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Die Pädagogische Hochschule verfehlt ihren Kernauftrag

Die Pädagogische Hochschule verfehlt ihren Kernauftrag

Die Öffentlichkeit finanziert die Pädagogische Hochschule (PH) mit Steuergeldern, damit sie fähige Lehrpersonen hervorbringt. Doch wenn Berufseinsteigende zentrale Grundlagen ihres Berufs erst im Klassenzimmer lernen müssen, ist die Ausbildung ungenügend. Während an der Hochschule viel geforscht und noch mehr reflektiert wird, müssen die Schulen ausbaden, was im Studium offenbar zu kurz kommt. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Die PH muss endlich erklären, weshalb ihr eigentlicher Auftrag nicht konsequent im Zentrum steht.

Die Kritik an der Lehrerbildung ist keineswegs neu. Studierende und erfahrene Lehrpersonen beklagen seit Jahren die mangelnde Praxisnähe. Auch die Starke Schule beider Basel (SSbB) und der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) weisen wiederholt auf Defizite hin.

Steuergeld ist kein Freipass für akademischen Selbstzweck

Forschung und Reflexion haben ihren Platz, dürfen aber nicht wichtiger werden als die praktische Ausbildung. Entscheidend ist nicht, wie viele Forschungsprojekte durchgeführt werden, sondern ob die Absolventinnen und Absolventen den Anforderungen des Schulalltags gewachsen sind.

Besonders fragwürdig ist, dass angehende Lehrpersonen teilweise von Dozierenden ausgebildet werden, deren eigene Unterrichtserfahrung gering ist oder Jahrzehnte zurückliegt. Wer Studierende in Fachdidaktik und Klassenführung unterrichtet, muss wissen, wie der heutige Schulalltag funktioniert. Wissenschaftliche Qualifikationen genügen bei Weitem nicht. Wer Fachdidaktik unterrichtet, muss über langjährige, erfolgreiche Unterrichtserfahrung auf der entsprechenden Schulstufe verfügen und auch während der Anstellung an der PH weiterhin selbst unterrichten. Nur so bleibt die Ausbildung eng mit der heutigen Schulpraxis verbunden.

Auch Praktika dürfen nicht dazu dienen, fehlende Praxisnähe im Studium zu kaschieren. Praxislehrpersonen können nicht neben ihrem regulären Unterricht sämtliche Ausbildungslücken schliessen. Die Schulen sind keine Reparaturwerkstätten für eine unzureichende Lehrerausbildung.

Die PH muss liefern, nicht länger beschwichtigen

In der SRF-Sendung «SonntagsZeitung Standpunkte» vom 11. Oktober 2026 kritisierte LVB-Präsident Philipp Loretz die Prioritäten der Pädagogischen Hochschulen. Auch politische Vorstösse der Grünen und der SP Baselland verlangen mehr Praxisbezug und konkrete Verbesserungen. Die PH muss diese Kritik ernst nehmen und ihre Ausbildungsqualität grundlegend überprüfen.

Nun sind die Trägerkantone gefordert. Sie müssen verbindliche Anforderungen an die Qualifikation und Unterrichtserfahrung der Fachdidaktik-Dozierenden festlegen, die praktische Ausbildung stärken und die Ausbildungsqualität systematisch kontrollieren.

Die Konsequenzen einer unzureichenden Ausbildung tragen Berufseinsteigende, ihre Kollegien und letztlich die Schüler/-innen. Sie alle haben Anspruch auf eine Lehrerausbildung, die ihren Namen verdient. PH schuldet der Öffentlichkeit Ergebnisse und nicht Ausreden.

Aleyna Kara
Sekretariat Starke Schule beider Basel

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