Je höher die Schulstufe, desto älter sind die Baselbieter Lehrpersonen
Im Kanton Baselland sind 5’512 Lehrpersonen beschäftigt (Stichtag: 1. August 2025), die sich auf 3’671 Vollzeitstellen aufteilen. Der Anteil männlicher Lehrpersonen liegt bei ca. einem Viertel. Auffällig sind die Altersunterschiede einerseits auf derselben Schulstufe und andererseits zwischen den verschiedenen Schulstufen (Primar, Sek. 1 und Sek. 2). Je höher die Schulstufe ist, desto älter sind die Pädagoginnen und Pädagogen. Auf der Primarstufe liegt das Durchschnittsalter bei 42 Jahren, auf der Sekundarstufe II hingegen bei fast 47 Jahren.
Ein wesentlicher Grund für diese deutlichen Unterschiede dürfte die längere Ausbildung sein. Wer an höheren Schulen unterrichten will, muss zuvor eine anspruchsvollere und entsprechend auch eine zeitintensivere Ausbildung absolvieren.
An den Berufsfachschulen sind die Entwicklungen besonders bemerkbar: 17 Prozent der Lehrer*innen sind über 60 Jahre alt und wird in den nächsten Jahren pensioniert. Auf der Primarstufe hingegen sind nur rund 9 Prozent der Beschäftigten älter als 60 Jahre und fast die Hälfte ist jünger als 40 Jahre (siehe Grafiken 1, 2 und 3)



Frauenanteil ist an den Primarschulen am grössten
Auf der Primarstufe beobachtet man den grössten Frauenanteil: Über 80 Prozent sind Lehrerinnen. Dass der Anteil der männlichen Lehrpersonen derart tief ist, liegt wohl an den weiterhin traditionellen und stereotypischen Rollenbildern. Der Beruf im Schulzimmer wird zunehmend als Frauenberuf wahrgenommen, insbesondere weil der Umgang mit Kindern sowie die pädagogische Arbeit häufig stärker mit Frauen verknüpft werden.
Auf den höheren Schulstufen ist der Männeranteil zwar etwas höher, doch auch dort arbeiten heute mehr Frauen als früher. Besonders stark verändert hat sich dies an den Berufsfachschulen: Während Frauen im Jahr 2010 noch klar in der Minderheit waren, machen sie inzwischen rund 42 Prozent aus.
Beschäftigung an der Primarstufe
Nicht nur der grösste Frauenanteil findet sich auf der Primarstufe, sondern auch der grösste Anteil an Lehrpersonen insgesamt. Nahezu 55 Prozent aller Angestellten sind an einer Primarschule oder im Kindergarten tätig. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass die Primarstufe mit 8 Jahren den grössten Teil der obligatorischen Schulzeit ausmacht und andererseits, dass auf dieser Stufe am meisten Betreuungsarbeit geleistet wird.
Viele Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten in einem Teilpensum
Der Beschäftigungsgrad liegt im Durchschnitt bei 67 Prozent. Rund ein Viertel arbeitet Vollzeit und ein weiteres Viertel weniger als 50 Prozent. Teilzeitarbeit ist in diesem Beruf sehr verbreitet.
Die Zahlen weisen darauf hin, dass sich der Lehrberuf im Baselbiet verändert. Einerseits steigt das Durchschnittsalter vieler Lehrpersonen, andererseits nimmt der Frauenanteil auf fast allen Schulstufen seit Jahren zu. Aufgrund der bevorstehenden Pensionierungen und damit dem Ausscheiden von einem hohen Anteil männlicher Lehrpersonen, könnte es in Zukunft wichtig werden, diesen Beruf auch für Männer wieder attraktiver zu gestalten.
Lavinia Beck
Vorstand Starke Schule beider Basel
