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Frankreich verbietet TikTok & Co. für Kinder

Frankreich verbietet TikTok & Co. für Kinder

Frankreich erlässt ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat sind in der Verantwortung und müssen die Einhaltung des neuen Gesetzes sicherstellen, das voraussichtlich mit Beginn des Schuljahres im September 2026 in Kraft tritt. Frankreich führt damit die bisher strengste Regelung in westlichen Ländern ein. Zusätzlich wird ein striktes Handyverbot an den Schulen umgesetzt.

Die Nationalversammlung verabschiedete den Gesetzesentwurf mit überwältigender Mehrheit. Der Senat muss noch zustimmen, kann den Entscheid aber praktisch nicht mehr blockieren. Plattformen sollen technische Altersüberprüfungen einführen, bestehende Konten von unter 15-Jährigen könnten bis Ende 2026 deaktiviert werden. Dienste wie WhatsApp, E-Mail und Lernplattformen bleiben weiterhin nutzbar. Präsident Macron begründet das Gesetz mit dem Schutz von Kindern vor psychischen Problemen, Manipulation durch Inhalte und den negativen Effekten übermässiger Social-Media-Nutzung, darunter Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Suchtverhalten. Expertinnen und Experten betonen, dass ein Verbot nur wirksam ist, wenn Schulen, Eltern und Behörden die Regeln begleiten und alternative Treffpunkte für Jugendliche anbieten. (Vgl. Bericht der französischen Nationalversammlung über das Social‑Media‑Verbot unter 15 Jahren: https://www.berliner-zeitung.de/news/social-media-verbot-frankreich-parlament-stimmt-fuer-altersgrenze-von-15-jahren-li.10016099)

Immer mehr Länder schränken Social-Media ein

Frankreich geht damit weiter als andere Länder, die ebenfalls Einschränkungen prüfen oder umgesetzt haben: Australien hat bereits ein Verbot für unter 16-Jährige eingeführt, Grossbritannien plant Altersbeschränkungen, und Dänemark hat kürzlich ähnliche Regeln beschlossen. Gleichzeitig unterstützt das EU-Parlament ein europaweites Mindestalter für Social Media, wodurch nationale Gesetze wie in Frankreich vor EU-Gerichten bessere Chancen haben.

Das Handy-Verbot an französischen Schulen der Oberstufe wird ebenfalls eingeführt: Auf dem Schulgelände dürfen die Geräte nur noch eingeschränkt genutzt werden; ausserhalb der Schule bleibt die Nutzung erlaubt. Diese Massnahme ergänzt das Social-Media-Verbot, schützt aber die Jugendlichen nicht direkt vor den Risiken digitaler Plattformen.

Altersbeschränkungen schützen Kinder und Jugendliche

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) unterstützt klare Altersgrenzen für soziale Netzwerke. Sie schaffen einen Schutzrahmen in einer Lebensphase, in der Jugendliche besonders anfällig für sozialen Druck und die automatische Auswahl von Inhalten durch Plattformen sind. Altersgrenzen entlasten Schulen und Eltern und verhindern Überforderung. Sie sind ein wichtiger Schritt, um psychische Gesundheit zu sichern und digitale Risiken zu reduzieren.

Medienbildung muss begleitet werden

Regeln alleine genügen nicht. Schulen müssen Medienbildung vermitteln, damit Schüler/-innen lernen, wie soziale Netzwerke Inhalte automatisch auswählen und anzeigen, und wie sie sich selbst kritisch verhalten. Nur so können Jugendliche eigenständig und verantwortungsbewusst mit digitalen Medien umgehen. Für Baselland bedeutet das: Schulen brauchen klare Vorgaben, Ressourcen und Unterstützung, um Schutz und Bildung miteinander zu verbinden.

Politische Verantwortung übernehmen

Altersgrenzen und Medienbildung ergänzen sich: Regeln schützen, Bildung befähigt. Frankreich zeigt, dass politische Massnahmen notwendig sind, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Baselland hat jetzt die Chance, klare Richtlinien zu setzen, Schulen zu stärken und Jugendlichen einen sicheren Umgang mit digitalen Medien ab der fünften Primarklasse zu ermöglichen. Während den ersten vier Primarschuljahren soll auf den Einsatz digitaler Geräte im Klassenzimmer vollumfänglich untersagt werden. Die SSbB setzt sich dafür ein, dass der Schutz der Kinder verbessert wird und setzt mit der kantonalen Volksinitiative «Keine digitalen Geräte in den ersten vier Primarschuljahren» ein klares Zeichen.

Charlotte Höhmann
Vorstand Starke Schule beider Basel

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