Starke Schule beider Basel (SSbB)

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Pressespiegel

Coach, Mentor oder Leitperson?

Während die Stoffvermittlung früher mittels "Zucht und Disziplin" erfolgte, lässt dies der viel individualisiertere Unterricht von heute nicht mehr zu. Lehrpersonen begleiten die Schüler-/innen und scheinen eher ein Coach oder Mentor zu sein. Was dies für Vor- und Nachteile birgt, können Sie im folgenden Artikel lesen. Lesen Sie den Artikel hier.

[Quelle: NZZ vom 17.01.2022, Foto: Christian Beutler/Keystone]

 

News

  • Dienstag, Januar 18, 2022

    Durch die Pandemie weniger Abschlüsse

    In Basel-Stadt haben ein Siebtel der jungen Erwachsenen keinen Abschluss vorzuweisen. (so)

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  • Samstag, Januar 15, 2022

    Auch Basel-Stadt ergänzt die Lehrmittelliste

    Nachdem der Landkanton seine Lehrmittelliste bereits mit neuen Büchern ergänzt hat, zieht auch der Kanton Basel-Stadt nach: 9 fakultative oder alternativ-obligatorische Lehrmittel können ab dem Schuljahr 2022/23 eingesetzt werden. Die regelmässigen Anpassungen der Liste sind erfreulich. (ai)

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  • Donnerstag, Januar 13, 2022

    Erfolgreiches "Breites Testen" in Baselland

    Die Kritik der Impf- und Testgegner/-innen in der ganzen Schweiz ist unüberhörbar. Fakt bleibt: Das "Breite Testen" hilft, die Omikon-Variante des Coronavirus einzudämmen. In zahlreichen Schulen werden Schüler/-innen positiv getestet, obwohl sie keine Symptome haben. (jw)

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  • Sonntag, Januar 09, 2022

    Webseite der SSbB gut besucht

    Im Vergangenen Jahr konnte die Webseite der Starken Schule beider Basel (SSbB) einen starken Zuwachs verzeichnen. 15'234 verschiedene Nutzer/-innen haben im Jahr 2021 mindestens einmal unsere Webseite besucht. Dies entspricht einer Zunahme von 76.3% im Vergleich zum Vorjahr 2020. (ai)

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  • Dienstag, Januar 04, 2022

    Mehr Praxisbezug für angehende Lehrpersonen

    Die im April 2021 von Klaus Kirchmayr (Landrat Grüne) eingereichte Motion mit dem Titel "Praxisbezug im Lehrkörper der FHNW" soll als Postulat an die Bildungsdirektion überwiesen werden. (so)

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Leserbrief

Staatspersonal soll nur 0.05 % Teuerung erhalten

Mit Erstaunen habe ich in der Donnerstagsausgabe der Basellandschftlichen Zeitung vom 28.10.2021 gelesen, dass die Regierung des Kantons Basellandschaft ihrem Personal nur 0.05 % Teuerung für das Jahr 2022 gewähren will. Ein absoluter Hohn und an Zynismus kaum zu übertreffen.

Gemäss Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm von der KOF Konjunkturforschungsstelle in Zürich beträgt die Inflation in diesem Jahr in der Schweiz 0.9%, weil Energie- und Rohstoffpreise auf der ganzen Welt anziehen. Den Angestellten im Kanton bleibt somit fürs kommende Jahr weniger Geld im Portmonnaie.

Wäre es nicht angebracht, jetzt ein Zeichen der Wertschätzung zu setzen und den Angestellten im öffentlichen Dienst eine Teuerung von 1.0 % zu gewähren?

In verschiedenen Dienstleistungsbereichen wird seit dem Ausbruch des Coronaviruses Unglaubliches geleistet. Das Pflegepersonal in den Spitälern arbeitet am Limit, um Menschenleben zu retten. Das Lehrpersonal ist dafür besorgt, dass auch jene Schüler/-innen, die an Corona erkrankt sind, von zu Hause aus den Schulstoff bewältigen können. Diesen zusätzlichen Mehraufwand für Lehrpersonen wird als selbstverständlich angesehen und wird vom Arbeitgeber nicht abgegolten.

Es ist zu hoffen, dass der Landrat diesen regierungsrätlichen Entscheid korrigiert und ihrem Personal eine angemessene Teuerung fürs 2022 bezahlt. Pekuniäre Abgeltung ist nicht die einzige Komponente, die einen Arbeitsplatz attraktiv gestaltet, aber sie kann ein positives Signal der Anerkennung für geleistete Zusatzarbeit für die Arbeitnehmenden in diesem Kanton aussenden.

Claudio Perin
 

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13.01.2022

Den Lehrpersonen stehen weitere Lehrmittel zur Auswahl

Nach der denkwürdigen Abstimmung der Umsetzungsvorlage der Initiative der Starken Schule beider Basel (SSbB) «Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt» mit einem Ja-Stimmenanteil von 84.8%, die den Lehrpersonen eine Lehrmittelfreiheit ermöglicht, stellt das Amt für Volksschule (AVS) den Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 ab dem kommenden Schuljahr 2022/2023 weitere Lehrmittel zur Verfügung.

Im Fach «Mathematik» wird neben den altbekannten Lehrmitteln «Mathbuch» und «Mathematik Sekundarstufe 1-3» neu auch «Mathematik kompetent» vom Verlag Westermann zur Verfügung stehen. Im Wahlpflichtfach Italienisch erscheint «Tocca a te!» vom Hep-Verlag neu auf der Lehrmittelliste und in der Informatik das Lehrmittel «connected 03 + 04» vom Lehrmittelverlag Zürich. Eine detailliertere Liste lässt sich auf der Webseite des Kantons Basel-Landschaft finden.

Die SSbB nimmt positiv zur Kenntnis, dass die Entwicklung der Lehrmittelfreiheit im Landkanton erfreulich zielstrebig und konsequent durch das AVS und den Bildungsrat umgesetzt wird.

Lena Heitz
Sekretariat Starke Schule beider Basel

 
 

12.01.2021

Unverantwortlicher Schulleitungs- entscheid der Sek. Aesch

Die Schulleitung von Aesch ignorierte kantonale Corona-Bestimmungen. Sie zwang Lehrpersonen trotz positivem Pool-Test und fehlenden Resultaten der Depooling-Tests zu unterrichten. Das eigenmächtige Verhalten des zuständigen Schulleiters hat Konsequenzen, so musste er bereits einen happigen Rüffel des AVS einkassieren.

Die Bestimmungen des Kantons sind eindeutig und lassen keinen Spielraum offen. Schüler/-innen und Lehrpersonen müssen im Rahmen des Breiten Testen wöchentlich nachweisen, dass sie negativ sind. Fällt ein Pool positiv aus, so folgen Einzeltests (sogenanntes Depooling). Erst wenn diese vorliegen und negativ sind, dürfen die Schüler/-innen und Lehrpersonen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, bestätigt Andrea Bürki vom kantonalen Krisenstab Baselland gegenüber dem Regionaljournal am 11.1.2022. Vorher müssen sie in Quarantäne. Diese Regelung ist eine wichtige Massnahme, um die Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus an den Schulen einzudämmen.

Am vergangenen Dienstag war ein Pool mit elf Lehrpersonen der Sekundarschule Aesch positiv, was der Schulleitung derart missfiel, dass sie kurzerhand gleichwohl alle Lehrpersonen anwies, am Mittwoch im Schulzimmer zu unterrichten. Die Lehrpersonen konnten gar nicht anders, als die fragwürdige Weisung zu befolgen, wollten sie keine Nachteile riskieren. Unbegründet war diese Angst nicht. Schulleiter Carol Rietsch ist für eine autoritäre Führung der Schule bekannt. Die Liste der Vorwürfe ist lang und reicht bis zum Versuch, am Mittwochnachmittag auf Biegen und Brechen Unterricht einzuführen und damit zahlreiche sportliche, musikalische und kulturelle Aktivitäten der Schüler/-innen zu verunmöglichen.

Möglichweise war dieser jüngste Fehlentscheid der Sekundarschule Aesch einer zu viel. Die Bildungsdirektion wird sich aufgrund eines politischen Vorstosses oder einer aufsichtsrechtlichen Anzeige, die zurzeit geprüft werden, mit dem Fall auseinandersetzen müssen.

Jürg Wiedemann
Vorstand Starke Schule beider Basel

 
 

02.01.2022

Anteil weiblicher Primar- lehrpersonen wird immer grösser

An den Primarschulen unterrichten verhältnismässig immer mehr Frauen. Die Männerquote ist in den vergangenen 25 Jahren deutlich gesunken. Die Gründe für diese starke Verschiebung sind vielseitig, komplex und hat für die Schulkinder auch Nachteile.

Das folgende Säulendiagramm zeigt, wie sich die Frauenquote in den letzten knapp 30 Jahren vergrössert hat.

Viele Männer betrachten den Lehrberuf auf der Primarstufe (Kindergarten und Primarschule) als «weiblich». Im Vergleich zu anderen Studienrichtungen ist der Beruf schlechter bezahlt und hat zunehmend an Prestige verloren. Auch die Angst vor Missbräuchen durch Männer in der Arbeit mit Kindern ist nicht ausser Acht zu lassen. Gleichzeitig ist der Lehrberuf für Frauen insbesondere im Kindergarten und der Primarschule attraktiv, da Teilzeitpensen problemlos möglich sind.

Ein guter Unterricht ist zweifelsfrei keine Frage des Geschlechts. Man sollte nicht von einer «Feminisierung der Schule» sprechen, weil dies implizieren würde, Frauen hätten die Schule erobert und durch ihre Art des Unterrichtens «verweiblicht». Der Nachteil der sinkenden Männerquote auf Primarstufe ist vielmehr, dass die Schulkinder selbst zu glauben beginnen, beim Lehrerberuf handle es sich aufgrund fehlender männlicher Bezugspersonen um einen weiblichen Beruf. Dies führt dazu, dass der Beruf für jugendliche Männer noch unattraktiver wird.

Damit sich künftig mehr Männer für den Beruf entscheiden, muss sich auf verschiedenen Ebenen etwas ändern: Wichtig ist die Abkehr des Irrglaubens, die Arbeit mit Kindern sei «weiblich» konnotiert und damit «unmännlich». Den jungen Männern muss gezeigt werden, dass die Arbeit mit Kindern erfüllend ist. Die Vielfalt an den Schulen, welche durch mehr männliche Lehrpersonen erreicht werden kann, ist für die Kinder wichtig. Es wäre wünschenswert, wenn künftig wieder mehr Männer den Beruf der Lehrperson auf der Primarstufe wählen würden.

Saskia Olsson
Vorstand Starke Schule beider Basel

 

28.12.2021

Jugendliche mit fehlenden Noten finden kaum Lehrstellen

Rund 45'000 Schüler/-innen der Primar- und Sekundarstufe 1 erhalten in mindestens einem Fach keine Noten, weil sie die Lernziele nicht erreichen können. Oft geschieht das in Deutsch und Mathematik. Die Folgen sind einschneidend: Für diese Jugendlichen wird es zunehmend schwieriger, eine Lehrstelle zu finden. In der NZZ wurde ein Artikel abgedruckt, den können Sie hier lesen. Dazu gab es zahlreiche Reaktionen in Form von Leserbriefen, welche wir im Folgenden abdrucken.

Gut getarnte Sonderklasse

Der Artikel greift ein eminent wichtiges Thema auf. Der Autor spricht mit drei renommierten Experten über das Thema Lernzielanpassung. Leider stellen sie das fest, was wir schon länger beobachten: Viele Schüler erhalten individuelle Lernziele statt einer gezielten Förderung. Sie werden zwar in den entsprechenden Fächern von den Noten befreit, leider aber auch von einem halbwegs unauffälligen Schulabschluss ausgeschlossen. Individuelle Lernziele sind eine versteckte Beförderung in den Klein- oder Sonderklassenstatus. Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Dyslexie oder Dyskalkulie, die ja definitionsgemäss den Lernzielen der Regelklasse kognitiv gewachsen sind, ist das ein oft empfohlener Weg. Statt Förderung und Nachteilsausgleich ab in die gut getarnte Sonderklasse, die sich erst beim Schulaustritt so richtig klar zeigt. Wie viel Sparen muten wir der nächsten Generation noch zu?
Monika Brunsting, Nordostschweizer Institut für Lernfragen, Zumikon (ZH)

Freie Schulen

Die Schulen stossen in ihrem Bemühen, allen Kindern gerecht zu werden, an deutliche Grenzen. Es sollte endlich eingesehen werden, dass für eine gute Förderung aller Kinder Schulen mit verschiedenen pädagogischen Konzepten und Schwerpunkten nötig sind. Der Zugang zu solchen Schulen darf aber nicht von den finanziellen Verhältnissen der Eltern abhängig sein. Die Elternlobby Schweiz fordert daher die Einführung einer neuen Kategorie von Schulen: sogenannte «Freie Schulen» als öffentliche Schulen mit privatrechtlicher Trägerschaft. Innerhalb des um die Freien Schulen erweiterten öffentlichen Bildungssystems sollen dann die Kinder eine ihren Bildungsbedürfnissen entsprechende Schule besuchen können. Damit könnten auch manche teuren sonderpädagogischen Massnahmen eingespart werden.
Erwin Ogg, Vorstand Elternlobby Schweiz, Reinach (BL)

Integrierte unglücklich

Viele Lehrpersonen sahen die Katastrophe kommen. Alle Kinder mit Problemen in normale Klassen einzugliedern, funktioniert niemals. Es gibt Beispiele zuhauf, die zeigen, dass dadurch oft nicht nur die Integrierten selber unglücklich sind, sondern auch die übrigen Kinder einer Klasse darunter leiden und die Lehrpersonen überfordert sind. Die Abschaffung der Kleinklassen war ein kapitaler Fehler.
Bruno Pfister, Galgenen (SZ)

Keine Lernzielanpassung ohne zusätzliches Entwicklungsjahr

Aus der Forschungwissen wir, dass Kinder, die ohne die entsprechenden Vorläuferfertigkeiten eingeschult werden, die Lernziele der folgenden Klassen nicht erreichen können. Heute herrscht leider oft die Meinung vor, wer die Ziele nicht erreicht, soll in der Klasse integriert bleiben und angepasste Lernziele erhalten. Die Folgen für die spätere Schulkarriere sind gravierend, weil diese Kinder nie den Anschluss finden werden. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Schulische Heilpädagogin weiss ich, dass Kinder auch mit schlechten Startbedingungen und ohne Deutschkenntnisse gestärkt durch ein drittes Kindergartenjahr die obligatorische Schulzeit durchlaufen können, ohne dass es zu einer Lernzielanpassung kommt. Wer sich anstrengt, kann sich verbessern: Diese wichtige Erfahrung dürfen wir unseren Kindern nicht durch eine Lernzielanpassung vorenthalten. Eine Lernzielanpassung ohne zusätzliches Entwicklungsjahr dürfte ausser für Kinder mit nachgewiesener Beeinträchtigung nicht erlaubt werden.
Sandra Beriger, Zürich

Zu grosse Breite führt zu geringer Tiefe

Es rächt sich nun, dass im neuen Lehrplan in allen Fächern breite Grundanforderungen festgelegt sind. Das Schweizer Frühsprachenkonzept ist das beste Beispiel, dass mit zu viel Breite die notwendige Tiefe verloren geht. Unsere Sechstklässler sollen sich in drei Sprachen ausdrücken können. Der Schulalltag zeigt jedoch, dass bei einem grossen Teil der Schüler die Kenntnisse in der zweiten Fremdsprache und leider auch im Deutsch sehr bescheiden sind. Man kann von den Lehrpersonen nicht erwarten, dass sie das vorgegebene Mammutprogramm in den heterogenen Klassen einfach durchziehen können. Wir können es uns nicht länger leisten, dass einer so grossen Zahl von Jugendlichen die Zukunft verbaut wird. Eine inhaltliche Kurskorrektur mit mehr Mut zu vertretbaren Lücken und einer Konzentration auf wesentliche Kompetenz-ziele ist darum überfällig.
Hanspeter Amstutz, Fehraltorf (ZH)

 

21.12.2021

Lehrpersonen befürworten strengere Corona-Massnahmen

1'039 Lehrpersonen, die in den beiden Basler Halbkantonen unterrichten, haben innerhalb von drei Tagen an der Umfrage der Starken Schule beider Basel (SSbB) zum Thema «Corona-Massnahmen an den Schulen» teilgenommen. Diese grosse Anzahl ist beeindruckend, die Resultate sind damit sehr aussagekräftig. Die Baselbieter Regierung hat kurz vor Ferienbeginn zwei bedeutende Massnahmen an den Primar- und Sekundarschulen beschlossen, die am 3. Januar in Kraft treten.

Die Maskentragpflicht wird auf die ganze Primarschule ausgeweitet. Die Regierung begründet diese Verschärfung mit den hohen Ansteckungszahlen bei den jüngsten Schüler/-innen. Diese Massnahme wird von den befragten Lehrpersonen deutlich unterstützt: 59.0% sagten «ja» oder «eher ja» zur Maskenpflicht ab der 1. Klasse, 37.1% antworteten mit «nein» oder «eher nein» und 3.9% haben sich enthalten (siehe Grafik 1).

Ein anderes Bild hingegen zeigt sich, wenn bezüglich Maskentragpflicht nur die direktbetroffenen Primarlehrpersonen betrachtet werden: Mit nur noch 43.4% «ja» oder «eher ja» und 53.7% «nein» oder «eher nein» lehnten die Primarlehrpersonen diese Massnahme in der Mehrheit ab (siehe Grafik 2).

Rückkehr nach den Weihnachtsferien nur mit negativem Test

Die zweite von der Regierung beschlossene Massnahme betrifft die Rückkehr der Schüler/-innen nach den Weihnachtsferien in die Schulen. Am 3. Januar starten die Primar- und Sekundarschulen mit Fernunterricht und wechseln erst zum Präsenzunterricht, wenn ein negativer Corona-Test im Rahmen des «Breiten Testens» vorliegt. Mit 64.8% «ja» oder «eher ja» sprechen sich die befragten Lehrpersonen sehr deutlich für diese Massnahme aus. Es zeigt sich, dass das Vorgehen der Regierung überwiegend gutgeheissen wird. Nur 32.5% scheinen mit dieser Regelung nicht einverstanden zu sein und haben mit «nein» oder «eher nein» geantwortet. 2.7% haben sich enthalten (siehe Grafik 3).

Eine Mehrheit der Lehrpersonen würde diese Regelung auch für die Sekundarstufe 2 (Gymnasium, FMS, WMS, Brückenangebote usw.) befürworten: 65.3% sagen «ja» oder «eher ja», lediglich 28.0% sagen «nein» oder «eher nein», 6.7% gaben keine Antwort (siehe Grafik 4).

Die Lehrpersonen befürworten punktuell auch schärfere Massnahmen

Auf die Frage, ob die nicht geimpften und nicht genesenen Schüler/-innen sogar zweimal wöchentlich obligatorisch am Spucktest im Rahmen des «Breiten Testens» teilnehmen sollen, stimmten 67.5% «ja» oder «eher ja», 28.7% «nein» oder «eher nein», 3.8% enthielten sich (siehe Grafik 5). Auch das tägliche Desinfizieren der Schulräume durch das Reinigungspersonal wurde mit 69.5% «ja» oder «eher ja», 26.7% «nein» oder «eher nein» und 3.8% Enthaltung sehr deutlich befürwortet. (siehe Grafik 6)

Ein anderes Bild zeigt sich, wenn es darum geht, ob nicht geimpfte und nicht genesen Schüler/-innen in Quarantäne müssen und Fernunterricht erhalten, wenn in der Klasse ein Schüler respektive eine Schülerin positiv getestet wurde: Mit 40.4% «ja» oder «eher ja» sind die befürwortenden Antworten in der Minderheit. Neben 6.3% Enthaltungen sind die Lehrpersonen mit 53.3% «nein» oder «eher nein» gegen eine solche Quarantäne-Regelung (siehe Grafik 7). Möglich ist, dass die Befragten eine Klassenquarantäne bereits ab einer positiven Person zu früh finden. Es wurde nicht gefragt, ob eine Quarantäne z.B. ab drei positiven Schüler/-innen befürwortet würde.

Die Lehrpersonen beider Halbkantone stimmen nahezu gleich ab

Grundsätzlich wird mit den Umfrageergebnissen deutlich, dass eine klare Mehrheit der befragten Lehrpersonen hinter den beschlossenen Massnahmen der Baselbieter Regierung steht, diese befürwortet und in gewissen Punkten sogar weitergehen würde (vgl. Grafik 4, 5 und 6).

Interessant ist, dass sich die Antworten der Lehrpersonen, welche im Kanton Basel-Stadt unterrichten, kaum von den Antworten der Baselbieter Lehrpersonen unterscheiden. Dies, obwohl die Corona-Massnahmen in den beiden Halbkantonen zurzeit unterschiedlich sind. Die SSbB befürwortet ein Angleichen der Massnahmen und bittet den Regierungsrat von Basel-Stadt, analoge Verschärfungen auch im Stadtkanton umzusetzen.

Alina Isler
Vorstand Starke Schule beider Basel


 
20.12.2021

Die Pharmastadt Basel mit wenig MINT-Maturand/-innen

Der Schweiz fehlt es seit Jahren an hoch qualifizierten Arbeiter/-innen. Deutlich zu wenig  Studierende belegen naturwissenschaftliche Fächer. Die einfachste Lösung scheint, die jungen Menschen dafür mit dem Fach «Mathematik, Informatik, Natur und Technik» (kurz: MINT) schon auf Sekundarstufe 1 zu begeistern.

In der Schweiz gibt es viele verschiedene Schwerpunktfächer, welche auf den beiden Sekundarstufen 1 und 2 gewählt werden können. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen sind beachtlich (siehe folgende Graphik). Die Schwerpunktfächer sind in folgende vier Hauptgruppen gegliedert: Sprachen, MINT, Wirtschaft und Recht, PPP und Künste.

In über der Hälfte der Kantone sind die MINT-Fächer in Führung. Jedoch wählte ein Grossteil der Schüler/-innen das Schwerpunktfach «Biologie und Chemie» und nicht das Fach «Pham» (Physik und Anwendung der Mathematik). Auch an Frauen fehlt es, die Pham belegen. Nach wie vor belegen dieses Schwerpunktfach überwiegend Schüler.

Man könnte erwarten, dass zumindest in Basel-Stadt eine grosse Begeisterung für MINT herrscht. Die von der Pharmazie geprägte Stadt ist aber nicht wirklich im Vormarsch, was den Anteil von MINT-Maturand/-innen betrifft. Hier sind eher PPP und Künste (Pädagogik, Psychologie und Philosophie, Musik und Bildnerisches Gestalten) beliebt. Hingegen ist der ländliche Basler Halbkanton ein wahres Paradebeispiel für den Anteil von MINT-Maturen, welche dort jährlich abgeschlossen werden. Mehr als ein Drittel hat ein naturwissenschaftliches Schwerpunktfach gewählt.

Was sich aber zeigt: Wer in der Schule einen Schwerpunkt im MINT-Bereich gewählt hat, studiert viel häufiger danach ein MINT-Fach an der Universität oder einer eidgnössischen technischen Hochschule (ETH). Knapp 60% beschliessen nach dem Gymnasium solches Fach zu studieren. Eine höhere MINT-Gymnasialquote führt also zu einer höheren Anzahl der Studierenden im MINT-Bereich.

Lena Heitz
Sekretariat Starke Schule beider Basel
 
Quelle: [Bundesamt für Statistik, Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung, Bildungsbericht]
 
 
 
15.12.2021

Schulstart nach Weihnachtsferien im Fernunterricht

Der Baselbieter Regierungsrat hat eine Verschärfung der Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Diese treten nach den Weihnachtsferien in Kraft und beinhalten nebst einer Masken- und Testpflicht auch Fernunterricht.

Die erste Schulwoche nach den Winterferien wird von zuhause aus stattfinden. Die Schüler/-innen starten im Fernunterricht und können dann mit einem negativen Testresultat im Rahmen des "Breiten Testen" in den Präsenzunterricht zurückkehren. Die Teilnahme am "Breiten Testen" wird im Landkanton für alle Schüler/-innen und Lehrpersonen obligatorisch. Davon ausgenommen sind Personen, welche nachweislich in den letzten drei Monaten von einer Covid-Infektion genesen sind. Diese Tests finden einmal pro Woche in der Schule statt.

Zusätzlich kommt eine Maskenpflicht ab der ersten Primarschule hinzu. Die Schulleitung kann dabei in Ausnahmefällen eine Bewilligungen erteilen und einzelne Personen von verschiedenen Massnahmen befreien.

Die Starke Schule beider Basel begrüsst die von der Regierung beschlossenen Massnahmen, um den explodierenden Corona-Fallzahlen zu begegnen.

Lena Heitz
Sekretariat Starke Schule beider Basel

 

12.12.2021

An den Schulen steigen die positiven Corona-Fälle exponentiell

Die Situation ist beunruhigend: Innerhalb von sieben Tagen sind im Kanton Basel-Landschaft 754 Schüler/-innen und 104 Lehrpersonen [Stand: 10.12.2021] positiv auf Corona getestet worden. 1'500 weitere Schüler/-innen und 65 Lehrkräfte sind in Quarantäne. Im Stadtkanton sieht die Situation nicht besser aus.

Diese Werte sind seit Beginn der Pandemie ein Rekord. Die Bevölkerung ist beunruhigt. Die Kinder und Jugendlichen stecken sich unbemerkt in der Schule an, zeigen oft keine Symptome und verbreiten das Virus in der Bevölkerung. Es stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen zu wenig unternehmen, um die Ansteckungen in den Schulen zu minimieren? «Wir müssen uns auf die Expertise des kantonsärztlichen Dienstes verlassen.», sagt Beat Lüthy vom Amt für Volksschulen. Er verstehe diese Verunsicherung, möchte aber klarstellen, dass man sich um die Massnahmen kümmere. Als Beispiel sind in den beiden Basler Halbkantonen alle Skilager bis zu den Fasnachtsferien 2022 abgesagt worden und ab der fünften Primarklasse besteht eine strenge Maskentragpflicht. Ob diese Verschärfungen reichen, ist jedoch fraglich.

Der Gesundheit der Schüler/-innen und Lehrpersonen muss hohes Gewicht eingeräumt werden. Die Starke Schule beider Basel (SSbB) befürwortet aufgrund der noch immer steigenden Corona-Zahlen weitergehende Massnahmen, welche auch direkt den Schulunterricht betreffen:

  • Luft-Filteranlagen in jedem Klassenzimmer
  • Tägliches Desinfizieren von Klassenzimmer, Toiletten usw. durch das Reinigungspersonal
  • Spucktest für nicht geimpfte und nicht genesene Schüler/-innen und Lehrpersonen wöchentlich obligatorisch zweimal durchführen.
  • Klassen bei drei positiven Corona-Fällen zwingend in Quarantäne, ausser geimpfte und  genesene Schüler/-innen
  • Maskenpflicht ab 1. Primarklasse
  • Konferenzen, Standortgespräche usw. ausschliesslich per Video
  • Schullager, Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im Klassenverband verbieten bis die Fallzahlen in den beiden Kantonen signifikant gesunken sind (R-Wert kleiner 0.8)

Mit diesen Massnahmen soll das Risiko einer Ansteckung in den Schulen auf ein Minimum reduziert werden und damit ermöglichst werden, Präsenzunterricht weiterhin durchzuführen. Die Schulen sollen so lange wie möglich offenbleiben.

Lena Heitz
Sekretariat Starke Schule beider Basel

 

11.12.2021

Ist eine Lehre besser als das Gymnasium?

Die berufliche Grundausbildung ist wertvoll, davon sind sich viele Firmen und Lehrlingsbetriebe einig. Trotzdem wird sie häufig belächelt, abgewertet und viel schlechter angesehen als eine gymnasiale Matur. Weshalb ist das so?

Dabei sind die Vorteile der beruflichen Grundausbildung offensichtlich: Sie bringt die Jugendlichen früh in die Arbeitswelt und bildet so die nächste Generation qualifizierter Fachkräfte aus. Die Lehre ist ein Fundament, auf welchem die Lehrlinge aufbauen und sich weiter entwickeln können.

Heute gibt es zwei «Kategorien» von Eltern, welche ein Lehre ihres Kindes ablehnen:

  • Einerseits sind dies die Akademiker/-innen, welche eine universitäre Ausbildung des Kindes anstreben, um ihrem Status gerecht zu werden. Ein Hochschulabschluss bedeutet in unserer Gesellschaft nach wie vor hohes Ansehen. Das Kind soll Karriere machen und dies – so die Meinung vieler Eltern mit akademischer Ausbildung, sei nur mit einer gymnasialen Matur möglich.
  • Andererseits sind es viele Ausländer/-innen, welche die Weiterbildungsmöglichkeiten nach einer erfolgreichen Lehre gar nicht kennen. Sie glauben, die Lehre führe oft zur Arbeitslosigkeit. Sie verkennen damit, dass die Erwerbslosigkeit bei Personen mit einem Hochschulabschluss in Prozentpunkten sogar geringfügig höher liegt als bei Jugendlichen, welche eine Lehre erfolgreich abschliessen konnten.

Seit Jahren ist die Verteilung der Anzahl Schulabgänger/-innen, welche eine Lehre absolvieren resp. das Gymnasium besuchen, nur wenig verändert.

Lena Heitz
Sekretariat Starke Schule beider Basel

[Quelle: https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-berufslehre-bietet-gleiche-aussichten-wie-das-gymnasium-ld.1655242?reduced=true ]

 
 

05.12.2021

Viele positive Rückmeldungen, aber auch kritische Stimmen

Im Frühling dieses Jahres gab der Vorstand der Starken Schule beider Basel (SSbB) bekannt, das Projekt eines eigenen Berufsverbandes für Lehrpersonen im 2021 weiterverfolgen zu wollen. Wir erhielten von unseren Mitgliedern und Sympathisanten folgend mehrheitlich positive Rückmeldungen, aber auch mehrere Rückmeldungen mit konstruktiver Kritik und nachvollziehbaren Bedenken.

Obwohl wir die Kriterien deutlich erfüllen, welche notwendig sind, um die SSbB als Berufsverband offiziell anerkennen zu lassen, bewegen uns die kritischen Rückmeldungen dazu, das Projekt «Berufsverband Starke Schule beider Basel» zu überprüfen, insbesondere in welcher Form sowohl die Interessen der Lehrpersonen und diejenigen der Eltern in bildungspolitischen Anliegen vertreten werden können.

Konstruktive Kritik, Anregungen und Bedenken

Folgende Bedenken erhielten wir von Mitgliedern und Sympathisanten, wobei die Kritik mehrheitlich von Eltern, die nicht im Lehrberuf tätig sind, geäussert wurden. Dies ist auch deshalb nachvollziehbar, weil von den in Baselland wohnenden rund 4'700 Mitgliedern und Sympathisanten die Eltern knapp in der Mehrheit sind.

  • Durch eine offizielle Anerkennung als Berufsverband würde sich die SSbB zu stark auf die Interessen der Lehrpersonen fokussieren und die Interessen der Eltern vernachlässigen.
  • Die SSbB sei kein Verband für Lehrpersonen, sondern ein Verein, welcher eine Bildungspolitik betreibe, um das Bildungssystem der Volksschulen und weiterführenden Schulen zu verbessern.
  • Durch eine offizielle Anerkennung als Berufsverband und das vermehrt aktive Mitwirken in den verschiedenen Arbeitsgruppen verlöre die SSbB ihre Unabhängigkeit und stünde in stärkerem Masse im Einflussbereich des AVS und der BKSD. Es bestünde die Gefahr, dass sich die SSbB nicht mehr derart frei und pointiert öffentlich äussern könne, insbesondere wenn es sich um Kritik gegen BKSD oder AVS handle.

Welche Vorteile bringt ein Berufsverband SSbB?

Im Frühling dieses Jahres wurde im Vorstand der SSbB intensiv besprochen, wie sich die SSbB in bildungspolitische Themen, zu welchen sie keine Initiative lanciert hat, stärker einbringen könnte. Ein Berufsverband würde – so die Meinung des Vorstandes der SSbB – folgende Vorteile bringen:

  • Nach offizieller Anerkennung als Berufsverband würde die SSbB bei wichtigen Geschäften der kantonalen Bildungspolitik stärker und vor allem frühzeitiger eingebunden werden, so wie dies heute beim LVB, VPOD, AKK, Schulleitungskonferenz, Schulratspräsidium etc. gemacht wird. In den letzten Jahren wurde die SSbB diesbezüglich zwar sehr oft eingebunden, jedoch meist nur bei Themen, zu welchen sie eine Initiative lancierte.
  • Bereits in der Vergangenheit hat die SSbB immer wieder Lehrpersonen, die z.B. Probleme mit ihrer Schulleitung hatten, unterstützt und sie bei ausserordentlichen Mitarbeitergesprächen (MAG) begleitet. Durch eine offizielle Anerkennung als Berufsverband würde die Position der SSbB gestärkt werden und mehr Gewicht erhalten.

Vorstand beschliesst weiteres Vorgehen

Die SSbB setzt den Fokus weiterhin auf ihr Kerngeschäft – Verbesserung des Bildungssystems – und vertritt die Interessen der Schüler/-innen, Eltern und Schulangestellten (Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter/-innen, Schulsekretariatsmitarbeiter/-innen, Schulleitungen usw.) gleichermassen. Auf keinen Fall möchten wir das Bild vermitteln, dass die Eltern, welche eine knappe Mehrheit unserer Mitglieder und Sympathisanten ausmachen, durch einen Berufsverband für Lehrpersonen ausgeschlossen werden. Das Bild, dass die SSbB eine Organisation für Lehrpersonen ist, findet sich zwar immer wieder, ist aber falsch. Die SSbB hat seinen Ursprung in einer Elternbewegung, welche mittels kantonaler Volksinitiative gegen Zwangsverschiebung von Schüler/-innen aktiv wurde (siehe Entstehung und Geschichte der SSbB)

Aus diesen Gründen ist es für den Vorstand der SSbB fraglich, ob das Anstreben einer offiziellen Anerkennung als Berufsverband tatsächlich sinnvoll ist. An unserer Arbeit, Lehrpersonen in arbeitsrechtlichen und gewerkschaftlichen Fragen zu unterstützen, so wie die SSbB dies in den letzten Jahren bereits regelmässig gemacht hat, müsste sich nichts ändern. Auch eine Intensivierung dieser Arbeit wäre denkbar. Eine offizielle Anerkennung als Berufsverband wäre zwar vorteilhaft, jedoch nicht zwingend notwendig, zumal der Begriff "Berufsverband" nicht geschützt ist.

Basis soll entscheiden

Die Mitglieder und Sympathisanten sind in einem nächsten Schritt aufgefordert, Bedenken, Vor- und Nachteile einer offiziellen Anerkennung der SSbB als Berufsverband zu äussern. Für den Vorstand der SSbB ist unbestritten, dass eine allfällige Einreichung eines Gesuchs für eine «offizielle Anerkennung als Berufsverband» aufgrund der bislang erhaltenen unterschiedlichen Positionen durch eine Umfrage abgesegnet werden müsste.

Im Namen des Vorstandes
Alina Isler

 

 
 
 
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