Starke Schule beider Basel (SSbB)

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News

  • Sonntag, September 25, 2022

    Nun doch flächendeckender Verkehrsunterricht an den Baselbieter Schulen

    Seit Jahrzehnten findet an den Baselbieter Schulen regelmässig Verkehrsunterricht durch eine spezielle Absteilung der Polizei statt. Weil die Abteilung "Verkehrsinstruktion" zurzeit stark unterbesetzt ist, hätten gemäss Beschluss im Jahr 2022 der Unterricht in den zweiten Primarklassen gestrichen werden sollen. Dieser Entscheid wurde nun korrigiert, wie die Justizdirektion kürzlich informierte. (jw)

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  • Freitag, September 23, 2022

    Berufsbildung für Lehrpersonen

    Im Kanton Basel-Stadt wurde ein Vorstoss eingereicht, der die Prüfung einer möglichen berufsbildenden Ausbildung zur Primarlehrperson verlangt. Die Unterzeichnenden finden, dass die Ausbildung für Lehrpersonen in den letzten Jahrzehnten stark akademisiert und so der Zugang zum Beruf deutlich erschwert wurde. Insbesondere in der aktuellen Zeit mit starkem Lehrpersonenmangel soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. (ai)

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  • Donnerstag, September 22, 2022

    Umfrage Fremdsprachen Primarstufe

    Zurzeit führen wir eine Umfrage zum Thema Fremdsprachenunterricht an der Primarschule durch, die sich an Lehrpersonen, Eltern und Bildungsinteressiert richtet. Falls Sie keinen Umfragelink erhalten haben und gleichwohl an der Umfrage teilnehmen möchten, können Sie bei uns einen Zugangscode verlangen.

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  • Donnerstag, September 08, 2022

    Steigende Schülerzahlen in BS

    In den letzten Jahren hat die Anzahl der Schüler/-innen in den öffentlichen Schulen sowie auch in den Kindergärten stetig zugenommen. Im Vergleich zum Schuljahr 2015/16 waren es im letzten Schuljahr 2021/22 rund 10% mehr Lernende. (ai)

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  • Freitag, September 02, 2022

    Mehr integrativ geförderte Kinder in Basler Schulklassen

    Im Verlauf der letzten Jahre veränderte sich die Anzahl der Schüler/-innen bei den separativen Angeboten. Während vor sechs Jahren noch 532 Kinder in diesen spezial Angeboten untergebracht waren, sind es in diesem Jahr nur noch 474. (lh)

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Pressespiegel

Wie ich ein Schuljahr überstand

Desinteresse, Interventionen, Sitzungen über Mittag: Ein pensionierter Pädagoge beschliesst etwas gegen den Lehrermangel zu tun und entdeckt mit einer Sekundarschulklasse seinen Beruf neu. Eine Weiterbildung in acht Lektionen.

Lesen Sie den Artikel hier.

[Quelle: NZZ vom 11.09.2022]

 

Lehrerin ohne Diplom? Ein Crashkurs

Die Sommerferien sind zu Ende, wegen des Lehrermangels stehen neuerdings auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ohne Diplom und Erfahrung vor einer Klasse. Gehören Sie auch dazu? Eine Anleitung für den Erfolg im Schulzimmer. Lesen Sie den Artikel hier.

[Quelle: NZZ am Sonntag vom 21.08.2022]

 

Die Schule braucht weniger Lektionen und bessere Lehrpersonen

"Die Gesellschaft muss sich entscheiden, ob sie die Schule als Lernort oder als Betreuungsort haben will." Alain Pichard spricht in seinem Artikel über die aktuellen Problematiken an den Schulen und die ideologisch gefärbten Schulreformen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

[Quelle: NZZ vom 19.08.2022]

 

Leserbrief

Unverständnis und mangelhafte Arbeit, die zur Strafanklage führt
Der Jugendstaatsanwalt hat Strafanzeige gegen eine 14-jährige Schülerin erstattet, offenbar ohne diese Schülerin befragt zu haben. Dann wurden zwei Lehrpersonen, die auch im Lager waren, auch nicht befragt. Wie kann ein Strafbefehl «objektiv» sein, wenn die involvierte Person sowie die beiden aufsichtshabenden Personen nicht befragt werden? Dafür wurden -so die Berichterstattung- rund neun Monate nach dem Vorfall acht Schülerinnen als Zeugen einvernommen. Ob da die Erinnerungen noch wirklich allen Tatsachen entsprochen haben?
Paul Hofer, alt-Landrat FDP

 
 

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Starke Schule beider Basel
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18.04.2021
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Harmos-Initiative öffnete alle Türen

Seit zehn Jahren leistet die «Starke Schule» Widerstand gegen den Lehrplan 21. 16 Initiativen hat der Verein bisher lanciert und dabei beachtliche Erfolge erzielt. Nun will die Organisation besser in Entscheide der Bildungsdirektion eingebunden werden, sagt Vorstandsmitglied Regina Werthmüller.

Frau Werthmüller, lassen Sie uns über Initiativen sprechen. 16 Initiativen hat die Starke Schule innerhalb von zehn Jahren lanciert. Was ist der Reiz für Sie an diesem politischen Instrument?
Die erste Initiative gegen die Zwangsverschiebungen lancierte im Jahr 2011 eine Gruppe von Eltern mit Unterstützung einiger Lehrpersonen, weil ihre Kinder nicht in die Sekundarschule Allschwil eingeteilt wurden, sondern in das weiter gelegene Binningen. Der Kanton wollte damit Kosten im Bildungsbereich einsparen. Aus dieser Bewegung entstand der heutige Verein Starke Schule beider Basel, welcher als Basisbewegung funktioniert und sich zum Ziel setzte, mit Volksinitiativen Sparmassnahmen im Bildungsbereich zu verhindern. Initiativen sind ein direktdemokratisches Mittel des Volkes, um sich Gehör zu verschaffen, wenn Regierung und Parlament am Volk vorbei politisieren.

Zu diesem Zeitpunkt sass Jürg Wiedemann, Gründer und Aushängeschild der Starken Schule, bereits für die Grünen im Landrat und Sie folgten noch im gleichen Jahr. Warum war es nicht möglich, die Anliegen der Starken Schule auf parlamentarischem Weg durchzusetzen?
Neben den Volksinitiativen haben wir oft zum fast gleichen Anliegen im Landrat Motionen und Postulate eingereicht. Durch dieses zweigleisige Verfahren, konnten wir den Druck auf die Politik deutlich erhöhen und damit auch taugliche Gegenvorschläge der Regierung erzwingen. Mehrmals wurden unsere Anliegen praktisch vollständig erfüllt, sodass wir Initiativen als erfüllt zurückziehen konnten. Hilfreich war sicher auch, dass nicht nur die Grünen Baselland viele unserer Initiativen unterstützt haben, sondern dass wir im Landrat immer wieder mit unseren Forderungen Mehrheiten finden konnten. Nach der Wahl von Monica Gschwind und damit dem Rausschmiss der SP aus der Regierung erhielten wir von den Grünen Baselland nur noch wenig Support. Der Graben wurde zunehmend tiefer.

Wo sehen Sie den grössten Erfolg der Starken Schule?
Zentral für viele unserer Anliegen war die Initiative zum Ausstieg aus dem Harmos-Konkordat. Sie war möglicherweise die wichtigste Initiative, die uns die Tür öffnete, um den Lehrplan 21 in unserem Kanton zu verhindern. Unser Widerstand gegen das Harmos-Konkordat und das sehr gute taktische Verhalten von Bildungsdirektorin Monica Gschwind führte dazu, dass die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) den Lehrplan 21 zur beliebig veränderbaren Mustervorlage degradiert hat. Der Kanton Baselland konnte damit seinen eigenen Lehrplan Volksschule Baselland mit Stoffinhalten und Themen einführen. Ebenso konnten wir die Abschaffung der Einzelfächer Geografie, Geschichte, Biologie verhindern.

Nicht geglückt ist Ihnen die Reduktion auf eine Fremdsprache in der Primarstufe. Sehen Sie aktuell noch Handlungsbedarf bei den Fremdsprachen?
Dank der Lehrmittelfreiheit haben die Lehrpersonen die Möglichkeit, die untauglichen Passepartout-Lehrmittel Mille feuilles, Clin d’oeil und New World durch bewährte Lehrmittel zu ersetzen. Damit werden wir den Fremdsprachenunterricht in der Primarschule wenigsten verbessern können. Wir müssen nun beobachten, wie die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen mit den neuen Lehrmitteln klarkommen und wie sich die Abkehr von der Passepartout-Ideologie auf das Erreichen der Lernziele auswirkt.

Was sind Ihre Prognosen?
Bereits im ersten Schuljahr mit Lehrmittelfreiheit haben eine unerwartet hohe Anzahl von Fremdsprachenlehrpersonen alternative Lehrmittel bestellt. Dies deutet daraufhin, dass Mille feuilles, Clin d’oeil und New World schneller ersetzt werden als wir dies prognostiziert haben. Eigentlich erstaunt dies nicht. Zu deutlich haben diese Lehrmittel versagt. Ich gehe davon aus, dass die Primarschülerinnen und -schüler in wenigen Jahren die Lernziele in Französisch und Englisch besser erreichen werden.

Was sind die Themen, mit denen die Starke Schule das Stimmvolk künftig an die Urne ruft?
(lacht) Diese Frage hat uns auch SP-Landrat Jan Kirchmayr gestellt, der ebenfalls Lehrer ist. Ich habe ihm angeboten, ein Anliegen zu deponieren. Er plädierte dafür, die 2013/14 in der Nordwestschweiz eingeführten Checks zur Prüfung des Leistungsstands der Schülerinnen und Schüler abzuschaffen. Das ist für uns im Moment noch kein Thema. Priorität hat der Lehrplan der Sekundarschulen. Die Bildungsdirektion ist zurzeit an der Überarbeitung der Stoffinhalte und Themen im Lehrplan. Dieser soll klarer strukturiert und pointierter formuliert werden, was ganz in unserem Sinne ist. Weiter möchten wir uns als offiziellen Berufsverband ab 2022 anerkennen lassen, um damit intensiver mit der Bildungsdirektion zusammenarbeiten zu können. Eine kantonale Volksinitiative steht im Moment nicht an.

Was wäre ihr Profil als Berufsverband in Abgrenzung zum Lehrerinnen- und Lehrerverein?
Für die umfassende rechtliche Betreuung, wie sie der LVB anbietet, sind wir sicher zu klein. Zudem macht der LVB in diesem Bereich eine ausgezeichnete Arbeit. In diesem Bereich braucht es uns nicht. Unser Fokus liegt eher darauf, dass wir personalrechtliche und gewerkschaftliche Anliegen mit politischen Mitteln durchsetzen möchten. Wir wollen in denjenigen Themen aktiv werden, welche die Basis als wichtig erachtet. Das betrifft sicherlich auch Neuerungen und Reformen im Schulbetrieb, die mit der Praxis nicht verträglich sind. Persönlich ist mir aber auch der Musikunterricht wichtig. Auf der Primarstufe wird dieser viel zu stiefmütterlich behandelt. Das beginnt bereits bei der Ausbildung der Lehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule.

Wird es auch weniger Initiativen der Starken Schule geben, wenn Sie als Berufsverband vermehrt angehört werden?
Als schlanker und unabhängiger Verein können wir schnell agieren und eine Initiative innert kürzester Zeit lancieren. Dies wird sich sicher nicht ändern. Selbstverständlich würden wir gewerkschaftliche Anliegen verstärkt mit unseren Mitgliedern besprechen. Ein Einbezug der Mitglieder ist uns wichtig. Durch den Einbezug in die bildungspolitische Entscheidungsprozesse hätten wir frühzeitig die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Wünschenswert wäre, wenn wir dann weniger oft im Nachhinein die Reissleine ziehen müssten.

Sebastian Schanzer
Journalist der Volksstimme

[Quelle: Interview erschienen in der Volksstimme Nr. 43, 16.04.2021]