Starke Schule beider Basel

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3 x Ja

Am 10. Juni können die Stimmberechtigten über drei wesentliche Änderungen im Bildungsbereich abstimmen. Lesen Sie hier mehr.
 

News

  • Samstag, Mai 19, 2018

    Veranstaltungshinweis

    Am Dienstag, 22. Mai 2018 (18.30 - 20.00) findet im Landratssaal in Liestal eine interessante von der FDP Baselland organisierte Podiumsdiskussion zur Abstimmungsvorlage vom 10. Juni statt "Bildungsrat ersetzen durch einen Beirat Bildung". Alle Interessierte sind herzlich eingeladen.

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  • Sonntag, Mai 06, 2018

    Verlosung

    Gratis Eintritt für die Ausstellung "Unter Strom" zur Geschichte der Schweizer Elektromobilität zu gewinnen.

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Leserbrief

Professioneller Beirat Bildung

Wissen Sie, warum Sie in den letzten Monaten vermehrt über bildungspolitische Vorlagen abstimmen durften? Weil der im Bildungsgesetz verankerte Bildungsrat massive Fehlentscheide für unsere Kinder und Jugendliche getroffen hat.
Er hat Lehrmittel verabschiedet, welche für unsere Kinder und Jugendliche sowie Lehrpersonen als untauglich qualifiziert wurden. Er hat Stundentafeln verabschiedet, die es den Schulleitungen verunmöglichten, einen sinnvollen Stundenplan für die Lehrpersonen und SchülerInnen zu erarbeiten. Zum Glück haben Sie, liebe StimmbürgerInnen, dies auch erkannt und entsprechend mitgeholfen, die Fehlentscheide wieder zu korrigieren mittels Annahmen diverser Initiativen. Herzlichen Dank an dieser Stelle.
Damit wir in Zukunft endlich wieder in die ruhigen Gwässer in unserem Bildungssystem eintauchen können, ist es wichtig, dass auch unser Kanton sich von einem Rat auf majestätischem Thron verabschiedet. Die meisten Kantone in der Schweiz haben dies bereits erfolgreich umgesetzt und anstelle des Bildungsrates einen ganz professionell zusammengesetzten Beirat im Bildungsgesetz verankert.
Der Beirat, welcher sich in unserem Kanton in Zukunft mit der Entwicklung des Bildungswesens befassen soll, zwischen Bildungsbereichen von Volksschule, Mittel- und Berufsfachschule koordiniert und eng mit der Regierung zusammenarbeitet, kommt endlich einer Professionalisierung  gleich und genau das braucht auch unser Kanton. Ich denke, unsere Kinder und Jugendlichen haben diesen Befreiungsschlag verdient. Ja zum Beirat Bildung.

Caroline Mall, Landrätin SVP, Reinach
 

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Initiativtext

Hier können Sie den Unterschriftenbogen mit dem Initiativtext der Initiative "Eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt" herunterladen. Die Sammelfrist ist seit dem 21.3.2016 abgelaufen und nun können die Stimmberechtigten am 10.06.2018 an der Urne darüber befinden.
 

Warum eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt

Die Muttersprache als Basis für den Fremdsprachenerwerb
Durch die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Muttersprache wird das Verständnis für Sprache an sich gefördert. Dadurch wird der Fremdsprachenerwerb erleichtert. Die im Deutschunterricht behandelten grammatikalischen Begriffe und Sprachstrukturen erleichtern den Lernenden somit den Zugang zu Fremdsprachen. Auch wer über gute Lese- und Schreibfertigkeiten in der Muttersprache verfügt, kann davon beim Erlernen einer Fremdsprache profitieren. Diese Zusammenhänge decken sich nicht nur mit den Erfahrungen der Sprachlehrkräfte, sie sind wissenschaftlich belegt u.a. durch die kürzlich erschienene Langzeitstudie der Linguistin Simone Pfenninger von der Universität Zürich[1]. Zur gezielten Förderung der Muttersprache in der Primarschule soll die zweite Fremdsprache folglich erst auf der Sekundarstufe unterrichtet werden.

Zu wenige Lektionen für zwei Fremdsprachen
Zugunsten zweier Fremdsprachen auf der Primarstufe muss die Lektionenzahl anderer Fächer reduziert oder die Stundentafel erweitert werden. So oder so können nicht genügend Stunden bereitgestellt werden, um zwei Fremdsprachen mit der notwendigen Intensität zu unterrichten. Durch die grossen Abstände zwischen den Lektionen muss zu viel Zeit für die Repetition des vergessenen Stoffes und Wortschatzes aufgewendet werden. Vor allem im Verhältnis zum zeitlichen Aufwand sind die Fortschritte in der Folge viel zu klein. 

Überforderung vieler Schülerinnen und Schüler
Die aus Zürich vorliegenden Erfahrungen mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule[2] zeigen, dass mindestens ein Drittel der Schülerinnen und Schüler die minimalen Lernziele in den beiden Fremdsprachen nicht erreicht. Die insbesondere ab der 5. Klasse immer grösser werdende Schere zwischen sprachlich Begabten und weniger Begabten lässt sich auch mit teuren Stützlektionen nicht zur Genüge schliessen. Dies hat nachteilige Konsequenzen für den Unterricht und das Klassenklima durch die Entmutigung der Leistungsschwächeren. Die Gefahr dabei besteht in der so genannten Nivellierung nach unten, d.h. im Senken der Ansprüche zur Überwindung der Leistungsschere.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans schneller
Pfenningers Studie zeigt, dass der Fremdsprachenunterricht im früheren Alter sich weder kurz- noch langfristig vorteilhaft auswirkt. Bereits nach sechs Monaten haben die Lernenden, die fünf Jahre später einstiegen, die Frühlernenden eingeholt und teilweise sogar übertroffen – dies u.a. punkto Kommunikation, Korrektheit und Komplexität, Sprachfluss, und schriftlichen Ausdrucks. Selbst der Vorsprung der Frühlernenden in Sachen Wortschatz war beim Schulabschluss wettgemacht. Pfenninger: "Zum Zeitpunkt der zweiten Datenerhebung, kurz vor der Maturität, waren keine Unterschiede mehr bezüglich des frühen bzw. späten Einstiegs in den Fremdsprachenunterricht erkennbar."  Untersuchungen des Wissenschaftlichen Kompetenzzentrums für Mehrsprachigkeit in Freiburg (KFM) bestätigen Pfenningers Studienergebnis. Zusammengefasst gelangt das KFM zu folgendem Schluss: Im Fremdsprachenunterricht lernen Jugendliche auf der Sekundarstufe schneller als Primarschulkinder.[3]

Ungenügende Gelingensbedingungen für erfolgreichen Fremdsprachenunterricht
Die fehlenden Unterschiede zwischen Früh- und Späteinsteigern haben ihre Ursachen in langsameren Lernprozessen von Primarschulkindern gegenüber Jugendlichen, aber auch in den nicht erfüllten Gelingensbedingungen für einen erfolgreichen Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe. Nicht gewährleistet sind insbesondere eine genügende Anzahl Wochenlektionen, Unterricht in leistungshomogenen Kleingruppen, mehr Investitionen in die Förderung der Fremdsprachenkompetenz der Lehrkräfte sowie in Alternativprogramme für überforderte Schülerinnen und Schüler. Diese Bedingungen sind in der Primarschule zum grossen Teil nicht erfüllt. Sie könnten nur auf Kosten anderer Bildungsbereiche verbessert werden.

Ganzheitliche Bildung vs. Fremdsprachenlastigkeit
Der Bildungsauftrag der Primarstufe umfasst weit mehr als die frühzeitige Fremdsprachenvermittlung. Neben dem Sprachenerwerb müssen Kinder auch in den Bereichen Mathematik, Naturkunde, Geschichte und Geographie, Gestalten, Musik und Sport die gesetzten Lernziele erreichen. Eine ganzheitliche Bildung lässt sich nur umsetzen, wenn alle Fächer über die ganze Schulzeit genügend gewichtet werden. Durch eine einseitige Begabtenförderung im Fremdsprachenbereich bleiben andere Begabungen auf der Strecke. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse meint dazu in seinem Fazit zum Fremdsprachenthema: "Die Ausbildung in der Muttersprache (bzw. die lokale Hoch- und Schriftsprache) und den Naturwissenschaften bzw. in Mathematik muss stärker priorisiert werden. Sie darf keinesfalls durch zu viele Fremdsprachenlektionen kompromittiert werden."[4]

Sprachenlastigkeit auf der Primarschulstufe zulasten vieler Kinder
Erfahrungsgemäss wird ein sprachenlastiger Stundenplan den Bedürfnissen eines beachtlichen Teils der Kinder und insbesondere vieler Knaben nicht gerecht. Durch die Streichung der zweiten Fremdsprache lassen sich naturwissenschaftliche Fächer stärken. Dies wäre ein Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Im Weiteren kann so die Quote an Gymnasien erhöht werden. Nicht zuletzt spielen Fremdsprachen in den berufsspezifischen Biographien vieler Arbeitnehmenden kaum eine Rolle.

Benachteiligung fremdsprachiger Kinder
Die Integration von Kindern mit anderen Muttersprachen als Deutsch ist mit dem Zweifremdsprachenmodell auf der Primarstufe problematisch. Nicht wenige dieser Kinder müssen zusätzlich zu den beiden Frühfremdsprachen Hochdeutsch und Mundart lernen. Zuweilen wird ihnen zusätzlich die eigene Muttersprache in ihrer Freizeit unterrichtet. Mit dieser Mehrfachbelastung sind die meisten Kinder überfordert.

Weniger Fachlehrkräfte auf der Primarstufe
Die vielleicht wichtigste Grundlage jeden schulischen Erfolgs, vor allem auf der Primarstufe, ist die zwischenmenschliche Beziehung von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Sie bildet die Frequenz, auf der Stoff vermittelt und empfangen wird. Je mehr Fächer die Klassenlehrkraft erteilen kann, umso stabiler und vertrauenswürdiger wird das Verhältnis zwischen den Kindern und ihrer Lehrkraft und damit umso besser die Chancen für erfolgreiches Lernen. Für die beiden Frühfremdsprachen werden aber oft zusätzliche Fachlehrkräfte eingesetzt. Dies beeinträchtigt die Lernprozesse und damit die Effizienz des Fremdsprachenunterrichts. Zusätzlich wird die Stellung der Klassenlehrkraft geschwächt.

Mehr Qualität statt Quantität
Die Promotoren für zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe halten nicht, was sie versprechen. Ihr Fremdsprachenmodell ist ineffizient, verursacht Mehrkosten (in BL allein rund. 12.5 Mio.), ignoriert Bedürfnisse des Arbeitsmarktes, bindet Ressourcen, schafft Benachteiligungen und überfordert eine Mehrzahl unserer Kinder.

[1] http://www.mediadesk.uzh.ch/articles/2014/wer-gut-im-deutsch-ist-lernt-besser-englisch.html
[2] Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband: Mehr Qualität - nur eine Fremdsprache an der Primarschule / August 2015
[3] http://www.zentrum-mehrsprachigkeit.ch/Web_DE_Age-Brosch%C3%BCre_04.11.2014.pdf
[4] http://www.economiesuisse.ch/sites/default/files/downloads/Faktenblatt_Fremdsprachen_20150505.pdf

 


Initiativ- und Unterstützungskomitee (Stand 07.04.2018)

Samuel Bänziger, Rheinstrasse 9, 4127 Birsfelden (Student der Wirtschaftswissenschaften); Andreas Behnke, Holeerebenweg 8, 4123 Allschwil
Stephane Dedrauzat, Am Stausee 21, 4127 Birsfelden (Ing. ETH, EVP); Zsuzsanna Diederich, Brülweg 43, 4147 Aesch
Mario Elser, Baslerstrasse 275, 4123 Allschwil (Einwohnerrat Grünliberale);
Martin Friedli, Baslerstrasse 341, 4123 Allschwil (Grüne-Unabhängige); André Fritz, Birseckstrasse 17, 4127 Birsfelden (Vizepräsident EVP Muttenz-Birsfelden); Hans Furer, Flurweg 18, 4103 Bottmingen (a. Landrat Grünliberale);
Ruedi Graf, Felsenstrasse 4, 4450 Sissach (Mediatior); Hans-Jörg Gilomen, Reichensteinerstrasse 1, 4144 Arlesheim;
Paul R. Hofer, Buchenstrasse 12, 4104 Oberwil (Landrat FDP); Verena Hatz, Leimgrubenweg 11, 4102 Binningen;
Alina Isler, Baselmattweg 199, 4123 Allschwil (Vorstand Starke Schule Baselland, Studentin Pharmazeutische Wissenschaften);
Gian-Andrea Jäger, Breitenstrasse 2, 4462 Rickenbach (Lehrperson Sek. 1); Stephanie Jesse-Guerra, Reiterstrasse 5, 4054 Basel
Hansjürg Kipfer, Weihermattweg 2a, 4460 Gelterkinden (Lehrer); Kurt Kym, Hardstrasse 27, 4142 Münchenstein; Peter Kuhn, Hinterkirchweg 24, 4106 Therwil;
Marianne Lander, Schanzengasse 10, 4107 Ettingen (Primarlehrerin MST); Jörg Lang, Amselweg 5, 4436 Oberdorf (Masch. Ing HTL);
Caroline Mall, Brunngasse 28, 4153 Reinach (Landrätin SVP); Vicente Marco, Poststrasse 2, 4124 Schönenbuch (Grüne-Unabhängige); Gregorio Mansella, Gilgenbergerstrasse 9, 4053 Basel; Walfried Mürner-Sedlaczek, Mattweg 31, 4144 Arlesheim; Sandra Müller, Röthenweg 18, 4460 Gelterkinden;
Maro Nuber, Liestalerstrasse 44, 4411 Seltisberg (Gymnasiallehrer, GL CschweizH);
Saskia Olsson, Hegenheimerstrasse 21, 4123 Allschwil (Geschäftsleiterin Starke Schule Baselland);
Michael Pedrazzi, Pappelstrasse 24, 4123 Allschwil (Grüne-Unabhängige); Francois Petitpierre, Moosackerweg 10, 4105 Biel-Benken;
Marie-Louise Rentsch, Hauptstrasse 88, 4451 Wintersingen (Grüne-Unabhängige); Christoph Reichenstein, Schellenberg 1, 4437 Waldenburg;
Kathrin Schaltenbrand, Brennerstrasse 62, 4123 Allschwil (Lehrperson Sek. 1, FDP Allschwil); Daniela Schädler, Hasenrainstrasse 79, 4102 Binningen; Regula Steinemann, Mühlemattstrasse 55, 4414 Füllinsdorf (Landrätin Grünliberale); Michael Stolz, Hasenrainstrasse 79, 4102 Binningen; Beat Studer, Ischlagweg 22, 4460 Gelterkinden (Lehrperson Sek. 1);
Claudio Tambini-Wittstich, Zwiedenstrasse 5, 4435 Niederdorf (Gymnasiallehrer); Nathalie Twerenbold, Parkallee 4A, 4123 Allschwil; Karl Thommen, Stockacker 49, 4465 Hemmiken;
Pascale Uccella, Marsstrasse 19, 4123 Allschwil (Landrätin SVP);
Daniel Vuilliomenet, Schanzgase 10, 4107 Ettingen (Lehrperson Sek. 1);
Paul Wenger, Therwilerstrasse 55, 4153 Reinach (Landrat SVP); Jürg Wiedemann, Baslerstrasse 25, 4127 Birsfelden (Landrat Grüne-Unabhängige); Ronald Wiedemann, Schützenstrasse 8, 4127 Birsfelden (dipl. Mathematiker); Markus Wehrli, Schützenweg 9, 4104 Oberwil.