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In Basel-Stadt steht späterer Schulbeginn zur Diskussion

In Basel-Stadt steht späterer Schulbeginn zur Diskussion

Grossrat Laurin Hoppler (Junges Grünes Bündnis) reichte am 12. März eine Motion ein, welche die Sekundarstufen I und II, das Zentrum für Brückenangebote und die Berufsschulen im Kanton Basel-Stadt betreffen. Hoppler fordert den Regierungsrat dazu auf, direkt Massnahmen zur Einführung eines späteren Schulstarts zu ergreifen. Innert zwei Jahren soll dem Grossen Rat ein Ratschlag mit den notwendigen rechtlichen und organisatorischen Massnahmen zur Umsetzung unterbreitet werden.

Hoppler begründet seine Forderung mit verschiedenen Quellen, die belegen, dass sich bei Jugendlichen in der Pubertät der Schlaf-Rhythmus nach hinten verschieben würde. Deshalb sei es sinnvoll, den Unterricht am Morgen später zu beginnen, damit kein chronischer Schlafmangel und damit verbundene Konzentrations- und Motivationsschwierigkeiten entstehen.

Pilotprojekt in Gossau

Unter anderem würden die positiven Resultate der aktuellen Schweizer Studie an der Oberstufe Gossau in St. Gallen die Wirksamkeit und Chancen einer solchen Änderung zeigen. Dort hätten die Schüler/-innen seit drei Jahren die Möglichkeit ihren Schultag zwischen 07:30 Uhr und 08:30 Uhr zu beginnen. Es gibt also eine Art Einlauflektion, in der die Lehrperson zur Verfügung steht, jedoch grundsätzlich selbstständig gearbeitet wird. Die Schüler/-innen berichten von mehr Motivation, weniger Stress und besserer Konzentration.

Nicht nur die verbesserte Konzentration und damit einhergehend vermutlich grössere Lernerfolge und effizienterer Unterricht lassen dieses Modell attraktiv scheinen, sondern auch die Verbesserung der psychischen Gesundheit durch weniger Stress und mehr Motivation. Obwohl eine solche Änderung grossen administrativen Aufwand bedeuten würde, überwiegen laut Hoppler die Vorteile deutlich.

Gossauer Modell hat erhebliche Nachteile

Die Nachteile dieses Gossauer Modells sind erheblich: Beispielsweise stellt sich die Frage, wo die 5 «verlorenen» Morgenlektionen eingebaut würden. Sie können ja nicht einfach wegfallen, sondern müssen im Laufe des Tages nachgeholt werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Mittagspause wird um eine Lektion auf nur noch 45 Minuten reduziert, was zur Folge hat, dass viele Schüler/-innen über Mittag nicht mehr nach Hause gehen können. Eine andere Option ist, den freien Nachmittag zu streichen. Dies hätte zur Folge, dass die Schüler/-innen dann jeweils am Mittwochnachmittag Schule hätten und die häufig an diesem Nachmittag durchgeführten sportlichen Aktivitäten in einem Verein nicht mehr möglich wären. Auch ein Unterricht am Nachmittag bis um 17 Uhr würde häufiger vorkommen. Hoppler übersieht diese negativen Folgen offensichtlich.

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) lehnt das Gossauer Modell ab

Die SSbB erachtet es als unabdingbar, dass eine Einführung einer Einlauflektion und eines späteren Schulstarts nur in Sekundarschulen erfolgen darf, die beide Modelle (Schulstart wie bisher und Schulstart eine Lektion später) anbieten und bei denen die Schüler/-innen frei wählen können, in welches Modell sie eingeteilt werden möchten. Denn die Vereinbarkeit mit Hobbies und gemeinsamen Mittagessen mit der Familie sind oftmals sehr wichtig. Die SSbB lehnt das Gossauer-Modell dezidiert ab.

Lena Bubendorf
Vorstand Starke Schule beider Basel

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