LCH lehnt ein Verbot von Social Media für Kinder ab
In Fachkreisen ist unbestritten, dass ein extensiver Konsum von sozialen Medien bei Kindern und Jugendlichen erhebliche negative Folgen haben kann. Australien hat als erstes Land ein vollständiges Verbot für unter 16-Jährige ausgesprochen. Viele andere Länder ergreifen ebenfalls Massnahmen. Nun hat auch der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) ein Positionspapier zum Umgang mit sozialen Medien bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht.
Der LCH betont, dass er eine Dreifachstrategie verfolgt, um den Konsum sozialer Medien bei Kindern und Jugendlichen einzuschränken, ohne auf ein konkretes Verbot zu setzen. Die Strategie verfolgt die Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen durch entsprechende Weiterbildungsangebote, gesetzliche Schutzmassnahmen sowie die Befähigung von Schüler:innen. Zusammenfassen lässt sich festhalten, dass die Dreifachstrategie konkret drei Hauptakteure miteinbezieht: Erziehungsberechtigte, Gesetze und die Schulen selbst.
Bei der Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenzen geht es darum, obligatorische Kurse für Erziehungsberechtigte im Bereich Social Media einzuführen, in denen Erziehungsberechtigte auf relevante Themen in Bezug auf die sozialen Medien sensibilisiert werden. Darunter fallen Themen wie das Erkennen typischer Verhaltensmuster bei Kindern oder das Finden eines gesunden Umgangs mit den Medien, die in der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sind.
Der LCH lehnt ein offizielles Verbot bei Kindern und Jugendlichen ab. Vielmehr will er die Erziehungsberechtigten sensibilisieren: Sie sollen sich ihrer Vorbildrolle bewusster werden und den Umgang mit dieser neuen Herausforderung lernen.
Anahi Sidler
Sekretariat Starke Schule beider Basel
