Starke Schule beider Basel (SSbB)

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Bildungsinitiative in Basel

Unterschreiben Sie die formulierte Initiative der Starken Schule beider Basel, mit welcher wir der gescheiterten Passepartout-Ideologie ein Ende setzen möchten. Die Initiative verlangt eine echte Lehrmittelfreiheit auch im Kanton Basel-Stadt. Die Lehrpersonen sollen die Lehrmittel "Mille feuilles", "Clind d'oeil" und "New World" durch bewährte Lehrmittel ersetzen können.

Hier können Sie den Unterschriftenbogen herunterladen.

 

News

  • Montag, April 06, 2020

    Sanierung Schulanlage Frenke

    Die Schulanlage Frenke, bestehend aus einem Sekundarschulhaus, einem Primarschulhaus, wird für CHF 18 Mio. Franken saniert.

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  • Samstag, April 04, 2020

    Sammelfrist verlängert.

    Der Basler Regierungsrat am 24. März 2020 beschlossen, dass es aufgrund der ausserordentlichen Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu einem Fristenstillstand bei kantonalen Volksbegehren wie z.B. Volksinitiativen kommt.

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  • Samstag, März 14, 2020

    Revidierte interkantonale Universitätsvereinbarung

    Da der Zugang zu jeder öffentlichen Universität und eidgenössischen Hochschule in der Schweiz allen Studierenden gewährleistet sein soll, unterstützt die Starke Schule das Anliegen der Vernehmlassung «Betritt des Kantons Basel-Landschaft zur revidierten Interkantonalen Universitätsvereinbarung» vollständig.

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Zitat

21.03.2020

„Ich war sehr gerne Lehrer und ich freue mich sehr, ehemalige Schüler auf der Strasse zu treffen. Solange ich Schule gehalten habe, habe ich im Jahr zwei Formulare ausgefüllt, einen Bericht im Umfang von eineinhalb Schreibmaschinenseiten über das, was ich gemacht habe, und eine Liste aller Schüler. Das war alles. Heute haben Lehrer oft täglich eine Stunde Büroarbeit, weil sie Material liefern müssen, damit an den Pädagogischen Hochschulen Forschung betrieben werden kann. Pädagogik hat man auch damals studieren können, nur hat man Pädagogen für nichts gebrauchen können. Trotzdem gab es Berufskollegen, die an die Uni gegangen sind. Es waren jene, die es angeschissen hat, Schule zu halten. Ich habe hie und da das Gefühl, sie kommen zurück und bringen ihren Kollegen bei, wie man Schule halten muss, damit es einen anscheisst. Bildungswahnsinn. Forschung, Forschung, Forschung.“

Peter Bichel, Interview in der bz vom 21.03.2020

 

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Argumentarium Lehrmittelfreiheit

Das Passepartout-Fremdsprachenkonzept wird von Schüler/-innen, Eltern und Lehrpersonen heftig kritisiert. Auch die auf dieser Ideologie aufbauenden Schulbücher schneiden bei mehreren Untersuchungen schlecht ab. Für die Unzufriedenheit und die völlig unbefriedigenden Lernergebnisse gibt es vielerlei Gründe. Eine Lösung bietet die Lehrmittelfreiheit.

Unsere Sprache ist reich an sogenannten Sprichwörtern. Diese drücken Lebensweisheiten aus, die auf überlieferte Erfahrungen gründen. "Viele Wege führen nach Rom" hat sich beispielsweise als Sprichwort durchgesetzt, da sich die darin ausgedrückte Erfahrung in unserer Lebenswelt immer wieder bestätigt. Die Passepartout-Ideologie widerspricht dieser Erfahrung zutiefst, denn sie entspricht der Überzeugung, es gebe nur einen einzigen richtigen Weg, alle anderen seien falsch. Es wird Zeit, dass wir diesen fundamentalistischen Irrglauben im schulischen Fremdsprachenunterricht beenden.

Radikal, sektiererisch, untauglich

Die Passepartout-Ideologie mit den Lehrmitteln «Mille feuilles», «Clin d'oeil» und «New World» trat mit dem Anspruch an, die einzig richtige Art der Fremdsprachenvermittlung zu sein. Bisher bewährte Methoden wurden als falsch dargestellt und verunglimpft. Einen solch fanatischen Radikalismus kennt man – wenn überhaupt – von religiösen Sekten. Doch Sektierertum hat an der Volksschule einer pluralistischen Gesellschaft nichts verloren. Das Mittel zu dessen Beseitigung ist die Lehrmittelfreiheit.

Der Anspruch auf eine alleinseligmachende "Wahrheit" ist umso stossender, als dass sie in der Realität längst widerlegt ist. Die Passepartout-Ideologie bekam anlässlich unterschiedlichster Untersuchungen äusserst schlechte Noten. So beispielsweise vom Institut für Mehrsprachigkeit der Universität Fribourg (IfM), in der Zbinden-Studie und bei der Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK): Nach vier Jahren Französischunterricht können viele Lernende nicht einmal namentlich vorstellen oder in einer Bäckerei ein Brötchen kaufen. Diese Unzulänglichkeiten haben nichts mit den Schüler-/innen zu tun, vielmehr sind sie in der Passepartout-Ideologie angelegt.

Illusion des Sprachbads

Verbringt man genug Zeit im Fremdsprachengebiet, lernt sich die Sprache auch ohne aktiven Wortschatzaufbau und Grammatik. Es braucht nur eine permanente Berieselung mit der zu lernenden Fremdsprache. Der Passepartout-Umkehrschluss: Werden Wortschatz und Grammatik ignoriert, lernt sich die Fremdsprache mittels Sprachbad von selbst. Der Irrtum: Mit drei Lektionen pro Woche lässt sich kein Sprachbad realisieren. Die Folge: Passepartout bietet weder Wortschatz, noch Grammatik,  noch Sprachbad. Deshalb bekommen die Lernenden nach Jahren des Fremdsprachenunterrichts kaum etwas auf die Reihe. Sie sind darüber frustriert und demotiviert.

Qualifikation durch Unterrichtserfahrung

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Auto: Lassen Sie sich dann vom Verkäufer vorschreiben, welches Auto als einziges in Frage kommt, während er Ihnen alle anderen Modelle verbietet? Und wenn Sie dem Verkäufer dann erklären, warum welches Auto geeigneter wäre, bekommen Sie zur Antwort: «Sie nehmen das Auto, das ich für Sie bestimme!» Mit Sicherheit werden Sie einem solchen Verkäufer kein Auto abkaufen.

Genau diese Entscheidungsmöglichkeit haben die Basler Lehrpersonen bei Schulbüchern nicht. Ihnen werden vom Erziehungsdepartement im Bereich Fremdsprachen Lehrmittel aufgezwungen, welche erwiesenermassen schlecht und für Schüler/-innen vollkommen ungeeignet sind. Denn, um zum Auto-Vergleich zurückzukehren, bei der Marke Passepartout handelt es sich um kein Qualitätsfahrzeug. Vielmehr ist es ein Eselskarren, mit nur einem Rad und ohne Ladefläche. Und mit diesem Teil müssten die Lehrpersonen ihre Klassen irgendwie ans Ziel bringen.

Lassen wir die Lehrpersonen entscheiden, welches Lehrmittel sich am besten eignet für ihre Schüler/-innen. Mit Ihrer Erfahrung sind sie dafür optimal qualifiziert.

Vorteile dank Wettbewerb

Wettbewerb belohnt die Produkte, die sich bewähren, die anderen verschwinden vom Markt. Der Wettkampf der Produkte hat sich durchgesetzt, weil er am effizientesten unsere Bedürfnisse bedient. Die Passepartout-Lehrmittel «Mille feuiles», «Clin d'Oeil» und «New World» hätten unter marktwirtschaftlichen Bedingungen keine Chance, sich auf dem Lehrmittelmarkt zu behaupten. Dafür sind sie zu schlecht. Eingesetzt werden sie oft nur aufgrund des Lehrmittelzwangs. Beenden wir dieses Diktat des Ungenügens und lassen auch bei den Lehrmitteln einen gesunden Wettbewerb zu. So wird den Bedürfnissen der Lernenden am besten entsprochen.

Konkurrenz unter Verlagen führt auch dazu, dass diese ihre Produkte preisgünstiger anbieten. Die eingesparten finanziellen Mittel können so anderswo in der Bildung investiert werden. Wettbewerb hat ganz allgemein zur Folge, dass Kundenwünschen besser entsprochen wird. Ein solcher Wunsch besteht beispielsweise darin, dass bei Schulbüchern auch die Umwelt berücksichtigt wird. Bei den Passepartout-Einweglehrmitteln ist dies nicht der Fall. Diese können für jeden Schüler nur einmal eingesetzt werden. Mehrweglehrmittel, die man über viele Jahre verwendet, sind ein Gebot der Stunde. Passepartout ist in diesem Sinne ökologisch verantwortungslos gegenüber der Umwelt und somit gegenüber der Zukunft unserer Kinder.

Behinderung der Individualisierung

Lehrer/-innen wird nachgesagt, sie seien faul, verdienten zu viel und hätten zu oft Ferien. Wer sich die Mühe nimmt, diesen Vorurteilen auf den Grund zu gehen, wird feststellen, dass sie den Tatsachen widersprechen. Richtig ist allerdings, dass Lehrer/-innen Individualisten sind, was für Vorgesetzte zuweilen anstrengend ist. Dieser Individualismus aber erlaubt es ihnen, auf ihre Schüler/-innen und Klassen individuell einzugehen, um diese gezielt und effizient zu fördern. Doch genau diese für den Lehrberuf wichtige Fähigkeit wird durch die Passepartout-Lehrwerke behindert. Mit Lehrbüchern, die keine Abweichungen von der "reinen Lehre" und keine anderen Schulbücher neben sich dulden, ist kein individualisierter Unterricht möglich. So kommen 10% der Schüler/-innen auf ihre Kosten, der Rest bleibt auf der Strecke. Die Lehrmittelfreiheit macht diesem unhaltbaren Zustand ein Ende.

Angriff auf den Lehrberuf

Durch die verfehlten Schulreformen der letzten Jahre verliert der Lehrberuf zunehmend an Attraktivität. Immer öfters müssen Pensionierte und Quereinsteiger eingesetzt werden. Bis in sieben Jahren besuchen 14% mehr Schüler/-innen die Volksschulen. Gleichzeitig gehen bis dahin unzählige Lehrpersonen in Rente. Die Schweiz benötigt in den nächsten Jahren Tausende neuer Lehpersonen. Auf diesem Hintergrund erweisen sich die Verunglimpfungen der Lehrerschaft durch die Passepartout-Ideologen als Katastrophe. Diese haben angesichts der angepassten Stellensituation auf unverantwortliche Weise noch Öl ins Feuer gegossen. Bereits heute fehlen qualitativ gut ausgebildete Französischlehrpersonen. Und wegen Passepartout sind ausserdem immer weniger Maturand/-innen genügend qualifiziert für ein Französischstudium. Nicht die Lehrpersonen haben bisher "alles falsch gemacht", sondern die Passepartout-Schreibtischtäter. Lehrmittelfreiheit im Sinne eines gesunden Wettbewerbs der Konzepte wird lernbehindernde Ideologien à la Passepartout künftig verhindern. 

Schädigung heimischer Schulverlage

Jedes Land unterscheidet sich in seinem Bildungswesen durch gewisse nationale Eigenheiten. Um diese zu bedienen, bedarf es bestimmter Nischenprodukte, die nur heimische Verlage liefern können. Allein der basellandschaftliche Ausstieg aus Passepartout ist beispielsweise für das Schweizer Unternehmen Schulverlag plus nun problematisch. Angesichts des stark zunehmenden Widerstandes gegen Passepartout in  Basel-Stadt, Bern und Solothurn, werden früher oder später weitere Ausstiegskantone hinzukommen. Dies wird für den erwähnten Herausgeber der beiden Passepartout-Lehrwerke «Mille feuilles» und «Clin d’oeil» nicht ohne Konsequenzen bleiben. „Selber schuld“ greift als Reaktion darauf zu kurz: Den Passepartout-Ideologen gelang es nämlich zur Produktion des untauglichen Englisch-Lehrwerks «New World», mit dem Klett Verlag sogar einen international renommierten Player zu krallen. Wie war es möglich, dass die Passepartout-Ideologen somit zwei Verlage offenbar dazu drängen konnten, Produkte zu liefern, welche der Tradition beider Firmen völlig widersprechen? Klett und Schulverlag plus sind ansonsten nämlich bekannt für Qualität. Wer trägt hier die Verantwortung? Wer hat die Ideologen dazu ermächtigt, ihre Reform losgelöst von jeglicher Qualitätssicherung durchzusetzen? Diese Fragen sollten journalistisch beantwortet werden, damit sich eine solche Situation zum Schaden der Schweizerischen Schullandschaft nicht wiederholt. Der erste Schritt, dies zu verhindern, ist die Lehrmittelfreiheit.  

Fazit

Die Basler Regierung pocht unbeugsam und ohne nachvollziehbare Argumente auf eine längst gescheiterte Ideologie im Fremdsprachenunterricht. Dabei steht sie im Widerspruch zu überlieferten Lebenserfahrungen, zur Expertise der Lehrpersonen, zu wissenschaftlichen Studienergebnissen, zu marktwirtschaftlichen Prinzipien und zu ökologischen Erfordernissen. Beenden wir diese Verantwortungslosigkeit und sagen JA zur Lehrmittelfreiheit.