Starke Schule beider Basel

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News

  • Freitag, September 06, 2019

    Nein zum lohnwirksamen Beurteilungssystem

    Gegen die vom Regierungsrat und Landrat im Frühjahr 2019 entschiedene Umstellung eines neuen Lohnsystems bei Lehrpersonen wehren sich die Schulleitungen des Kantons.

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  • Montag, August 26, 2019

    Initiative ist zustande gekommen

    Die Landeskanzlei hat es bestätigt: Die formulierte Initiative "Die gigantische und unerfüllbare Anzahl von 3'500 Kompetenzbeschreibungen in den Lehrplänen auf ein vernünftiges Mass reduzieren" ist mit 1'845 gültigen Unterschriften zustande gekommen.

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Zu wahr um schön zu sein

    
 

Leserbrief

Unterrichten macht Spass

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schultag?

Diese Woche starten im Kanton Basel-Landschaft über 30'000 Schülerinnen und Schüler in ein neues Schuljahr. Zirka 5500 Kinder beginnen mit dem ersten Kindergartenjahr oder starten mit der ersten Klasse in der Primarschule. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine leicht steigende Tendenz der Schülerzahl festzustellen.

Der Eintritt in die Volksschule ist ein wichtiger Abschnitt im Leben eines Kindes.

Nicht nur für Schülerinnen und Schüler beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt auch viele Lehrpersonen starten mit frischen Klassen und an neuen Arbeitsorten.

Dank dem grossen Einsatz der Schulleitungen und der intensiven Suche nach geeignetem Personal während der Sommerpause konnten die im Juni noch fehlenden über 60 Lehrpersonen gefunden und die freien Stellen besetzt werden.

Leider wird sich der Lehrermangel auf der Primarstufe in den nächsten Jahren zuspitzen, denn es stehen grosse Pensionierungswellen bevor. Ähnliches gilt für das fehlende Personal in der Heilpädagogik. Auch in diesem Bereich werden viel zu wenig Berufsleute ausgebildet. Tatsache ist, dass früher eine Klassenlehrperson alle Fächer unterrichtete. Heute dürfen Studierende gewisse Fächer abwählen. Das heisst konkret, dass z. B. die Fächer Französisch oder Englisch, Sport, Werken oder Musik, nicht beleget und später nicht unterrichtet werden müssen. Folglich müssen diese Fächer durch ausgebildetes Fachpersonal abgedeckt werden. Schulleitungen stellt es vor zusätzliche Herausforderung diese kleinen Pensen mit adäquat ausgebildetem Personal zu besetzen.

Was bedeutet dies für die Zukunft?

Um diese drohende Personallücke an den Schulen aufzufangen, muss der Kanton weit mehr Studierende an den Fachhochschulen ausbilden. Ausserdem muss der Lehrerberuf attraktiver werden. Die Ausbildung muss vermehrt so gestaltete werden, dass die Studierenden konkret auf ihren Berufsalltag vorbereitet werden und die unnütze Akademisierung mit sogenannten wissenschaftlichen Arbeiten gestoppt wird. Gerade wegen dieser Akademisierung hat das Image des Lehrerberufes in den letzten Jahren stark gelitten.

Der Tiefpunkt war für mich da erreicht, als Studierende ihre Prüfungslektion vor der Klasse selber filmen, im Nachhinein den Film anschauen und die erteilte Lektion als schriftliche Arbeit reflektieren mussten. Diese verwerfliche Praxis, welche die Arbeit der Studierenden gering schätzte, wurde erst abgeschafft, als sich Dozenten über die vielen geleisteten Überstunden, für das Lesen der Arbeiten und Anschauen der Filme, zur Wehr setzten.

Zwar hinterlassen die vielen Schulreformen der vergangenen Jahre, die intensivierte Arbeit im Team mit Fachlehr- und Assistenzpersonal, Rücksprachen mit Heilpädagogen über Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen etc. im Arbeitsalltag einer Klassenlehrperson ihre Spuren.

Trotz allem freuen wir uns heute mit allen Schülern über den geglückten Schulstart und konzentrieren uns künftig auf das Wesentliche, das Unterrichten, denn das macht Spass.

Regina Werthmüller, Landrätin parteilos, Musik- und Bewegungslehrerin


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Stopp dem Verheizen von Schüler/-innen: Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt

Die nichtformulierte Volksinitiative, welche die Starke Schule im Oktober 2015 lancierte, verlangt erstens den Ausstieg aus dem Passepartout-Projekt, zweitens, dass die Passepartout-Lehrmittel Clin d’oeil, Mille feuilles und New World nicht mehr eingesetzt werden und drittens, dass der Fremdsprachenunterricht klar strukturiert, aufbauend und nach dem pädagogischen Grundprinzip «Die Schüler/-innen von einfachen zu schwierigen Anforderungen zu führen» erfolgt. Da die Initiative unformuliert ist, hat die Regierung nun eine Umsetzungsvorlage ausgearbeitet. Diese enthält eine beschränkte Lehrmittelfreiheit: Die Lehrpersonen können aus einer Liste dasjenige Lehrmittel auswählen, mit welchem sie die Schüler/-innen am besten fördern können. Sowohl die Bildungsdirektion, der Bildungsrat, AKK, LVB, die Mitglieder der Task Force und die Starke Schule beider Basel befürworten diese pragmatische Lösung. Indem der Bildungsrat eine Lehrmittelliste mit mehreren anerkannten Lehrmitteln zusammenstellt, aus welcher Lehrpersonen frei wählen können, wird dafür gesorgt, dass Lehrpersonen auch ohne die Passepartout-Lehrmittel unterrichten können. Die angestrebte Lehrmittelfreiheit ist eine Forderung, welche die Starke Schule seit langer Zeit anstrebt. Erfreulich ist, dass die Lehrmittelfreiheit nicht nur für die Fremdsprachenfächer, sondern auch für sämtliche andere Fächer gelten soll.

Am 24. November 2019 können die Stimmberechtigen im Kanton Basel-Landschaft über diese Vorlage abstimmen. Die Starke Schule beider Basel empfiehlt ein JA.

 

Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern

Die formulierte Volksinitiative verlangt, dass der Unterricht auf der Sekundarstufe 1 in sämtlichen Promotionsfächern in drei Leistungsniveaus getrennt erfolgt. Die Bildungsdirektion hat einen sinnvollen Gegenvorschlag zu dieser Initiative ausgearbeitet, der von der Starken Schule als pragmatische Kompromisslösung befürwortet wird. Dieser unterscheidet die Schulfächer und deren Unterrichtsformen so, dass Pflichtfächer (z.B. Deutsch, Französisch, Mathematik, Englisch, Geografie, Geschichte, Physik, Chemie etc.) immer im Klassenverband und damit nicht durchmischt unterrichtet werden. Wahlpflichtfächer (z.B. Italienisch, Latein, MINT, Werken, Gestalten etc.) können in Ausnahmefällen in benachbarten Niveaus (A-E, E-P) gemischt unterrichtet werden. Eine solche Ausnahmeregelung wäre, wenn durch die Durchmischung ein zusätzlicher Kurs zustande kommt. Eine Ausnahme ist das Pflichtfach Sport, welches bereits heute niveaugemischt unterrichtet wird. Dies soll auch weiterhin ohne Einschränkung möglich sein.

Die Starke Schule befürwortet auch diese Vorlage (Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Initiative) und empfiehlt den Stimmberechtigten am 24. November 2019 ein JA in die Urne zu legen.