Starke Schule beider Basel

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News

  • Donnerstag, Januar 16, 2020

    Informatik wird Pflichtfach am Gym

    Ab dem Schuljahr 2021/22 wird an den Baselbieter Gymnasien das Fach Informatik im Rahmen von drei Jahreslektionen über die gesamten vier Schuljahre hinweg zum Pflichtfach. Damit soll dem latenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden

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  • Donnerstag, Dezember 26, 2019

    Positionspapier zum lohnrelevanten MAG

    Auf der Seite der Positionspapiere der Starken Schule beider Basel wurde ein neues Dokument zum lohnrelevanten Mitarbeitergespräch (MAG) veröffentlicht.

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Leserbriefe

Geleitete Lehrmittelfreiheit: Mit Trick 15 zurück zum Status quo ante!

Die zwangsverfügte Verwendung von Mille feuilles und Clin d’oeil ist zwar aufgehoben. Beide dürfen aber weiter verwendet werden, obwohl nach eingehender Analyse mit diesen Lehrmitteln nicht alle Lehrziele abgedeckt sind. Da aber die Auswahl der Lehrmittel in der pädagogischen Verantwortung der Lehrpersonen liegt, können ein paar Unverbesserliche aus irgendwelchen Gründen munter weiter mit Mille feuilles arbeiten. Halb so schlimm: Mit genügend Zusatzmaterialien sind die geforderten Lehrziele vielleicht doch noch zu erreichen.

Einem jüngst an die Eltern der Primarschülerinnen und -schüler verteilten Informationsblatt heisst es: «Im Vordergrund stehen die optimale Förderung der Schülerinnen und Schüler sowie das Erreichen der Vorgaben des Lehrplans.» Dies kann sowohl mit den neuen als auch mit den alten Lehrmitteln erreicht werden. Der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen. Aber Sprachkenntnisse kann er wohl kaum vermitteln.

Markus Müller, Allschwil

 

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Gigantische Anzahl Kompetenz- beschreibungen reduzieren

Der Lehrplan Volksschule Baselland enthält eine realitätsfremde Anzahl von 3‘500 Kompetenzbeschreibungen. Die Schüler/-innen können eine solch unverhältnismässig hohe Anzahl nicht bewältigen. Deshalb fordert die Initiative "Die gigantische und unerfüllbare Anzahl von 3‘500 Kompetenzbeschreibungen in den Lehrplänen auf ein vernünftiges Mass reduzieren", dass der Lehrplan aus maximal 1'000 einzelnen Kompetenzbeschreibungen besteht. Hier können Sie den Unterschriftenbogen herunterladen. Beachten Sie, dass die Sammelfrist abgelaufen ist.

Das Bildungsgesetz SGS 640 soll wie folgt geändert werden:

§ 7b
Stufenlehrpläne Volksschule

 1 Die Stufenlehrpläne der Primarstufe und der Sekundarstufe I bestehen aus klar definierten Stoffinhalten und Themen sowie aus für beide Schulstufen zusammengezählt maximal 1‘000 einzelnen Kompetenzbeschreibungen jeglicher Art. Für die Promotion sind schwerpunktmässig die Stoffinhalte und Themen massgebend.

2 Für die Sekundarstufe I sind die Stoffinhalte und Themen nach Jahreszielen und Anforderungsniveaus differenziert und abgestimmt auf die Inhalte und Anforderungen der beruflichen Grundbildung mit oder ohne Berufsmaturität, der Fachmittelschule und des Gymnasiums.

Argumentation

Der neue Lehrplan Volksschule Baselland, mit welchem seit dem Schuljahr 2018/19 an den Sekundarschulen gearbeitet wird, ist nicht zielführend: Er ist unübersichtlich, schwammig formuliert und deutlich zu umfangreich. Bedenklich ist zudem, dass ein wesentlicher Teil des Lehrplans vom Amt für Volksschulen (AVS) in Eigenregie mit dem Ziel formuliert wurde, den selbstorganisierten und konstruktivistischen Unterricht in den Klassenzimmern zu manifestieren. Fachexpertinnen und -experten wurden nicht oder lediglich als Marionetten eingebunden, welche den Lehrplan faktisch nur noch absegnen durften.

Der Lehrplan Volksschule Baselland der Primar- und Sekundarstufe 1 besteht aus zwei Teilen: einerseits aus der gigantischen Anzahl von 3'536 Kompetenzbeschreibungen, andererseits aus Stoffinhalten und Themen mit Jahreszielen, differenziert ausgerichtet auf die drei Leistungsniveaus A, E und P. Beide Teile sind enorm umfangreich und haben einen sehr hohen Detaillierungsgrad, was den Lehrplan Volksschule Baselland unübersichtlich und für die Lehrpersonen faktisch unbrauchbar macht. Gleichzeitig ist auch der Lehrplanteil mit den Stoffinhalten und Themen in Form von Kompetenzbeschreibungen verklausuliert. Der Bildungsrat hat den Lehrplan Volksschule Baselland denn auch nur provisorisch für 3 Jahre eingeführt, damit dieser in der Zeit überarbeitet und verbessert werden kann.

Diese gigantische und unerfüllbare Anzahl von 3'536 Kompetenzbeschreibungen in den Lehrplänen der Volksschule sollte auf ein vernünftiges Mass reduziert werden, zumal viele Kompetenzbeschreibungen akademisch anmuten und damit stufenfremd formuliert sind.

Die Starke Schule hat reagiert und reichte am 24. Juni 2019 die formulierte Initiative «Die gigantische und unerfüllbare Anzahl von 3'500 Kompetenzbeschreibungen in den Lehrplänen auf ein vernünftiges Mass reduzieren» ein, um den kompetenzorientierten Lehrplanteil umsetzbar zu machen.

Die Starke Schule lehnt umsetzbare und überprüfbare Kompetenzbeschreibungen nicht grundsätzlich ab, jedoch sollten sie im Lehrplan in einem vernünftigen und erfüllbaren Mass sowie in einer klareren Sprache aufgeführt werden, damit die Lehrpersonen diese bewältigen und zielführend einsetzen können. Erhaltene Rückmeldungen aus Sekundarschulen bestätigen: Die Lehrpersonen verwenden die reinen Kompetenzbeschreibungen nahezu gar nicht. Selbst der Teil Stoffinhalte und Themen wird aufgrund des hohen Detaillierungsgrad nur punktuell berücksichtigt. Der Lehrplan der 1. Klasse der Sekundarstufe I umfasst beispielsweise für das Fach Mathematik 10 Seiten, für das Fach Deutsch 9 Seiten. Dieser übertriebene Umfang ist nicht zweckmässig.

Die Starke Schule ist überzeugt, dass die hohe Anzahl von Kompetenzbeschreibungen in beiden Teilen des Lehrplans das Erreichen der Lernziele erschwert und deshalb stark reduziert und aufs Wesentliche beschränkt werden muss.

Initiative gültig

Die eingereichte Initiative wurde von der Landeskanzlei im August 2019 mit 1'845 Unterschriften für gültig erklärt. Wir gehen davon aus, dass die Initiative ca. im Jahr 2021 zur Abstimmung kommen wird.