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Landratssitzung vom 12. Februar: Jede Menge Bildungsgeschäfte

Landratssitzung vom 12. Februar: Jede Menge Bildungsgeschäfte

An der kommenden Landratssitzung stehen mehrere spannende Bildungsgeschäfte auf der Traktandenliste. Die Geschäfte betreffen zentrale Fragen der Volksschule, der Berufsbildung und der Lehrpersonenausbildung und sind für die Weiterentwicklung des Bildungswesens im Kanton Basel-Landschaft von Bedeutung.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung der «Bildung für nachhaltige Entwicklung», also einer stärkeren Integration von Nachhaltigkeitsthemen in die Lehrpersonenausbildung an der Pädagogischen Hochschule. Weitere Vorstösse befassen sich mit der rechtlichen Lage von Erziehungsberechtigten und Schüler/-innen im Schulalltag, dem wenig erfolgreichen Frühfranzösisch an den Primarschulen, dem Umgang mit personenbezogenen Daten, der Sicherheit und Krisenfestigkeit von Schulgebäuden, dem Sprachgebrauch an Volksschulen sowie pädagogischen Modellen wie Teamteaching. Auch Massnahmen zur Attraktivität der dualen Berufsbildung und Vorschläge zur Beteiligung von Schüler/-innen an gesellschaftlichen Fragen stehen auf der Liste.

Diese Traktanden geben einen guten Überblick über aktuelle bildungspolitische Herausforderungen – von Unterrichtsqualität über Infrastruktur bis zur Mitwirkung von Jugendlichen in der Schule und Gesellschaft. Im Folgenden die Bildungstraktanden im Detail

2025/235 – BNE‑Förderung an der Pädagogischen Hochschule der FHNW

In der Interpellation von Landrätin Natalie Oberholzer (SP) geht es um die Frage, wie die «Bildung für nachhaltige Entwicklung» (BNE) an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) gefördert und umgesetzt wird. Der Regierungsrat legt in seinen Erläuterungen dar, wie BNE bereits heute in die Studienprogramme für angehende Lehrpersonen integriert ist, welche Unterstützungs- und Weiterbildungsangebote es im Bereich BNE gibt und welche Weiterentwicklungen geplant sind. Zudem erklärt der Regierungsrat, wie Studierende BNE-Kompetenzen erwerben und wie Lehrpersonen für die Vermittlung dieser Kompetenzen ausgebildet werden.

2025/239 – Pflichten der Erziehungsberechtigten sowie der Schülerinnen und Schüler

Bei diesem Postulat von Landrat Ernst Schürch (SP) geht es darum, die Pflichten von Eltern sowie von Schüler/-innen in der Volksschule klarer zu regeln und die Verantwortung aller Beteiligten im Schulalltag zu stärken.

Position der SSbB: Klare und verständliche Regeln sind wichtig, damit Eltern sowie Schüler/-innen wissen, was von ihnen erwartet wird. So können Konflikte vermieden und der Unterricht entlastet werden. Eine konsequente Umsetzung stärkt die Lernkultur, unterstützt die Lehrpersonen und fördert die Eigenverantwortung der Lernenden.

2025/258 – Abschaffung Frühfranzösisch auf der Primarstufe

Beim Postulat von Anita Biedert‑Vogt (SVP) geht es um den Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe und die Frage, ob Schüler/-innen bereits in jungen Jahren zwei Fremdsprachen lernen sollen. Der Vorstoss verlangt, den frühen Französischunterricht zugunsten eines späteren Einstiegs zu überdenken. Thematisiert werden insbesondere die Auswirkungen des Frühfranzösisch neben Englisch betreffend Motivation, Lernbelastung und Lernerfolg der Schüler/-innen. Ebenfalls geprüft wird, wie sich der Unterricht auf die Entwicklung grundlegender Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen auswirkt.

Position der SSbB: Die SSbB befürwortet nur eine Fremdsprache auf der Primarstufe. Zwei Fremdsprachen überlasten viele Schüler/-innen und können die Entwicklung zentraler Kompetenzen wie Deutsch und Mathematik beeinträchtigen. Englisch soll weiterhin auf der Primarstufe unterrichtet werden jedoch Französisch erst auf der Sekundarstufe, wo die Lernenden reifer sind und der Unterricht intensiver und niveaugerecht gestaltet werden kann.

2025/262 – Datenschutz an Schulen: Klassenlisten

Bei dieser Motion von Landrat Pascal Ryf (Die Mitte) geht es um den Datenschutz an den Schulen, insbesondere darum, wie personenbezogene Daten von Schüler/-innen datenschutzkonform verarbeitet und geschützt werden können. Anlass für die Motion ist die Diskussion darüber, in welchem Rahmen Klassenlisten und andere persönliche Informationen an Lehrpersonen oder externe Partner weitergegeben werden dürfen und wie dabei die Privatsphäre gewahrt bleibt. Ziel ist ein datenschutzgerechtes Vorgehen, das sowohl die Sicherheit der Daten als auch den praktischen Einsatz im Schulalltag berücksichtigt.

2025/261 – Sicherheit und Krisenfestigkeit an Baselbieter Schulen

Beim Postulat von Landrat Dominique Erhart (SVP) wird eine Überprüfung der Sicherheit an allen Schulstandorten im Kanton Basel‑Landschaft gefordert. Dazu gehören physische Schutzmassnahmen, Notfall‑ und Krisenpläne sowie psychosoziale Unterstützung für Schüler/-innen und Mitarbeitende, damit Schulen für unerwartete Situationen besser gerüstet sind.

2025/264 – Sicherstellung der Attraktivität der dualen Berufsbildung

Bei der Motion von Marc Scherrer (Die Mitte) geht es um die Stärkung und Verbesserung der dualen Berufsbildung im Kanton Basel‑Landschaft. Die Motion fordert Massnahmen, um Lehrbetriebe zu fördern, Ausbildungsbedingungen zu optimieren und Chancengleichheit zwischen schulischen und beruflichen Bildungswegen zu gewährleisten.

2026/32 – Nichtformulierte Initiative «Kein Gendern an Baselbieter Volksschulen»

Bei dieser nichtformulierten Initiative der SVP geht es darum, dass an den Volksschulen des Kantons keine Genderzeichen oder Sonderzeichen innerhalb von Wörtern verwendet werden sollen. Ziel der Initiative ist, die Unterrichtssprache zu vereinfachen und den Lesefluss zu betonen.

Position der SSbB: Geschlechtergerechte Sprache trägt dazu bei, dass alle Geschlechter sichtbar werden und eine respektvolle, zeitgemässe Lernumgebung entsteht. Wenn konsequent gegendert wird, gewöhnt sich das Hirn daran und der Lesefluss wird somit nicht gestört.

2025/372 – Teamteaching als Modell für die Zukunft?

Bei dieser Interpellation von Miriam Locher (SP) wird die Regierung gebeten, darzulegen, wie Teamteaching im Unterricht eingesetzt werden kann. Ziel ist es, Chancen, mögliche Herausforderungen, erforderliche Ressourcen und Auswirkungen auf Lernziele und Unterrichtsqualität zu erläutern.

2025/260 – Sicherer Schulweg: Tempo 30 beim Schulhaus in Allschwil

Das Postulat der Fraktion Die Mitte verlangt, vor dem Schulhaus an der Schönenbuchstrasse Tempo‑30‑Zonen einzurichten, um den Schulweg für die Schüler/-innen sicherer zu gestalten.

2025/298 – Hitzemonitoring an den kantonalen Schulen

Das Postulat von Landrat Jan Kirchmayr (SP) verlangt, dass Schulen mit Systemen zur kontinuierlichen Überwachung der Raumtemperaturen ausgestattet werden, um die Gesundheit der Schüler/-innen auch bei hohen Temperaturen zu schützen. Hintergrund ist, dass die Temperaturen in Klassenzimmern im Sommer zunehmend stark ansteigen und das Wohlbefinden sowie die Konzentrationsfähigkeit der Lernenden beeinträchtigen können. Mit dem Hitzemonitoring soll der Regierungsrat prüfen, an welchen Standorten besondere Belastungen auftreten und welche Massnahmen zur Verbesserung des Raumklimas nötig sind.

Lena Bubendorf
Vorstand Starke Schule beider Basel

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