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Gymnasialprüfung – Top oder Flop?

Gymnasialprüfung – Top oder Flop?

In einigen Kantonen gibt es Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium, in anderen (beispielsweise den beiden Basler Halbkantone) zählen ausschliesslich die Zeugnisnoten der letzten Sekundarklasse. Seit geraumer Zeit besteht rund um das Thema «Gymiprüfung» grosser Gesprächsbedarf. Die Meinungen sind gespalten: Sollen Aufnahmeprüfungen stattfinden, ausschliesslich die Zeugnisnoten vom letzten Sekundarschuljahr zählen oder gar auf beides verzichtet und durch eine verbale Beurteilung der Lehrpersonen ersetzt werden, die auch Sozialverhalten, Leistungspotenzial, Engagement usw. berücksichtigen?

Gymiprüfung in Kombination mit Zeugnisnoten bringt erhebliche Vorteile

Eine Gymiprüfung würde zweifelsohne einige Vorteile für das gesamte Bildungssystem mit sich bringen. Dabei sollte sie nicht alleine über den Übertritt von der Sekundarstufe ins Gymnasium entscheiden – darüber sind sich die meisten einig. Eine reine Momentaufnahme hätte ein zu grosses Gewicht. Dementsprechend wäre eine Kombination aus Gymiprüfung und Zeugnisnoten sinnvoll. So könnten beispielsweise die Zeugnisnoten aus dem zweiten und dem dritten Sekundarschuljahr sowie eine Aufnahmeprüfung je zu einem Drittel gewichtet werden.

Diese Ausgewogenheit zwischen langfristiger Leistung, die durch die Zeugnisnoten abgebildet wird, und der Momentaufnahme der Prüfung ergibt ein aussagekräftiges und relativ verlässliches Bild. Einer der wichtigsten Vorteile der Gymiprüfung ist die Objektivität, da alle Schüler/-innen dieselbe kantonale Prüfung absolvieren.

Dadurch entsteht nicht nur eine bessere Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Klassen, sondern auch zwischen den Lehrpersonen. Diese könnten durch eine solche Prüfung stärker motiviert werden, qualitativ hochwertigen Unterricht zu erteilen und grosse Diskrepanzen zwischen Zeugnisnoten (eher subjektiv) und Prüfungsresultate zu vermeiden.

Schliesslich ist eine solche Prüfung auch für die Schüler/-innen von Vorteil: Sie sammeln wertvolle Erfahrungen im Hinblick auf spätere Prüfungen, beispielsweise Maturitätsprüfungen oder Aufnahmeprüfungen (Numerus Clausus) an die Universität. Zudem müssen sie bei der Vorbereitung auf die Gymiprüfung viel Stoff repetieren und festigen, was insgesamt zu einer Leistungssteigerung führen kann.

Optionale Gymiprüfungen sind keine Lösung

Problematisch wäre jedoch eine Einführung einer freiwilligen Gymiprüfung für lediglich diejenigen Schüler/-innen, welche nicht die entsprechenden Zeugnisnoten an der Sekundarschule erreichten oder keine Empfehlung der Lehrperson für einen Übertritt ans Gymnasium erhielten. Dass diese Variante erhebliche Nachteile hat, zeigt das Beispiel im Kanton Basel-Landschaft beim Wechsel von der Primarstufe in die Sekundarstufe.

Erhalten die Primarschulkinder von ihrer Lehrperson nicht die gewünschte Empfehlung, können sie eine Übertrittsprüfung in Deutsch und Mathematik schreiben. Allerdings sind diese derart schwer, dass die Durchfallquote über 90% beträgt. Kritikerinnen und Kritiker gehen davon aus, dass die Prüfungen bewusst schwer gemacht werden, um so die Übertrittsempfehlung der Lehrpersonen zu bestätigen. Durch eine obligatorische Prüfung für alle Schüler/-innen könnte diese Problematik vermieden werden.

Nachteile einer Gymiprüfung können vernachlässigt werden

Eine Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium hätte unbestrittenermassen auch einige Nachteile: Insbesondere der organisatorische Mehraufwand wäre beträchtlich und würde Zeit und Geld kosten. Zudem wären sowohl Lehrpersonen als auch Schüler/-innen einem erhöhten Leistungsdruck ausgesetzt. Gerade auch Schüler/-innen, deren Eltern über wenig Ressourcen verfügen, würden bei der Prüfungsvorbereitung Nachteile haben.

Lena Bubendorf
Vorstand Starke Schule beider Basel

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