Starke Schule beider Basel (SSbB)

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News

  • Dienstag, Juli 16, 2024

    Handyverbot im Klassenzimmer

    In Italien sind Handys in den Klassenzimmern seit einem Erlass von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verboten. Dies soll der Erhöhung der Unterrichtsqualität führen. Zudem müssen trotz Benutzung von Tablets und Laptops die Aufgaben in einer analogen Agenda eingetragen werden. Ob eine solche Regelung den gewünschten Zweck erfüllt ist umstritten. (lb)

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  • Dienstag, Juni 18, 2024

    Lernbegleitung für EBA Lehrlinge

    Es gibt viele Lehrlinge, die unter Geldproblemen, Lernbehinderungen oder Problemen am Arbeitsplatz leiden. Die Lehrlinge, die zurzeit eine zweijährige berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA) absolvieren, haben die Möglichkeit bei Bedarf auf eine fachkundige individuelle Begleitung (fiB) zurückzugreifen. (ch)

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  • Samstag, Juni 15, 2024

    Zentrum für Frühförderung in Baselstadt stark ausgelastet

    Am Zentrum für Frühforderung (ZFF) werden Kinder von Null bis vier Jahren in der Logopädie und Heilpädagogik unterstütz. Viele Kindergärtner/-innen haben heutzutage schon mit vier Jahren Bildungslücken aufgrund von Armut, engen Wohnverhältnissen oder psychischem Leiden der Eltern. (ch)

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  • Mittwoch, Mai 29, 2024

    Studierendenzahlen der Pädagogischen Hochschulen steigen

    In Zeiten des grossen Lehrpersonenmangels sind dies erfreuliche Nachrichten: Mehrere Pädagogische Hochschulen der Schweiz melden, dass im Vergleich zum Vorjahr mehr Personen die Ausbildung zur Lehrperson in Angriff nehmen. Da schlussendlich aber nicht alle im Klassenzimmer stehen und unterrichten, bleibt die Situation in den Schulen nach wie vor angespannt. (ai)

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  • Sonntag, Mai 19, 2024

    Hygienekits an öffentlichen Schulen

    Im September 2021 reichte Landrätin Miriam Locher ein Postulat ein für eine kostenlose und niederschwellige Abgabe von Hygieneartikel an öffentlichen Schulen. Die jetzige Regelung, dass Tampons und Binden nur auf Anfrage bei der Lehrperson oder beim Sekretariat herausgegeben werden, wenn die Produkte überhaupt vorhanden sind, ist ungenügend. (ch)

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  • Samstag, Mai 18, 2024

    Massnahme gegen heisse Klassenzimmer

    Im Sommer kommt es oft vor, dass Klassenzimmer so heiss werden, dass die Schüler/-innen dem Unterricht kaum mehr folgen können. Die Ergebnisse einer Studie im letzten Jahr im Baselbiet sind erschreckend: Temperaturen von bis zu 42 Grad Celsius wurden gemessen. Da eine Klimatisierung in öffentlichen Gebäuden (z.B. Schulhäuser) verboten ist, fordert nun ein Vorstoss von Landrat Jan Kirchmayr, dass anderen Massnahmen ergriffen werden. (ch)

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Leserbriefe & Gastbeiträge

Auf dieser Seite können Sie Leserbriefe lesen, die von Mitgliedern und Unterstützern der Starken Schule in Zeitungen publiziert wurden.

Kommentare zur Abstimmung vom 24. November 2019

Saskia Schenker, Landrätin FDP: "Mutige und lösungsorientierte Initianten und unsere mutige und lösungsorientierte Bildungsdirektorin Monica Gschwind haben mit ihrem Vorschlag der Lehrmittelfreiheit überdeutliche Zustimmung erhalten – herzliche Gratulation! Und nicht nur das: Das Baselbiet erzielt damit schweizweit Wirkung, wie die aktuellen Diskussionen zeigen."

Matthias von Dach, Gymlehrer: "Ein deutliches Verdikt der Baselbieter Stimmberechtigten: 85% sagen Ja zu einer geleiteten Lehrmittelfreiheit. Es war ein langer Kampf gegen ein Lehrmittel und eine Fremdsprachen-Pädagogik, die von Beginn weg auf grossen Widerstand gestossen ist. Trotzdem machten die Verantwortlichen weiter. Nun gut, es macht ja auch keinen Sinn, nach ein paar anfänglichen Unkenrufen ein System gleich wieder über Bord zu werfen, obwohl die in diesen Lehrmitteln propagierte Pädagogik anderorts ja bereits getestet und wieder verworfen worden war. Vielleicht würde ja das eigens für die Schweizer Schulen entworfene und dementsprechend teure Lehrmittel erfolgreicher... Durchhalteparolen, Verweis auf die später zu erfolgende Evaluation, Desavouierung der Kritiker, Ignoranz oder Schlechtreden von Hochschulstudien... etc.; die Versuche der verantwortlichen Erziehungsdirektoren, das Projekt zu retten sind vielfältig geweseg. Zuletzt wurde auf eine bereits laufende Überarbeitung und Ergänzung des Lehrmittels verwiesen. Danach der bildungspolitische Overkill mit den vernichtenden Resultaten zum Misserfolg des Projekts. Auch hier wurde noch ein letzter Versuch unternommen, eine Publikation der Ergebnisse zu verhindern, erfolglos. Die Bevölkerung hat die Zeichen erkannt und nun ein klares Verdikt gesprochen, jedenfalls im Baselbiet."

André Fritz, Co-Präsident EVP Birsfelden-Muttenz: "Ein Schelm, wer behauptet, die Starke Schule beider Basel übertreibe es mit extremen Bildungsinitiativen. Tatsache ist, dass diese Bildungsbewegung immer wieder mitarbeitet an tragfähigen und qualitativ guten Kompromissen im Bildungsbereich." 

Cyrille Hagen, Sekundarlehrer: "Ein neuer Start, eine neue Chance. Nun heisst es nach vorne schauen, danke ans Stimmvolk."

Paul Wenger, e. Landrat SVP, Reinach: "Ganz herzlichen Dank für euren unermüdlichen Einsatz zu zwei sehr wichtigen Bildungsfragen. Endlich, muss ich sagen, ist es gelungen, dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenkonzept den Stecker zu ziehen und eine untaugliche Ideologie durch ein sehr vernünftiges Konzept zu ersetzen. Auch die geleitete Lehrmittelfreiheit ist sehr zu begrüssen und in der heutigen Zeit mehr als vernünftig. Ich frage mich einfach, wer eigentlich für die millionenteuren Ausgaben die Verantwortung übernimmt? Viele der hochbezahlten Bildungstheoretiker in Verwaltung und Politik müssten jetzt den Hut nehmen. Und auch mit dem niveaugetrennten Unterricht hat es geklappt. Eine Selbstverständlichkeit, über die ich mich sehr freue wird Realität. Ohne die eiserne Beharrlichkeit und professionellen Arbeit der Starken Schule beider Basel des gesamten Vorstandes und den vielen aktiven Helfer/-innen wäre dies nie Wirklichkeit geworden." 

Florence Brenzikofer, Sekundarlehrerin, Landrätin Grüne: "Ich freue mich über die deutliche Annahme der beiden Bildungsvorlagen. Zukünftig kann ich als Französischlehrerin individuell entscheiden, welches Lehrmittel ich von der Lehrmittelliste für meinen Unterricht verwende. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich mache die Erfahrung, dass ich im Niveau A, E oder P nicht dasselbe Material einsetze. Zukünftig kann ich bereits bei der Lehrmittelwahl differenzieren."

Hanspeter Amstutz, pensionierter Lehrer: "Das Resultat ist ein Sieg für die Starke Schule beider Basel und die direkt betroffenen Kinder. Es ist auch ein Sieg für die Baselbieter Lehrerschaft, die in Schulfragen das Heft in die Hand genommen und viel Mut bewiesen hat. Dieser Sieg der pädagogischen Vernunft kann wegweisend für eine praxisnähere Bildungspolitik in der ganzen Schweiz werden."

Marc Schinzel, Landrat FDP: "Nach dem didaktischen Debakel nun das überdeutliche Debakel an der Urne. Das Sprachbad-Konzept Passepartout geht baden. Diese Benotung durch die Baselbieter Stimmberechtigten ist verdient. Besser spät als nie - Byebye Passepartout! Brutaler könnte die Abstrafung für Passepartout kaum mehr sein. Nur noch ca. 15% Zustimmung im Baselbiet. Die anderen möchten die Badewanne lieber zuhause nutzen und nicht tatenlos zusehen, wie ihre Kinder im “Fremdsprachen-Bad“ untergehen. Mit dem heutigen Entscheid öffnet Baselland den Weg für einen inhaltlich und didaktisch gut strukturierten Fremdsprachenunterricht und verabschiedet sich von ideologischen Experimenten auf dem Rücken der Kinder. Wann ziehen andere Kantone nach? ByeBye Passepartout!"

Eva Abt, Bellinzona: "Herzlichen Glückwunsch! Wie wunderbar: Eine kleine Gruppe standhafter, engagierter Leute, denen vor allen Dingen das Wohl unserer Kinder am Herzen liegt, hat sich gegen eine finanzstarke, Medien unterstützte Ideologie durchgesetzt! Möge dieser Sieg schweizweit Früchte tragen!" 

Béatrix de Sury d’Aspremont, Landrätin CVP: "Ich hoffe, dass nun Abstimmungen zum Thema Bildung seltener werden, Ruhe in die Schulen einkehrt und dass unsere Schüler/-innen von den beiden angenommenen Lösungen profitieren werden. Die neuen Bestimmungen ergänzen die komplexe Bildungslandschaft sinnvoll."

Daniel Vuilliomenet, Sekundarlehrer: "Passe Partout? Non! Absolument pas! Le peuple a décidé. Et maintenant: Rien ne passe plus. Et ça c`est formidable. Bravo!"

Andreas Müller, Berufswahllehrer: "Ich weine dem Projekt Passepartout keine Träne nach. Endlich weg. Es ist nun an der Zeit, fortschrittlicher zu denken und handeln."

Pascal Ryf, Landrat CVP: "Ein klarer Entscheid des Stimmvolkes für das Ende des gescheiterten Passepartout-Projektes. Den Lehrpersonen wird mit der neu geltenden Lehrmittelfreiheit die Kompetenz zuteil, ihren Unterricht pädagogisch freier zu gestalten. Der schrittweise Aufbau von Grammatik, Wortschatz und Orthografie ermöglicht es den Kindern, eine Fremdsprache wieder systematisch und mit klaren Strukturen zu lernen – anstatt im Sprachbad unterzugehen.

Dr. Riccardo Bonfranchi (MAE), Heilpädagoge, Ethiker: "Es gibt eine unendliche Vielzahl menschlicher Daseinsformen. Einige Schüler können das besser, andere jenes. Es ist eine Bagatellisierung und damit auch eine Trivialisierung, dies negieren zu wollen. Menschen, die immer unterschiedlich sind, können nicht in einen Topf geschmissen werden. Wenn es dann auch noch um ein intellektuelles Vorhaben geht, wie es Schule darstellt, verkommt diese Gleichmacherei zu einem Chaos, das letztendlich niemandem nützt, aber Vielen schadet. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass der Kompromiss- bzw. Gegenvorschlag der Regierung, dass Pflichtfächer nicht durchmischt werden, mit grossem Mehr angenommen wurde. Dies auch dank der Initiative des Vereins ‘Starke Schule beider Basel’."

Urs Kalberer, Sekundarlehrer: "Danke, Baselland! 84,8 %! Ein wegweisender Entscheid auch für andere Kantone und ein Erfolg für Eltern, Schulkinder und Lehrkräfte. Nun liegt es an den Lehrern, die errungenen methodischen Freiheiten auch sinnvoll zu nutzen. Packen wir’s an!"

Paul Hofer, e. Landrat FDP: "Volkswillen konsequent umsetzen!"

Alain Pichard, Sekundarlehrer, Orpund, Redaktor des Condorcet-Blogs: "Mit der Lehrmittelfreiheit beschreitet der Kanton Baselland einen wichtigen Schritt in Richtung innovativer und zeitgemässer Schule. Es ist kein Zufall, dass dieser Sieg an der Urne im Kanton Baselland stattfand. Ein widerständiger Lehrerverband, eine starke reformkritische Bewegung und eine diskursbereite Regierung machen den Kanton Baselland zu einem Pionierkanton in Sachen Bildung. Die Basellandschäftler wollen, dass die Schüler in ihren Schulen etwas lernen. Dass sie dies mit einem Vertrauensbeweis gegenüber ihren eigenen Lehrkräften tun, denen sie nun eine weitgehende Lehrmittelfreiheit zugestehen, ist beachtlich und wegweisend."

Balz Stückelberger, Landrat FDP, Arlesheim: "Heute wurde der Mille-Feuilles-Albtraum beendet. Das ist gut. Grösser als die Freude ist aber der Frust über den Schaden, den dieses unsägliche Lehrmittel in den letzten Jahren angerichtet hat."

Beat Studer, pensionierter Lehrer: "Das Stimmvolk hat dem untauglichen Passepartoutprojekt ein Ende mit Schrecken bereitet. Zurück bleiben völlig frustrierte Schüler, Eltern, Lehrer und ein Kanton, welcher sinnlos Millionen aus dem Fenster geworfen hat!"

Irène Tuaillon, Sekundarlehrerin: "Herzlichen Dank an alle, die Ja zur Änderung des Bildungsgesetzes gestimmt haben. Dies ermöglicht jeder Sekundarlehrperson ein passendes Französisch- und Englischlehrmittel für die entsprechende Niveaustufe auszuwählen und somit Schüler- und zielorientiert zu arbeiten. Der Starken Schule beider Basel danke ich für ihren grossen Einsatz."

Michael Miedaner, Lehrer: "Der seit Jahren finanziell angeschlagene Kanton BL schmeisst über 10 Millionen für ein katastrophales Lehrmittel zum Fenster raus, während dem zeitgleich den Lehrern der Lohn gekürzt wird! Die Verantwortlichen für dieses Desaster sollten zur Rechenschaft gezogen werden!"

Kathrin Zimmermann, Sekundarlehrerin: "Na endlich! Was lange währt, wird endlich gut. Ich bin soooo froh, dass ich nun ein Lehrwerk aussuchen kann, mit dem meine Schüler/-innen lernen und ich unterrichten kann, ohne es noch stundenlang umschreiben und didaktisieren zu müssen, weil der Unterricht sonst nur eine Beschäftigungstherapie ist. Zum Glück wird die Niveautrennung erhalten bleiben. Es wäre mir ein Grauen gewesen, wenn meine Kinder in durchmischte Klassen hätten gehen müssen. Meine Tochter ist schon in der Primar frustriert gewesen, weil sie immer warten musste, bis es alle verstanden hatten. Die arme Lehrperson, die diese Differenzen auffangen muss, tut mir leid. Sie hat auch nur zwei Hände und die Binnendifferenzierung innerhalb eines Niveaus ist anspruchsvoll genug."

Werner Hotz, Landrat EVP, Allschwil: "Die EVP hat beide Kompromiss-Vorlagen im Landrat mitgetragen und an der Parteiversammlung wurden diese einstimmig befürwortet. Demzufolge bin ich hocherfreut, dass diese beiden wichtigen Bildungs-Vorlagen vom Volk angenommen wurden. Wir sind zuversichtlich, dass die vorgeschlagene Lehrmittelfreiheit nun zum Wohle unserer Schüler/Innen im Schulalltag umgesetzt werden kann. Sinnvoll ist ebenso die erarbeitete Lösung betreffend den niveaugetrennten Unterricht in Promotionsfächern. Mit deren Realisierung kann die Qualität des Schulunterrichts auch in der Zukunft beibehalten werden."

Felix Schmutz, Sekundarlehrer: "Welch eine Abfuhr für ein Jahrzehnt der Bevormundung der Lehrpersonen durch Schreibtischtäter und deren Vollstrecker! Die Lehrpersonen haben die Expertise für das Lernen im Klassenzimmer. Mit dem heutigen Volksentscheid haben sie sich ein wichtiges Recht zurückerkämpft. Sie werden künftig wieder entscheiden, mit welchen Lehrmitteln und Methoden sie die Ziele im Lehrplan erarbeiten können, und zwar im Hinblick darauf, was für die Schülerinnen und Schüler am geeignetsten erscheint."

 

Leserbrief von Felix Schmutz, erschienen am 25.11.2016 in der Basler Zeitung

Der Bildungsrat als Expertengremium?
Zweifel sind angesagt, wenn der Bildungsrat Basel-Land als Experten­gremium bezeichnet wird. Von 14 Mitgliedern vertreten neun die Interessen von Verbänden und politischen Parteien. Nur eine Minderheit von vier Lehrpersonen vertritt direkt die Bedürfnisse der schulischen Bildung. Die Mehrheit der Mitglieder wird deshalb einerseits ihre Spezialinteressen einbringen und andererseits den Vorgaben der Behörden widerstandslos folgen, wenn ihre Interessen nicht tangiert sind. Nur der Mangel an Sachverstand kann denn auch erklären, warum in den letzten Jahren so manches beschlossen wurde, was später korrigiert werden musste oder hoffentlich noch korrigiert werden wird: Sammelfächer, Aufhebung der kaufmännischen Vorbereitungsklasse, ungeeignete Fremdsprachenlehrmittel, ein unausgegorener Lehrplan 21, eine fragwürdige Stundentafel. Gegen ein beratendes Gremium mit Vorschlagsrecht wäre nichts einzuwenden, hingegen die Entscheidungsgewalt über Lehrpläne, Stundentafeln und Lehrmittel sollte nicht mehrheitlich bei ausser­schulischen Interessenvertretern liegen.  
 

Leserbrief von Daniel Vuilliomenet (Sekundarlehrer), erschienen in der bz vom 1. November 2016

Wir sind gar nie in Harmos eingestiegen
Eine kleine Sensation ist das – das Komitee Starke Schule BL zieht seine Initiative, die den Ausstieg des Kantons BL aus dem HarmoS-Konkordat verlangt, zurück. Die bz kommt zum Schluss, das ganze Theater sei überflüssig gewesen, denn die Initiative hätte es nie gebraucht, da die Vorgaben von HarmoS den Lehrplan 21 betreffend, nie strikt waren. Stimmt so nicht, entgegne ich. Zwar tat die D-EDK in verschiedenen Statement (u. a. auch von NR CHr. Eymann) so, als sei der LP 21 lediglich ein Kompass. Nichtsdestotrotz begann sich aber die ganze Reformmaschinerie (auch in BL) strikt danach auszurichten und sie tut es bis heute noch. So sind die künftigen Checks auf der Sekundarstufe an LP-21-konformen Sammelfächern und an Kompetenzen orientiert, obwohl das Stimmvolk - der Starken Schule sei Dank - die Sammelfächer an der Urne verworfen hat.

Wenn nun RR Monica Gschwind tatsächlich ernst macht mit dem Mustervorlagencharakter des LP 21, so ist HarmoS de facto Makulatur – das hat das Komitee Starke Schule richtig erkannt. „HarmoS ist gescheitert“ – diese Aussage stammt nicht etwa von der Starken Schule, sondern von Anita Fetz (SP BS). Deshalb steigen wir nicht aus HarmoS aus, denn wir sind noch gar nie wirklich eingestiegen: Zugausfall – nehmen wir den Bus…
 

Leserbrief von Felix Schmutz

Wahre Ursache des Bildungschaos
Heftig attackieren Kirchmayr und Locher die Starke Schule BL. Dabei unterstellen sie deren kritisierten Bildungsinitiativen ohne inhaltliche Argumente eine destruktive Absicht. Es ist umgekehrt: Die Erziehungsbehörden gefährden die Ressource Bildung in unserem Land und torpedieren die Harmonisierung, indem sie diese mit unsinnigen Vorhaben überfrachten und umfunktionieren: der bildungsfeindliche Kompetenzlehrplan 21, der nicht koordinierte Fremdsprachenbeginn, der Zwang zu ungeeigneten Französisch- und Englischlehrmitteln, die pädagogisch fragwürdigen Unterrichtskonzepte mit Grossraumbüros, die Sammelfächer, die Reduktion der Unterrichtszeit wichtiger Fächer, die mangelnde fachliche Ausbildung der Lehrkräfte, etc. Die Autoren übersehen auch, dass sich der Widerstand gegen den geballten Reformunsinn längst schweizweit formiert hat, dass er jedoch gegen die diktatorisch auftretende EDK, leider unterstützt von den ideologisch Verblendeten unter der Lehrerschaft, einen schweren Stand hat.
 

Leserbrief von David Golay, erschienen am 01.06.2016 in der bz

Sammelfächer bringen eine deutliche Fachkürzung
Die Befürworter von Sammelfächern solten auch das Kleingedruckte lesen. Nebst dem Verbund von Einzel- zu Sammelfächern ist nämlich auch die Stundentafel, also die dafür wöchentlich vorgesehene Lektionenzahl ausschlaggebend. So sind Geografie und Geschichte, heute zusammen vier Wochenlektionen, neu im vorgesehenen Sammelfach "Räume, Zeiten, Gesellschaften" (kurz RZG) mit noch drei Wochenstunden dotiert. Das ist eine deutliche Fachkürzung; künftig werden auch Inhalte weggelassen. Es ist aber gerade das Fach Geografie, das den Grünen und der SP besonders am Herzen liegen sollte. Denn ein moderner Geografieunterricht umfasst mehr als nur Stadt, Land, Fluss. Die grossen Herausforderungen der Menschheit wie Energiefragen und Klimawandel, aber auch soziale Themen wie Migration, Armut und Hunger bilden heute Kernpunkte des Geografieunterrichts. Gerade diese Themen, in denen Fragen der Umweltbildung und Nachhaltigkeit diskutiert werden, stehen im Interesse linker Parteien. Folglich dürfen Fächer wie Geografie (und im Übrigen auch die Biologie) keine Stundenkürzungen in Kauf nehmen. Daher sage ich deutlich Ja zur Initiative "Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer".
 

Leserbrief von Michael Pedrazzi (Vorstandsmitglied Starke Schule Baselland), erschienen am 25.5.2016 in der bz

Mit Hurra in den Ideologiewahn
Selten waren derart einschneidende Veränderungen im Bildungswesen geplant wie heute. Das Verhalten mancher Reformbefürworter erinnert an Lemminge - einer gutmenschlichen Massenhysterie gleich -, die auf einmal alles Bewährte und Erfolgreiche abtut, als hätte es die Krätze. Unerreicht ist die ideologische Verbohrtheit, mit der plötzlich der Reformbegriff unkritisch und blauäugig als Inbegriff des modernen Fortschritts gilt. Völlig ausgeblendet werden dabei die von oben mantrahaft eingeflössten Worthülsen und Heilsversprechen. Worin liegt der Gewinn, wenn substanzielle Einzelfächer eliminiert und zu unüberblickbaren Sammelfächern vermengt werden? Wie ist es vertretbar, wenn ein Bildungsrat kaum Fragen von Journalisten fundiert zu beantworten weiss, aber für sich in Anspruch nimmt, alleine einen hochkomplexen, ideologisierten Lehrplan 21 abschliessend absegnen zu wollen? Deshalb zweimal Ja zu den beiden Vorlagen "Einführung Lehrplan 21" und "Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer".
 

Leserbrief von Beat Studer, erschienen am 21. Mai in der BaZ

Qualitätsabbau durch Sammelfächer
Eine Lehrperson muss über viele Fähigkeiten verfügen. Die Fachkompetenz ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreichen Unterricht. Diese Fachkompetenz hatte sich ein Mittellehrer ursprünglich mit dem Fachstudium von drei Fächern an der Universität erworben. Werden zu diesen Fächern andere dazugemischt, die der Betroffene nie studiert hat, findet ein Qualitätsabbau statt. Natürlich könnte ein gut vorbereiteter Geografielehrer auch eine Geschichtsstunde abhalten (oder umgekehrt). Das würde genau zehn Minuten funktionieren. Dann kämen die ersten intelligenten Fragen der Schüler. Und genau auf diese hätte sich der Lehrer nicht vorbereiten können. Spätestens nach der dritten ausweichenden oder inkompetenten Antwort würden die Schüler das Interesse am Fach und den Respekt vor der Lehrperson verlieren. Die Schüler merken sofort, ob der Lehrer etwas kann oder nicht.
Bei den Sammelfächern geht es vielen Politikern darum, Geld zu sparen. Neben dem Qualitätsabbau wird damit das Gegenteil erreicht. Die Weiterbildung von Lehrern sowie die Neuanschaffung von Lehrmitteln kosten mehr ...
 

Leserbrief von Michael Pedrazzi, Grüne-Unabhängige Allschwil

Flächendeckende Kritik
In den Kantonen Bern und Solothurn ist man bereits ein Jahr weiter als im Kanton Baselland; deren Schüler haben unter der verordneten Ideologie-Didaktik die Oberstufe (Sekundarstufe) bereits erreicht. Lehrpersonen kritisieren flächendeckend, dass die Lernziele nicht erreicht werden, nicht mal im stärksten Leistungszug. Zudem wurde diese Didaktik nie auf ihre Wirksamkeit geprüft. Ohne Pilotprojekte startete man durch die Hintertür eine Didaktik in Form eines Paradigmenwechsels und verneint nun stur jegliches Scheitern, indem man sich der Realität nicht stellen will. Auch die Studie von Prof. Simone Pfenninger (Universität Zürich) belegt, dass ein Frühstarten im Fremdsprachenunterricht unter solchen Umständen keinen besseren Lernerfolg bringt. Weiteres Zuwarten bis 2020 ist verantwortungslos, weitere Jahrgänge von Schülern würden diesem "Passepartout"-System geopfert werden.
 

Leserbrief von Thomas Martin, erschienen am 21. Mai 2016 in der BaZ

Sammelfächer? Nein danke!
Die laufend aufgezwängten und unausgegorenen Reformen, die unser bewährtes Bildungssystem seit Jahren grossflächig strapazieren, verursachen Unruhe und Chaos an unseren Schulen. Die Einführung von Sammelfächern ist auch eine solche sogenannte Reform. Sammelfächer führen dazu, dass die Schülerinnen und Schüler in einzelnen Fachrichtungen wie Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Geografie ... unmöglich ein notwendiges und ausreichendes Basiswissen erhalten.
Das Resultat: Die Schülerinnen und Schüler wissen von vielem wenig und von nichts genug. Schon heute wird mit den Einzelfächern auch ein vernetztes und fächerübergreifendes Arbeiten praktiziert in den Schulen. Qualitative Arbeit in den Schulzimmern erfordert fachlich sattelfeste Lehrpersonen, die wissen beibringen können. Fachwissen, welches die Schüler in ihrer weiteren Entwicklung dringend benötigen. "Sammelfachlehrer", die in einer Schnellbleiche auf ihre Aufgabe vorbereitet werden sollen, werden den Schülern anschliessend in Sammelfächern Allgemeinplätze vermitteln. Das bringt gar nichts. Sammelfächer sind nicht nur unnötig und kostspielig, sie sind vor allem auch schädlich für die Bildungsqualität an unseren Schulen. Deshalb stimme ich Ja zum "Verzicht der kostspieligen Sammelfächer".
 

Leserbrief von Samuel Bänziger, erschienen in der bz vom 18.05.2016

Pädagogische Argumente sprechen für die Vorlage "Lehrplan 21 überarbeiten"
Der Bildungsrat ist ein 14-köpfiges Gremium. Lediglich vier von ihnen haben beruflich direkt mit Schulbildung zu tun und verfügen über eine umfassende pädagogisch-methodische Ausbildung, die es zulässt, den komplexen und schwer verständlichen Lehrplan 21 fundiert beurteilen zu können. Für die grössere Mehrheit des Bildungsrates, darunter mehrere Juristen, eine Hausfrau, eine kaufmännische Angestellte, eine Sozialarbeiterin und ein Kirchenratspräsident, ist es verständlicherweise schwierig, den Lehrplan 21 ganzheitlich zu verstehen. Schon alleine aus diesem Grund befürworte ich die Bildungsvorlage "Einführung Lehrplan 21". Ein Ja bewirkt, dass mit der landrätlichen Bildungskommission ein zweites Gremium, das auf Bildungsfragen spezialisiert ist, den Lehrplan 21 überprüft. 

Leserbrief von Michael Pedrazzi (Vorstandsmitglied Starke Schule Baselland), erschienen in der BaZ vom 14.05.2016

Nicht kritikfähig und herablassend
Offensichtlich ist Kritik an der eigenen Unfehlbarkeit bei der elitären und egozentrischen EDK-Gesinnung nicht nur unerwünscht, sondern es werden auch die Kritiker lächerlich gemacht oder diffamiert. Wer es wagt, Aussagen und Entscheide des erhabenen Erziehungsdirektoren-Elfenbeinturms infrage zu stellen, muss damit rechnen, desavouiert zu werden.
So geschehen der Zürcher Linguistin Dr. Simone Pfenninger, deren wissenschaftliche Forschungsresultate von Regierungsrat Eymann wider besseren Wissens kurzum als ungenügend abgetan und ignoriert werden, weil ihm ihre Ergebnisse nicht in den Kram passen. Brisant ist nämlich, dass genau solche Studien seine realitätsferne "Passepartout"-Seifenblase zum Platzen bringen könnten, zeigen sie doch auf, welche Diskrepanz besteht zwischen der Forschung und dem, was die EDK, Eymann und Konsorten das Volk glauben machen wollen.

Leserbrief von André Fritz (EVP-Vizepräsident Sektion Muttenz-Birsfelden), erschienen am 13.05.2016 im Birsfelder Anzeiger

Für den Verzicht auf Sammelfächer
Die EVP ist gegen Sammelfächer, weil bereits heute fächerübergreifend und vernetzt unterrichtet wird. Sammelfächer sind deshalb gar nicht notwendig.
Heute gibt es praktisch keine Lehrpersonen, die alle Einzelfächer eines Sammelfachs studiert haben. Die notwendige Weiterbildung auf das entsprechende Niveau würde Millionen kosten, welche die Steuerpflichtigen bezahlen müssten. Diese Weiterbildungen sind "zehn-Tage-Schnellbleichen". Dadurch ist im praktischen Unterricht (zum Beispiel Chemie, Physik) die Sicherheit nicht gewährleistet. Die Unterrichtsqualität sinkt somit erheblich. Die Lehrpersonen werden so zu Allroundern, die von vielem etwas und von nichts eine fundierte Ahnung haben.
Viele betroffene Lehrkräfte lehnen deshalb die Sammelfächer ab.

Leserbrief von Marc Schinzel (Landrat FDP), erschienen am 5.6.2016 in der bz als Reaktion auf den Leserbrief "Baselland muss ein eigenes Lehermittel entwickeln"

Bildungsqualität nicht aufs Spiel setzen
Meine Landratskollegin Florence Brenzikofer befürchtet, ohne die Einführung von Sammelfächern müsse Baselland für eigene Lehrmittel viel Geld in die Hand nehmen. Als Freisinniger finde ich es richtig, knappe staatliche Mittel effizient einzusetzen. Leider ginge die Einführung der Sammelfächer in die gegenteilige Richtung. Die Geschichte Roms oder der Französischen Revolution wird in anderen Kantonen, ja im ganzen deutschsprachigen Raum, nicht anders verstanden als bei uns. Auch wird sie nicht alle Jahre neu geschrieben. Ähnlich verhält es sich mit Geografie, Biologie, Chemie oder Physik. Gute Lehrmittel für diese Einzelfächer wird es auch künftig reichlich geben. Teuer für den Kanton und die hier lebenden Eltern wird es aber, wenn wir unsere Lehrkräfte nicht mehr einwandfrei ausbilden. Wenn sich Lehrpersonen, um Sammelfächer unterrichten zu können, in doppelt so vielen Fächern ausbilden sollen, die Gewichtung der Fachausbildung aber auf weniger als die Hälfte schrumpft, kann das nicht gut gehen. Wenn wir die qualitativ gute Fachausbildung der Lehrkräfte durch die Schnellbleichen ersetzen, würden wir Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern, den Lehrpersonen und der Wirtschaft einen Bärendienst erweisen. Deshalb: Ja zu den Einzelfächern, Ja zur Initiative "Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer".

Leserbrief von Kathrin Schaltenbrand-Kovacs, erschienen in der BaZ vom 02.04.2016 als Reaktion auf den Artikel "Ein Flop, den niemand sofort stoppen will"

Realitätsfremd und verheerend
Haben Sie das gewusst? Nach der sogenannten Mehrsprachigkeitsdidaktik gemäss Passepartout-Konzept dürfen die Primarschüler/-innen in Französisch statt "je" auch "schö" schreiben. Und die Primarlehrperson darf die Kinder nicht korrigieren. Selbst die Eltern werden angehalten, bei den Hausaufgaben nicht korrigierend einzuwirken. Halten sich die Primarlehrpersonen an diese realitätsfremden Didaktikvorgaben, so eignen sich die Lernenden während Jahren Fehler über Fehler und eine völlig falsch geschriebene Fremdsprache an, was an den Sekundarschulen mühsam korrigiert werden muss. Die Folgen sind verheerend, wie sich jetzt in Bern und Solothurn zeigt (dort sind die ersten Passepartout-Schüler/-innen bereits an der Sek): demotivierte Kinder, weil sie merken, dass sie jahrelang falsches Zeug gelernt haben, niemand sie korrigiert hat und sie jetzt fachlich abfallen. Und so etwas nennt sich dann "moderne Didaktik". Dabei wollen Kinder nichts lieber als etwas richtig machen. Diese Schreibtischtäter, die so eine Didaktik ausgeheckt haben und selbstherrlich als verbindlich erklären, gehören weg.