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Lehrberuf attraktiv für alle gestalten

Lehrberuf attraktiv für alle gestalten

Der Lehrberuf hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Die Anforderungen sind gestiegen, die Aufgaben der Lehrpersonen haben sich erweitert und auch die Zusammensetzung der Lehrerschaft hat sich verändert. Heute unterrichten deutlich mehr Frauen als Männer. Diese Entwicklung ist weder positiv noch negativ zu bewerten. Dennoch wirft sie Fragen auf: Woher kommt diese Entwicklung und weshalb erscheint der Lehrberuf für Menschen beider Geschlechter heute unterschiedlich attraktiv? Und welchen Einfluss hat diese Entwicklung, besonders auf die Schüler*innen?

Eine Entwicklung mit verschiedenen Ursachen

Dass heute mehr Frauen als Männer im Lehrberuf tätig sind, ist kein neues Phänomen. Über viele Jahre hat sich die Zusammensetzung der Lehrerschaft schrittweise verändert. Es handelt sich jedoch um eine Entwicklung mit historischen Wurzeln. Schon früh galt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als eine Aufgabe, die besonders Frauen zugeschrieben wurde. Der pädagogische Bereich wird noch heute als eher weiblich klassifiziert. Gleichzeitig gehörte der Lehrberuf damals zu den wenigen Berufen, die Frauen bereits zu einer Zeit verrichten durften, als ihnen viele andere Berufswege noch nicht offenstanden. So entwickelte sich der Lehrberuf über Jahrzehnte zu einem zunehmend weiblich geprägten Berufsfeld.

Warum setzt sich diese Entwicklung fort?

Die historische Entwicklung allein erklärt jedoch nicht, weshalb der Frauenanteil bis heute weiter zunimmt und insbesondere auf der Primarstufe immer weniger Männer unterrichten. Neben gesellschaftlichen Veränderungen haben sich auch die Anforderungen an den Lehrberuf stark gewandelt. Administrative Arbeiten, Elterngespräche, integrative Schulmodelle und zahlreiche weitere Aufgaben gehören heute selbstverständlich zum Berufsalltag. Die steigende Arbeitsbelastung und die wachsende Verantwortung machen den Beruf insgesamt anspruchsvoller und beeinflussen seine Attraktivität. Dies könnte ein Grund dafür sein, weshalb sich heute weniger Männer, aber auch insgesamt weniger junge Menschen, für den Lehrberuf entscheiden.

Bedeutung dieser Entwicklung heute

Die hohe Zahl an Lehrerinnen ist grundsätzlich weder positiv noch negativ zu bewerten. Gute Lehrpersonen zeichnen sich unabhängig von ihrem Geschlecht durch Fachkompetenz, Engagement und pädagogisches Geschick aus. Gleichzeitig kann eine vielfältige Lehrerschaft den Schulalltag bereichern. Schüler*innen profitieren davon, unterschiedlichen Persönlichkeiten und Lebenswegen zu begegnen. Weibliche und männliche Bezugspersonen können dabei unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen einbringen. Gleichzeitig entstehen dadurch vielfältige Vorbilder, die den Schüler*innen unterschiedliche Zukunftsperspektiven aufzeigen zu können.

Ziel sollte deshalb nicht sein, den Frauenanteil oder den Männeranteil künstlich zu verändern, sondern den Lehrberuf insgesamt wieder attraktiver zu gestalten und so auch dem landesweiten Lehrpersonenmangel entgegenzuwirken.

Lavinia Beck
Vorstand Starke Schule beider Basel

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