Starke Schule beider Basel

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News

  • Donnerstag, November 14, 2019

    Landrat lehnt Motion gegen lohnrelevantes MAG ab

    Mit 37 : 42 Stimmen bei 2 Enthaltungen hat der Landrat eine Motion abgelehnt, welche ein praxistaugliches lohnrelevantes Mitarbeitergespräch (MAG) forderte.

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  • Samstag, November 02, 2019

    Frühfremdsprachenkonzept: Schüler/-innen als Versuchskaninchen missbraucht

    BaZ-Journalist Thomas Dähler wirft in der heutigen Ausgabe im Artikel «Das Französisch-Rad vergeblich neu erfunden» (Seite 23) den Passepartout-Verantwortlichen «Geheimniskrämerei» vor. Nur dank einer Panne wurde der Schlussbericht des Instituts für Mehrsprachigkeit (IfM) zu den Französisch-Ergebnissen von 4'400 Schüler/-innen am Ende der Primarschulzeit publiziert.

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Leserbrief

Wie eine Horde Schafe

Passepartout ist ein Lehrstück in Sachen Gruppendynamik, wie sie sich auch in der Politik abspielt. Haben sich genügend Schafe in Bewegung gesetzt, rennt ihnen der Rest der Herde blindlings hinterher, selbst wenn die hysterische Meute Richtung Abgrund hetzt. Da helfen dann keine noch so lauten Warnrufe mehr, von denen es zu Passepartout reichlich gab. Ist die Horde erst einmal laut blökend in Gang gekommen, gibt es kein Halten mehr. So hastete die Bildungspolitik, ohne zu überlegen, den Mehrsprachigkeits-Ideologen hinterher. Die Volksschule Baselland ist zwar noch nicht abgestürzt, doch viele solcher Drogenrausch-ähnlicher Trips wie Passepartout kann sie sich nicht mehr leisten.

Felix Hoffmann, Himmelried

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Eine erfreuliche Kompromisslösung

Der Starken Schule beider Basel ist für ihre Ausdauer und Hartnäckigkeit im Bildungsbereich zu danken. Trotz grossem Widerstand hat es sich gelohnt, mittels diverser Initiativen den notwendigen Druck auf die Politiker in Regierung und Parlament auszuüben. Dies zum Wohl unserer Schüler/-innen sowie der Französisch- und Englisch Lehrkräfte. Dank der umsichtigen Netzwerk- und Überzeugungsarbeit unter der Leitung der zuständigen Regierungsrätin gelang es, mittels der Berufung von praxiserprobten Sprach Lehrkräften in Lehrmittel-Fachkommissionen Lösungen zu finden, welche die Eigenverantwortung der Sprach Lehrkräfte steigern. Zielführend ist das Resultat betreffend dem niveaugetrennten Unterricht in Promotionsfächern. Umso erfreulicher, dass sich ohne Gegenstimmen unser kantonales Parlament für diese Kompromiss Lösungen entschieden hat!

André Fritz, EVP Co-Präsi Sektion Muttenz-Birsfelden

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Ja zu den Bildungsinitiativen

Nachdem das deutsche Modell "Gesamtschule" vor rund 20 Jahren gescheitert war, meinten die Basler, es besser zu können, worauf sie die "Orientierungsschule" einführten. Zwölf Jahre liessen sie ihre von Anfang an quer durch die Bevölkerung kritisierte OS bestehen, auf dass die Gründer ihr Gesicht wahren konnten. 2015 schloss sie dann ihre Tore. Schon die Gründungsväter der Vereinigten Staaten von Amerika wussten, dass alle Menschen zwar gleich geschaffen, aber nicht gleich sind. Sie haben unterschiedliche Talente und eine unterschiedliche Leistungsfähigkeit. Dieser Tatsache wird im modernen Niveaugetrennten Unterricht Rechnung getragen, auf dass die einzelnen Schüler/-innen in ihrer Individualität und unterschiedlichen Leistungsfähigkeit am besten gefördert werden können. Die Abschaffung der Niveaus an unserer Volksschule entspricht der linken Ideologie, wonach wir Menschen alle gleich sind. Daran glaubt man mittlerweile nicht mal mehr in Moskau.

Michael Miedaner, Biederthal, Frankreich

 

 

Kampagne 24. November

 

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September 06, 2019

Nein zum lohnwirksamen Beurteilungssystem

Gegen die vom Regierungsrat und Landrat im Frühjahr 2019 entschiedene Umstellung eines neuen Lohnsystems bei Lehrpersonen wehren sich die Schulleitungen des Kantons.

Alle Lehrpersonen sollen per 2021 in ein lohnwirksames Beurteilungssystem gegliedert werden. Der Widerstand gegen diese Neuerung ist auf allen Ebenen gross. Nun haben sich auch die Schulleitungen des Kantons BL in einer Medienmitteilung öffentlich geäussert.

Hier können Sie die komplette Medienmitteilung lesen:
Die Schulleitungen anerkennen die Tatsache, dass es neben vielen überragenden und sehr guten auch weniger gute Lehrpersonen gibt und betonen, dass sich die Leistungen von Lehrpersonen durchaus beurteilen lassen, wenn man umfassende Kriterien definiert, Indikatoren festlegt und diese überprüft. Man könnte also davon ausgehen, dass alles in bester Ordnung ist und lohnwirksame Qualifikationssysteme in den Schulen im Baselbiet umgesetzt werden können und sollen.

Zwingend wäre aber, dass verbindlich definiert wird, was einen guten Lehrer oder eine gute Lehrerin ausmacht und welche Kriterien ausschlaggebend sind. Grundsätzlich muss der Unterricht und damit das Kerngeschäft im Zentrum stehen. Um nun eine Lehrperson fair und korrekt beurteilen zu können, muss die Schulleitung mehrere Lektionen besuchen. Der international anerkannte Wirtschaftspädagoge Rolf Dubs stellt fest (Die Führung einer Schule. Leadership und Management, 2019, Seite 245), dass etwa acht Unterrichtsbesuche pro Lehrperson nötig sind, um zu einer verlässlichen Einschätzung zu gelangen. Zusätzlich zum Besuch des Unterrichts müssten auch Elterngespräche der Lehrpersonen, Besprechungen mit Lernenden sowie Diskussionen in Unterrichtsteams analysiert sowie Unterrichtsvorbereitungen und korrigierte Leistungstests überprüft werden.

Eine echte und gerechte Beurteilung bedingt also einen hohen zeitlichen Aufwand. Der Kanton Luzern wollte das lohnwirksame Qualifikationssystem für Lehrpersonen ebenfalls umsetzen, musste jedoch feststellen, dass dieses System einerseits den Unterricht nicht verbessert und andererseits mindestens 2 Millionen Franken pro Jahr an Zusatzkosten auslösen würde. Deshalb wurde 2008 das lohnwirksame Qualifikationssystem konsequenterweise nur für Verwaltungsangestellte eingeführt.

Und im Kanton Basel-Landschaft? Bei uns soll das neue Lohnsystem umgesetzt werden, ohne Zusatzkosten zu generieren. Sollen nun Schulleitungen quasi nebenbei und zusätzlich zur bisherigen Arbeit auf der Basis einer umfangreichen Kriterienliste bis zu 50 Personen pro Schulleitungsmitglied beurteilen und bewerten? Der Vorschlag zur Bewältigung dieser enormen Zusatzaufgabe ist gelinde gesagt unprofessionell: Es sollen einfach ca. 90-95% der Lehrpersonen mit «gut» bewertet werden. Die Bewertung «gut» benötigt nicht einmal eine Begründung. Nur die restlichen 5-10% überragenden oder ungenügenden Lehrpersonen würden dann den eigentlichen Zusatzaufwand auslösen.

Konflikte wären vorprogrammiert, weil ausgesprochen viele Lehrerinnen und Lehrer sehr gute Arbeit leisten und jährlich unzählige unbezahlte Überstunden leisten, wie die letzte Studie des LCH (Lehrerinnen- und Lehrerverein Schweiz) ergeben hat. Man stelle sich vor: Wie kann einer sehr engagierten Lehrperson, die mit A (gut) bewertet wird, erklärt werden, weshalb sie kein A+ (sehr gut) erhält, wenn bei der Bewertung A keine Begründung abgegeben werden muss? Eine drastische Verschlechterung des Schulklimas und ein Gefühl des Gegeneinanders statt Miteinanders wären die Folge.

Wenn Regierung und Parlament es wirklich ernst meinen mit der Qualifikation von Lehrpersonen, sind konsequenterweise die Ressourcen bereitzustellen, die nötig sind, um Lehrpersonen seriös zu qualifizieren. Geschieht dies nicht, ist die Bewertung unseriös und ungerecht. Nehmen sich die Schulleitungen aber auch nur einen Teil der nötigen Zeit für eine seriöse Qualifikation, werden die neuen Aufgaben einen so hohen Zusatzaufwand generieren, dass zentrale Aufgaben der Schulleitungen nicht mehr mit der nötigen Sorgfalt erledigt werden können, was sich negativ auf die Schulen auswirken würde. Aus dieser Sicht ist das geplante lohnwirksame Qualifikationssystem kontraproduktiv und würde letztlich diejenigen treffen, denen das Hauptaugenmerk gelten sollte: unsere Schülerinnen und Schüler.

Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter BL (VSL BL) hat alle Schulleitungen des Kantons BL befragt. Sämtliche Schulleitungen der Primarschulen, der Sekundarschulen, der Gymnasien, der Musikschulen sowie der betroffenen Berufsfachschulen des Kantons BL unterstützen diese Stellungnahme und fordern Regierung, Parlament und in der Folge auch die Gemeinden auf, entweder das geplante lohnwirksame Qualifikationssystem für Lehrpersonen nicht umzusetzen oder die nötigen Ressourcen dafür bereitzustellen.