Starke Schule beider Basel (SSbB)

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News

  • Dienstag, September 14, 2021

    Zertifikatspflicht an den Hochschulen

    Durch die Zertifikatspflicht, die auch an Hochschulen nach und nach eingeführt wird, sehen sich Student/-innen zur Impfung gezwungen.

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  • Sonntag, September 05, 2021

    Keine Jokertage in Basel-Stadt

    In vielen Schweizer Kantonen haben die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die Möglichkeit, wenige Jokertage pro Schuljahr zu beziehen. Das sind Tage, an denen die Schüler/-innen mit Voranmeldung, aber ohne Begründung dem Unterricht fernbleiben dürfen. (lb)

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  • Dienstag, August 31, 2021

    Positive Coronafälle an Schulen

    Nach den Sommerferien sind an den Schulen die Fälle der am Coronavirus infizierten Schüler/-innen drastisch gestiegen. (so)

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26.09.2021

Sekundarschule Reinach missachtet verfassungsrechtliches Grundrecht

Kleidervorschriften an den Schulen greifen in das Grundrecht der persönlichen Freiheit ein und verletzen Art. 10, Abs. 2 der Bundesverfassung, hält die Baselbieter Regierung in der Beantwortung einer Anfrage von Landrätin Regina Werthmüller fest. Trainerhosen, Trägershirts, bauchfreie T-Shirts sowie löchrige Jeans dürfen aus rechtlicher Sicht nicht verboten werden. Stattdessen empfiehlt die Bildungsdirektion ein klärendes Gespräch mit den betroffenen Schüler/-innen und ihren Erziehungsberechtigten.

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der rechtlichen Situation hat das Amt für Volksschulen (AVS) erfreulicherweise rasch reagiert und sämtliche Schulen darüber informiert, dass Kleidervorschriften an den Primar- und Sekundarschulen nicht legitim sind. Erlaubt sind hingegen Verbote von Kleidung mit sexistischen, rassistischen und gewaltverherrlichenden Aufdrucken sowie wenn die Gesundheit gefährdet ist. In diesem Schreiben werden die Schulen aufgefordert, die jeweiligen Hausordnungen respektive Schulhausregelungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten.

Diverse Schulen des Kantons Basel-Landschaft sind der Bitte des AVS unverzüglich nachgekommen und setzen die Neuerungen um. Jedoch gibt es auch Ausnahmen, wie ein Beispiel der Sekundarschule Reinach zeigt. Vergangenen Freitagnachmittag hat ein Biologielehrer (Name der Redaktion bekannt), trotz Weisungen des AVS, eine Schülerin in Jogginghosen nach Hause geschickt und aufgefordert die Kleidung zu wechseln. Dies mit der Begründung, dass die Kleiderordnung der Schule weiterhin Gültigkeit habe.

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) fordert die Schulen auf, das verfassungsrechtlich verankerte Grundrecht zu akzeptieren und keine illegalen Kleidervorschriften durchzusetzen. Die Lehrpersonen müssen die sich ändernden gesellschaftlichen Normen akzeptieren. Das Tragen von Jogginghosen, Trägershirts, bauchfreien T-Shirts sowie löcherigen Jeans gehören bei den Jugendlichen zum Alltag. Zudem führt ein aufklärendes Gespräch bezüglich Wirkung von Kleidung vermutlich zu mehr als das Verbieten von einzelnen Kleidungsstücken.

Alina Isler
Vorstand Starke Schule beider Basel

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25.09.2021

Hochschulstudierende 2020

Im Jahr 2020 verzeichnet der Kanton Basel-Landschaft sowohl an den Universitäten als auch an den Fachhochschulen eine Höchstanzahl an Studierenden mit Wohnsitz Baselland (siehe Grafik 1).

Für die Region Nordwestschweiz ist dies eine erfreuliche Nachricht, denn die zahlreichen ansässigen Grossfirmen, u.a. im Bereich Pharma und Chemie, haben zunehmend Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeitende zu finden. Durch diese steigenden Zahlen wird ihnen künftig das Rekrutieren von hoch qualifizierten und in der Region ansässigen Wissenschaftler/-innen erleichtert. Diese positive und für den Wirtschaftsstandort Nordwestschweiz wichtige Entwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der entscheidende Faktor jedoch ist, wie viele Studierende ihre Ausbildung erfolgreich abschliessen.

 

Keinesfalls darf diese zunehmende Anzahl dadurch zustande kommen, dass die Übertrittsbedingungen erleichtert werden. Deshalb bleibt eine hohe Bildungsqualität der Volksschulen und weiterführenden Schulen (Gymnasium, Fachmittelschulen) entscheidend.

Ebenfalls interessant ist, welche Fachrichtungen an den universitären Hochschulen besonders beliebt sind (siehe Grafik 2).

 

Am meisten Studierende des Kantons Basel-Landschaft belegen Geistes- und Sozialwissenschaften. Am zweithäufigsten wird Medizin und Pharmazie gelehrt, was insbesondere für die ansässigen Pharma- und Chemiefirmen von Vorteil ist. Technische Wissenschaften sowie interdisziplinäre Studiengänge werden am wenigsten besucht.

Lena Bubendorf
Sekretariat Starke Schule beider Basel

 
 

22.09.2021

Auch Kanton Bern distanziert sich von Mille feuilles

Neben den beiden alten und in breiten Kreisen heftig kritisierten Passepartout-Lehrmitteln «Mille feuilles» und «Clin d’oeil» sollen die Lehrpersonen ab dem Schuljahr 2022/23 im Fach Französisch auf der Primarstufe neu auch «ça roule» sowie «dis-donc» und auf der Sekundarstufe 1 «ça bouge», «C’est ça» und «dis-donc» zur Verfügung stehen.

Damit verabschiedet sich ein weiterer Kanton von der gescheiterten Passepartout-Ideologie. Dies gab die Bildungsdirektion in der Medienmitteilung soeben bekannt. Die nun zugestandene Lehrmittelfreiheit ist darauf zurückzuführen, dass in vielen Studien die Passepartout-Lehrmittel sehr schlecht abschnitten und viele Schulkinder die Lernziele nicht erreichen konnten. Die Forderung, diese Lehrmittel abzuschaffen, wurden auch im Kanton Bern immer lauter.

Die neuen Lehrmittel wurden in Praxistestklassen auf verschiedenen Stufen erprobt und von Lehrpersonen und Schulleitungen begleitet. Die neuen Lehrmittel sollen den Lehrkräften die Gestaltung des Unterrichts vereinfachen und mehr Freiheiten gewährleisten.

Die Starke Schule beider Basel begrüsst diesen Entscheid. Bern ist damit neben den Kantonen Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn der vierte Kanton, der eine Lehrmittelauswahl ihren Lehrpersonen zugesteht.

Lena Heitz
Sekretariat Starke Schule beider Basel

 

22.09.2021

Besorgte Eltern reichen Petition in Basel-Stadt ein

Am 14. September haben besorgte Eltern in Basel-Stadt eine Petition für einen wirksameren Schutz der Schüler/-innen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus eingereicht. Die Massnahmen sollen gelten, bis eine Impfung für Kinder unter 12 Jahren empfohlen wird.

Grund für die Petition ist die Reduktion der Schutzmassnahmen nach den Sommerferien. Im Hinblick auf die nach wie vor hohen Ansteckungszahlen mit der Delta-Variante – von welcher auch viele Jugendliche betroffen sind – sollen die Schutzmassnahmen wieder verstärkt werden.

Die Eltern verstehen nicht, dass zu Beginn der Pandemie mit grossen Anstrengungen ein Konzept zum Schutz der Erwachsenen unternommen wurde, welches nun, da ein Grossteil dieser geimpft ist, zum Nachteil der Kinder fallengelassen wurde. Zwei weitere Argumente sind die nach wie vor hohen Ansteckungszahlen an den Schulen und die fehlende Datenlage für Spätfolgen bei Kindern und Jugendlichen.

Da die Schutzkonzepte keine grossen Mehrkosten verursachen, sollen diese wieder aufgenommen werden: Die Petition verlangt u.a. die Wiedereinführung der Maskenpflicht sowie die Erarbeitung eines Konzepts für das Lüften in den Wintermonaten.

Die Petentinnen und Petenten verlangen, dass diese Massnahmen mindestens so lange gelten, bis auch für Kinder unter 12 Jahre eine Impfmöglichkeit besteht.

Saskia Olsson
Vorstand Starke Schule beider Basel

 

19.09.2021

Trainerhosen dürfen in der Schule nicht verboten werden

Kleidervorschriften an den Primar- und Sekundarschulen sind aus rechtlicher Sicht nur in einem sehr begrenzten Ausmass möglich. Um das Grundrecht der persönlichen Freiheit der Bundesverfassung nicht zu verletzen, ist ein Verbot von löchrigen Jeans, Trainerhosen und Trägershirts gemäss Baselbieter Regierung nicht zulässig.

Seit Jahren gibt es an den Primar- und Sekundarschulen regelmässig Diskussionen über das Erlassen respektive Einhalten von Kleidervorschriften: Löchrige Jeanshosen, Trägershirts, bauchfreie Oberteile, Trainerhosen, tiefe Ausschnitte, Kleidungsstücke mit Camouflage-Muster usw. geben immer wieder zu reden und sind u.a. Punkte, welche verschiedene Schulen des Kantons Basel-Landschaft mittels Kleidervorschriften in die Schulhausregelungen oder im Schulprogramm aufgenommen haben. Doch sind solche Verbote überhaupt zulässig?

Kleidervorschriften sind unzulässig

Die schriftliche Beantwortung der Regierung auf eine Frage von Landrätin Regina Werthmüller (parteilos) gibt darauf eine klare Antwort: Werden Kleidervorschriften an Schulen erlassen, greift dies in das Grundrecht der persönlichen Freiheit ein, welches in der Bundesverfassung verankert ist. Ein generelles Verbot von oben genannten Kleidern ist nicht zulässig. Was hingegen erlaubt ist, sind Kleidervorschriften, welche die Gesundheit und Sicherheit der Schüler/-innen gewährleisten. In diese Kategorie fallen beispielsweise Vorschriften zum Tragen von Schmuck im Sportunterricht oder auch das Verbot von anstössiger Kleidung mit sexistischen, rassistischen und gewalt- oder drogenverherrlichenden Aufdrucken.

Aufklärung statt Verbote

Konkret empfiehlt die Bildungsdirektion das Gespräch mit Schüler/-innen und deren Erziehungsberechtigten zu suchen, wenn die Kleidung Anlass zu Kritik gibt. Das transparente Aufklären betreffend Wirkung von Kleidung sei wichtig. Die Jugendlichen müssen betreffend unangemessener Kleidung sensibilisiert werden. So soll ihnen bewusst werden, welche Signale sie mit dem Tragen von bestimmter Kleidung aussenden und wie diese vom Gegenüber aufgenommen werden können.

Klar bleibt aber, dass die Schulen kaum Durchsetzungsmöglichkeiten verfügen, wenn sich die Eltern gegen Kleidervorschriften wehren.

Alina Isler
Vorstand Starke Schule beider Basel

 

08.09.2021

Gymnasialquotenproblem in
Basel-Stadt

Eine deutliche Mehrheit der Lehrpersonen möchte die Gymnasialquote im Kanton Basel-Stadt senken. Dies ergab eine Umfrage der Starken Schule beider Basel (SSbB), an welcher 347 Personen aus dem Stadtkanton teilnahmen.

Die Gymnasialquote im Kanton Basel-Stadt ist enorm hoch. Laut dem Zahlenspiegel des Basler Erziehungsdepartements führten im Schuljahr 2019/20 rund 34% der Schulabgänger/innen der Sekundarschulen ihren Bildungsweg am Gymnasium weiter. Nur 18% der Schüler/-innen entschlossen sich für eine berufliche Grundbildung. (Siehe Grafik 1)

Grafik1 

Dies stellt für die Wirtschaft ein Problem dar: Wenn derart viele Schulabgänger/-innen keine berufliche Grundbildung wollen und damit erst nach der Matura oder nach einer universitären Ausbildung in die Berufswelt einsteigen, fehlen sie der Wirtschaft für mehrere Jahre.

Basel-Stadt hat die höchste Quote an Studierenden, die ihr Studium nicht erfolgreich abschliessen können bzw. abbrechen müssen. Laut der Basellandschaftlichen Zeitung brechen rund 22% der Studentinnen und Studenten, die in einem Basler Gymnasium die Maturität erlangt haben, ihr Studium frühzeitig ab oder verweilen als Ewig-Studierende. Im Vergleich zum Kanton Baselland, welcher in diesem Bereich lediglich einen Wert von 8% hat, ist Basel-Stadt auf einem bedenklich tiefen Niveau. Der Zusammenhang zwischen hoher Gymnasialquote und einer hohen Anzahl Studienabbrüchen ist offensichtlich.

Das ursprüngliche Ziel des Kantons Basel-Stadt war es, die Gymnasialquote auf 25% zu senken, was im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt von 20% immer noch relativ hoch ist. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden mehrere Massnahmen eingeleitet, die scheinbar jedoch alle unwirksam blieben.

Die Auswertung unserer im August durchgeführten Umfrage in Basel-Stadt zeigt deutlich, dass die Mehrheit der Teilnehmenden eine Senkung der Gymnasialquote befürwortet. (Siehe Grafik 2)

Grafik2 

Durch die klare Befürwortung der Quotensenkung hat die SSbB folgende Massnahmen zur Diskussion gestellt: 1. Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium, 2. strengere Noten an den Sekundarschulen, 3. klare Übertrittskriterien von der Sekundarstufe 1 ans Gymnasium (z.B. klar festgelegter Notendurchschnitt in bestimmten Fächern) und  4. andere Möglichkeiten.

Die Umfrage der SSbB ergab folgendes Bild: «Klare Übertrittskriterien von der Sekundarstufe 1 ans Gymnasium» erhielt am meisten Zustimmung (72.9%), gefolgt von «strengere Noten an den Sekundarschulen» (45.8%) und «Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium». 15.9% waren für andere Massenahmen. Zu berücksichtigen ist, dass Mehrfachnennungen möglich waren. (Siehe Grafik 3)

Grafik3BS 

Ein solches System mit klar strengeren Übertrittskriterien könnte sich die SSbB für den Kanton Basel-Stadt vorstellen.

Lena Bubendorf
Sekretariat Starke Schule beider Basel
 
 

01.09.2021

Handlungsbedarf beim heutigen Promotionssystem

Das Promotionssystem an den Sekundarschulen hat eine klare Schwäche: Trotz Beförderung erfüllen viele Schüler/-innen am Ende der obligatorischen Schulzeit die Bedingungen für eine weiterführende Schule (FMS, WMS, Gymnasium usw.) nicht und sie finden auch keine adäquate Lehrstelle. An einer im August 2021 durchgeführten Umfrage der Starken Schule beider Basel (SSbB) nahmen 296 Personen teil. Ein Grossteil der Lehrpersonen sieht betreffend Promotionssystem Handlungsbedarf.

Damit Schüler/-innen am Ende der Sekundarschulzeit trotz erfolgreicher Beförderung nicht ohne sinnvolle Anschlusslösung dastehen, sollen möglichst früh ähnliche Promotionsbedingungen geschaffen werden wie im Falle eines Übertritts. Das grösste Problem stellen diesbezüglich die Kompensationsmöglichkeiten von ungenügenden Noten in Kernfächern (Mathematik, Deutsch, Französisch, Englisch usw.) mit Fächern aus dem Bereich Phil. 3 (Werken, Musik, Sport usw.) dar. Ungenügende Leistungen in den für weiterführende Schulen oder Lehrbetriebe wichtige Fächer können so kompensiert werden, was den Schüler/-innen das Gefühl einer trügerischen Sicherheit vermittelt.

Grosse Mehrheit spricht sich für ein neues Promotionsmodell aus

Auf die Frage, ob beim heutigen Promotionssystem Handlungsbedarf gesehen wird, sagt mit 71.9% eine deutliche Mehrheit, dass Verbesserungen notwendig sind (siehe Grafik 1).

Grafik_1-Promotionsmodell 

Wie die bestehende Problematik behoben werden kann, scheidet jedoch die Geister. Aus detaillierten Rückmeldungen von über 340 Lehrpersonen, welche aus einer vorherigen Umfrage der SSbB entnommen wurden, haben sich vier verschiedene Alternativen zum heutigen Promotionsmodell herauskristallisiert. Klicken Sie hier, um die Beschreibung der vier Modelle nachzulesen.

Die grösste Zustimmung hat das Modell 2 erhalten, bei welchem die Fächer der Bereiche Phil. 1 und Phil. 2 in einem Bereich zusammengefasst werden. Innerhalb dieser Fächer (D, E, F, I, L, Gs, M, Bio, Ch, Ph, MINT, Gg) müssen ungenügende Noten wie bis anhin doppelt kompensiert werden. Eine Kompensation aus dem Bereich Phil. 3 ist jedoch nicht möglich. Sprachliche Schwächen können somit mit Stärken aus den naturwissenschaftlichen Fächern ausgeglichen werden und umgekehrt. Des Weiteren können aber auch ungenügende Noten im Bereich Phil. 3 mit Fächern des neuen Bereichs Phil. 1+2 kompensiert werden. Das Leistungsniveau A wäre von diesem Modell nicht betroffen.

Verschiedene alternative Promotionsmodelle stehen zur Diskussion

Wie in Grafik 2 ersichtlich ist, finden 43.9% der Befragten, die Handlungsbedarf sehen, das oben erläuterte Modell 2 am besten. Die Modelle 1 mit 17.1%, Modell 3 mit 12.2% und Modell 4 mit 9.2% finden dabei deutlich weniger Anklang. 17.7% sehen gegenüber dem heutigen Modell keine Verbesserung oder möchten/können dies nicht beurteilen.

Die vielen Rückmeldungen zeigen, dass die vorgeschlagenen Alternativen zum heutigen Promotionsmodell in die richtige Richtung gehen. Wichtig dabei ist es, sich im Falle einer tatsächlichen Revision zu überlegen, mit welcher Variante der gewünschte Effekt tatsächlich am meisten erzielt werden kann. An einer der kommenden Landratssitzungen wird ein weiterer Vorstoss eingereicht, mit dem Ziel das heutige Promotionsmodell zu verbessern.

Alina Isler
Vorstand Starke Schule beider Basel
 
 

31.08.2021

Mehr Spezialisten statt Generalisten

Die Kolumnistin Nicole Althaus hat in der NZZ am Sonntag vom 29.8.2021 einen interessanten Artikel zur schweizerischen Matura geschrieben und warum das heutige System Generalistinnen und Generalisten mit durchschnittlichen Leistungen fördert anstatt den Fokus auf Spezialistinnen und Spezialisten zu lenken. Hier können Sie den gesamten Artikel lesen.

Saskia Olsson
Vorstand Starke Schule beider Basel

 

10.08.21

BKSD und AVS erkennen Handlungsbedarf

In der Ära Urs Wüthrich (ehemaliger Regierungsrat) wurde haufenweise Geld in die Uni und FHNW investiert, was zur Folge hatte, dass vor allem auf den Stufen Sek I und Sek II Sparmassnahmen ergriffen wurden. Zudem wurden fragwürdige Reformen an den Volksschulen (neue Fremdsprachenideologie, kompetenzorientierter Lehrplan mit selbstorganisiertem Lernen usw.) eingeführt, welche zu einem Bildungsabbau führten.

Das Sekretariatsteam der Starken Schule beider Basel (SSbB) durfte sich am Montagmorgen über den Besuch von Beat Lüthy freuen: Eine spannende Diskussion, vielversprechende Pläne und offene Kommunikation ermöglichen einen konstruktiven Austausch zwischen der SSbB und Beat Lüthy.

Der Leiter des Amts für Volksschulen (AVS) erörterte das geplante Massnahmenpaket der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD), mit welchem die Bildungsqualität an den Volksschulen optimiert werden soll. Wir freuen uns, dass seitens des AVS und der BKSD Handlungsbedarf erkannt wird. Beat Lüthy begründet mit seiner Aussage «Die Volksschulen BL haben bei der gesamtschweizerischen Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK) 2016/17 in den Fächern Mathematik und Deutsch schlecht abgeschnitten.» auch die Notwendigkeit des rund 50 Millionen Franken teuren Massnahmenpakets. Wie dieses genau aussieht, können sie hier nachlesen.

Lena Bubendorf
Sekretariat Starke Schule beider Basel

 

09.08.2021

Deutliche Lerndefizite nach
Corona-Jahr

Gemäss der Lernforscherin Elsbeth Stern von der ETH Zürich werden viele Schüler/-innen aufgrund der Schulschliessungen und dem damit verbundenen Fernunterricht Lese- und Rechenschwächen aufweisen, die kaum mehr korrigiert werden können. Trotzdem sollte wissenschaftlich abgeklärt werden, wie viele Kinder in welchem Ausmass betroffen sind. Die Bereiche Mathematik und Deutsch seien gemäss der Professorin durch die Pandemie besonders geschwächt worden. Soziale Unterschiede verstärken die Lage zusätzlich. In einem Interview mit den beiden BaZ-Journalisten Philipp Loser und Christian Züricher analysiert Elsbeth Stern die Konsequenzen.

Vor einem Jahr haben Sie an dieser Stelle über Corona und Schule gesprochen. Was hat sich seither verändert?

Es kam eine Erschöpfung dazu. Der erneute Lockdown im Herbst hat Spuren hinterlassen, die bis jetzt spürbar sind. Ich merke das in Gesprächen mit Lehrpersonen aus unserem Ausbildungsgang an der ETH und meiner Schulkommission. Viele beobachten, dass den Schülerinnen und Schülern alles zu viel wird, was von dem Gewohnten abweicht. Das betrifft gerade auch Aktivitäten, die ausserhalb des Unterrichts stattfinden und früher viel Spass gemacht haben.

Was war für die Schülerinnen und Schüler so erschöpfend?

Es kamen viele Sachen zusammen. Zum Beispiel die vielen Einschränkungen, spontane Treffen fielen weg, alles war plötzlich so umständlich und anstrengend. Das führte dazu, dass sie nicht mehr offen für Neues waren. Oder die Studenten hier an der Uni: Zur Prüfung müssen sie kommen, aber sonst dürfen sie ihre Kommilitonen nicht treffen, das hängt an. Ihnen wird gerade das Schöne genommen.

Was war besser im zweiten Jahr?

Die Technik wurde besser, man hat gelernt mit Zoom umzugehen. Die Software für grössere Onlineveranstaltungen hat sich auch verbessert. Man kann nun zwei, drei Stunden lang miteinander sprechen und präsentieren. Zugleich hat man gemerkt, dass Onlinekommunikation auch ihre Grenzen hat.

Die Pandemie hat also gezeigt, wie wichtig Präsenzunterricht ist?

Ganz klar. Das bestreitet niemand. Und was mir auch aufgefallen ist: Die Qualität der Arbeit leidet im Homeoffice, Fehler schleichen sich ein, weil die spontane Fehlerkorrektur im persönlichen Austausch fehlt.

Warum ist der Präsenzunterricht so wichtig?

Wir Menschen sind soziale Wesen, die sich regelmässig mit ihren Mitmenschen über die Bedeutung von Ereignissen abstimmen müssen. Sonst fühlen wir uns der Welt hilflos ausgeliefert. Dabei spielt die Glaubwürdigkeit der Kommunikationspartner eine grosse Rolle, und die lässt sich bei der persönlichen Begegnung besser beurteilen. Hinzu kommt natürlich das Übungsdefizit: Was die Kinder machen, konnte nicht so genau kontrolliert werden, und die meisten Kinder haben weniger gelesen, geschrieben und gerechnet.

Wie korrigiert man das?

Ich halte es für unheimlich wichtig, dass man ab jetzt testet, was die Kinder wirklich können, und nicht einfach sagt, die sind nun in der dritten Klasse und hatten schon zwei Schuljahre hinter sich. Tatsächlich wird es viele Primarschulkinder mit ausgeprägter Lese- und Rechenschwäche geben, die auf fehlende Lerngelegenheiten zurückzuführen ist.

Man soll testen, um Defizite zu erheben?

Unbedingt. Wir haben ja Vergleichsdaten. In der Vergangenheit hatten in der dritten Klasse so gegen 20 Prozent der Kinder grosse Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Heute werden es viel mehr sein.

Welches ist das anfälligste Fach?

Schriftsprache, denke ich. Vielen Kindern fehlt die regelmässige Übung. Das gilt aber auch für die Mathematik. Es reicht nicht, am Morgen Übungen zu machen und erst am Nachmittag ein Feedback zu bekommen. Die zeitnahe Rückmeldung ist ja gerade der Kern des Präsenzunterrichts. Hinzu kommen die sozialen Unterschiede.

Können Sie das ausführen?

Eltern mit höheren Ansprüchen werden zu Hause mit ihren Kindern geübt haben. Etwas, das bei sozial schwächeren Familien oder Eltern, die die Landessprachen nicht beherrschen, tendenziell weniger der Fall sein dürfte. Wie sollten die ihre Kinder unterstützen, selbst wenn sie es wollten? Darum ist es wichtig, dass man den Lehrpersonen Messinstrumente in die Hand gibt.

Wird es langfristig Unterschiede zwischen den Ländern geben? Frankreich oder Deutschland hatten zum Beispiel die Schulen viel länger geschlossen als die Schweiz.

Ganz sicher wird es diese Unterschiede geben. Häufig ist das überlagert mit anderen Faktoren, wie zum Beispiel dem Migrantenanteil. Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass die Reichen während der Pandemie reicher geworden sind und die Armen ärmer, und Letzteres dürfte auch in der Bildung der Fall sein. Das zeigt sich innerhalb der Länder und auch zwischen diesen. Wer gute wohnliche Voraussetzungen hatte, konnte die Pandemie besser überstehen als jene ohne diese guten Bedingungen.

Eltern, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder nun in den Sommerferien in Lernkurse, das verstärkt diese Tendenz, nicht?

Das kann sein. Darum ist es besonders wichtig, dass man niederschwellige Kurse anbietet, die alle besuchen können.

Ist es gesund für die Gesellschaft, solche Kurse anzubieten?

Warum nicht?

Sie können die Ungleichheiten noch verstärken.

Sie sollten keine Kosten verursachen und der Zugang sollte nicht sozial selektiv sein. Wer Interesse und Leistungsbereitschaft zeigt, sollte unterstützt werden. Wir sollten nicht vergessen, dass auch leistungsstarke Kinder Unterstützung brauchen, und wir dürfen nicht nach unten nivellieren. Wir müssen die Defizite jetzt aufholen. Wir wollen keine Analphabeten haben, und wir brauchen an den Universitäten Studenten mit solidem Wissen.

Wie geht das?

Alle Kinder müssen die Erfahrung machen, dass Lernen anstrengend ist und dass sich Anstrengung lohnt. Kompetenzerleben hat etwas sehr Verstärkendes.

War es im Nachhinein ein Fehler, die Schulen zu schliessen?

Nein. Wir wussten ja nicht, wie stark Kinder betroffen sind und welche Gefahr von ihnen ausgeht – für sie selbst und für andere.

Sie waren vergangenen Herbst dagegen, dass man die Schulen wieder schliesst.

Das ist auch nicht geschehen, das hat man gut gemacht. Man hat darauf geachtet, dass es wenigstens Halbklassen- oder Teilunterricht gab. Gefährdete Lehrpersonen durften von zu Hause aus unterrichten.

Sie sprechen die Lehrpersonen an: Diese hatten eine harte Zeit.

Ja. Die meisten haben das Beste daraus gemacht. Die Frage für sie ist nun auch: Wie kommen sie in die Normalität zurück? Wir alle haben Alltagsroutinen verlernt und diese zurückzubekommen, wird anstrengend. Darum sollte man sich nicht zu viel vornehmen. Es braucht jetzt einen gesunden Pragmatismus.

Wie nahe sind wir dran, an dieser neuen Normalität?

Das hängt von der Impfbereitschaft ab, auch in der Schule. Wir haben einfach das Problem, dass es Leute gibt, die immer noch zögern. Da merkt man, dass viele Leute nicht gelernt haben, Risiken gegeneinander abzuwägen. Die Frage wird auch sein, wie viele Lehrpersonen sich impfen lassen. Das wird das nächste heikle Thema ganz allgemein in der Arbeitswelt sein. Wie geht man mit Ungeimpften um? Haben sie im Zweifel ein lebenslanges Recht auf Homeoffice? Das wird, so glaube ich, im Herbst noch ordentlich Zoff geben.

Wenn man sich schon jetzt Gedanken über die neue Normalität macht: Was können wir aus der Pandemie mitnehmen?

Wie wichtig persönliche Begegnungen sind und all die inoffiziellen Dinge, die neben dem Unterricht auch zu Schule und Ausbildung gehören.

Sachen wie Ferienlager und Schultheater?

Ja! Weil man in einem solchen Rahmen die Mitmenschen auf eine andere Art kennen lernt und weil Kinder dort Kompetenzen einbringen können, die sie sonst kaum je zeigen können. Darum ist gemeinsamer Sportunterricht wichtig, das Theaterspielen oder eben ein Ferienlager. Das sind alles inoffizielle Lerngelegenheiten, bei denen man idealerweise anwenden kann, was zuvor im Unterricht gelernt wurde. Es kann nervig sein, im Unterricht hundertmal zu üben, korrekte Sätze zu schreiben. Wenn man danach aber selber ein Theaterstück schreiben und spielen kann, gibt das einem das Gefühl, es sei eben doch sinnvoll gewesen, was man gelernt hat. Das wird jetzt zum Glück wiederkommen.

Und was wird aus der Zeit der Krise bleiben?

Wir sind jetzt an einer Schwelle, wo wir den Computer lernwirksam im Unterricht einsetzen können. Wir können gute Lernfilme nutzen, über die man mit den Lernenden sprechen kann, und das Üben von Vokabeln oder Rechenverfahren lässt sich mit dem Computer adaptiv, d. h. dem Leistungsniveau angepasst, gestalten. Dass wir diese Möglichkeiten nun vermehrt einsetzen können, haben wir auch der Pandemie zu verdanken.

Wächst da jetzt eigentlich eine selbstständigere Generation heran? Eine, die sich in der Not selber zu helfen weiss?

Da bin ich skeptisch. Man darf das nicht romantisieren. Meine Mutter wuchs als Kriegskind in Deutschland auf und konnte fast zwei Jahre nicht zur Schule gehen. Unter den vermeintlichen und tatsächlichen Defiziten hat sie ein Leben lang gelitten. Auch heute gibt es junge Menschen, die in einer kritischen Lebensphase daheimbleiben mussten. Das kann man denen nicht mehr zurückgeben, das wird bleiben.

Lena Heitz
Sekretariat Starke Schule beider Basel

[Quelle: Interview Bazonline vom 08.08.2021]

 

07.08.2021

Gymnasium als vermeintlicher Königsweg

Um den Qualitätserhalt der Basler Gymnasien zu sichern und einen Bildungsabbau zu verhindern, möchte Erziehungsdirektor Conradin Cramer die Gymnasialquote senken und gleichzeitig die Berufslehren attraktiver machen. Die neusten Zahlen zeigen jedoch, dass dieses Ziel für das neue Schuljahr 2021/22 gescheitert ist. 37.1% der diesjährigen Schulabgänger/-innen beginnen nach den Sommerferien ihre Schulzeit an einem der fünf Basler Gymnasien. Gründe und mögliche Massnahmen werden nun auf politischer Ebene diskutiert.

Das Streben nach einer akademischen Ausbildung hält bei den Teenagern nach wie vor an, womit der Anteil von Schüler/-innen an den Gymnasien, zumindest im Kanton Basel-Stadt, weiterhin hoch bleibt. Um dem entgegenzuwirken, hat Erziehungsdirektor Conradin Cramer im Juni 2018 für die Sekundarschulen einen Notendeckel eingeführt, mit welchem die Klassen in den einzelnen Fächern höchstens einen 5er-Schnitt in den Zeugnissen haben dürfen. Damit sollen die Noten und infolgedessen auch die Gymnasialquote nach unten gedrückt werden. Nach einem erfolgreichen Start und einer kleinen Senkung der Quote im Schuljahr 2019/20 auf 34.2%, liegt diese in der Zwischenzeit wieder bei 37.1%.

Auf politischer Ebene wird deshalb diskutiert, mit welchen Massnahmen ein weiterer Anstieg verhindert werden kann. Insbesondere beim Thema Aufnahmeprüfungen gehen die Meinungen auseinander. Während die einen dies als einzige Lösung des Problems sehen, wäre damit für die anderen die Chancengleichheit nicht mehr gegeben und der bereits bestehende Leistungsdruck auf die Jugendlichen würde zusätzlich erhöht werden. Ein weiterer Ansatzpunkt bestünde beim heute undurchsichtigen Promotionssystem. Schüler/-innen der Sekundarschule werden, sofern nicht explizit ein anderslautender Antrag von den Lehrpersonen gestellt wird, unabhängig von der Beurteilung im Zeugnis jeweils automatisch ins nächste Semester befördert. Die Möglichkeit, auch mit ungenügenden Noten befördert zu werden, besteht also durchaus.

Um die Position der Lehrpersonen und Eltern von schulpflichtigen Kindern zu erfahren, startet die Starke Schule beider Basel in Kürze eine Umfrage. Wir freuen uns, wenn Sie daran teilnehmen und einen entsprechenden Zugangslink per Mail starke-schule-beider-basel@gmx.ch anfordern.

Alina Isler
Vorstand Starke Schule beider Basel

 

04.08.2021

Gescheiterte Bildungsreformen: Rettungsring für die Schulen

Um die sehr schlecht ausgefallenen Ergebnisse der nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK) aus dem Jahr 2019 zukünftig zu verbessern, hat die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) des Kantons Basel-Landschaft das Programm «Zukunft Volksschule» ins Leben gerufen. Das Massnahmenpaket gliedert sich in drei Bereiche: «Stärkung der Fächer Deutsch und Mathematik», «zusätzliches Lektionengefäss ‘Medien und Informatik’ für die 1. und 2. Sekundarklasse» sowie «Aus- und Weiterbildungen für Lehrpersonen».

Unter Einbezug verschiedener Interessensgruppen wurde die Vorlage «Zukunft Volksschule» ausgearbeitet und diese im Juni 2021 dem Landrat unterbreitet. Das Programm, welches in den Jahren 2022 bis 2028 umgesetzt werden soll, kostet den Kanton 49.7 Mio. Franken. Zusätzlich entstehen den einzelnen Gemeinden jährlich wiederkehrende Mehrausgaben von ca. 1.4 Mio. bis maximal 2.1 Mio. Franken.

Mit den vorgeschlagenen Massnahmen sollen die in den letzten Jahren deutlich gesunkenen Leistungen der Schüler/-innen aufgrund der vielen, teilweise gescheiterten Bildungsreformen verbessert werden. Ebenso soll der Zugang zu Berufsbildung und Mittelschulen erleichtert sowie die erfolgreiche Bewältigung von praktischen Lebenslagen und dem lebenslangen Lernen sichergestellt werden.

Deutsch wird gestärkt

Priorisiert wird das Erreichen der Lernziele in Deutsch: Einerseits wird die schulische und ausserschulische Leseförderung stärker verankert und andererseits die Anzahl Deutschlektionen in der 3. Sekundarklasse um eins erhöht. Die Projektarbeit, welche bislang im Deutschunterricht integriert war und dafür eine halbe Jahreslektion aufgewendet wurde, wird neu in allen Anforderungsniveaus mittels Erweiterung der Stundentafel separat ressourciert. Als Folge davon bleibt im Deutschunterricht mehr Zeit für den Kernstoff.

Ausbau des Wahlpflichtangebotes im A-Niveau der Sekundarschulen

Um den Übertritt in die weiterführenden Schulen und insbesondere in die Lehrbetriebe zu erleichtern, sollen die Anforderungen des Leistungszugs A der Sekundarschule besser auf die künftige Ausbildung abgestimmt werden. Dazu wird das Wahlpflichtangebot auf 9-10 Lektionen erweitert. Dabei ist nur noch eine Fremdsprache (Englisch oder Französisch) mit 3 Lektionen obligatorisch und neben gestalterischen und musischen Fächern können auch zusätzliche Deutsch- und Informatiklektionen gewählt werden.

Schulleitungen können rasch zusätzliche SOS-Lektionen sprechen

Für die Bewältigung von schwierigen Situationen werden für die 4. bis 6. Primarklassen sowie für die Klassen der Leistungszüge A und E der Sekundarschulen sogenannte SOS-Lektionen zur Verfügung gestellt. Diese zeitlich befristete Erhöhung von Ressourcen kann von den Schulleitungen rasch gutgesprochen werden und dient beispielsweise dazu, eine Klasse in kleineren Gruppen zu unterrichten. So kann ein positives Lehr- und Lernumfeld gesichert werden, auch wenn eine ungünstige Ausganglage in einer Klasse besteht.

Eigenes Lektionengefäss für «Medien und Informatik»

Im 21. Jahrhundert gewinnen die Bereiche Medien und Informatik in der Wirtschaft an immer grösserer Wichtigkeit, wobei der Umgang damit gelernt sein muss. Ob dieses zusätzliche Wissen bereits in den Primarschulen oder erst in den Sekundarschulen gelernt werden soll, ist bei den Pädagoginnen und Bildungswissenschaftler umstritten. Gleichwohl sieht die Vorlage «Zukunft Volksschule» nun vor, auf der Primarstufe «Medien und Informatik» als eigenes Fach in der Stundentafel der 5. und 6. Klasse zu verankern. Dafür wird eine Lektion im Fach «Natur, Mensch und Gesellschaft» (NMG) gekürzt. In der Sekundarschule wurde Informatik bis anhin im Deutsch- und Mathematikunterricht integriert. Neu soll es ebenfalls als eigenständiges Fach unterrichtet werden. Um damit keine anderen Fächer zu schwächen, erhöht sich das Lektionendeputat um insgesamt drei Lektionen, aufgeteilt auf die 1. bis 3. Sekundarschulklasse. Die Fächer Deutsch und Mathematik werden durch diese Entlastung deutlich gestärkt.

Aus- und Weiterbildungen

Damit die geplanten Entwicklungen erfolgversprechend umgesetzt werden können, benötigt es gezielte Aus- und Weiterbildungen für die Lehrpersonen. Gemeinsam mit den Schulen entwickelt die BKSD ein nach Bedarf ausgerichtetes Weiterbildungsprogramm aus. Da dies ziemlich zeitaufwändig ist, sieht das Massnahmenpaket eine Freistellung von 0.5% der Jahresarbeitszeit pro Lehrperson sowie rund 1.5 zusätzliche Kurstage vor.

Ausstehende politische Entscheide

Nach Einreichung der Vorlage ist nun der Landrat aufgefordert, den Antrag der Ausgabenbewilligung von rund 49.7 Mio. Franken zu genehmigen, und der Bildungsrat die Änderungen der Stundentafeln gutzuheissen.

Die Starke Schule beider Basel begrüsst die Bemühungen der BKSD, die Bildungsqualität zu verbessern. Wir hoffen, dass mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln der Bildungsabbau gestoppt werden kann, der offensichtlich aufgrund der vielen, teilweise gescheiterten Bildungsreformen entstanden ist.

Alina Isler
Vorstand Starke Schule beider Basel

 

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