide Finanzierung und gute Rahmenbedingungen. Es soll aber nicht so sein, dass die beiden Basler Halbkantone einen grossen Teil der Rechnung tragen, während andere Kantone von der Universität profitieren. Noch weniger darf die Universität gegen die Schulen ausgespielt werden.
Die Universität Basel ist weit mehr als eine Hochschule für die beiden Basel. Sie bildet Fachkräfte aus, betreibt international bedeutende Forschung und ist für Wirtschaft und Gesellschaft der Region von grosser Bedeutung. Die Starke Schule beider Basel (SSbB) steht deshalb klar zur Universität und zu einer angemessenen Finanzierung. Wer die Universität stärken will, muss aber auch bereit sein, über deren Finanzierung zu diskutieren.
Heute tragen Baselstadt und Baselland einen erheblichen Teil der Kosten. Gleichzeitig sind zahlreiche Studierende aus anderen Kantonen an der Universität immatrikuliert. Diese Kantone profitieren von der universitären Ausbildung, ohne sich im proportionalen Umfang an den tatsächlichen Kosten zu beteiligen. Das ist auf Dauer kaum zu rechtfertigen und bringt eine grosse finanzielle Mehrbelastung für die beiden Basler Halbkantone.
Trittbrettfahren darf kein Finanzierungsmodell sein
Der Bund sieht bisher keinen Grund, die Nichtuniversitätskantone zu höheren Beiträgen zu verpflichten. Damit bleibt die Hauptlast bei den beiden Trägerkantonen. Diese Haltung überzeugt nicht. Die Universität Basel erfüllt eine Aufgabe, die weit über die Kantonsgrenzen hinausgeht. Deshalb müssen auch jene Kantone stärker Verantwortung übernehmen, deren Studierende in Basel ausgebildet werden.
Die SSbB fordert deshalb eine faire Verteilung der Kosten. Es kann nicht das Ziel sein, dass Baselland irgendwann aus finanzieller Überlastung gezwungen wird, seine Beiträge zu reduzieren. Eine solche Entwicklung würde am Ende niemandem dienen, insbesondere nicht der Universität.
Die Politik sollte daher endlich nach einer Lösung suchen, die den Interessen aller Beteiligten gerecht wird. Wer die Universität Basel als national bedeutende Institution anerkennt, muss auch bereit sein, deren Finanzierung auf eine breitere Grundlage zu stellen.
Bildung darf nicht gegen Bildung ausgespielt werden
Eine klare Grenze gibt es für die SSbB: Die Finanzierung der Universität darf nicht zulasten der Volksschule gehen. In den Schulen fehlen bereits heute Ressourcen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Lehrpersonen müssen immer mehr leisten, während gleichzeitig zusätzliche Aufgaben und Belastungen auf die Schulen zukommen.
Es wäre deshalb der falsche Weg, bei der Volksschule zu sparen, um andere Bereiche des Bildungswesens finanzieren zu können. Universität und Volksschule sind keine Konkurrenten. Eine starke Universität braucht eine starke Volksschule. Gute Schulen schaffen die Grundlage dafür, dass junge Menschen später erfolgreich studieren, forschen und arbeiten können.
Die SSbB sagt deshalb klar Ja zu einer starken Universität Basel. Gleichzeitig sagt sie klar Nein zu einer Bildungspolitik, bei der die Schulen sparen müssen um die Universität zu finanzieren. Der politische Auftrag lautet vielmehr: Die Universität angemessen finanzieren, die Kosten fair verteilen und gleichzeitig die Volksschulen stärken.
Lena Bucher
Vorstand Starke Schule beider Basel
