Starke Schule beider Basel (SSbB)

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News

  • Samstag, November 21, 2020

    Schullager in BL verboten

    Die verschärften Massnahmen des Kantons Basel-Landschaft für die Volksschulen (Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe 1) betreffen hauptsächlich die geplanten Schullager und die Maskentragpflicht der Schüler/-innen beim Znüni-Essen.

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  • Montag, November 09, 2020

    Baselland muss Löhne nachzahlen

    Der Lehrerinnen- und Lehrerverband (LVB) erzielte vor Gericht einen wichtigen und wegweisenden Erfolg.

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  • Samstag, November 07, 2020

    Auch der Kanton Bern hat genug von Kompetenzbeschreibungen

    In einer Motion vom 13.10.2020 verlangen drei Grossräte des Kantons Bern die Ergänzung des Lehrplans 21 mit Stoffinhalten und Themen. Somit wird in einem weiteren Kanton die Kritik von Lehrpersonen, Eltern und Bildungsinteressierten der Politik immer lauter. Sie beziehen sich in ihrer Argumentation auf eine Umfrage der Starken Schule beider Basel, bei welcher 73.4 Prozent der befragten Lehrpersonen angaben, dass eine solche Ergänzung vorgenommen werden muss.

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Interview

In den frühen Morgenstunden vom 10. Februar 2020 erhielten die kantonalen und kommunalen Schulleitungen sowie die Erziehungsberechtigten vom Amt für Volksschulen (AVS) die Information über den sich nähernden Sturm «Sabine», welcher die Gefahrenstufe 4 erreichte. Den Erziehungsberechtigten wurde es freigestellt, ob sie an diesem Tag ihre Kinder zur Schule schicken wollten. Involviert waren der Sicherheits- und der Bildungsdirektion sowie der kantonale Krisenstab. Die Informationsketten funktionierten nur teilweise, was Landrätin Regina Werthmüller bewog, eine Interpellation einzureichen, die nun von der Regierung beantwortet wurden. Mehr

 

Webseite der SSbB wird stark besucht

Vom 2. November 2015 bis zum 1. November 2020 besuchten 25`972 verschiedene User/-innen die Webseite der SSbB mindestens einmal. Diese hohe Zahl ist ebenso erfreulich wie der stetige Zuwachs. In den vergangenen 365 Tagen verzeichnete die Webseite 8`667 neue User/-innen. Die durchschnittliche Sitzungsdauer betrug 3 Min. 58 Sek.

Uns motivieren diese Zahlen, die Homepage regelmässig zu aktualisieren und neue Infos sowie auch Artikel hochzuladen. Für Ihr Interesse danken wir Ihnen.
 

Kampagne finanzieren

Die Initiative "Die gigantische und unerfüllbare Anzahl von 3‘500 Kompetenzbeschreibungen in den Lehrplänen auf ein vernünftiges Mass reduzieren" der Starken Schule kommt definitv am 7. März 2021 im Kanton Basel-Landschaft zur Abstimmung. Unterstützen Sie die bevorstehende Kampagne und spenden Sie hier:


 

Bildungsinitiative in Basel

Unterschreiben Sie die formulierte Initiative der Starken Schule beider Basel, mit welcher wir der gescheiterten Passepartout-Ideologie ein Ende setzen möchten. Die Initiative verlangt eine echte Lehrmittelfreiheit auch im Kanton Basel-Stadt. Die Lehrpersonen sollen die Lehrmittel "Mille feuilles", "Clind d'oeil" und "New World" durch bewährte Lehrmittel ersetzen können.

Hier können Sie den Unterschriftenbogen herunterladen.

Die Starke Schule empfiehlt bei Sammelständen Schutzmasken zu tragen oder beim Ansprechen auf der Strasse einen Abstand von 2 Metern einzuhalten.

 

Leserbrief

Sozialromantische Ressourcenverschwendung

Es ist unbestritten, dass sich der Mensch im Verlaufe seines Lebens gewisse Kompetenzen aneignen muss. Diese sind eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit und beruhen auf Wissen, hervorgegangen aus Interesse, Erfahrungen, Erfolgen und Misserfolgen. Deswegen ist kompetenzorientierter Unterricht während einer tertiären Ausbildung sicher richtig, aber auf der Volksschulstufe Ressourcenverschwendung. In der Volksschule muss für alle die gleiche Basis gelegt werden. Zuerst braucht es ein Fundament (Wissen, Erfahrung, Interesse), wenn das gefestigt ist, kann darauf aufgebaut werden (Kompetenzen). Ohne Fundament stürzt jede Baute ein. Damit wir von Chancengleichheit reden können - wenn es die überhaupt gibt - dann müssen überall die gleichen Lerninhalte vermittelt werden. Alles andere ist sozialromantischer Unfug und eine Beschäftigung der Bildungstheoretiker, die fernab jeglicher Praxis ihr Dasein fristen. Die Zeche bezahlt eine ganze veräppelte Generation.

Das Sagen hat längst die Wirtschaft (IT-Branche und Lehrmittelverlage): Digitale Wandtafeln, Laptop für jeden Schüler, jede Schülerin, Lehrmittel mit viel Text und wenig Übungsmaterial, zusätzliches Material nur mit Nutzerschlüssel während eines Jahres abrufbar. Fremdsprachenlizenzen. Die Aufzählung ist nicht abschliessend.

Nicole Hirt

 

Spenden

Wir freuen uns über Ihre Spende.

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09.06.2020

Das Mysterium der AKK

„Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ George Orwell

Die Verwirrung ist offenbar Programm, denn das Rätselraten beginnt bereits beim Namen: "Amtliche Kantonalkonferenz". Ist die AKK ein Amt? Oder hält der Kanton in Analogie zum Permafrost eine fortwährende Konferenz mit sich selbst? Im Folgenden der Versuch, zumindest etwas Licht ins Dunkel dieser ominösen Organisation zu bringen.

Der AKK gehören 120 Delegierte an, aus deren Reihen sich die vierköpfige Geschäftsleitung und der 12 Mitglieder zählende Vorstand rekrutieren. Deren schriftliche Verlautbarungen, Sitzungen und andere Formen des Zeitvertreibs lässt sich der Kanton jährlich etwa eine Viertelmillion kosten. Dies, um den Unterrichtenden die zuweilen exotische kantonale Bildungspolitik schmackhaft zu machen. Letztere treibt wiederkehrend die merkwürdigsten Reformblüten. Bei Passepartout und dem Fetisch der 3'500 Kompetenzen beispielsweise fühlt sich die erfahrene Lehrkraft unweigerlich an die Titanwurz erinnert, deren bis drei Meter hohe Blüte einen Aasgeruch absondert.

Sollte sich in der Führungsriege der AKK unter ihrem Präsidenten, Ernst Schürch, zur Abwechslung die Orientierung an den Interessen der Lernenden oder so etwas wie gewerkschaftliches Denken einschleichen, wird die daraus resultierende Kritik an der kantonalen Bildungspolitik so lange destilliert, bis sie verdampft. Für den Fall, dass doch einmal ein hartnäckiges Destillat zurückbleibt, kommt es zu einer der legendären AKK-Erhebungen. Es liegt dann in allen kantonalen Lehrerzimmern ein tendenziöser Fragebogen auf, in den jede Lehrkraft unbeaufsichtigt und so oft sie will, ihre Kreuze setzen kann, bis sie ihrer Meinung genug Nachdruck verliehen hat. Möchte die Bildungsdirektion allerdings wichtige Entscheidungen an seriös erhobenen Umfragedaten ausrichten, beispielsweise im Bereich der schulischen Digitalisierung, bemüht sie hierfür die sich selbst finanzierende Gewerkschaft der Lehrkräfte. Denn der LVB weiss, wie man professionell Daten erhebt.

Was Fehler betrifft, verfährt die AKK mit der für fremdfinanzierte Monopolisten eigenen Grosszügigkeit, denn sie hat ja nichts zu befürchten. Jüngstes Beispiel ist das Protokoll der Delegiertenversammlung 1–2019/2020[1]. Zur Geleiteten Lehrmittelfreiheit weist Ernst Schürch unter Punkt 3.1 darauf hin: "...dass diese Initiative ihren Ursprung in einer Petition der PLK [einer der zahlreichen Unterorganisationen der AKK] hatte, welche eine Lehrmittelfreiheit an den Volksschulen forderte." Da muss der Präsident wohl versehentlich etwas durcheinandergebracht haben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Besagte Petition aus dem Jahr 2018 war nämlich die Reaktion auf die nicht formulierte Gesetzesinitiative vom Oktober 2015 «Stopp dem Verheizen von Schüler/-innen: Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenkonzept»[2] der Starken Schule beider Basel. Da der Landrat jene Gesetzesinitiative guthiess, befürchteten Regina Jäkel Pacchiarini und Lukas Flüeler, zwei Vorstandsmitglieder der AKK, künftig keine Passepartout-Lehrmittel mehr einsetzen zu dürfen. Eine Sorge, die sie öffentlich kundtaten. In der Folge reichten sie mit 38 weiteren Unterzeichnenden eine Petition[3] zum Erhalt ihrer ansonsten mehrheitlich abgelehnten Schulbücher ein. Da Passepartout ein alle anderen Lehrwerke ausschliessendes Lehrmitteldiktat darstellte, ging es bei besagter Petition nie um Lehrmittelfreiheit, sondern um die Rettung einer von einer kleinen Minderheit mangels besseren Wissens favorisierten Fremdsprachenideologie. Eine Randnotiz der Geschichte: Mit ihren 38 MitunterzeichnerInnen schafften es Jäkel Pacchiarini und Flüeler in die ruhmreiche Kategorie der Petitionen mit der geringsten Anzahl Unterschriften.

Zugegeben, die notwendigen Korrekturen der vor Jahren von Urs Wüthrich eingeleiteten Schulreformen sind teuer, aufwändig, komplex, aufreibend und langwierig. Da geht im Verlaufe der Zeit gerne mal was vergessen, sodass sich Ernst Schürch sicher nicht dem Verdacht auf Demenz auszusetzen braucht. Und der Gedanke an Orwells 1984 wiederum wäre weit hergeholt. Dort werden im Namen der Opportunität sämtliche Quellen aus der Vergangenheit konsequent und fortlaufend an die in der Gegenwart jeweils herrschenden Gegebenheiten angepasst, auf dass sich das Regime in keine Widersprüche verstrickt und nie im Unrecht ist. Nein, es handelt sich hier schlicht um menschliche Irrtümer, denen man mit wohlwollender Arglosigkeit begegnen sollte.

Als Landrat weiss Ernst Schürch natürlich auch, dass es zur erwähnten unformulierten Initiative keinen Gegenvorschlag gab, wie es irrtümlicherweise in besagtem Protokoll zum Ausdruck gebracht wird. Vielmehr formulierte die Regierung die Initiative aus und erarbeitete darauf basierend in Kooperation mit der Starken Schule beider Basel eine Gesetzesvorlage zur Realisierung der geleiteten Lehrmittelfreiheit. Die fehlerhafte Passage im Protokoll muss Schürch überlesen haben, ansonsten hätte er sie ganz bestimmt korrigiert.

Die von Eltern und Lehrkräften getragene und von einer Handvoll Vorstandsmitgliedern geleitete Starke Schule beider Basel prägt die Baselbieter Bildungspolitik nun seit rund acht Jahren nachhaltig. Sie hat dadurch so manche Fehlentwicklung verhindert. Dafür bezieht sie vom Kanton nicht einen roten Rappen. Worin liegt für den Steuerzahler der Gegenwert für die jährlichen plus/minus 250'000 Franken, mit denen er die AKK finanziert? Diese Frage drängt sich umso mehr auf, als dass die sich selbst finanzierende LehrerInnen-Gewerkschaft LVB eine gut funktionierende Schnittstelle zwischen Bildungsdirektion und unterrichtender Basis bildet. Beide Institutionen arbeiten vorbildhaft zusammen. Wozu braucht der Kanton mit der AKK eine Art bildungspolitischen Volkskongress, der in Gebaren und Funktion eher an den ehemaligen Ostblock als an ein demokratisches Staatswesen erinnert? Ein Kanton, der einen bildungspolitisch vernünftigen Kurs fährt zugunsten der Lernenden, braucht keine AKK zur Durchsetzung verfehlter Reformen.

„Um die Lügen der Gegenwart durchzusetzen, ist es notwendig, die Wahrheiten der Vergangenheit auszulöschen.“ George Orwell

Felix Hoffmann, Sekundarlehrer 


[1] https://akkbl.ch/kalender-detail/dv-akk-2-399.html?file=files/Dateiablage/AKK/AKK%20Delegiertenversammlungen/2019-20/DV%201_27.11.19/191127_%20Protokoll%20AKK%20DV-def.pdf
[2]
http://starke-schule-beider-basel.ch/starkeschule/lancierteInitiativen/Passepartout.aspx
[3]
https://akkbl.ch/news-leser/die-primarstufe-wehrt-sich-gegen-den-passepartout-entscheid-des-landrates.html?file=files/Dateiablage/AKK-Stufenkonferenzen/SAKKG_PLK/SAKKG_PLK%20Delegiertenversammlungen/2017_18/180613_SAKKG_PLK_DV/Passepartout/Petition%20Landratsentscheid%20Ausstieg%20aus%20Passepartout.pdf