Starke Schule beider Basel

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News

  • Donnerstag, Dezember 12, 2019

    Budgetpostulat betreffend Musikunterricht angenommen

    Der Landrat hat heute einem Budgetpostulat betreffend Musikunterricht in der Höhe von jährlich Fr. 50'000.- mit 46 : 35 bei einer Enthaltung angenommen. Damit sollen die Schulen und Lernenden betreffend Wichtigkeit des Instrumentalunterrichtes informiert werden.

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  • Mittwoch, Dezember 04, 2019

    Schnelle Umsetzung der "Lehrmittelfreiheit"

    Regierungsrat beschliesst, die neue Lehrmittelverordnung bereits ab dem 01.01.2020 in Kraft zu setzen.

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Kommentare zur Abstimmung

Saskia Schenker, Landrätin FDP: Mutige und lösungsorientierte Initianten und unsere mutige und lösungsorientierte Bildungsdirektorin Monica Gschwind haben mit ihrem Vorschlag der Lehrmittelfreiheit überdeutliche Zustimmung erhalten – herzliche Gratulation! Und nicht nur das: Das Baselbiet erzielt damit schweizweit Wirkung, wie die aktuellen Diskussionen zeigen.

Matthias von Dach, Gymlehrer: "Ein deutliches Verdikt der Baselbieter Stimmberechtigten: 85% sagen Ja zu einer geleiteten Lehrmittelfreiheit. Es war ein langer Kampf gegen ein Lehrmittel und eine Fremdsprachen-Pädagogik, die von Beginn weg auf grossen Widerstand gestossen ist. Trotzdem machten die Verantwortlichen weiter. Nun gut, es macht ja auch keinen Sinn, nach ein paar anfänglichen Unkenrufen ein System gleich wieder über Bord zu werfen, obwohl die in diesen Lehrmitteln propagierte Pädagogik anderorts ja bereits getestet und wieder verworfen worden war. Vielleicht würde ja das eigens für die Schweizer Schulen entworfene und dementsprechend teure Lehrmittel erfolgreicher... Durchhalteparolen, Verweis auf die später zu erfolgende Evaluation, Desavouierung der Kritiker, Ignoranz oder Schlechtreden von Hochschulstudien... etc.; die Versuche der verantwortlichen Erziehungsdirektoren, das Projekt zu retten sind vielfältig geweseg. Zuletzt wurde auf eine bereits laufende Überarbeitung und Ergänzung des Lehrmittels verwiesen. Danach der bildungspolitische Overkill mit den vernichtenden Resultaten zum Misserfolg des Projekts. Auch hier wurde noch ein letzter Versuch unternommen, eine Publikation der Ergebnisse zu verhindern, erfolglos. Die Bevölkerung hat die Zeichen erkannt und nun ein klares Verdikt gesprochen, jedenfalls im Baselbiet."

André Fritz, Co-Präsident EVP Birsfelden-Muttenz: "Ein Schelm, wer behauptet, die Starke Schule beider Basel übertreibe es mit extremen Bildungsinitiativen. Tatsache ist, dass diese Bildungsbewegung immer wieder mitarbeitet an tragfähigen und qualitativ guten Kompromissen im Bildungsbereich." 

Cyrille Hagen, Sekundarlehrer: Ein neuer Start, eine neue Chance.
Nun heisst es nach vorne schauen, danke ans Stimmvolk.

Paul Wenger, e. Landrat SVP, Reinach: "Ganz herzlichen Dank für euren unermüdlichen Einsatz zu zwei sehr wichtigen Bildungsfragen. Endlich, muss ich sagen, ist es gelungen, dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenkonzept den Stecker zu ziehen und eine untaugliche Ideologie durch ein sehr vernünftiges Konzept zu ersetzen. Auch die geleitete Lehrmittelfreiheit ist sehr zu begrüssen und in der heutigen Zeit mehr als vernünftig. Ich frage mich einfach, wer eigentlich für die millionenteuren Ausgaben die Verantwortung übernimmt? Viele der hochbezahlten Bildungstheoretiker in Verwaltung und Politik müssten jetzt den Hut nehmen. Und auch mit dem niveaugetrennten Unterricht hat es geklappt. Eine Selbstverständlichkeit, über die ich mich sehr freue wird Realität. Ohne die eiserne Beharrlichkeit und professionellen Arbeit der Starken Schule beider Basel des gesamten Vorstandes und den vielen aktiven Helfer/-innen wäre dies nie Wirklichkeit geworden." 

Florence Brenzikofer, Sekundarlehrerin, Landrätin Grüne: "Ich freue mich über die deutliche Annahme der beiden Bildungsvorlagen. Zukünftig kann ich als Französischlehrerin individuell entscheiden, welches Lehrmittel ich von der Lehrmittelliste für meinen Unterricht verwende. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich mache die Erfahrung, dass ich im Niveau A, E oder P nicht dasselbe Material einsetze. Zukünftig kann ich bereits bei der Lehrmittelwahl differenzieren."

Hanspeter Amstutz, pensionierter Lehrer: "Das Resultat ist ein Sieg für die Starke Schule beider Basel und die direkt betroffenen Kinder. Es ist auch ein Sieg für die Baselbieter Lehrerschaft, die in Schulfragen das Heft in die Hand genommen und viel Mut bewiesen hat. Dieser Sieg der pädagogischen Vernunft kann wegweisend für eine praxisnähere Bildungspolitik in der ganzen Schweiz werden."

Marc Schinzel, Landrat FDP: "Nach dem didaktischen Debakel nun das überdeutliche Debakel an der Urne. Das Sprachbad-Konzept Passepartout geht baden. Diese Benotung durch die Baselbieter Stimmberechtigten ist verdient. Besser spät als nie - Byebye Passepartout! Brutaler könnte die Abstrafung für Passepartout kaum mehr sein. Nur noch ca. 15% Zustimmung im Baselbiet. Die anderen möchten die Badewanne lieber zuhause nutzen und nicht tatenlos zusehen, wie ihre Kinder im “Fremdsprachen-Bad“ untergehen. Mit dem heutigen Entscheid öffnet Baselland den Weg für einen inhaltlich und didaktisch gut strukturierten Fremdsprachenunterricht und verabschiedet sich von ideologischen Experimenten auf dem Rücken der Kinder. Wann ziehen andere Kantone nach? ByeBye Passepartout!"

Eva Abt, Bellinzona: "Herzlichen Glückwunsch! Wie wunderbar: Eine kleine Gruppe standhafter, engagierter Leute, denen vor allen Dingen das Wohl unserer Kinder am Herzen liegt, hat sich gegen eine finanzstarke, Medien unterstützte Ideologie durchgesetzt! Möge dieser Sieg schweizweit Früchte tragen!" 

Béatrix de Sury d’Aspremont, Landrätin CVP: "Ich hoffe, dass nun Abstimmungen zum Thema Bildung seltener werden, Ruhe in die Schulen einkehrt und dass unsere Schüler/-innen von den beiden angenommenen Lösungen profitieren werden. Die neuen Bestimmungen ergänzen die komplexe Bildungslandschaft sinnvoll."

Daniel Vuilliomenet, Sekundarlehrer: "Passe Partout? Non! Absolument pas! Le peuple a décidé. Et maintenant: Rien ne passe plus. Et ça c`est formidable. Bravo!"

Andreas Müller, Berufswahllehrer: "Ich weine dem Projekt Passepartout keine Träne nach. Endlich weg. Es ist nun an der Zeit, fortschrittlicher zu denken und handeln."

Pascal Ryf, Landrat CVP: "Ein klarer Entscheid des Stimmvolkes für das Ende des gescheiterten Passepartout-Projektes. Den Lehrpersonen wird mit der neu geltenden Lehrmittelfreiheit die Kompetenz zuteil, ihren Unterricht pädagogisch freier zu gestalten. Der schrittweise Aufbau von Grammatik, Wortschatz und Orthografie ermöglicht es den Kindern, eine Fremdsprache wieder systematisch und mit klaren Strukturen zu lernen – anstatt im Sprachbad unterzugehen.

Dr. Riccardo Bonfranchi (MAE), Heilpädagoge, Ethiker: Es gibt eine unendliche Vielzahl menschlicher Daseinsformen. Einige Schüler können das besser, andere jenes. Es ist eine Bagatellisierung und damit auch eine Trivialisierung, dies negieren zu wollen. Menschen, die immer unterschiedlich sind, können nicht in einen Topf geschmissen werden. Wenn es dann auch noch um ein intellektuelles Vorhaben geht, wie es Schule darstellt, verkommt diese Gleichmacherei zu einem Chaos, das letztendlich niemandem nützt, aber Vielen schadet. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass der Kompromiss- bzw. Gegenvorschlag der Regierung, dass Pflichtfächer nicht durchmischt werden, mit grossem Mehr angenommen wurde. Dies auch dank der Initiative des Vereins ‘Starke Schule beider Basel’."

Urs Kalberer, Sekundarlehrer: Danke, Baselland! 84,8 %! Ein wegweisender Entscheid auch für andere Kantone und ein Erfolg für Eltern, Schulkinder und Lehrkräfte. Nun liegt es an den Lehrern, die errungenen methodischen Freiheiten auch sinnvoll zu nutzen. Packen wir’s an!"

Paul Hofer, e. Landrat FDP: "Volkswillen konsequent umsetzen!"

Alain Pichard, Sekundarlehrer, Orpund, Redaktor des Condorcet-Blogs: "Mit der Lehrmittelfreiheit beschreitet der Kanton Baselland einen wichtigen Schritt in Richtung innovativer und zeitgemässer Schule. Es ist kein Zufall, dass dieser Sieg an der Urne im Kanton Baselland stattfand. Ein widerständiger Lehrerverband, eine starke reformkritische Bewegung und eine diskursbereite Regierung machen den Kanton Baselland zu einem Pionierkanton in Sachen Bildung. Die Basellandschäftler wollen, dass die Schüler in ihren Schulen etwas lernen. Dass sie dies mit einem Vertrauensbeweis gegenüber ihren eigenen Lehrkräften tun, denen sie nun eine weitgehende Lehrmittelfreiheit zugestehen, ist beachtlich und wegweisend."

Balz Stückelberger, Landrat FDP, Arlesheim: "Heute wurde der Mille-Feuilles-Albtraum beendet. Das ist gut. Grösser als die Freude ist aber der Frust über den Schaden, den dieses unsägliche Lehrmittel in den letzten Jahren angerichtet hat."

Beat Studer, pensionierter Lehrer: "Das Stimmvolk hat dem untauglichen Passepartoutprojekt ein Ende mit Schrecken bereitet. Zurück bleiben völlig frustrierte Schüler, Eltern, Lehrer und ein Kanton, welcher sinnlos Millionen aus dem Fenster geworfen hat!"

Irène Tuaillon, Sekundarlehrerin: Herzlichen Dank an alle, die Ja zur Änderung des Bildungsgesetzes gestimmt haben. Dies ermöglicht jeder Sekundarlehrperson ein passendes Französisch- und Englischlehrmittel für die entsprechende Niveaustufe auszuwählen und somit Schüler- und zielorientiert zu arbeiten. Der Starken Schule beider Basel danke ich für ihren grossen Einsatz."

Michael Miedaner, Lehrer: "Der seit Jahren finanziell angeschlagene Kanton BL schmeisst über 10 Millionen für ein katastrophales Lehrmittel zum Fenster raus, während dem zeitgleich den Lehrern der Lohn gekürzt wird! Die Verantwortlichen für dieses Desaster sollten zur Rechenschaft gezogen werden!"

Kathrin Zimmermann, Sekundarlehrerin: "Na endlich! Was lange währt, wird endlich gut. Ich bin soooo froh, dass ich nun ein Lehrwerk aussuchen kann, mit dem meine Schüler/-innen lernen und ich unterrichten kann, ohne es noch stundenlang umschreiben und didaktisieren zu müssen, weil der Unterricht sonst nur eine Beschäftigungstherapie ist. Zum Glück wird die Niveautrennung erhalten bleiben. Es wäre mir ein Grauen gewesen, wenn meine Kinder in durchmischte Klassen hätten gehen müssen. Meine Tochter ist schon in der Primar frustriert gewesen, weil sie immer warten musste, bis es alle verstanden hatten. Die arme Lehrperson, die diese Differenzen auffangen muss, tut mir leid. Sie hat auch nur zwei Hände und die Binnendifferenzierung innerhalb eines Niveaus ist anspruchsvoll genug."

Werner Hotz, Landrat EVP, Allschwil: "Die EVP hat beide Kompromiss-Vorlagen im Landrat mitgetragen und an der Parteiversammlung wurden diese einstimmig befürwortet. Demzufolge bin ich hocherfreut, dass diese beiden wichtigen Bildungs-Vorlagen vom Volk angenommen wurden. Wir sind zuversichtlich, dass die vorgeschlagene Lehrmittelfreiheit nun zum Wohle unserer Schüler/Innen im Schulalltag umgesetzt werden kann. Sinnvoll ist ebenso die erarbeitete Lösung betreffend den niveaugetrennten Unterricht in Promotionsfächern. Mit deren Realisierung kann die Qualität des Schulunterrichts auch in der Zukunft beibehalten werden."

Felix Schmutz, Sekundarlehrer: "Welch eine Abfuhr für ein Jahrzehnt der Bevormundung der Lehrpersonen durch Schreibtischtäter und deren Vollstrecker! Die Lehrpersonen haben die Expertise für das Lernen im Klassenzimmer. Mit dem heutigen Volksentscheid haben sie sich ein wichtiges Recht zurückerkämpft. Sie werden künftig wieder entscheiden, mit welchen Lehrmitteln und Methoden sie die Ziele im Lehrplan erarbeiten können, und zwar im Hinblick darauf, was für die Schülerinnen und Schüler am geeignetsten erscheint.

 

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Warum eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt

Die Muttersprache als Basis für den Fremdsprachenerwerb
Durch die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Muttersprache wird das Verständnis für Sprache an sich gefördert. Dadurch wird der Fremdsprachenerwerb erleichtert. Die im Deutschunterricht behandelten grammatikalischen Begriffe und Sprachstrukturen erleichtern den Lernenden somit den Zugang zu Fremdsprachen. Auch wer über gute Lese- und Schreibfertigkeiten in der Muttersprache verfügt, kann davon beim Erlernen einer Fremdsprache profitieren. Diese Zusammenhänge decken sich nicht nur mit den Erfahrungen der Sprachlehrkräfte, sie sind wissenschaftlich belegt u.a. durch die kürzlich erschienene Langzeitstudie der Linguistin Simone Pfenninger von der Universität Zürich[1]. Zur gezielten Förderung der Muttersprache in der Primarschule soll die zweite Fremdsprache folglich erst auf der Sekundarstufe unterrichtet werden.

Zu wenige Lektionen für zwei Fremdsprachen
Zugunsten zweier Fremdsprachen auf der Primarstufe muss die Lektionenzahl anderer Fächer reduziert oder die Stundentafel erweitert werden. So oder so können nicht genügend Stunden bereitgestellt werden, um zwei Fremdsprachen mit der notwendigen Intensität zu unterrichten. Durch die grossen Abstände zwischen den Lektionen muss zu viel Zeit für die Repetition des vergessenen Stoffes und Wortschatzes aufgewendet werden. Vor allem im Verhältnis zum zeitlichen Aufwand sind die Fortschritte in der Folge viel zu klein. 

Überforderung vieler Schülerinnen und Schüler
Die aus Zürich vorliegenden Erfahrungen mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule[2] zeigen, dass mindestens ein Drittel der Schülerinnen und Schüler die minimalen Lernziele in den beiden Fremdsprachen nicht erreicht. Die insbesondere ab der 5. Klasse immer grösser werdende Schere zwischen sprachlich Begabten und weniger Begabten lässt sich auch mit teuren Stützlektionen nicht zur Genüge schliessen. Dies hat nachteilige Konsequenzen für den Unterricht und das Klassenklima durch die Entmutigung der Leistungsschwächeren. Die Gefahr dabei besteht in der so genannten Nivellierung nach unten, d.h. im Senken der Ansprüche zur Überwindung der Leistungsschere.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans schneller
Pfenningers Studie zeigt, dass der Fremdsprachenunterricht im früheren Alter sich weder kurz- noch langfristig vorteilhaft auswirkt. Bereits nach sechs Monaten haben die Lernenden, die fünf Jahre später einstiegen, die Frühlernenden eingeholt und teilweise sogar übertroffen – dies u.a. punkto Kommunikation, Korrektheit und Komplexität, Sprachfluss, und schriftlichen Ausdrucks. Selbst der Vorsprung der Frühlernenden in Sachen Wortschatz war beim Schulabschluss wettgemacht. Pfenninger: "Zum Zeitpunkt der zweiten Datenerhebung, kurz vor der Maturität, waren keine Unterschiede mehr bezüglich des frühen bzw. späten Einstiegs in den Fremdsprachenunterricht erkennbar."  Untersuchungen des Wissenschaftlichen Kompetenzzentrums für Mehrsprachigkeit in Freiburg (KFM) bestätigen Pfenningers Studienergebnis. Zusammengefasst gelangt das KFM zu folgendem Schluss: Im Fremdsprachenunterricht lernen Jugendliche auf der Sekundarstufe schneller als Primarschulkinder.[3]

Ungenügende Gelingensbedingungen für erfolgreichen Fremdsprachenunterricht
Die fehlenden Unterschiede zwischen Früh- und Späteinsteigern haben ihre Ursachen in langsameren Lernprozessen von Primarschulkindern gegenüber Jugendlichen, aber auch in den nicht erfüllten Gelingensbedingungen für einen erfolgreichen Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe. Nicht gewährleistet sind insbesondere eine genügende Anzahl Wochenlektionen, Unterricht in leistungshomogenen Kleingruppen, mehr Investitionen in die Förderung der Fremdsprachenkompetenz der Lehrkräfte sowie in Alternativprogramme für überforderte Schülerinnen und Schüler. Diese Bedingungen sind in der Primarschule zum grossen Teil nicht erfüllt. Sie könnten nur auf Kosten anderer Bildungsbereiche verbessert werden.

Ganzheitliche Bildung vs. Fremdsprachenlastigkeit
Der Bildungsauftrag der Primarstufe umfasst weit mehr als die frühzeitige Fremdsprachenvermittlung. Neben dem Sprachenerwerb müssen Kinder auch in den Bereichen Mathematik, Naturkunde, Geschichte und Geographie, Gestalten, Musik und Sport die gesetzten Lernziele erreichen. Eine ganzheitliche Bildung lässt sich nur umsetzen, wenn alle Fächer über die ganze Schulzeit genügend gewichtet werden. Durch eine einseitige Begabtenförderung im Fremdsprachenbereich bleiben andere Begabungen auf der Strecke. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse meint dazu in seinem Fazit zum Fremdsprachenthema: "Die Ausbildung in der Muttersprache (bzw. die lokale Hoch- und Schriftsprache) und den Naturwissenschaften bzw. in Mathematik muss stärker priorisiert werden. Sie darf keinesfalls durch zu viele Fremdsprachenlektionen kompromittiert werden."[4]

Sprachenlastigkeit auf der Primarschulstufe zulasten vieler Kinder
Erfahrungsgemäss wird ein sprachenlastiger Stundenplan den Bedürfnissen eines beachtlichen Teils der Kinder und insbesondere vieler Knaben nicht gerecht. Durch die Streichung der zweiten Fremdsprache lassen sich naturwissenschaftliche Fächer stärken. Dies wäre ein Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Im Weiteren kann so die Quote an Gymnasien erhöht werden. Nicht zuletzt spielen Fremdsprachen in den berufsspezifischen Biographien vieler Arbeitnehmenden kaum eine Rolle.

Benachteiligung fremdsprachiger Kinder
Die Integration von Kindern mit anderen Muttersprachen als Deutsch ist mit dem Zweifremdsprachenmodell auf der Primarstufe problematisch. Nicht wenige dieser Kinder müssen zusätzlich zu den beiden Frühfremdsprachen Hochdeutsch und Mundart lernen. Zuweilen wird ihnen zusätzlich die eigene Muttersprache in ihrer Freizeit unterrichtet. Mit dieser Mehrfachbelastung sind die meisten Kinder überfordert.

Weniger Fachlehrkräfte auf der Primarstufe
Die vielleicht wichtigste Grundlage jeden schulischen Erfolgs, vor allem auf der Primarstufe, ist die zwischenmenschliche Beziehung von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Sie bildet die Frequenz, auf der Stoff vermittelt und empfangen wird. Je mehr Fächer die Klassenlehrkraft erteilen kann, umso stabiler und vertrauenswürdiger wird das Verhältnis zwischen den Kindern und ihrer Lehrkraft und damit umso besser die Chancen für erfolgreiches Lernen. Für die beiden Frühfremdsprachen werden aber oft zusätzliche Fachlehrkräfte eingesetzt. Dies beeinträchtigt die Lernprozesse und damit die Effizienz des Fremdsprachenunterrichts. Zusätzlich wird die Stellung der Klassenlehrkraft geschwächt.

Mehr Qualität statt Quantität
Die Promotoren für zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe halten nicht, was sie versprechen. Ihr Fremdsprachenmodell ist ineffizient, verursacht Mehrkosten (in BL allein rund. 12.5 Mio.), ignoriert Bedürfnisse des Arbeitsmarktes, bindet Ressourcen, schafft Benachteiligungen und überfordert eine Mehrzahl unserer Kinder.

[1] http://www.mediadesk.uzh.ch/articles/2014/wer-gut-im-deutsch-ist-lernt-besser-englisch.html
[2] Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband: Mehr Qualität - nur eine Fremdsprache an der Primarschule / August 2015
[3] http://www.zentrum-mehrsprachigkeit.ch/Web_DE_Age-Brosch%C3%BCre_04.11.2014.pdf
[4] http://www.economiesuisse.ch/sites/default/files/downloads/Faktenblatt_Fremdsprachen_20150505.pdf

 


Unterschriftenbogen

Hier können Sie den Unterschriftenbogen der Initiative "Eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt" herunterladen. Die Sammelfrist ist seit dem 21.3.2016 abgelaufen.
 

Initiativ- und Unterstützungskomitee (Stand 07.04.2018)

Samuel Bänziger, Rheinstrasse 9, 4127 Birsfelden (Student der Wirtschaftswissenschaften); Andreas Behnke, Holeerebenweg 8, 4123 Allschwil
Stephane Dedrauzat, Am Stausee 21, 4127 Birsfelden (Ing. ETH, EVP); Zsuzsanna Diederich, Brülweg 43, 4147 Aesch
Mario Elser, Baslerstrasse 275, 4123 Allschwil (Einwohnerrat Grünliberale);
Martin Friedli, Baslerstrasse 341, 4123 Allschwil (Grüne-Unabhängige); André Fritz, Birseckstrasse 17, 4127 Birsfelden (Vizepräsident EVP Muttenz-Birsfelden); Hans Furer, Flurweg 18, 4103 Bottmingen (a. Landrat Grünliberale);
Ruedi Graf, Felsenstrasse 4, 4450 Sissach (Mediatior); Hans-Jörg Gilomen, Reichensteinerstrasse 1, 4144 Arlesheim;
Paul R. Hofer, Buchenstrasse 12, 4104 Oberwil (Landrat FDP); Verena Hatz, Leimgrubenweg 11, 4102 Binningen;
Alina Isler, Baselmattweg 199, 4123 Allschwil (Vorstand Starke Schule Baselland, Studentin Pharmazeutische Wissenschaften);
Gian-Andrea Jäger, Breitenstrasse 2, 4462 Rickenbach (Lehrperson Sek. 1); Stephanie Jesse-Guerra, Reiterstrasse 5, 4054 Basel
Hansjürg Kipfer, Weihermattweg 2a, 4460 Gelterkinden (Lehrer); Kurt Kym, Hardstrasse 27, 4142 Münchenstein; Peter Kuhn, Hinterkirchweg 24, 4106 Therwil;
Marianne Lander, Schanzengasse 10, 4107 Ettingen (Primarlehrerin MST); Jörg Lang, Amselweg 5, 4436 Oberdorf (Masch. Ing HTL);
Caroline Mall, Brunngasse 28, 4153 Reinach (Landrätin SVP); Vicente Marco, Poststrasse 2, 4124 Schönenbuch (Grüne-Unabhängige); Gregorio Mansella, Gilgenbergerstrasse 9, 4053 Basel; Walfried Mürner-Sedlaczek, Mattweg 31, 4144 Arlesheim; Sandra Müller, Röthenweg 18, 4460 Gelterkinden;
Maro Nuber, Liestalerstrasse 44, 4411 Seltisberg (Gymnasiallehrer, GL CschweizH);
Saskia Olsson, Hegenheimerstrasse 21, 4123 Allschwil (Geschäftsleiterin Starke Schule Baselland);
Michael Pedrazzi, Pappelstrasse 24, 4123 Allschwil (Grüne-Unabhängige); Francois Petitpierre, Moosackerweg 10, 4105 Biel-Benken;
Marie-Louise Rentsch, Hauptstrasse 88, 4451 Wintersingen (Grüne-Unabhängige); Christoph Reichenstein, Schellenberg 1, 4437 Waldenburg;
Kathrin Schaltenbrand, Brennerstrasse 62, 4123 Allschwil (Lehrperson Sek. 1, FDP Allschwil); Daniela Schädler, Hasenrainstrasse 79, 4102 Binningen; Regula Steinemann, Mühlemattstrasse 55, 4414 Füllinsdorf (Landrätin Grünliberale); Michael Stolz, Hasenrainstrasse 79, 4102 Binningen; Beat Studer, Ischlagweg 22, 4460 Gelterkinden (Lehrperson Sek. 1);
Claudio Tambini-Wittstich, Zwiedenstrasse 5, 4435 Niederdorf (Gymnasiallehrer); Nathalie Twerenbold, Parkallee 4A, 4123 Allschwil; Karl Thommen, Stockacker 49, 4465 Hemmiken;
Pascale Uccella, Marsstrasse 19, 4123 Allschwil (Landrätin SVP);
Daniel Vuilliomenet, Schanzgase 10, 4107 Ettingen (Lehrperson Sek. 1);
Paul Wenger, Therwilerstrasse 55, 4153 Reinach (Landrat SVP); Jürg Wiedemann, Baslerstrasse 25, 4127 Birsfelden (Landrat Grüne-Unabhängige); Ronald Wiedemann, Schützenstrasse 8, 4127 Birsfelden (dipl. Mathematiker); Markus Wehrli, Schützenweg 9, 4104 Oberwil.